Aufmacher

Schnell ins Netz mit Wicd

… und drin!

Mobile Nutzer wechseln die Netzwerke wie andere die Unterwäsche. Wicd verwaltet die zugehörigen Profile schnell und bequem.

Wer viel auf Achse ist oder sein Notebook in wechselnden Umgebungen nutzt, machen viel Gebrauch vom Netzwerkmanager des Systems. Doch nicht alle Programme dieser Zunft lassen sich schnell und einfach bedienen. Als Alternative präsentiert sich da Wicd [1]: Der schlanke Netzwerkmanager bietet eine einfach gehaltene Benutzeroberfläche, die alles beinhaltet, was man zu Konfiguration von kabelgebundenen und kabellosen Netzwerken braucht.

Das Programm dient als Frontend für verschiedener Skripte und basiert auf Python. Es wurde ursprünglich als Ersatz für Ubuntus Network Manager geschrieben, unterstützt mittlerweile aber auch andere Distributionen. Dabei lässt sich Wicd sehr gut mit alternativen Oberflächen wie XFCE, Icewm oder Fluxbox nutzen. Dank seiner geringen Größe und des ebenso geringen Leistungshungers fühlt sich das Werkzeug auch auf älteren, schmalbrüstigen Laptops wohl. Zudem unterstützt Wicd eine breite Auswahl an Netzwerkkarten [2] und Verschlüsselungsarten.

Wicd einrichten

Die Installation von Wicd stellt auch den noch unerfahrenen Anwender vor keine allzu großen Probleme. In einer funktionierender GTK+-Umgebung, wie sie die meisten Distributionen von Haus aus mitbringen, fühlt sich das Tool zu Hause. Wicd selbst findet sich zwar nicht in allen Repositories, doch kann man es einfach hinzufügen und installieren.

Ubuntu-Nutzern steht für die Versionen von "Dapper" bis "Hardy" ein zusätzliches Paketverzeichnis zur Verfügung. Um es einzubinden, öffnen Sie im Panel unter System die Paketverwaltung Synaptic und fügen überEinstellungen | Paketquellen | Software von Drittanbietern | Hinzufügen den Paketquellen die Zeile deb http://apt.wicd.net Version extras ein. Dabei ersetzen Sie Version durch das passende Kürzel, etwa feisty für Ubuntu 7.04. Nach Aktualisierung der Quellen findet sich Wicd einfach über die Paketsuche und lässt sich wie gewohnt einrichten. Sinngemäß gleiches gilt für Debian.

Nutzer von Arch Linux finden fertige Wicd-Pakete in den Repositories Extra und Testing. Hier reicht ein einfaches pacman -Sy wicd um den Netzwerkmanager zu installieren. Slackware-Anhänger holen das Programm aus dem Fundus von Slacky.eu [3], nach dem Herunterladen findet das Paket via installpkg Wicd-Version.tgz seinen Weg ins System. Eine Anleitung zur Installation unter Fedora kann man im Wicd-Wiki [4] nachlesen. Die Quellpakete von Wicd schließlich gibt es bei Sourceforge [5].

Um Wicd automatisch beim Start zu laden, müssen Sie noch den Aufruf von /opt/wicd/tray.py den Autostart-Informationen hinzufügen, was je nach System unterschiedlich funktioniert. Unter Ubuntu binden Sie ihn unter System | Einstellungen | Sitzungen im Reiter Startprogramme über Neu ein. Fluxbox-Nutzer öffnen in einem Texteditor die Datei ~/.fluxbox/startup und fügen den Aufruf, gefolgt von einem &, vor exec /usr/X11R6/bin/fluxbox ein.

Bitte verbinden sie!

Sobald Wicd läuft, reicht ein Mausklick auf das Symbol im System-Tray, um die Konfigurationsoberfläche aufzurufen. Sie präsentiert sich einfach aufgebaut und gut aufgeräumt (Abbildung 1). Der Netzwerkmanager zeigt das kabelgebundenen Netzwerk sowie eine Liste aller sichtbaren drahtlosen Netzwerke samt Informationen zu Verschlüsselung und Signalstärke an. Die Statuszeile am unteren Rand des Fenster informiert über den gegenwärtigen Netzwerkstatus.

Abbildung 1: Ordentlich aufgeräumt: Nach dem Start zeigt Wicd alle wichtigen Informationen auf einen Blick an.

Nun können Sie den Rechner mit einem Netzwerk Ihrer Wahl verbinden. Für eine Connection via Kabel verlangt Wicd zuerst nach einem Profil. Dessen Bezeichnung tragen Sie in das freie Feld ein und erstellen es über einen Klick auf Hinzufügen. Daraufhin wird der blaue, bisher halb ausgeblendete Link verbinden funktional, ein Klick darauf hängt den Rechner via DHCP ins Netzwerk ein.

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