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Optik und mehr

Die nächste Generation: Mozilla Firefox 3

Performance

Firefox genießt bislang nicht den Ruf, der schnellste aller Browser zu sein. Die Mozilla-Entwickler haben jedoch bei Firefox 3 viel an der Performance gearbeitet. Grund genug, einmal etwas genauer hinzusehen. Wir verglichen dazu Firefox 2.0.0.11 sowie Firefox 3 Beta 3 und als Referenz Opera 9.25 in der 32-Bit-Version, sowie Opera 9.5 Beta 2, der bald erstmals in einer 64-Bit-Version erscheint. Die Tests fanden auf einem System mit einer CPU des TYpes AMD Athlon 64 X2 AM2 3800+, 2 GByte RAM und Ubuntu Gutsy Gibbon 7.10 (64-Bit) als Betriebssystem statt.

Im ersten Test analysierten wir, wie lange der Browser braucht, um eine aufwändige Webseite mit CSS-Layout zu laden. Dazu speicherten wir die Testseite "CSS Rendering Benchmark" [11] lokal ab, öffneten sie im Browser und nahmen dabei die Zeit für das vollständige Rendern der Seite. Das erledigt ein in die Seite eingebautes Javascript automatisch. Da die Werte schwanken können, wiederholten wir den Test jeweils zehn Mal und bildeten einen Mittelwert. Hier zeigt sich, dass Firefox 2 tatsächlich noch ein bisschen schneller ist: Für den Benchmark braucht er im Schnitt 692 ms, FF3 schafft den Test im Schnitt in rund 845 ms. Hier haben die Entwickler noch Arbeit vor sich.

Als nächstes bestimmten wir die Zeit, die Firefox zum Rendern einer Webseite mit einer größeren Tabelle braucht. Dabei kommt das Addon "Load Time Analyzer" [12] zum Einsatz. Es misst die Zeit bis zum vollständigen Aufbau einer Webseite zeigt diese gleich an. Als Referenzseite verwendeten wir [13]. Die Seite speicherten wir wiederum lokal ab und luden sie zehn Mal neu, aus den gemessenen Zeiten bildeten wir den Mittelwert. In diesem Benchmark schneidet nun Firefox 3 deutlich besser ab als sein Vorgänger. Er braucht im Mittel nur rund 675 ms, während sich Firefox 2 rund 1002 ms mit dem Seitenaufbau beschäftigt: ein deutlicher Gewinn (32 Prozent) an Performance.

Nach den Tests an statischen Webseiten stand die Javascript-Engine auf dem Prüfstand. Dazu verwendeten wir den Javascript-Benchmarks von SunSpider [14]. Er testet eine Reihe von nicht browserspezifischen Routinen und misst die Zeit. Auch hier zieht der neue Platzhirsch wieder an seinem Vorgänger vorbei. Laut SunSpider geht Firefox 3 bei Javascript rund 1,13 mal so schnell zu Werke wie Firefox 2. Dies dürfte sich besonders bei den derzeit so beliebten Webseiten mit Ajax (also Gmail und Co.) bemerkbar machen.

ZU guter Letzt prüften wir den Speicherbedarf des Browsers – hat doch Firefox 2 den Ruf, RAM regelrecht zu fressen. Um das zu analysieren, starten wir die Testkandidaten mit einem sauberen Profil und luden zehn Webseiten mit größeren Inhalten in einzelnen Tabs. Mit der Systemüberwachung von Gnome warfen wir dann einen Blick auf den Speicher des jeweiligen Prozesses. Auch hier scheinen die Entwickler bei Firefox 3 ganze Arbeit geleistet zu haben: Statt 100 MByte Firefox 2 braucht der Neue nur noch 75 MByte.

Performance-Vergleich

Browser

CSS Rendering

Load Time Table

SunSpider

Speicherauslastung

Firefox 2.0.0.11 692 ms 1002 ms 18,9 s 100 MByte
Firefox 3 Beta 3 845 ms 675 ms 16,7 s 75 MByte
Opera 9.25 (32-Bit) 370 ms 11,6 s 90 MByte
Opera 9.50 Beta2 (64-Bit) 216 ms 10,8 s 112 MByte

Im Bereich der Performance des Browsers hat sich demnach viel getan. Doch nach wie vor schafft es Firefox nicht, dem Browser Opera das Wasser zu reichen: In allen Tests zeigt Opera deutlich überlegen (Tabelle Performance-Vergleich). Eventuell bessert sich das Bild bei der offiziellen Freigabe von Firefox noch etwas. Dann steht voraussichtlich auch eine 64-Bit-Version zum Test bereit.

Fazit

Firefox 3 macht nicht nur mit den hier bereits beschriebenen Funktionen eine gute Figur, sondern auch mit neuen Features wie dem verbesserten Phishing-Schutz und der vereinfachten Installation von Addons, die nicht von Mozillas Addon-Seite stammen. Für die Beta 4 haben die Entwickler hier weitere Verbesserungen angekündigt [10]. Firefox 3 kommt dann voraussichtlich mit den Internet-Tasten mancher Multimediatastaturen klar und arbeitet besser mit dem Sessionmanagement von Gnome zusammen.

Alles in allem erweist sich Firefox 3 schon vorab als ein wichtiger Baustein für den Linux-Desktop. Die Software integriert sich künftig fast nahtlos und bringt viele Komfortfunktionen mit, die bisher gefehlt haben. Benutzer, die KDE als Desktop bevorzugen, schauen allerdings noch in die Röhre: Mal wieder entscheidet sich ein großes Projekt für GTK.

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Infos zum Autor

Christoph Langner

Ich bin Blogger und freier Autor für die Linux User bzw. Ubuntu User. Ihr könnt mein Blog unter http://linuxundich.de besuchen oder mir über @ChrisZwitschert auf Twitter bzw. @Chrissss auf identi.ca folgen.


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LinuxUser erscheint monatlich und kostet in der Nomedia-Ausgabe EUR 5,50 und mit DVD EUR 8,50. Weitere Informationen zum Heft finden Sie auf der LinuxUser-Homepage.

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