Aufmacher

Neues rund um Linux

01.04.2008

DirSync bringt Verzeichnisse in Einklang

Egal ob Laptop oder PC, ob Linux, Windows oder Mac – wer auf vielen Systemen und Plattformen unterwegs ist, hat mit dem Dateiabgleich oft seine liebe Mühe. Abhilfe schafft da das in Java geschriebene und damit plattformneutrale DirSync (http://directorysync.sourceforge.net/), das durch seine grafische Oberfläche das Anlegen von Synchronisationsprofilen erleichtert.

Mit jedem Profil können Sie beliebig viele unabhängige Verzeichnisse in einem Durchgang abgleichen. Dabei legen Sie für jeden Verzeichniseintrag festlegen, ob DirSync einzelne Unterverzeichnisse oder Dateien ausklammern und überflüssige Dateien nach der Synchronisation eigenständig entfernen soll. Je nach Konfiguration legt das Programm beim Datenabgleich auch eine Sicherungskopie von veränderten oder gelöschten Dateien an. Dazu legen Sie fest, wieviele Backup-Generationen DirSync vorhält.

Welche Dateien sich seit dem letzten Durchlauf geändert haben, stellt DirSync anhand des Zeitstempels einer Datei und ihrer Größe fest. Möchten Sie auf Nummer Sicher gehen, weisen Sie alternativ das Programm an, alle Dateien eines Ordners abzugleichen: Das lässt sich für jedes Verzeichnis individuell einstellen. Alle Settings lassen sich bei einem Testlauf ausprobieren, bei dem das Programm die Änderungen lediglich in der Logdatei anzeigt, aber nicht vornimmt. Eine einmal begonnene Synchronisation kann DirSync nach einer Unterbrechung problemlos wieder aufnehmen.

DirSync ist soeben in der Version 0.92 erschienen, die nun auch die Verwendung von Platzhaltern bei Eingaben unterstützt. Sie erlaubt jedoch nach wie vor einen Abgleich lediglich zwischen eingebundenen Partitionen oder Freigaben möglich. Eine Synchronisation via SSH unterstützt DirSync noch nicht.

Jede Synchronisationsdurchlauf kommentiert DirSync ausführlich.

Minen räumen im Sechseck

Minesweeper zählt unter Windows zu den Spieleklassikern und fehlt in keiner Installation. Aber auch Linux-Anwender brauchen auf diesen Spielespaß nicht zu verzichten, denn mit XBomb (http://www.gedanken.demon.co.uk/xbomb/) gibt es ein ebenbürtiges Derivat. Genau wie beim Original decken Sie durch Anklicken Felder auf; eine Zahl in jedem aufgedeckten Feld zeigt an, wie viele verminte Felder sich in unmittelbarer Nachbarschaft befinden. Durch Anklicken eines nicht aufgedeckten Feldes mit der rechten Maustaste markieren Sie dieses als vermint.

Die Verteilung der Minen berechnet das Spiel in jeder Runde neu. Damit es nicht zu einfach wird, Stehen drei Schwierigkeitsstufen zur Auswahl, die sich durch jeweils mehr Felder und mehr versteckte Minen unterscheiden. Im Gegensatz zum Original können Sie bei XBomb auch die Form der Felder verändern: Neben dem klassischen Rechteck offeriert das Spiel optional auch drei- oder sechseckige Minenfelder.

XBomb ist jetzt in der Version 2.2 erschienen, in der die Entwickler das Spiel farblich aufgepeppt haben. Außerdem wurden viele Funktionen von der mittleren auf die linke Maustaste gelegt.

Auf sechseckigen Feldern lässt sich die Lage von Bomben am einfachsten bestimmen.

Civilization-Klon für Linux

Das Strategiespiel FCCA – das Akronym steht für "Free Conquest & Colonization of America" (http://fcca.sourceforge.net/) – stellt Sie vor die Aufgabe, die Neue Welt zu besiedeln. Dabei will das Spiel eine gewisse Inspiration durch den Genreklassiker "Civilization" aus dem Jahr 1991 nicht leugnen, beschränkt sich aber im Gegensatz zum Microprose-Klassiker auf den Zeitrahmen zwischen 1492 und 1800.

Das Spiel befindet sich mit Version 0.8 noch in einem frühen Entwicklungsstadium: Sie können schon eine Reihe von Spielzügen machen, etliche Funktionen fehlen aber noch. Zwar dürfen Sie beispielsweise Kolonisten und Soldaten rekrutieren, via Schiff nach Amerika transportieren und dort das Gelände erkunden oder Straßen bauen. Allerdings gibt es noch keine rechnergesteuerten Gegner wie etwa unfreundliche Ureinwohner, sodass Ihr Militär nutzlos bleibt. Auch wenn das Spiel im Augenblick noch keinen großen Unterhaltswert hat, lohnt sich ein erster Blick, der die Vorfreude auf die nächsten Versionen sicher steigert.

Nicht nur die Spielidee, auch die Grafik von FCCA erinnert stark an "Civilization".

Truecrypt jetzt mit grafischer Oberfläche

Die freie Festplattenverschlüsselungssoftware Truecrypt ist jetzt in der Version 5.0 erschienen. Zu den wichtigsten Neuerungen zählt dabei die lange erwartete grafische Oberfläche für Linux. Ein komplettes Redesign macht die neue Truecrypt-Version außerdem unempfindlich gegen Kernel-Updates. Eine Verschlüsselung von Systempartitionen mit Pre-Boot-Authentifizierung bietet Truecrypt zur Zeit jedoch nur in der Windows-Variante. Darüber hinaus erweiterten die Entwickler mit einer Mac OS X-Version die Verfügbarkeit von Truecrypt um eine weitere Plattform und korrigierten zahlreiche Fehler.

Die grafische Oberfläche von Truecrypt 5.0 erlaubt jetzt das unkomplizierte Bedienen der hochsicheren Verschlüsselungssoftware.

Zertifizieren und gewinnen

Auch 2008 bietet das Linux Professional Institute wieder auf zahlreichen Linux- und Open-Source-Events vergünstigte Zertifizierungsprüfungen für alle drei LPIC-Stufen. Je nach Test fallen dabei nur zwischen 70 und 90 Euro an Gebühren an. Die nächsten Möglichkeiten zu Teilnahme bieten sich auf den Chemnitzer Linux-Tagen, der CeBIT und der LinuxWorld im März sowie auf dem Linuxtag im Mai.

Bei vielen Veranstaltungen dürfen sich die Prüfungsbesten über zusätzliche Preise freuen: Hier reicht die Preispalette von Erstattung der Prüfungskosten über Buchpreise und Jahresabos des Linux-Magazins bis hin zu Lenovo-Laptops. Es lohnt sich also, sich für die LPIC-Prüfungen auf einem Event anzumelden. Nähere Informationen finden Sie unter http://www.lpi-german.de.

Erste Roadmap für Thunderbird 3

David Ascher, Chef des Mozilla-Foundation-Spinoffs Mozilla Messaging, das sich um die Weiterentwicklung des Mail-Clients Thunderbird kümmert, stellte jetzt in seinem Blog (http://ascher.ca/blog/2008/02/19/mozilla-messaging/) einen ersten Entwicklungsplan für Thunderbird 3.0 vor. So will Ascher noch 2008 ein Milestone-Release veröffentlichen, das unter anderen ein verbesserte Suche und einen integrierten Kalender auf Lightning-Basis enthalten soll. Darüber hinaus stehen die Säuberung und Optimierung des Quellcodes auf Aschers Agenda. Bessere Testverfahren sollen außerdem bei der frühzeitigen Erkennung von Fehlern helfen. Als Ergebnis verspricht Ascher einen stabileren, schnelleren Mailclient, der sich einfach erweitern lässt. Mit einer ersten Beta-Version, die auch einen Kalender enthält, ist aber erst im dritten Quartal zu rechnen.

Firefox 3 integriert sich besser

Seit langem stört die teils unzureichende Integration von Firefox in Gnome. Die kommende Version des beliebten Browsers präsentiert sich mit vielen Verbesserungen in diesem Bereich (http://www.0xdeadbeef.com/weblog/?p=334). So entsprechen die Widgets innerhalb von Webseiten, wie Knöpfe und Eingabefelder, vom Aussehen her denen der Gtk+- beziehungsweise Gnome-Anwendung – Änderungen an den Themes machen die Widgets ebenso mit. Andererseits verwendet Firefox auch den Gtk+-Druckdialog, den man vielerorts innerhalb von Gnome antrifft (Abbildung 1). Bis zur endgültigen Version des Browsers planen die Entwickler noch weitere Verbesserungen, unter anderem eine D-Bus-Unterstützung für die Firefox-Erweiterungen.

Abbildung 1: Firefox 3 unterstützt native Gtk+-Widgets, der Gtk+-Druckdialog findet ebenfalls Einzug.

PS1-kompatible Spielekonsole nach Ostern

Das Open-Pandora-Projekt (http://openpandora.org) plant einen Nachfolger für die linux-basierte Spielekonsole GP2X. Die neue Konsole hört auf den Namen Pandora und wirkt durch ihren 4,3-Zoll-Bildschirm mit einer Auflösung von 800 x 460 Pixel und der Minitastatur mit zusätzlichen Spiele-Buttons auf den ersten Blick wie ein Subnotebook. Im Inneren arbeitet ein TI-OMAP3430-Prozessor, der OpenGL und OpenVG unterstützt und auf 128 MByte SDRAM und 256 MByte Flashspeicher zurückgreift. Anschlüsse für USB, TV-Out, RS-232, S-Video-Kopfhörer und Mikro runden gemeinsam mit der integrierten WLAN-Karte das Bild ab. Die Konsole soll nach Ostern für unter 300 Euro im Handel erhältlich sein und alle Playstation-1-Spiele unterstützen. Eine Nintendo-64-Emulation planen die Entwickler ebenfalls.

Kurz notiert

Nach mehrmonatiger Entwicklung hat Skype (http://www.skype.com) jetzt eine weitere Beta seiner Kommunikationssoftware Skype 2.0 für Linux veröffentlicht. Sie benötigt im Gegensatz zur aktuellen Version 1.4 vor allem mehr CPU-Leistung, unter 1 GHz geht hier nichts. Zu den Neuerungen zählen die Unterstützung der X11-Overlay-Ausgabe bei Video-Anrufen sowie eine Haltefunktion für eingehende Anrufe, die den Aufbau von Konferenzschaltungen erleichtern soll. Wann Skype 2.0 den Final-Status erreicht, steht noch nicht fest.

Green Computing auf dem Desktop

Eine deutlich überarbeitete Version seiner minimalistischen, lüfter- und festplattenlosen Linux-Appliance bietet das Pariser Startup Linutop (http://www.linutop.com) an. Der nur 580 Gramm schwere Linutop 2 im quadratischen Format (14 x 14 x 3,5 cm) basiert auf einer mit 500 MHz getakteten Geode-LX800-CPU und bietet mit 512 MByte RAM und 1 GByte Flash-Memory doppelt soviel Speicher wie der Linutop 1 (Test: http://www.linux-user.de/ausgabe/2007/10/090-linutop/). Laut Hersteller nimmt das Gerät im Betrieb rund 8 Watt auf, rund 2 Watt mehr als der Vorgänger. Dafür bietet es jetzt einen frontseitigen Netzschalter, dessen Fehlen wir beim Linutop 1 bemängelten.

Statt auf einer Festplatte legt der Linutop seine Daten auf dem integrierten Flash-Speicher ab. Dort lagert auch das auf Xubuntu basierende Betriebssystem samt Anwendungen wie Firefox 2, OpenOffice 2.2 und VLC 0.8.6; rund 400 MByte bleiben für eigene Files frei. Der internen Grafikchip erzielt eine Bildschirmauflösung von 1920 x 1440 Punkten. Als Schnittstellenausstattung bringt der Linutop einen VGA-Ausgang, ein 10/100-Mbit/s-Ethernet-Interface sowie Anschlüsse für Lautsprecher und Mikrofon mit. Vier USB-2.0-Ports stehen für den Anschluss von Peripherie bereit – zwei davon belegen allerdings in der Regel bereits Tastatur und Maus, so dass es am Frontblech schon einmal eng werden kann.

Als Zielgruppe für die Mini-Appliance sieht Linutop gleichermaßen den Heimanwender wie Internet-Cafés, akademische Einrichtungen oder Behörden. Über die Website des Herstellers kann man den Linutop 2 zum Preis von 333 Euro bestellen, hinzu kommen 28 Euro Versandkosten innerhalb Europas. Im Preis inbegriffen ist ein Jahr Gewährleistung, die sich gegen einen Aufschlag von 55 Euro auf drei Jahre erweitern lässt. Zum Lieferumfang des Geräts zählen lediglich der Linutop 2 selbst und ein Netzteil. Als Zubehör offeriert Linutop Klammern zur Befestigung der Appliance auf der Rückseite eines Monitors (43 Euro) sowie einen zusätzlichen 1-GByte-USB-Stick mit einer Kopie des Betriebssystems (50 Euro).

Der lüfterlose Linutop II kommt mit unter 8 Watt aus und bietet einen kompletten Linux-Desktop.

Grazer Linuxtag 2008 am 19. April

Wie schon in den Vorjahren ist der Grazer Linuxtag (http://www.linuxtage.at) auch diesmal wieder ein Fixpunkt im Kalender der österreichischen Veranstaltungsreihe "Linuxwochen". Am Samstag, den 19. April dreht sich in der FH Joanneum wieder einmal alles rund um das freie Betriebssystem. Das diesjährige Vortragsprogramm richtet sich nach den Interessen der Zielgruppen Desktop-Benutzer, Administratoren und Softwareentwickler.

Während der gesamten Veranstaltung, aber natürlich speziell in den Pausen zwischen den Vorträgen, können Besucher zusätzlichen Wissensdurst an den Infotischen von Softwareprojekten, Linuxdistributoren und Community-Organisationen stillen. Hilfesuchende in Installations- und Benutzungsfragen stellen in der Expertenecke den Wissensstand langjähriger Linuxbenutzer auf die Probe. Der Eintritt zum Grazer Linuxtag und der Besuch der Vorträge bleiben wie schon bisher kostenlos.

Schnelleres Paketmanagement für Suse 11.0

Der Suse-Entwickler Duncan Mac-Vicar bietet in seinem Blog (http://duncan.mac-vicar.com/blog/) erste Einblicke in die nächste Version von Novells Paketmanager Zypper. Dank eines neuen Algorithmus für den Solver löst Zypper Abhängigkeiten schneller auf, und auch die Metadatenstruktur wurde hinsichtlich der Geschwindigkeit verbessert. Der neue Solver soll dem Benutzer zudem bessere Vorschläge machen, falls ein Paket mit anderen kollidiert. Mac-Vicar verdeutlicht die großen Fortschritte mit einem kurzen Screencast in seinem Blog. Dabei kann man sehen, wie viel schneller Zypper nach einem Installationsbefehl reagiert. Zurzeit befindet sich das Paketmanagement-Backend noch in einer Testphase, nur die grundlegendsten Funktionen sind implementiert. Opensuse 11.0 soll aber bereits den neuen Zypper mitbringen. Die erste Alpha-Version von OpenSuse 11 finden Sie zum Ausprobieren auf der Heft-DVD.

Compiz 0.7.0 erschienen

Nach der Veröffentlichung von Compiz 0.6 im Oktober letzten Jahres war von dem Projekt, das die Beryl- und Compiz-Entwickler wiedervereinigte, nicht mehr viel zu hören. Nun schiebt das Compiz-Entwicklerteam die Version 0.7 (http://xorg.freedesktop.org/archive/individual/app/compiz-0.7.0.tar.gz) des 3D-Windowmanagers nach.

Laut Ankündigung in der Mailingliste unterstützt Compiz jetzt erstmals mehrere Bildschirme. Die Entwickler verbesserten die Kerntechnologien und führten ein einfaches Objektsystem ein, das Programmierern das Schreiben von eigenen Plugins erleichtert. Für KDE-Liebhaber legt das Compiz-Team einen neuen Window Decorator für KDE 4 bei, GTK-Freunde können von nun an die mittlere und rechte Maustaste konfigurieren und sich über Mausrad-Titlebar-Aktionen freuen. Desweiteren macht die Version 0.7 zahlreichen Bugs den Garaus.

Bei Compiz 0.7.0 handelt es sich um eine Entwicklerversion, das nächste stabile Release 0.8 lässt vermutlich noch einige Zeit auf sich warten. Hilfestellung bei der Installation und Antworten auf die wichtigsten Fragen gibt es unter http://wiki.compiz-fusion.org.

Photoshop CS/CS2 jetzt unter Wine lauffähig

Google, das Wine bereits für den Linux-Support für Picasa einsetzt, hat die Spezialisten von Codeweavers beauftragt, den Support für Adobe Photoshop CS und CS2 in Wine zu verbessern. Die ersten Früchte dieser Arbeit liegen seit Ende Januar mit Wine 0.9.54 vor, mit dem die Photoshop-Versionen 5 bis CS2 laut Google jetzt weitgehend reibungsfrei kooperieren. Auch Photoshop Elements 4 und 5 (nicht jedoch 6) lassen sich zum Laufen bringen (http://wiki.winehq.org/AdobePhotoshop).

Als Nebeneffekt arbeiten nun auch Anwendungen wie Flash 8 unter Wine, gab Google-Softwareingenieur Dan Kegel bekannt, der auch als Wine-1.0-Release-Manager agiert (http://google-opensource.blogspot.com/2008/02/google-sponsors-wine-improvements.html). Zwar öffnet die Möglichkeit zum Einsatz von Photoshop unter Linux jetzt zahlreichen unfreiwilligen Windows-Anwendern den lange ersehnten Migrationspfad zu Linux. Andererseits sinkt damit der Druck auf Adobe, endlich die von vielen Anwendern geforderte Photoshop-Portierung für Linux in Angriff zu nehmen.

KDE 3.5.9 mit neuen PIM-Funktionen

Für alle Anwender, die derzeit noch nicht auf KDE 4 wechseln wollen oder können, stellen die Entwickler ein weiteres Update bereit: KDE 3.5.9 (http://techbase.kde.org/Projects/PIM/Features_3.5.9) behebt vornehmlich Fehler, beschert der Desktopumgebung aber auch einige neue Funktionen. Vor allem die Bestandteile der KDE-PIM-Suite (KMail, KOrganizer, KAddressbook, KAlarm und Kontact) laufen nun stabiler und beherrschen neue Features, die aus dem Enterprise-Zweig stammen.

Zu den Innovationen zählen unter anderem ein Favoriten-Ordner sowie Drag&Drop-Unterstützung für KMail. Das User Interface von KOrganizer haben die Entwickler ebenfalls aufgefrischt, als Resultat lassen sich Kalendereinträge nun einfacher verwalten. Auch andere Komponenten wie KAlarm, Kontact und KAddressbook warten nun mit kleinen Verbesserungen auf. Beispielsweise fällt KAlarm nicht mehr durch diverse Fehlermeldungen auf, und der Benutzer kann die Erinnerungszeit nun auch in Minuten angeben.

Alle weiteren Neuerungen und Fehlerkorrekturen in KDE 3.5.9, das übrigens die letzte Ausgabe im KDE-3.5-Zweig sein soll, zeigt das Changelog (http://www.kde.org/announcements/changelogs/changelog3_5_8to3_5_9.php). KDE 3.5.9 steht als Quelltext auf verschiedenen Spiegelservern zum Download bereit.

Fahrplan für KDE 4.1 steht

Ende Juli 2008 soll es soweit sein: KDE 4.1 erscheint mit neuen Features und zahlreichen Bugfixes – so denn die KDE-Entwickler mit dem aktuellen Fahrplan Schritt halten. Der sieht vor, dass neue Features noch bis zum 31. März Aufnahme finden, dann schließen sich die Pforten. Ab dem 22. April nimmt das KDE-Projekt auch keine ursprünglich geplanten Funktionen mehr auf: An diesem Tag erscheint bereits die erste Alpha-Version des KDE-4.0-Nachfolgers. Wer den Zug verpasst, muss bis zur Release 4.2 warten. Der Fahrplan dient als erster Testfall für das KDE-Projekt, das neuerdings auf feste sechsmonatige Releasezyklen setzt.

Zu den Hauptaufgaben, die auf die KDE-Entwickler zukommen, gehört die Stabilisierung von Plasma, das sich um die Desktop-Komponenten von KDE 4 kümmert. Die Entwicklung hängt jedoch stark am Fortschritt von Qt 4.4, das rechtzeitig erscheinen muss, um den Fahrplan zu halten. Auch Akonadi, das neue PIM-Framework, soll Eingang in KDE 4.1 finden. Es bietet eine einheitliche Schnittstelle für E-Mail, Kontaktverwaltung und weitere Groupware-Funktionen.

Zu den weiteren geplanten Features gehören das Goya-Framework für GUI-Widgets, Decibel, ein Framework für Echtzeit-Kommunikationsdienste sowie diverse neue Programme wie das Blogging-Tool KBlogger und die Entwicklungsumgebung KDevelop. Bereits vorhandene Anwendungen verbessern die KDE-Entwickler und implementieren zusätzliche Funktionen. So soll KGet einen Torrent-Support mitbringen und der Dragon Player das Multimedia-Framework Phonon nutzen, um Videos abzuspielen. Nicht zuletzt wollen die Entwickler in der neuen Version auch über den Tellerrand schauen und die Portierungen von KDE 4.1 für Mac, Windows und OpenSolaris vorantreiben.

8. Linux-Infotag in Augsburg

Am 29. März 2008 findet in Augsburg in den Räumen der Fachhochschule – Lehrstuhl für Informatik – der bereits traditionelle jährliche Linux-Infotag statt, den die Linux User Group Augsburg (LUGA) organisiert. Unter dem Motto "Linux im Alltag" stehen dabei zwei getrennte, parallel verlaufende Vortragsreihen sowie Workshops, die sich sowohl an Einsteiger als auch an Fortgeschrittene richten. Der Schwerpunkt der Vorträge liegt dabei auf dem Linux-Desktop und den verfügbaren Anwendungen. Zum Ausklang des Infotags lädt die LUGA wieder zu einem geselligen Beisammensein ein. Weitere Informationen zum 8. Linux-Infotag finden sich unter http://www.luga.de.

Linux 2.6.25 ohne Closed-Source-USB-Treiber

Ein umstrittener Patch für den kommenden Kernel 2.6.25 sorgt für Diskussionsstoff im Entwicklerlager: Wie schon einmal vor gut zwei Jahren hat der bekannte Kernel-Entwickler Greg Kroah-Hartman einen Patch eingereicht, der geschlossene USB-Treiber daran hindert, die USB-Treiber-API des Kernels zu nutzen (http://lkml.org/lkml/2008/1/25/436).

Linus Torvalds hat Kroah-Hartmans Patch bereits angenommen, sodass der Flicken nun im Git-Tree der nächsten Linux-Version liegt. Er hindert USB-Treiber, die als Closed Source vorliegen, die USB-Schnittstelle des Kernels anzusprechen.

Bereits in den Kernel 2.6.16 sollte eine solche Sperre Einzug finden. Damals protestierten Hersteller wie die Berliner AVM GmbH, sie würden die Linux-Unterstützung ganz streichen, falls sie ihre Treiber nicht einbringen könnten. Daraufhin wurde der Patch vorläufig geparkt, um den Herstellern Zeit zu geben, entweder offene Treiber zu erstellen oder die eigenen Treiber so umzustellen, dass diese das Userspace-API nutzen. Letztere Möglichkeit eröffnet die Chance, nicht GPL-lizenzierte Treiber zu schaffen, die ohne viel Aufwand auch unter anderen Systemen lauffähig wären.

Wie schon vor zwei Jahren Sorgt auch diesmal der Patch für Diskussion auf der Kernel-Mailingliste. Während ein Teil der Entwickler voll hinter Kroah-Hartman steht, reagiert der andere Teil mit Unverständnis und Sorge. Sie befürchten, Hersteller zu verschrecken. Andere sehen nicht GPL-konforme Treiber in einer rechtlichen Grauzone.

Linus Torvalds: Kernel 2.6.25-rc1 "bloody large"

Als "bloody large" ("verdammt groß") beschreibt Linus Torvalds den ersten Release-Kandidaten des neuen Kernel 2.6.25, den er Mitte Februar freigegeben hat (http://kerneltrap.org/mailarchive/linux-kernel/2008/2/11/809354). Der RC1 bringt neben diversen Neuerungen auch zahlreiche Änderungen an grundlegenden Funktionen mit. Die Modifikationen betreffen etwa 1,4 Millionen Zeilen, die Diff-Datei umfasst allein 11 MByte. Laut Torvalds gehen die meisten Änderungen dabei auf das Konto von Architekturen und Treibern.

Konkret unterstützen nun die Grafiktreiber für Intel-Karten nativ Suspend und Resume – auch ohne X-Support. Zudem hat sich die Reihenfolge des Zugriffs auf Geräte beim generellen Suspend/Resume geändert, was auch Anwender betrifft, die keine Intel-Grafikkarten einsetzen. Zudem bringt Linux 2.6.25-rc1 Änderungen an den traditionellen IDE-Treibern und neue Treiber für e1000-Netzwerkkarten von Intel mit, die den PCI-Express-Port verwenden.

Frisches Geld für SCO Group

Die unter Gläubigerschutz nach amerikanischem Recht stehende SCO Group (http://ir.sco.com), die seit geraumer Zeit die Urheberrechte an Unix und indirekt auch Linux einklagen will, hat eigenen Angaben zufolge einen neuen Kapitalgeber gefunden: Die Stephen Norris Capital Partners (SNCP) sollen laut einer Mitteilung von SCO mit weiteren befreundeten Investoren bereit sein, die Reorganisation des angeschlagenen Unternehmens zu finanzieren. In der SCO-Mitteilung ist von einem Einsatz von bis zu 100 Millionen US-Dollar die Rede.

Der bisherige SCO-Chef Darl McBride allerdings muss seinen Platz räumen. Die SNCP übernimmt die Kontrolle über SCO und versucht die Firma bis zum Jahr 2009 aus dem Gläubigerschutz herauszubekommen sowie zu privatisieren, sprich von der Börse zu nehmen. Die Technologiebörse Nasdaq hatte die SCO-Papiere bereits Ende vergangenen Jahres aus dem Handel genommen. Die neuen Geldgeber schwärmen in der Mitteilung ausschließlich von der bestehenden und künftigen Produktpalette, die sie für ihr Geld bekommen. SCO verlautbarte zusätzlich, dass es mit der Finanzspritze möglich sei, die rechtlichen Angelegenheiten zum Abschluss zu bringen.

Die SCO Group ist durch langjährige Prozesse um die Unix-Rechte bekannt. Im Sommer 2007 hatte SCO eine entscheidende Schlappe erlitten, als ein US-Gericht das Eigentum am Unix-Code dem Prozessgegner Novell zusprach. Zugleich hatte das Gericht entschieden, dass Novell aus diesem Eigentum Lizenzgebühren zustehen.

EU-Kommission untersucht Microsofts Verhalten bei OOXML-Abstimmung

Die EU-Kommission will prüfen, ob die Firma Microsoft im Standardisierungsprozess um ihr Dokumentenformat OOXML widerrechtlich Einfluss auf die Abstimmung genommen hat. Im Vorfeld zur Abstimmung der Standardisierungsbehörde ISO im Herbst 2007 war es zu zahlreichen Unregelmäßigkeiten gekommen: In den Monaten vor der Abstimmung schwollen die Mitgliederzahlen in einigen der stimmberechtigten Gremien an, die Neumitglieder bestanden Berichten zufolge vorwiegend aus Microsoft-Wiederverkäufern und anderen Verbündeten des Unternehmens. In Italien beispielsweise wuchs das abstimmende Komitee innerhalb kurzer Zeit von 4 Mitgliedern auf 85, in Portugal kamen kurz vor der Abstimmung 12 Neumitglieder in den Ausschuss.

Trotz der massiven Lobbyarbeit war Microsofts Dokumentformat in der ersten Abstimmung nach dem so genannten "Schnellverfahren" der ISO-Organisation knapp gescheitert. In der Folge hatten die nationalen Standardkomitees mehr als 3500 Kommentare zu dem Dateiformat abgegeben, die das Softwareunternehmen zur Nachbesserung nutzen kann. Seit Mitte Januar stehen die Verbesserungsvorschläge der ECMA zur Diskussion, vom 25. bis 29. Februar trafen sich die abstimmungsberechtigten Mitglieder erneut zu einer Beratung über die OOXML-Standardisierung. Anschließend haben sie bis zum 29. März Zeit, ihr in der Vorrunde abgegebenes Votum gegebenenfalls noch zu ändern.

Community Award: Sun vergibt eine Million Dollar an seine Projekte

Mit dem Open Source Community Innovation Awards Program will Sun Microsystems Innovation fördern. Teilnehmer sind ausschließlich sechs bereits von Sun geförderte Community-Projekte, von denen jedes 175 000 US-Dollar ausschreiben darf. Die einzige Bedingung seitens Sun ist, dass kein Projekt-Wettbewerb die Teilnahme von Sun-Mitarbeitern erlaubt.

Für den Innovationswettbewerb verkünden die beteiligten Projekte auf jeweils eigenen Seiten die Teilnahmebedingungen, Regeln und Gewinnkriterien. Bei den sechs Projekten handelt es sich um die freie Bürosuite OpenOffice (http://www.openoffice.org), OpenSolaris (http://opensolaris.org), OpenSPARC (http://www.opensparc.net), den Glassfish-Server (http://glassfish.java.net), Netbeans (http://www.netbeans.org) sowie die offene Toolsammlung OpenJDK (http://openjdk.java.net).

Kurz notiert

Das voraussichtlich im Oktober erscheinende Ubuntu 8.10 (http://www.ubuntu.com) hört auf den Codenamen "Intrepid Ibex" (etwa: unerschütterlicher Steinbock). Der Steinbock symbolisiere Trittsicherheit auf ungewohntem, schwierigen Terrain, begründete Canonical-Chef Mark Shuttleworth die Namenswahl: Ubuntu 8.10 soll sowohl auf High-End-Workstations als auch auf Subnotebooks eine gute Figur machen. Details zu den Planungen und Features sammeln die Entwickler Ubuntu beim Ubuntu Developer Summit vom 19. bis 23. Mai in Prag.

Sun Microsystems übernimmt den Hersteller von Virtualbox, die Stuttgarter Innotek GmbH. Eine Kaufsumme wurde nicht genannt, der Deal soll bis Ende März abgeschlossen sein. Virtualbox soll künftig einen Teil von Suns Virtualisierungsstrategie xVM bilden, bleibt aber unter http://www.openxvm.org weiter als Open Source verfügbar.

Nur zwei Monate nach der letzten Aktualisierung stellte Innotek Ende Februar Virtualbox 1.5.6 (http://www.virtualbox.org) vor. Die Virtualisierungssoftware erhielt nicht nur diverse Fehlerkorrekturen, sondern auch einige neue Features. So erlaubt sie jetzt das Einbinden von Shared Folders im Nur-Lese-Modus und unterstützt experimentell die Emulation von Gigabit-NICs. Darüber hinaus bietet die grafische Oberfläche die Möglichkeit, den Netzwerkdevice-Typ einzustellen.

Die Linux-Foundation hat die Version 3.2 der Linux Standard Base (LSB, http://www.linux-foundation.org/en/LSB_3.2.0/) veröffentlicht. Sie bringt bessere Unterstützung für Perl, Python, Drucker und Multimedia. Die LSB bietet eine gemeinsame Plattform für Applikationsentwickler, die so verschiedene Distributionen mit nur einem Softwarepaket bedienen können. Zahlreiche Distributoren zertifizieren ihre Entwicklungen mit der LSB, darunter Debian, Mandriva, Novell, Red Hat, Ubuntu und Xandros.

Bereits im vergangenen Jahr hatten Intel und Entwickler der Projekte X.org und Mesa gemeinsam einen quelloffenen Treiber für die Grafikplattform Intel 965GM Express programmiert. Im Nachgang hat Intel Ende Januar eine umfangreiche Dokumentation zu den Chipsätzen 965 Express und G35 Express unter einer Creative-Commons-Lizenz veröffentlicht. Die von Intel eingerichtete Projektseite Linux Graphics Drivers from Intel (http://intellinuxgraphics.org) dient als zentrale Anlaufstelle, dort gibt es weitere Downloads zu Treibern und Chipsets.

Wie auf der Linux.conf.au bekannt wurde, sollen auf den Philippinen insgesamt 23 000 Linux-PCs künftig Schüler in die Arbeit mit Linux einführen. Die ersten 13 000 Rechner mit Fedora Core 5 laufen bereits, weitere 10 000 Computer mit Kubuntu und Edubuntu werden folgen. Im Zug der entsprechenden Ausschreibung war Microsoft mit dem Angebot durchgefallen, Windows für 20 US-Dollar und Office dazu für 30 US-Dollar zu liefern.

Die Statistik der Top-500-Supercomputer lässt Aussagen über marktbeherrschende Positionen in der IT in neuem Licht erscheinen: Laut der unter http://top500.org aufgeführten Liste nutzen 85 Prozent der leistungsfähigsten Computer weltweit Linux als Betriebssystem, Windows ist mit 1,2 Prozent Anteil weit abgeschlagen.

Durch ein Abkommen mit Canonical kann Parallels sein kommerzielles Virtualisierungsprodukt Parallels Workstation (http://www.parallels.com/en/products/workstation/) künftig über das Ubuntu-Paketmanagement vertreiben. Das Workstation-Produkt von Parallels unterstützt unter anderem Ubuntu 7.10 und den recht neuen Linux-Kernel 2.6.23. Die Trial-Version der Software kann man künftig bequem über das normale Ubuntu-Paketmanagement beziehen, ein Lizenz-Schlüssel kostet rund 40 Euro.

Die EU-eigene freie Lizenz European Union Public License (EUPL) v1.0 liegt jetzt in 22 europäischen Sprachen vor (http://ec.europa.eu/idabc/en/document/6523). Bislang stehen nur einige Software-Projekte der Europäischen Kommission unter der EUPL, wie die Internet-Kommunikationssoftware IPM oder die Groupware Circa. Außerhalb der bürokratischen Sphäre ist die zur GPL nicht kompatible Lizenz bislang eher umstritten.

Nexenta (http://www.nexenta.org), ein freies Betriebssystem mit OpenSolaris-Kernel und Software aus dem Debian/Ubuntu-Fundus, ist in Version 1.0 erschienen. Nexenta Core Platform 1.0 läuft auf 32- und 64-Bit-CPUs von Intel/AMD mit mindestens 256 MByte RAM. Die Distribution passt auf eine CD und lässt sich via Apt aus Internet-Repositories ergänzen. Daneben gibt es einen ISO-Builder, mit dem sich angepasste ISO-Images mit Software-Ausstattung nach Wunsch bauen lassen.

Hotwire, die etwas andere Shell

Die objektorientierte Hypershell Hotwire (http://hotwire-shell.org/) richtet sich an Systemprogrammierer und soll dabei die gleiche Funktionalität wie eine Unix-Shell oder die Windows-Powershell bieten soll.

Wer bisher primär mit den Standard-Unix-Shells arbeitete, für den sind Aufbau und Layout etwas gewöhnungsbedürftig. Der Anwender schreibt seine Befehle in eine Eingabezeile am unteren Fensterrand, die Ergebnisse erscheinen im darüberliegenden Objektbereich. Dabei kann der Anwender in der neuen Version 0.710 entscheiden, über welcher Skriptsprache Hotwire die Eingaben abarbeiten soll: Zur Auswahl stehen Unix-Shell, Python, Ruby, Perl und die Hotwire-Pipe – sofern die jeweiligen Skript-Engines auch auf dem Rechner installiert sind.

Wie bei den meisten Terminals kann man auch bei Hotwire mehrere Shells durch Reiter getrennt in einem Fenster öffnen. Dabei lässt sich Jedem Reiter eine eigene Skript-Engine zuweisen. Jede Eingabe speichert das Programm in seiner Pipeline, sodass man diese später nachvollziehen und durchblättern kann. Alternativ lassen sich alle Eingaben auch in einer Übersicht chronologisch anzeigen und durch Anklicken direkt ansteuern.Neben den Befehlseingaben merkt sich Hotwire auch die Ausgaben, sodass sich über die eingebaute Suchfunktion bestimmte Ergebnisse schneller wiederfinden lassen.

Einen ausführlichen Test einer älteren Hotwire-Version finden Sie in LinuxUser 10/2007 und auf der LinuxUser-Website unter http://www.linux-user.de/ausgabe/2007/10/065-hotwire/.

Für den Bash-Guru gewöhnungsbedürftig: Die objektorientierte Hypershell Hotwire.

Mehr Sicherheit durch Bluetooth

Dass Bluetooth zur Verbesserung der Systemsicherheit beitragen kann, mag so manchen securityaffinen Anwender verblüffen. Blueproximity (http://blueproximity.sourceforge.net/) verfolgt jedoch einen kreativen Ansatz, um eben dies zu erreichen – was freilich voraussetzt, dass der PC bluetoothfähig ist.

Eigentlich sollte man ja den Arbeitsplatzrechner sperren oder eine Schutzsoftware starten, sobald man den Schreibtisch verlässt. Die meisten Mitarbeiter neigen jedoch dazu, das regelmäßig zu vergessen. Wer aber ein Bluetooth-Handy oder einen entsprechenden PDA besitzt, kann diesen in Blueproximity registrieren: Das Programm scannt selbstständig nach allen verfügbaren Bluetooth-Geräten im Umkreis, man muss das passende Device nur noch auswählen. Bequemer geht es kaum.

Das Programm eigenständig, ob sich das eingetragene Device vom Arbeitsplatz entfernt, und sperrt diesen gegebenenfalls. Neben dem Sperren des Arbeitsplatzes bietet Blueproximity auch die Möglichkeit, andere Programme zu starten oder zu beenden. Kehrt der Anwender an seinem Arbeitsplatz zurück, hebt Blueproximity die Sperrung selbständig auf, sobald es das jeweilige Bluetooth-Device wieder erfasst. Die Empfindlichkeit von Blueproximity lässt sich in der Konfiguration an die lokalen Gegebenheiten anpassen. Auf Wunsch trägt das Programm alle Ereignisse auch in das System-Log ein.

Damit Blueproximity den Rechner zeitnah sperrt, ist ein wenig Feintuning notwendig.

Auf ein Wort mit Griv

In kleinen Unternehmen oder auch in der WG existiert oft der Wunsch nach einer einfachen Chat-Lösung, um mit dem Kollegen Kleinigkeiten abzusprechen. Meist fehlen jedoch Zeit und Know-how, um einen vollwertigen IRC- oder Jabber-Server aufzusetzen. Benötigt man keine Zusatzfunktionen wie Dateitransfer, bietet sich das serverlose Chat-Programm Griv (http://sourceforge.net/projects/griv/) als lohnende Alternative an.

Griv verwendet das Rivchat-Protokoll und versendet die Datenpakete im lokalen Netz via UDP. Dabei lauschen alle beteiligten Rechner am Port 16127 auf eingehende Nachrichten. Den Port kann der Benutzer ebenso wie seinen Benutzernamen bei Programmstart über Kommandozeilenparameter anpassen. Damit sind die Konfigurationsmöglichkeiten aber auch erschöpft.

Nach dem Programmstart befinden sich alle Chatter im gleichen Chat-Raum und können gemeinsam kommunizieren; weitere Räume lassen sich nicht einrichten. Wer mit einem bestimmten Gesprächspartner unbehelligt sprechen möchte, kann jedoch zu diesem einen privaten Chat öffnen. Eine nützliche Funktion stellt das Versenden von "Popups" dar: Wie mit dem Befehl net send unter Windows stellt man einem ausgewählten Teilnehmer eine kurze Nachricht zu, die bei diesem als Popup auf dem Bildschirm erscheint.

Das Programm befindet sich mit der Version 0.1.8 noch in einem frühen Entwicklungsstatus. Für kommende Versionen planen die Entwickler unter anderen, einer Dateiübertragung, eine grafische Konfigurationsoberfläche sowie weitere Kommandozeilenparameter zu implementieren.

Auf den ersten Blick wirkt das serverlose Chat-Programm Griv wie ein IRC-Client.

Kurz notiert

Für alle, die an der GUADEC 2007 nicht teilnehmen konnten, stellt Live-Gnome jetzt die Unterlagen online unter http://live.gnome.org/GUADEC/2007/Slides zum Download bereit. Neben den Folien der meisten Vorträge liegen einige Beiträge auch als Videomitschnitt im OGG-Format vor. Doch Vorsicht: Die Videos erreichen zum Teil einen Umfang von 80 MByte und mehr.

Nach langem Warten stehen nun Termin und Veranstaltungsort der GUADEC 2008 fest: In diesem Jahr trifft sich die Gnome-Community vom 7. bis 12. Juli an der türkischen Bahcesehir University in Istanbul. Wer die Veranstaltung genau organisiert und als Sponsor unterstützt, ist noch nicht bekannt, erste Planungsschritte finden Mitte März auf dem GTK+-Hackfest in Berlin statt.

Gnome 2.22: Beta erschienen, Release-Termin in der Diskussion

Gut einen Monat vor der geplanten Freigabe der Final veröffentlichte die Gnome Foundation Anfang Februar die erste Beta-Version des kommenden GNOME 2.22.0. In ihr kommen erstmals die neuen Versionen der Bibliotheken Glib und GTK+ zum Einsatz. Ebenfalls neu ist die Backend-Engine im Browser Epiphany: Hier tauschten die Entwickler die Firefox- gegen die Webkit-Engine aus.

Auch für das virtuelle Verzeichnissystem Gnome-VFS gibt es mit der Kombination Gio und GVFS einen Nachfolger. Aus Kompatibilitätsgründen wird Gnome-VFS aber weiterhin mitgeliefert. Langfristig wollen sich die Entwickler aber von den Bibliotheken Libgnome, Libgnomeui, Gnome-VFS und Bonobo trennen. Im Bereich der Applikationen optimierten die Entwickler vor allem dem Spam-Filter von Evolution und brachten mit Cheese eine Webcam-Software, aber auch neue Applikationen ins Spiel.

Ob allerdings Gnome 2.22 wie in der Roadmap geplant (http://live.gnome.org/TwoPointTwentyone/) am 12. März pünktlich erscheint, war zu Redaktionsschluss unklar: Aufgrund von Schwierigkeiten mit Gio/GVFS diskutierten die Entwickler Mitte Februar intensiv über eine Verschiebung des Release. Daneben war zu diesem Zeitpunkt schon klar, dass die neue Version einen "alten" Display-Manager der 2.20er-Serie mitbringen wird: Der bereits in Arbeit befindliche Nachfolger enthält noch zu viele Fehler und erscheint erst mit Gnome 2.24.

Gnome 2.22: Probleme bei der Entwicklung von Gio/GVFS

Mitte Februar äußerten sich einige Entwickler besorgt über massive Defizite der Gio/GVFS-Bibliothek. Bereits Ende Januar gab es einen längeren Thread auf der Entwicklerliste http://mail.gnome.org/archives/desktop-devel-list/. Alexander Larsson, der Entwickler hinter den betreffenden Bibliotheken, informierte über deren Stand. Insbesondere hob er hervor, dass einige Funktionen, wie die Backends für FTP, Netzwerk, Schriften und Themen noch nicht implementiert sind. Für Benutzer sei vor allem FTP und das Netzwerk wichtig, so Larsson, sodass diese Lücken einen gravierenden Einschnitt in die Nutzbarkeit von Nautilus darstellten.

Im Thread vom Februar (http://mail.gnome.org/archives/desktop-devel-list/2008-February/msg00059.html) waren sich die Entwickler nicht einig darüber, wie das weitere Vorgehen ausfallen soll. Vorgeschlagen wurde zum einen, das Release von Gnome 2.22 um etwa zwei Wochen nach hinten zu verschieben, zugunsten der Netzwerk-Bibliotheken – Gio ist Teil der Glib. Das Problem dabei: Distributoren könnten Gnome 2.22 nicht mehr fristgerecht einbinden – insbesondere im Hinblick auf die nächste LTS-Version von Ubuntu ein ziemlich schmerzlicher Einschnitt. Ein Mitarbeiter von Canonical bestätigte denn auch, dass bei einer Verschiebung Ubuntu 8.04 wohl mit Gnome 2.20 statt 2.22 in Ubuntu 08.04 ausgeliefert würde. Zum anderen stand als Alternative zur Debatte, die auf dem bisherigen Gnome-VFS basierende Version von Nautilus für Gnome 2.22 zu reaktivieren. Genau das gefiel jedoch Larsson nicht, der seit über eineinhalb Jahren an Gio/GVFS arbeitet.

Zu Redaktionsschluss konzentrierten sich die Bemühungen darauf, Entwickler für eine rechtzeitige Fertigstellung des FTP- und Netzwerk-Backends zu finden – angesichts der der recht knappen Zeit bis zur geplanten Veröffentlichung Mitte März ein zwar ehrgeiziges, aber machbares Unterfangen.

Performance-Verbesserungen am Gnome-Panel

Der für seine Arbeiten im Bereichen der Performance bekannte Novell-Angestellte Federico Mena-Quintero wies Mitte Februar auf Schwachstellen des Gnome-Panels hin: Nach seiner Meinung verbraucht es Panel in einigen Teilen des Programmcodes zu viel Zeit, bis es für den Anwender benutzbar ist. Einigen Schuldigen kam der Hacker schnell auf die Spur: Beim plattenintensiven Auslesen der GConf-Schlüssel lässt sich das Panel sehr viel Zeit. Andere Teile des Codes waren weniger leicht zu analysieren.

Fest steht, dass die Analyse, die der gebürtige Mexikaner während der "Novell Hack Week" vorgenommen hatte, positiv auf die nächste Version des Gnome-Panels auswirkt – zumal das Entfernen der Bonobo- und Orbit-Bibliotheken weitere Verbesserungen nach sich zieht. Letztere wollen die Entwickler im Rahmen des Projekts "Ridley" durch den Desktop-neutralen D-Bus ersetzen, der schon in den aktuellen Versionen von Gnome Einsatz findet.

Kürzere Entwicklungszeiten dank Pidl

Bei Pidl handelt es sich um eine so genannte Interface Description Language, mit deren Hilfe Programmierer die Entwicklungszeit von Programmen drastisch verkürzen können: Es genügt, PIDL-Dateien und die zugehörige Implementierung in C zu schreiben. Pidl generiert daraus automatisch Sprachbindungen, unter anderem für C#, C++ und Python. Pidl setzt unter anderem auf GObject auf und eignet sich daher ideal für Gtk+- und Gnome-Programme. Das Programm befindet sich zwar noch in den Anfängen, lässt sich jedoch nach Angaben der Entwickler schon recht gut benutzen. Test-Cases sind, wie Pidl selbst, in Python geschrieben. Entwickler haben so die Möglichkeit, den Kern jederzeit auf seine Funktionalität zu testen. Auf der Gtk+-Entwicklerliste nahmen die anderen Entwickler die Idee recht positiv auf. Die ursprüngliche Ankündigung finden Sie unter http://mail.gnome.org/archives/gtk-devel-list/2008-February/msg00045.html.

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