Dickes Ding

Für den Eindruck einer dritten Dimension sorgen Verläufe von Licht und Schatten. Wo diese später im Logo auftreten, bestimmt die Maske. Die Schatten selbst generiert der Parameter -shade. Wenden Sie -shade jedoch direkt ohne weitere Vorsichtsmaßnahmen auf die Maske an, dann erhalten Sie einen starken 3D-Effekt, der fast wie eine Prägung wirkt. Für weichere Kanten sorgt der Weichzeichner -blur: Je öfter Sie ihn anwenden, desto "runder" erscheint später das Logo:

$ convert logo_maske.png -blur 0x4 -blur 0x4 -blur 0x4 -blur 0x4 +matte logo_weich.png

Vier Weichzeichnungsdurchläufe sollten genügen. Der Wert nach dem x bestimmt die Stärke der Weichzeichnung, der davor die Größe des Einflussbereichs.

Als nächstes schalten Sie das Licht ein. Stellen Sie sich dazu einen kleinen Spot vor, der von schräg oben auf Ihr Logo scheint. An dessen Oberkante entstehen Glanzlichter, an der Unterseite dunkle Bereiche. Zunächst zum Licht (Abbildung 5, links):

$ convert logo_weich.png -shade 110x0 -normalize  logo_hell.png

Jetzt kommt ein kleiner Trick: Um an die dunklen Bereiche zu kommen, platzieren Sie die gedachte Lichtquelle auf der anderen Seite (Abbildung 5, Mitte):

$ convert logo_weich.png -shade 110x180 -normalize logo_dunkel.png

Das zweite Bild sieht nicht gerade nach Schatten aus. Was Sie hier in den Händen halten, ist eine Maske für die dunklen Bereiche: An allen weißen Stellen sieht man später im Bild einen Schatten.

Die Datei logo_hell.png dient jetzt als Maske für ein reines, weißes Bild. Das Ergebnis der Kombination sind alle Lichter des späteren Bildes. Die Datei logo_dunkel.png dient hingegen als Maske für ein komplett schwarzes Bild, womit man wiederum alle dunklen Stellen des Logos erhält. Das fertige Bild mit allen Lichtern und Schatten (Abbildung 5, rechts) erstellt das Befehlsmonster aus Listing 2.

Listing 2
$ convert \( logo_hell.png -negate -background white -channel A -combine +channel \) \( logo_dunkel.png  -negate -background black -channel A -combine +channel \) -compose Over -composite logo_lichter.png

Achten Sie hier unbedingt auf den korrekten Sitz der Leerzeichen und der Klammern. Letztere kennzeichnen so genannte Image Stacks (Bilderstapel). Die jeweils darin enthaltenen Anweisungen führt der Befehl separat aus, bevor er die beiden Ergebnisse übereinander legt und das Gesamtergebnis in logo_lichter.png speichert. Bei einem solchen Image Stack handelt es sich somit um nichts anderes als ein kleines "Kommando im Kommando". Damit die Shell die Klammern nicht falsch interpretiert, brauchen Sie die vorangestellten Rückstriche.

Abbildung 5: Die Maske für die hellen Bereiche des Logos (links), die für die dunklen (Mitte) und schließlich alle Lichter und Schatten (rechts).

Feinschliff

Das fertige Bild enthält alle Schatten und Lichter, die für den dreidimensionalen Eindruck sorgen. Dieses Bild müssen Sie nur noch über das zweidimensionale Logo stülpen (Abbildung 6, links). Das erledigt der Befehl in Zeile 1 von Listing 3. Wenn Sie mögen, fügen Sie – wie in Zeile 2 zu sehen – auf dem Untergrund noch einen Schatten hinzu. Dies erzeugt wieder nur den Schatten (Abbildung 6, Mitte), den Sie dem Logo noch leicht versetzt unterschieben (Abbildung 6, rechts). Das erledigt das Kommando in Zeile 3.

Listing 3
$ convert logo.png logo_lichter.png -compose ATop -composite logo_3D.png
$ convert logo_3D.png  -channel A  -blur 0x6 +channel -fill grey -colorize 100% logo_schatten.png
$ convert logo_3D.png -background none -gravity SouthEast -splice 6x6+0+0 logo_schatten.png -compose Dst_Over -composite  logo_3Dmitschatten.png
Abbildung 6: Das dreidimensionale Logo links lässt sich noch mit einem Schatten (Mitte) zum plastischen Gesamtkunstwerk (rechts) aufpolieren.

Auch mit diesen fortgeschrittenen Techniken gelangt Imagemagick noch nicht an seine Grenzen. Weitere Tricks zum Umgang mit der vielseitigen Bildbearbeitungs-Software gibt es etwa unter [1] und [2] im Internet.

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