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Langzeitgarantie

Ubuntu 8.04 Alpha "Hardy Heron"

01.04.2008 Besondere Stabilität und neue Features bringt das neue Ubuntu. Die Heft-DVD enthält die fünfte Alpha-Version, die bereits tiefe Einblicke in die als neues Aushängeschild konzipierte Ausgabe bietet.

Long-Term Support heißt das Zauberwort, von dem sich die Benutzer der populären Linux-Distribution Ubuntu [1] Qualität und Stabilität versprechen. Die Ausgabe 8.04 "Hardy Heron" (deutsch: "kühner Reiher") der Distribution erscheint im April und trägt als zweite in der Ubuntu-Geschichte den Anhang LTS, die Abkürzung für Long-Term Support. Das LTS-Konzept wirbt mit einer fünf Jahre langen Support-Garantie für Server und drei Jahren Unterstützung für Desktops. Mit dieser Langlebigkeit verbinden sich besonders hohe Ansprüche an die Stabilität.

Nachdem der Vorgänger "Gutsy Gibbon" zahlreiche neue Features wie den 3D-Desktop eingeführt hat, geht es bei der Entwicklung von "Hardy Heron" vor allem darum, die damit einher gegangenen Fehleranfälligkeit wieder auszuräumen. So stoßen Desktop-User auf den ersten Blick in der auf der Heft-DVD enthaltenen Alpha-Version von Ubuntu 8.04 nur auf wenige Neuigkeiten. Trotzdem bringt die neue Ausgabe einige Features mit sich, die Vorfreude auf die fertige Version wecken.

Neue Features

Auf den Desktop wirken sich vor allem die neuen Versionen von Gnome [2] aus des eine Ebene tiefer liegenden X.org [3] aus. Neuen Komfort bringt die X.org-Ausgabe 7.3 vor allem, weil sie Änderungen an der Bildschirmkonfiguration nun ohne Neustart des grafischen Systems zulässt.

Gnome kommt mit der Versionsnummer 2.21.91 als Beta der Version 2.22 daher, deren Final wie das von Ubuntu erst für April ansteht. Der GNU-Desktop ermöglicht eine grundsätzliche Interface-Änderung bei systembezogenen Einstellungsdialogen: Benutzer mit Administrationsrechten öffnen die entsprechenden Programmfenster nun auch, ohne ihr Passwort einzugeben – der Schalter Unlock wechselt dann erst bei Bedarf in den Superuser-Modus.

Der neue VNC-Client Vinagre erlaubt die Steuerung des Desktops anderer Computer im Netz und unterstützt im Gegensatz zum Vorgänger Vino mehrere gleichzeitige Verbindungen. Der Video-Player Totem unterstützt nun den Empfang digitalen Fernsehens, der Dateimanager Nautilus erstellt jetzt auch Video-DVDs. Zahlreiche weitere Verbesserungen in fast allen Gnome-Programmen bringen den Desktop in vielen kleinen Schritten nach vorne.

In einigen Punkten setzt Ubuntu 8.04 auf Alternativen zu den Gnome-Standards. Statt des Gnome-Webbrowsers Epiphany verwendet Ubuntu Firefox [4], der bis zum Erscheinen der Distribution in Version 3 vorliegen soll. Zum Brennen von CDs und DVDs dient Brasero [5]. Wer Bittorrent zum Austausch größerer Dateien verwendet, findet mit Transmission einen featurereichen Ersatz für den Gnome-Client.

Um die Sound-Wiedergabe kümmert sich nun das neue System PulseAudio. Die im Aufwärtstrend befindlichen Virtualisierungstechniken der Prozessorenhersteller Intel und AMD unterstützt Ubuntu 8.04, indem es KVM (Kernel-based Virtual Machine) in den Kernel Kernel (derzeit Linux 2.6.24-8) aufnimmt.

Fazit

Die auf der Heft-DVD enthaltene vierte Alpha-Version von Ubuntu 8.04 läuft bereits erstaunlich stabil. Fehlerberichte betreffen vor allem spezifische Probleme mit einzelnen Geräten. Doch obwohl auf den ersten Blick bereits das meiste glatt läuft, empfiehlt sich diese Vorabversion nur als Ausblick für Neugierige. Sie weckt aber nach den Patzern der Vorgängerversion Hoffnung auf eine Rückkehr zur altbekannten Ubuntu-Stabilität.

Installation

Die Installation von Ubuntu 8.04 verläuft ebenso wie beim Vorgänger. Beim Installationsmedium handelt es sich um ein Live-System, das von der Heft-DVD startet und direkt eine funktionstüchtige Ubuntu-Oberfläche auf den Bildschirm bringt, ohne etwas auf die Festplatte zu schreiben.

Wählen Sie im Boot-Menü die Option Install Ubuntu statt Try Ubuntu without any change to your computer, startet nach dem Booten des Live-Systems automatisch der Installationsassistent. Der lässt sich aber auch manuell über das Install-Icon auf der Benutzeroberfläche anwerfen.

Windows-Benutzern ermöglicht Wubi [6] die Möglichkeit, das System vollständig in einem Verzeichnis auf einer Windows-Partition einzurichten und dann über den Windows-Bootmanager zu starten.

Infos

[1] Ubuntu: http://www.ubuntu.com

[2] Gnome: http://www.gnome.org

[3] X.org: http://www.x.org

[4] Mozilla Firefox: http://www.mozilla-europe.org/de/products/firefox

[5] Brasero: http://www.gnome.org/projects/brasero

[6] Wubi: T. Leichtenstern, "Wer hat Angst vorm Pinguin?", LinuxUser 01/2008, S. 64, http://www.linux-user.de/ausgabe/2008/01/064/

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