Fazit

Unsere Tests legen den Schluss nahe, dass Stegdetect zwar von Steghide vorgenommene Einbettungen erkennt, Stegbreak diese aber nicht zuverlässig durch Herausfinden der Passphrase entschlüsseln kann. Dennoch schmälert das den Nutzen von Steghide als Steganografieprogramm, da sich dessen Steganogramme als solche nachweisen lassen. Damit bleibt unter Linux als bislang einziges Steganografieprogramm ohne Möglichkeit der Erkennung Outguess übrig – allerdings auch nur in der neuesten Version 0.2, da Stegdetect-Programmierer Niels Provos für die Vorgängerversion 01.3b Wege der Erkennung gefunden hat.

Dass Debian- und Ubuntu-Anwender durch die fehlerhafte Installationsroutine von Stegdetect/Stegbreak beim Cracken von Steganogrammen derzeit außen vor bleiben müssen, ist mehr als ärgerlich und schreit geradezu nach Nachbesserung. Wer jedoch eine andere Distribution einsetzt und genügend Zeit und Rechenleistung mitbringt, der kann die "Festigkeit" seiner Steganogramme mit Stegdetect überprüfen. Das Auslesen der enthaltenen Nachrichten dürfte jedoch selbst Power-Usern mit größeren Hardware-Clustern unmöglich sein. So kann die Steganografie durchaus als sichere Methode zur Übermittlung von Informationen dienen, die Unbefugte nicht mitlesen sollen.

Infos

[1] Steghide: Erik Bärwaldt, "Verstecken spielen", LinuxUser 06/2007, S. 90, http://www.linux-user.de/ausgabe/2007/06/090-stegano/

[2] Outguess: Erik Bärwaldt, "Getarnt", LinuxUser 11/2007, S. 94, http://www.linux-user.de/ausgabe/2007/06/094-outguess/

[3] Binärpakete für ALT-Linux und Mandiva: http://www.rpmseek.com erhältlich.

[4] Quellpakete: http://www.outguess.org/download.php.

[5] Fehlerbeschreibung: https://bugs.debian.org/cgi-bin/bugreport.cgi?bug=345230, https://lists.ubuntu.com/archives/ubuntu-bugs/2006-August/258838.html.

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