Dies und das

Die Import/Export-Funktion unter Bearbeiten bietet die Möglichkeit, Konfigurationsdateien zu sichern und wieder einzuspielen. Filezilla sichert je nach Auswahl nur die Client-Konfiguration oder auch die Serverdaten die XML-Datei filezilla.xml, die es im Heimatverzeichnis des Benutzers ablegt. Der Haken an der Sache: Das Programm speichert die Loginpasswörter der Serverbookmarks ebenso im Klartext, wie es sie in den Konfigurationsdateien ~/.filezilla/sitemanager.xml und ~/.filezilla/recentservers.xml hinterlegt. Sicherheitsbewusste Anwender sehen deshalb davon ab, zu dem im Servermanager verwalteten FTP-Hosts ein Passwort abzulegen.

Besonders bei der Suche in Verzeichnissen mit vielen Dateien erweist sich die Dateifilter-Funktion (Ansehen | Datei Filter...) als außerordentlich hilfreich (Abbildung 5). Sie erlaubt das Erstellen beliebig vieler Filter, die Sie auf Knopfdruck auf das Verzeichnis anwenden. Der Mechanismus gliedert sich in die Ebenen Filtersatz, Filter und Regeln. In der Theorie erlauben verschiedene Filtersätze das Verwalten der Filter in Gruppen. In der Praxis gelang zwar das Anlegen mehrerer Filtersätze, die allerdings alle die selben Regeln enthielten. Wurde eine davon gelöscht, verschwand sie auch in den anderen Sätzen.

Abbildung 5: Mit dem fein granulierbaren Dateifilter sorgen Sie sowohl im lokalen als auch im Remote-Verzeichnis auf Knopfdruck für mehr Übersicht.

Um einen neuen Filter anzulegen klicken Sie im Fenster Filter für Ordnerinhalte auf den etwas missverständlichen Button Filter bearbeiten.... Daraufhin erscheint ein Fenster, in dem nach einem Klick auf Neu links unten einen Namen für den Filter vergeben. Dieser erscheint dann in der Auswahlliste darüber. Um den Filter mit Regeln zu versehen klicken Sie anschließend auf Mehr hinzufügen, worauf eine Zeile mit zwei Dropdownmenüs und einer Eingabezeile erscheint.

Hier geben Sie an, nach welchen Kriterien die Regel arbeitet. Auch das Anlegen mehrerer Regeln in einem Filter, etwa für Mindestgröße und Dateiendung, erlaubt das Programm. Beim Versuch, erstellte Filter über den gleichnamigen Schalter zu kopieren, stürzte das Programm in der Version 3.0.5.2 reproduzierbar ab. Allerdings pflegte der Autor nach einem entsprechenden Hinweis unsererseits binnen zwei Stunden einen Bugfix in das CVS ein und behob das Problem damit für zukünftige Versionen.

Um die Filter auf ein Verzeichnis anzuwenden, klicken Sie dieses an, sodass es sich im rechten Browserfenster von Filezilla öffnet. Öffnen Sie danach über Ansehen | Dateifilter das Fenster Filter für Ordnerinhalte und markieren Sie die Filter, die Sie entweder lokal oder der serverseitig anwenden möchten.

Die mit der Version 3.0.5 neu hinzugekommene Funktion Ansehen | Verzeichnisvergleich erleichtert das Synchronisieren lokale Verzeichnisse mit denen auf dem verbundenen Server. Hier können Sie wählen, ob das Tool den Vergleich anhand der Dateigröße oder des Zeitstempels vornimmt. Unterschiedliche Einträge färbt Filezilla gelb ein.

Ebenfalls neu ist die Möglichkeit, ASCII-Dateien auf dem Server wie lokale Files mit einem zuvor gewählten Texteditor zu bearbeiten. Klicken Sie dazu mit der rechten Maustaste auf die entsprechende Datei und wählen Sie aus dem Kontextmenü Ansehen / Bearbeiten. Der FTP-Client lädt die Datei daraufhin ins lokale temporäre Verzeichnis und beim Speichern zurück auf den Server.

Im Gegensatz zu vielen anderen Projekten aus dem Open-Source-Umfeld bietet Filezilla eine vorbildliche Dokumentation. Allerdings erfordert es etwas Geduld, den gut versteckten Quell des Wissens [5] aufzustöbern. Wer das schafft, wird mit einer beinahe allumfassenden Hilfe belohnt.

Fazit

Unter Linux setzt Filezilla derzeit die Messlatte unter den FTP-Clients mit grafischer Benutzeroberfläche. Das durchdachte und ausgereifte Programm bietet, angefangen von der unabhängigen Download-Queue bis hin zum fein granulierbaren Dateifilter eine Unzahl an sinnvollen Features.

Aber nichts ist perfekt – auch Filezilla nicht: Dass Filezilla die Server-Passwörter im Klartext in XML-Dateien abspeichert, stellt eine unnötige Sicherheitslücke dar, hier besteht dringender Handlungsbedarf seitens der Programmierer. Allerdings geben sich die Maintainer alle Mühe, die wenigen Ecken und Kanten des Projekts auszubügeln. Die Reaktionszeit von nicht einmal zwei Stunden vom gemeldeten Fehler zum Bugfix im CVS erscheint rekordverdächtig.

Glossar

FTPS

FTP via SSL. Verschlüsselt während der gesamten Kommunikation sowohl den Kontroll- als auch den Datenkanal der FTP-Verbindung.

FTPES

FTP via Explicit SSL. Variante von FTPS, bei der die Verschlüsselung des Kontollkanals explizit über Klartextkommandos angestoßen werden muss.

SSH File Transfer Protocol

Weiterentwicklung von SCP (Secure Copy), die nicht nur den verschlüsselten Datentransfer, sondern auch Veränderungen an den entfernten Dateien ermöglicht.

FXP

Das File Exchange Protocol erlaubt das Übertragen von Daten von einem FTP-Server zum anderen. Der Client übernimmt dabei nur eine Vermittlerrolle.

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