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Drei Desktop-Suchmaschinen im Vergleich

01.03.2008
Mit der wachsenden Datenflut auf dem PC steigt der Bedarf, die Informationen in den Griff zu bekommen. Die Desktop-Suchmaschinen Beagle, Tracker und Strigi helfen dabei.

Google und Yahoo machen es seit Jahren vor: Großen Datenmengen ist nur mit Suchmaschinen beizukommen, in denen teures Know-how steckt. Sie müssen einerseits flexibel genug arbeiten, um erweiterte Suchanfragen effizient zu bearbeiten, andererseits sollen sie aber auch leicht zu bedienen sein, damit auch der ungeübte Benutzer damit nicht vor lauter Optionen den Überblick verliert. Auch nichtkommerzielle Projekte bieten Volltextsuchmaschinen, die es durchaus mit den Entwicklungen der Großen aufnehmen können.

Beagle

Novell entwickelt seit etwa 2004 eine Desktop-Suche namens Beagle. Das Programm entstand aus der Notwendigkeit heraus, Daten verschiedener Quellen zusammenzutragen und für den Anwender übersichtlich aufzubereiten. Die Anwendung trug ursprünglich den Namen Dashboard, weshalb unter anderem die Beagle-Mailingliste immer noch dashboard-hackers heißt. Die Anwendung scheiterte im ersten Anlauf jedoch daran, dass sie nicht in der Lage war, Abfragen schnell und effizient zu bearbeiten. Das in C# geschriebene Beagle [1] nutzt als Indexer die C#-Implementierung der Lucene-Engine [2] von Apache, was dem Problem Einhalt gebot.

Während für Gnome die grafische Oberfläche Beagle-search (Abbildung 1) die Arbeit vereinfacht, übernimmt in KDE eine GUI namens Kerry diese Aufgabe. Sie kommt unter anderem in OpenSuse und Kubuntu zum Einsatz. Aufgrund seines Alters stellt Beagle heute die ausgereifteste freie volltextbasierte Desktop-Suchmaschine dar. Mitte Dezember brachten die Entwickler die Version 0.3.1 heraus, die als Grundlage dieses Tests dient.

Abbildung 1: Beagles Suchdialog dient als zentrale Anlaufstelle für Suchanfragen. Auch Schlüsselwörter wie date unterstützt die Desktop-Suche.

Beagle unterstützt eine Vielzahl von Dateitypen. Seit der Version 0.3.0 enthält die Desktop-Suche ein auf Ajax basierendes Webinterface. Via http://localhost:4000/ geben Sie Suchanfragen an Beagle weiter und erhalten die Ergebnisse in aufbereiteter Form im Webbrowser zurück. Im Test stellte sich heraus, dass Beagle recht sparsam mit den Ressourcen umgeht, was früher nicht immer der Fall war. Besonders mit Mono 1.2.6 reduzierten die Entwickler den Speicherhunger nochmals erheblich.

Tracker

Tracker [3] verwendet statt Lucene entweder QDBM[4] oder SQLite[5]. Das Anfang 2006 von Jamie McCracken ins Leben gerufene Projekt ist komplett in C geschrieben und legt besonderen Wert auf geringen Speicherverbrauch und niedrige CPU-Auslastung. Als weiteres Plus generiert Tracker im Vergleich zu Beagle den Suchindex etwa fünf Mal schneller.

Für Tracker existieren sowohl für Gnome als auch für KDE mehrere Frontends [6]. Tracker selbst besitzt weniger Abhängigkeiten als Novells Desktop-Suche Beagle. Wegen des noch recht geringen Alters gibt sich die Anwendung aber noch nicht so ausgereift wie der Konkurrent. Seit Version 7.10 setzt Ubuntu Tracker als Standard-Desktopsuche ein. Dieser Entscheidung ging jedoch eine hitzige Debatte über das Für und Wider voraus – zuvor setzte Ubuntu auf Beagle.

Zum Test verwendeten wir die Mitte Dezember erschienene Version 0.6.4. Ebenso wie bei Beagle greifen Sie mit Hilfe eines Desktop-Applets für Gnome auf Tracker zu, womit die Installation eines Frontends unter Gnome wegfällt. Tracker erlaubt sowohl das Einstellen des Ressourcenverbrauchs (Abbildung 2) als auch der Indizierungsgeschwindigkeit.

Abbildung 2: Das Dialogfenster "Einstellungen" erlaubt Ihnen unter anderem, den Ressourcenverbrauch festzulegen.

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