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01.03.2008

Scribus 1.3.3.10 veröffentlicht

Anfang Januar ist die Version 1.3.3.10 der freien Desktop-Publishing-Software Scribus (http://www.scribus.net) erschienen. Wie die Entwickler betonen, gehört die deutsche Lokalisierung der Software zu den wichtigsten Veränderungen in der aktuellen Release. Zu den weiteren Neuerungen gehören Verbesserungen an den Text-Rahmen sowie am Story Editor. Daneben überarbeiteten die Entwickler den PDF-Export und behoben Fehler, die potenziell zu Abstürzen der DTP-Software führen können. Auch das Farbmanagement und das Scripting-Plugin sollen in Scribus nun zuverlässiger arbeiten.

Parallel zur Release wiesen die Entwickler darauf hin, dass es für die 1.2er-Versionen von Scribus keine Weiterentwicklungen und Fehlerbereinigungen mehr gibt. Für Distributionen empfehlen sie zur Zeit die stabilen 1.3.3-Versionen und raten davon ab, neuere SVN-Versionen zu paketieren. Zeitgleich portiert das Projekt die Software nach Qt4. Erste Früchte dieser Arbeit sollen noch im Februar erscheinen.

Günstige Multifunktionsgeräte von HP

Zwei günstige Multifunktionsgeräte mit Schwarzweiß-Laserdrucker stellt HP in der Serie Laserjet M1522 MFP vor. Die beiden Systeme kombinieren Drucker, Scanner und Kopierer, der M1522 NF wartet zusätzlich mit Faxfunktionen auf. Mit USB-2.0- und einer 10/100-BaseT-Ethernet-Schnittstellen mit Printserver ausgestattet, eigenen sich die Geräte auch zum Einsatz unter Linux.

Die mit 64 MByte Speicher ausgestatteten Drucker lassen sich via PCL 5/6 und Postscript bei einer Auflösung von 600x600 dpi ansteuern, als Druckgeschwindigkeit gibt HP 23 Seiten pro Minute an. Im Kopierbetrieb erstellen die Geräte bis zu 99 Kopien, die erste Seite liegt nach knapp 10 Sekunden vor. Der integrierte Flachbettscanner arbeitet mit einer optischen Auflösung von 1200x1200 dpi. Die Papierkassette fasst 250 Blatt, die automatische Dokumentenzuführung bis zu 50 Blatt. Eine Tonerladung reicht bei fünf Prozent Schwärzungsgrad für 2000 Seiten.

Das Modell M1522 NF MFP bringt über den Funktionsumfang des kleinen Bruders M1522 N hinaus ein Super-G3-Faxmodem mit 4 MByte Dokumentenspeicher mit, das sich unabhängig vom PC einsetzen lässt. Zudem bietet das Gerät die Möglichkeit, 12 Kurzwahlnummern abzuspeichern. Fax-Ausgaben lassen sich mit einem PIN-Code schützen, sodass nur autorisierte Benutzer die Faxe ausdrucken können.

Beide Geräte sind ab sofort im Fachhandel zu haben. Für den HP LaserJet M1522N MFP wandern 349 Euro über den Ladentisch, für das faxfähige NF-Modell für 399 Euro.

Die neuen MF-Schwarzweiß-Laser der Serie M1522 MFP von HP drucken, kopieren, scannen und faxen auch unter Linux.

Linux-Powered: Winziger PC aus China

Eine Serie Linux-basierter Rechner namens "LimePC" will das chinesische Unternehmen Tsinghua Tongfang (http://www.tsinghuadtv.com/english/) demnächst auf den Markt bringen. Neben Desktop-PCs und Notebooks fällt vor allem ein besonders kleiner Rechner auf: Der M1, ein so genannter Ultra Mobile PC (UMPC), ist kaum größer als ein Stapel Skat-Karten: Er misst 110 x 58 x 15.9 mm und wiegt 130 g. Die Bedienung erfolgt über ein Touchscreen-Display. Als Speichermedium dient eine Flash-Festplatte (SSD) mit 16 GByte Kapazität. Der Lithium-Ionen-Akku des M1 soll eine Laufzeit von mehr als vier Stunden ermöglichen.

Das Herzstück der M1-PCs bildet ein mit 400 MHz getakteter Mainboard-on-Chip-Prozessor MPC5121e des Herstellers Freescale. Er basiert auf einer Triple-Core-Architektur, die aus einem Power-Architecture-Kern, einem 3D-Grafikprozessorkern und einem Audioprozessorkern mit CD-Audioqualität besteht. Der 3D-Grafikprozessor verfügt unter anderem über eine Grafikpipeline, die auch mit 3D-Rendering zurecht kommt, gleichzeitig aber die Anforderungen an die DRAM-Bandbreite auf ein Minimum beschränkt. Als Schnittstellen stellt der M1 USB 2.0, 802.11g WiFi und Bluetooth 2.1 bereit. Die Desktop-Versionen bringen zusätzlich einen Ethernet-Port mit.

Als Betriebssystem kommt LimeOS zum Einsatz, eine Variante des Debian-Derivats LimeFree OS (http://limefree.org). Das Single-User-System bietet eine Vollbild-HTML-Oberfläche. LimeOS und die enthaltenen Anwendungen sollen vor allem auf die Wiedergabe von Multimedia und die Nutzung des Web 2.0 optimiert sein. Der M1 als kleinster LimePC soll "im Laufe des Jahres 2008" auf den Markt kommen; der Hersteller will zuerst den asiatischen Markt beliefern. Zu einem möglichen europäischen Marktstart waren noch keine Informationen zu bekommen.

M1 mit LimeOS: Rechner in Kartenspielgröße aus China.

Kernel 2.6.24 mit neuen Wireless-Treibern

Linus Torvalds hat Ende Januar den jüngsten Spross der Kernelfamilie (http://lkml.org/lkml/2008/1/24/407) veröffentlicht, Linux 2.6.24. Neben neuen Treibern und zahlreichen Verbesserungen bringt er einen schnelleren Scheduler und ein überarbeitetes Tickless-System. Ein neues Feature des Schedulers ist "Fair Group Scheduling", das Prozesse in Gruppen zu bündeln und zwischen diesen die Rechenzeit aufteilen kann.

Weitere Neuerungen sind verbesserte SPI- und SDIO-Unterstützung (Serial Peripheral Interface und Secure Digital I/O) des MMC-Layers und USB-Authentifizierung, die in Vorbereitung auf Wireless USB aufgenommen wurde. Viele der neuen Treiber betreffen den im Kernel 2.6.22 eingeführten neue Wireless-Stack mac80211. Die neuen WLAN-Treiber alleine haben einen Anteil von rund 2,3 MByte am gesamten Quellcode. Ebenfalls eine Menge getan hat sich im Segment Video4Linux. Einen detaillierten Überblick über alle Veränderungen bieten das Changelog (http://kernel.org/pub/linux/kernel/v2.6/ChangeLog-2.6.24). den neuen Kernel sowie einen Upgrade-Patch für den alten finden Sie auf Kernel.org.

Niederlande forcieren Open-Source-Policy

In den Niederlanden kann man jetzt öffentliche IT-Services beanstanden, wenn sie keine offenen Standards verwenden. Entsprechende Hinweise nimmt ein neuer Amtsträger namens "Successor" im neuen Projekt OSOSS (http://www.ososs.nl/about_ososs/) entgegen. OSOSS steht für "Open Source as an Option in your Software Strategy". Der Successor soll außerdem die IT-Abteilungen in Behörden beobachten, damit sie auch wirklich Open-Source-Software (OSS) und offene Standards verwenden, wo es möglich und angebracht ist.

Das holländische Parlament hatte im Dezember die zwei Instrumente des OSOSS-Programms und des OSOSS-Successors beschlossen (http://appz.ez.nl/bestel/toon.asp?id=07ET15&arg=open&taa), damit sie die holländischen Policy für offene Standards unterstützen. Das funktioniert nach dem Prinzip "comply or explain" (deutsch etwa: mach mit oder rechtfertige dich): Behörden müssen es begründen, wenn sie keine offenen Standards verwenden.

Linus Torvalds weiter gegen GPLv3 für den Kernel

Im ersten Podcast der Linux Foundation in Zug der "Openvoices"-Serie (http://www.linux-foundation.org/weblogs/openvoices/) spricht Linus Torvalds das Reizthema GPLv2 vs. GPLv3 an. Dabei macht der Vater des Linux-Kernels deutlich, dass er auch weiterhin die GPLv2 als die (für den Kernel) bessere Lizenz betrachtet.

Schon im Januar des vergangenen Jahres hatte sich Linus Torvalds als einer der größten Kritiker der GPLv3 gezeigt. Während er damals jedoch mit recht harschen Worten seine Abneigung zum Ausdruck brachte, spricht er nun deutlich ruhiger und ausführlicher über seine Gründe. Seiner Meinung nach repräsentiert die dritte Version der GNU Public License den beinahe religiösen Glauben an die Freiheit des Codes der Free Software Foundation. Dem gegenüber befriedige die GPLv2 mehr die (lizenz-) technischen Bedürfnisse des Kernels, meint Torvalds, und will hart bleiben: Er wird einem Wechsel des Kernel auf die GPLv3 erst dann zustimmen, wenn auch Sun Microsystems OpenSolaris unter GPL v3 veröffentlicht. Zudem erfordere ein Lizenzwechsel, dass alle Urheberrechtsinhaber der Entscheidung zustimmten – der Code derer, die das nicht tun, müsste neu geschrieben werden. Somit sei der Wechsel derzeit praktisch so gut wie ausgeschlossen, resümiert Torvalds.

Anders als bei Torvalds kommt die GPLv3 bei vielen Entwicklern gut an: Mindestens 1380 Projekte haben bereits den Wechsel auf die neue Lizenz gewagt, hinzu kommen 135 Projekte, die nach LGPLv3 lizenzieren. Das berichtet die kalifornische Firma Palamida, die im Halbjahresrhythmus neue Statistiken zur GPLv3-Akzeptanz aufstellt (http://gpl3.palamida.com).

Mandriva mit Umsatzanstieg und Verlusten

Das Geschäftsjahr 2007 des französischen Linux-Distributors Mandriva hat ausnahmsweise fünfzehn Monate. Grund: Das Unternehmen will künftig sein Geschäftsjahr mit dem Kalenderjahr in Übereinstimmung bringen und die Daten mit den Zukäufen Conectiva, LinBox und Edge IT konsolidieren. Bisher lief das Geschäftsjahr von Oktober bis September, ab 2008 soll die finanzielle Zeitrechnung von Januar bis Dezember gehen.

Obwohl das Unternehmen für die einzelnen Quartale 2007 jeweils Umsatzsteigerungen ausmacht, beträgt der Gesamtumsatz für fünfzehn Monate "nur" 5,77 Millionen Euro, so die Wortwahl des Unternehmens in der Pressemeldung zum jüngsten Quartalsbericht (http://www.mandriva.com/enterprise/en/financial-news/consolidated-results-for-fiscal-2006-2007-q4). Verglichen mit 5,66 Millionen in zwölf Monaten 2006 wird die Enttäuschung verständlich. Die Quartalsergebnisse beinhalten die Zahlen von Mandriva SA, der französischen Tochter Edge IT, von der brasilianischen Tochter Conectiva und der neuen französischen Niederlassung Linbox FAS, seit 1. Juni 2007 Teil des Unternehmens. Vergleicht man die ersten 12 Monate 2007 mit den Zahlen des Geschäftsjahres 2006, ergibt sich ein Umsatzrückgang von 1,39 Millionen.

Der Konzern ist seit geraumer Zeit in finanziellen Schwierigkeiten, umfangreiche Restrukturierungsmaßnahmen und Finanzspritzen durch Investoren sollten Abhilfe schaffen. Die 15-monatige Finanzperiode von Oktober 2006 bis Dezember 2007 soll nun die Kosten für die Restrukturierung widerspiegeln. Trotz der durchklingenden Enttäuschung betont der Quartalsbericht, dass die Ergebnisse den Erwartungen entsprechen, die Voraussetzung für die Investition im dritten Quartal durch Occam gewesen seien. Mit der neuen Software Pulse, der vollständigen Integration von Linbox und der neuen Strategie im Privatkundengeschäft will das Unternehmen nun endgültig positive Ergebnisse ansteuern.

Blick durchs Schlüsselloch auf KDE 4.1

Der KDE-Entwickler Sebastian Kügler gibt in seinem Blog eine inoffizielle Vorschau auf die Features der Version 4.1 (http://vizzzion.org/?blogentry=804). Die Plasma-Umgebung soll ab KDE 4.1 die Möglichkeit mitbringen, Widgets einfach über eine Zeichenfläche zu entwerfen, Erweiterungen für Plasma sollen als Pakete erhältlich sein. Neben den Portierungen für Opensolaris, Windows sowie Mac OSX und Plasma-Verbesserungen werden auf jeden Fall Qt 4.4 und wahrscheinlich Koffice 2.0 zu den Neuerungen gehören.

Die Entwickler arbeiten außerdem an Decibel, einem Framework für Echtzeit-Kommunikationsdienste wie VoIP oder rechnergesteuerte Telefonie. Der noch instabile Videospieler Dragonplayer steht ebenfalls auf der To-do-Liste. Auch der Instant-Messenger Kopete soll poliert werden. Weiterhin liegt die Entwicklungsumgebung Kdevelop unterm Messer.

"Es sieht im Moment so aus, als würden all diese Sachen es in 4.1 schaffen, einige sind sogar schon fertig", schreibt Kügler im Blog. "Beschwert euch aber nicht, wenn es doch nichts wird." Kügler zählt seit 2006 zum fünfköpfigen Vorstand des KDE e.V. und arbeitet bei der Desktop-Umgebung in den Projekten Guidance und Kubuntu-Powermanager mit.

KDE plant Releases alle sechs Monate

Bei der KDE-4-Party in Mountain View, Kalifornien, ließ das KDE-Release-Team wissen, dass es beginnend mit KDE 4.1 einen halbjährlichen Release-Zyklus anstrebt. Den Umstieg auf den Terminplan hat das Release-Team beschlossen, nachdem KDE-Entwickler Sebastian Kügler dort einen entsprechenden Vorschlag eingereicht hatte. "Eine Umstellung auf so kurze Zeiträume war vor der Veröffentlichung von KDE 4.0 nicht denkbar", sagte Will Stephenson, KDE-Entwickler. "Die aktuelle Entscheidung nach dem Major-Release wird jedoch mehr Disziplin in den Entwicklungsprozess bringen."

Für KDE 4.0 soll es nun jeden Monat Bugfixes geben, im Juli erscheint dann KDE 4.1 und läutet damit den Halbjahres-Zyklus ein. Folgerichtig soll es KDE 4.2 laut Planung im Januar 2009 geben. Kügler und das KDE-Team versprechen sich von dieser übersichtlichen Roadmap mehr Planungssicherheit für Distributoren, Software-Entwickler und Hersteller, die mit dem Linux-Desktop verbunden sind.

Nokia kauft Trolltech

Der finnische Handy-Hersteller Nokia will für rund 104 Millionen Euro das norwegische Software-Unternehmen Trolltech (http://trolltech.com) übernehmen. Das Unternehmen mit Sitz in Oslo wurde mit seiner Open-Source-Bibliothek Qt bekannt: Die plattformübergreifende Entwicklungsbibliothek gibt es für Windows, Mac OS und Unix-Derivate, unter Linux kommt sie an prominentester Stelle in den Bibliotheken des KDE-Desktops zum Einsatz.

Nokia bietet den Anteilseignern 16 Norwegische Kronen (NOK) pro Aktie, umgerechnet rund 1,98 Euro. Aktuell wird die Trolltech-Aktie in Oslo mit 15,60 NOK gehandelt. Laut Pressemitteilung empfiehlt Trolltechs Führungsriege den Aktienbesitzern einstimmig, das Angebot anzunehmen. Die Inhaber von rund 66 Prozent der Aktien, darunter verschiedene Venture-Kapitalfirmen, sollen der Übernahme bereits zugestimmt haben. Damit die Übernahme klappt, sind 90 Prozent der Stimmen nötig. In der zweiten Jahreshälfte 2008 soll die Transaktion abgeschlossen sein.

Nokia will mit Kauf seine Cross-Plattformstrategie für mobile Geräte und Desktop-Anwendungen ausbauen und seine Internet-Dienste stärken. Laut Nokia soll das "talentierte Team" von Trolltech dabei "eine wichtige Rolle" übernehmen. Nokia verspricht, die bisherige Open-Source-Strategie von Trolltech fortzusetzen. Auch künftig sollen Trolltechs Entwicklungen unter kommerziellen wie Open-Source-Lizenzen gleichermaßen veröffentlicht werden.

75.000 Euro für Open-Source-Firmen

Die Open Source Business Foundation (OSBF, http://www.osbf.de) hat für das Jahr 2008 den Open Source Business Award verliehen. Der Verein aus Nürnberg will damit europaweit zukunftsweisende Open-Source-Unternehmen fördern. Den mit 50.000 Euro dotierten ersten Preis erhielt die Firma Rapid-I (http://rapid-i.com). Sie macht es sich zur Aufgabe, ungenutztes Firmenwissen aus bestehenden Datenbeständen entdecken. Ihre quelloffene Software namens Rapidminer lizenzieren die Dortmunder dual: Es gibt sie unter der GPLv2 sowie mit einer proprietären Lizenz, die Weiterentwicklungen ohne die Pflicht zur Quellcodeweitergabe ermöglicht.

Für den zweiten Platz erhielt das spanische Unternehmen Open Bravo (http://www.openbravo.com) mit der gleichnamigen, webbasierten Business-Software 15.000 Euro. Die 2001 gegründete Firma stellt ihre Management-Software unter eine kommerzialisierungsfreundliche Lizenz, die an der Mozilla Public License (MPL) orientiert ist und die sie analog dazu Openbravo Public License nennen (OPL). Für den dritten Platz erhält das Team von Brox IT-Solutions 10.000 Euro. Die Hannoveraner Firma (http://www.brox.de) hat sich auf Informationsmanagement spezialisiert und nach eigenen Angaben ihre Software namens Enterprise Information Framework zu Beginn dieses Jahres quelloffen gemacht.

Kurz notiert

Das Ubuntu-Entwickler-Team hat sein zweites großes Update für die langzeitunterstützte Version 6.06 "Dapper Drake" veröffentlicht (https://lists.ubuntu.com/archives/ubuntu-announce/2008-January/000107.html). Ubuntu 6.06.02 enthält über 600 Updates, die seit der ursprünglichen Veröffentlichung im Juni 2006 bis zum 10. Januar 2008 herausgegeben wurden. Ubuntu 6.06 LTS wird auf dem Desktop noch bis Juni 2009 unterstützt.

Das OpenSuse-Projekt hat einen Zeitplan für das nächste Major-Release der Distribution festgelegt: OpenSuse 11.0 soll am 19. Juni 2008 erscheinen (http://de.opensuse.org/Zeitplan). Bis dahin wird es nach derzeitigem Planungsstand noch zwei Alpha- und drei Beta-Versionen sowie einen Release Candidate geben.

Die Firma des unter Mordverdacht stehenden Hans Reiser, Namesys, hat den Geschäftsbetrieb eingestellt, wie der Namesys-Entwickler Edward Shishkin dem News-Dienst Cnet gegenüber erklärte. Die Entwicklung an ReiserFS gehe aber auf Community-Basis weiter, versicherte Shishkin, auf dessen Website sich der Reiser4-Quellcode (http://chichkin_i.zelnet.ru/namesys/) findet.

Die Bundesagentur für Arbeit (http://www.arbeitsagentur.de) hat ihre 13 000 Internet-Informationsarbeitsplätze von Windows NT auf Linux umgestellt. Die PCs in den Internet-Centern der 178 Filialen der Agentur sollen Arbeitssuchenden eine Recherche im Netz ermöglichen. Die Agentur lobt in ihrer Mitteilung insbesondere die Stabilität, die hohe Sicherheit und die weitreichenden Anpassungs- und Konfigurationsmöglichkeiten von Linux.

Sun Microsystems übernimmt den Datenbank-Hersteller MySQL AB (http://www.mysql.com) gegen 800 Millionen US-Dollar in bar für sämtliche MySQL-Aktien sowie rund 200 Millionen US-Dollar in Aktienoptionen. Die Transaktion soll im spätestens im dritten Quartal 2008 abgeschlossen sein.

Audiophile Linuxer treffen sich auch in diesem Jahr wieder auf der Linux Audio Conference (LAC 2008, http://lac.linuxaudio.org), die vom 28. Februar bis zum 2. März in an der Kunsthochschule für Medien in Köln stattfindet. Der nichtkommerzielle Event bringt Musiker und Programmierer zusammen, die auf Linux setzen. Wer es nicht nach Köln schafft, kann das Event dank eines Live-Streams auch im Netz verfolgen.

Seit Mitte Januar liefert Lenovo (http://www.lenovo.com) die Centrino-Thinkpads T61 und R61 mit Suse Linux Enterprise Desktop 10 aus – zumindest in den USA. Ob und wann es Lenovos Linux-Thinkpads in Europa geben wird, war zu Redaktionsschluss noch unklar.

Mit einem Update für den Portscanner Nmap hat das Opensuse-Team ((http://de.opensuse.org)) Ende Dezember den Support für Suse Linux 10.0 eingestellt. Insgesamt gab es 666 Patches, der überwiegende Teil (529) war dem Thema Sicherheit gewidmet.

Mit demDell XPS M1330 liefert der Hersteller jetzt ein weiteres Notebook mir Ubuntu 7.10 aus. Das XPS M1330 bringt einen mit 1,66 GHz getakteten Core2-Duo-Prozessor, 1 GByte DDR2-RAM, eine 120-GByte-SATA-Festplatte und ein 8x-DVD+/-RW-Laufwerk mit. Intels integrierte Grafiklösung GMA X3100 beschickt ein 13,3-Zoll-Display mit 1280x800 Pixel Auflösung, im Displayrahmen residiert eine 2-Megapixel-Kamera. Das 1,8 kg leichte Notebook kostet in der Standardkonfiguration 850 Euro plus 39 Euro Versandkosten.

Der chinesische Hersteller Lenovo hat den Prototyp eines Mobile Internet Device (MID) vorgestellt, das nicht einmal 300 Gramm wiegen soll. Das Gerät soll ab 2009 weltweit zu erwerben sein. Der kleine Computer mit Linux bootet innerhalb von 20 Sekunden, verfügt über einen Touchscreen und eine Tastatur, die der eines Mobiltelefons gleicht. Er bietet 4 oder 8 GByte Speicher, ein 4,8"-Display mit einer Auflösung von 800x480 Pixeln, ein WLAN-Modul, Bluetooth sowie die Mobilfunklösungen EDGE/TDS-CDMA. Der eingebaute Akku soll für eine Laufzeit von vier Stunden sorgen. Preise sind noch nicht bekannt.

Als Reaktion auf diverse Medienberichte zu Details der nächsten Open-Office-Version hat Projekt jetzt betont, offizielle Ankündigungen für Open Office 3.0 gebe es noch nicht. Das Entwicklerteam geht derzeit von einem Release von Anfang bis Mitte September 2008 aus.

Im Rahmen des Release-Events für KDE 4 kündigte Trolltech-CEO Havaard Nord an, die Bibliothek Qt unter die GPLv3 zu stellen. Qt stellt eine wichtige Grundlage für den Linux-Desktop KDE dar. Bislang vertrieb Trolltech Qt wahlweise unter der GPLv2 oder einer proprietären Lizenz. FSF-Gründer Richard M. Stallman begrüßte in einer Stellungnahme den Schritt des norwegischen Software-Entwicklungsunternehmens.

Media-Center Elisa in neuer Version

Mitte Januar stellte Fluendo die neue Version 0.3.3 des Mediacenters Elisa (http://elisa.fluendo.com ) der Öffentlichkeit vor. Die in Python geschriebene Software kann es aufgrund des noch geringen Alters zwar noch nicht mit MythTV aufnehmen, die Funktionalität fällt aber bereits recht umfassend aus: So gehören etwa das Verwalten von Fotoalben sowie der Musik- und Videosammlung zur Grundausstattung der Software. Daneben kommt Elisa mit iPods, digitalen Kameras sowie USB-Festplatten klar und findet auch Medien in Netzwerken. Weitere Funktionen lassen sich durch Plugins ergänzen. Die neue Version wartet daneben mit einer Vielzahl kleinerer Verbesserungen auf, wie besserer Mausunterstützung, einem YouTube-Plugin, schnellerer Startzeit und geringerem Ressourcenverbrauch.

Fluendos Media-Center Elisa verwaltet und zeigt Fotos, Musik und Videos von lokalen und entfernten Medien.

Gnome goes FOSDEM

Auch 2008 ist die Gnome Foundation wieder auf der FOSDEM (http://www.fosdem.org/2008/) vertreten. Das Free and Open Source Developers' European Meeting findet vom 23. bis 24. Februar in Brüssel statt. Dem Gnome-Projekt steht dort sogar ein eigener Developer Room zur Verfügung. Derzeit sammeln die Entwickler noch Ideen für Vorträge: So stehen unter anderem Beitrage von Alp Toker über WebkitGtk, von Foresight-Linux-Guru Ken VanDine über das Gnome Developer Kit oder vom Nokia-Angestellten Zeeshan Ali zur GUPnP-API auf der Liste.

Am Sonntag stoßen dann KDE-Entwickler dazu: Themen im Bereich der Interoperabilität zwischen den beiden großen Desktops dürfte es genügend geben. Auf der Ausstellungsfläche der FOSDEM präsentiert sich Gnome auch wieder mit einem eigenen Stand, wo die Entwickler Fragen beantworten, Demos zeigen und allgemein Gnome der Öffentlichkeit vorführen.

Das Event in Brüssel ist seit dem Jahre 2000 – damals noch unter dem Namen OSDEM bekannt – eine feste Größe unter den Veranstaltungen in Europa. Auf der FOSDEM trifft man nicht nur Gnome-Entwickler, sondern kann zahlreiche Vorträge rund um Open Source hören und unter anderem auch LPI- oder BSDA-Prüfungen ablegen.

Evolutions Speicherverbrauch eingedämmt

Die Evolution-Entwickler berichteten kürzlich über Maßnahmen zum Eindämmen des Speicherhungers des populären Groupware-Clients. Schuld an dem derzeit recht hohen Verbrauch ist die so genannte Folder Summary, also die Liste aller E-Mails in einem Ordner. Diese Liste hält Evolution wegen der Müll- und Spam-Ordner im Arbeitsspeicher. Einer der Maintainer griff das alte Design eines ehemaligen Novell-Mitarbeiters wieder auf und verbesserte es. Die Grundlage bildet eine auf SQLite basierende Datenbank, aus der Evolution bei Bedarf, die notwendigen Daten holt ( http://www.go-evolution.org/CamelDBSummary). In die kommende Version 2.22 von Gnome hält die relativ große Änderung allerdings nicht mehr Einzug. Die Entwickler geben sich aber optimistisch, dass die Arbeiten schnell genug voranschreiten, um im Herbst fertig zu werden – also rechtzeitig für Gnome 2.24.

Gnome-Entwicklung leicht gemacht

Das vom Rpath-Angestellten Ken VanDine initiierte Gnome Developer Kit spielt die Stärken der Distribution Foresight Linux weiter aus. Der Benutzer muss nur ein Mal ein großes ISO herunterladen und aktualisiert später sämtliche Gnome-Pakete bequem mittels des Befehls cvc. Die Aktualisierungen kommen stets direkt aus dem Gnome-Repository, Entwickler können ihre Verbesserungen am vorhandenen Code einfacher einbinden: Nur eine Zeile in der sogenannten Rezept-Datei genügt, bei Zufriedenheit kann man der Patch auf den Server laden.

Ken VanDine gibt damit Benutzern und Entwicklern ein mächtiges, aber sehr einfaches Werkzeug an die Hand geben, künftige Verbesserungen an Gnome noch schneller zu integrieren. Die Mindestanforderungen fallen für heutige Verhältnisse recht moderat aus: Eine gängige CPU, 256 (besser 512) MByte Arbeitsspeicher und 5 GByte freier Plattenplatz reichen aus. Für Vmware-Anhänger gibt es ein entsprechendes Image. Mehr Informationen zum Gnome Developer Kit finden Sie unter http://live.gnome.org/GnomeDeveloperKit/BuildingPackages und http://live.gnome.org/GnomeDeveloperKit

Test-Framework für Glib fertig

In die nächste Version von Glib hält ein Test-Framework Einzug. Entwickler prüfen mit diesem Werkzeug den Code auf korrekte Funktionsweise. Dazu implementieren sie bestimmte Funktionen, die das Framework in einem anschließendem Durchlauf auswertet. Der bei Immendio – einer Firma, die Software rund um Gnome entwickelt – arbeitende Kernentwickler Tim Janik, hatte das Framework im November 2007 vorgestellt und es in den letzten Wochen sukzessive umgesetzt. Das Design lehnt sich dabei eng an schon vorhandene Äquivalente wie JUnit oder NUnit, angelehnt, was die Einarbeitungszeit niedrig hält. Viele Ideen und Anregungen sind seit der initialen E-Mail (http://mail.gnome.org/archives/gtk-devel-list/2007-November/msg00000.html) auf der Mailingliste eingegangen. Glib 2.16 dient als Grundlage des voraussichtlich Mitte März erscheinenden Gnome 2.22.

MS-DOS wiederbelebt

Wer heute auf moderner Hardware alte DOS-Programme betreiben will, braucht einen Emulator wie DosBox (http://www.dosbox.com). Im Gegensatz zu anderen Emulatoren bringt DosBox seine eigene DOS-Version mit. Das Programm nutzt die SDL-Bibliotheken, um einen i386-kompatiblen Rechner samt zeitgenössischer Standard-Hardware wie beispielsweise einer VGA-kompatiblen Grafikkarte nachzubilden. Darüber hinaus stellt DosBox über ein virtuelles Modem samt TCP/IP-Stack und die Emulation einer IPX-fähigen Netzwerkkarte rudimentäre Netzwerkfähigkeiten bereit.

Die Grundkonfiguration von DosBox erfolgt über benutzerspezifische Konfigurationsdateien. Dort legen Sie unter anderem den Grafikmodus und die Arbeitsgeschwindigkeit der Emulation fest. Letztere sorgt dafür, dass alte Applikationen oder Spiele mit der heutigen Rechenleistung zurecht kommen. Außerdem geben Sie in der Konfigurationsdatei die Größe des DosBox-Arbeitsspeichers sowie die zu verwendende Autoexec-Datei an. In der Autoexec legen Sie außerdem fest, welche Partitionen oder Verzeichnisse des Host-Betriebssystems unter DosBox als Laufwerke verfügbar sein sollen.

Wem dieses Feintuning nicht reicht, der hat weiterhin die Möglichkeit, die Parameter der emulierten Soundkarte, des emulierten Joysticks, der Rendering-Engine oder der seriellen Schnittstellen anzupassen. Eine Dokumentation mit den wichtigsten Einstellungen bietet das DosBox-Wiki, Spieler finden auf der DosBox-Website außerdem eine Liste mit allen lauffähigen Spielen.

Nach dem Start von DosBox findet sich der Anwender auf der DOS-Konsole wieder.

Spieleklassiker

Obwohl die Rechenleistung heutiger PCs wesentlich komplexere Spielideen erlaubt, sind Klassiker aus den Anfängen der Heimcomputer-Ära nicht totzukriegen – so auch Space Maze (http://homepage3.nifty.com/rio_i/lab/en/spacemaze/). Wer also ältere Spiele mit pfiffiger Spielidee mag, sollte Space Maze 1.1.2 ausprobieren.

Verglichen mit kommerziellen Spielen wirkt die Grafik grob und spartanisch, was dem Spielspaß aber keinen Abbruch tut. Aufgabe des Spiel: Sie müssen sich mit einem Raumschiff durch ein über vier Level erstreckendes Labyrinth kämpfen und dabei in jedem Level den Schlüssel finden, der Zutritt zum nächsten Ebene gewährt. Natürlich versuchen zahlreiche Gegner, Sie an Ihrer Mission zu hindern. Haben Sie die ersten drei Level überwunden, wartet im vierten der Endgegner.

Auch wenn die Spielidee nicht mehr taufrisch ist, verlangt das Spiel schon ein gutes Maß an Geschicklichkeit, denn das Raumschiff lässt sich nur durch Rotationsbewegungen steuern. Dabei neigt es dazu, sich permanent um die eigene Achse zu drehen. Zur Fortbewegung gibt es je ein Heck- und ein Bugtriebwerk, das Sie bei Bedarf zünden. Gegen die Angreifer verteidigen Sie sich der Bordkanone – allerdings lassen sich die Ziele aus der Rotation heraus nicht einfach treffen.

Spacemaze glänzt mit dem Charme der frühen Arcade-Ära.

Frühjahrsfachgespräch der GUUG

Auch 2008 findet wieder das Frühjahrsfachgespräch der German Unix User Group (GUUG) statt. Nach einem Abstecher in die Bundeshauptstadt 2007 dienen dieses Jahr wieder die Räumlichkeiten der Hochschule München als Veranstaltungsort. Der Kongress geht über vier Tage vom 11. bis 14. März, wobei an den ersten beiden Tagen ausschliesslich Tutorials stattfinden. Das eigentliche Vortragsprogramm startet am dritten Tag und bietet ein gewohnt breites Themenspektrum von sicherheitsspezifischen Themen über Netzwerktechnik und Virtualisierung bis hin zum Zeitmanagment für IT-Profis. Wer teilnehmen möchte, informiert sich auf der Webseite http://www.guug.de/veranstaltungen/ffg2008/preise.html über die Eintrittspreise. Schüler und Studenten zahlen nur ein Drittel.

Noahpad macht EeePC Konkurrenz

Kleine Notebooks liegen im Trend, wie die starke Resonanz auf den Asus EeePC zeigt. Auf der CES 2008 in Vegas präsentierte nun E-Lead mit dem Noahpad (http://www.noahpad.com) ein Konkurrenzprodukt, das es neben Windows XP auch mit Ubuntu 7.10 gibt. Im Noahpad werkelt ein Via-C7-Prozessor mit 1 GHz, 512 MByte RAM und eine 30-GByte-Festplatte bieten reichlich Speicherplatz. Zur Kommunikation mit der Außenwelt dienen Bluetooth- und WiFi-Komponenten, via USB lässt sich das Noahpad beliebig erweitern. Als Anzeige dient ein 7-Zoll-Display, das man um 360 Grad klappen kann – damit lässt sich das Noahpad wie ein PDA bedienen. Ob und wann E-Lead sein vermutlich 299 Euro billiges Subnotebook in Deutschland auf den Markt bringt, steht noch nicht fest.

RPM in Version 5 erschienen

Nach längerer Release-Abstinenz erschien im Januar die Version 5.0 des Red Hat Package Managers, kurz RPM. In der neuen Version (http://rpm5.org) haben die Entwickler um Jeff Johnson die Automake-, Autoconf- und Libtool-Umgebungen vollständig überarbeitet, so dass externe Bibliotheken wesentlich flexibler eingebunden werden können. Außerdem beherrscht RPM jetzt neben den gängigen Kompressionsverfahren auch die LZMA-Kompression und bietet eine Reihe neuer Funktionen in den Paketspezifikationen.

Allerdings fiel den zahlreichen Neuerungen die Abwärtskompatibilität zum Opfer: RPMv5 unterstützt nur noch RPM-Pakete ab dem RPMv4-Format, nicht aber solche nach dem in der Linux Standard Base enthaltenen RPMv4. Red Hat und Novell entwickeln einen anderen Zweig von RPM weiter (http://rpm.org/) und betrachten RPM 5 als Fork.

Kurz notiert

Der Quellcode des Spieleklassikers SimCity steht jetzt auf den Webseiten von Don Hopkins zum Download bereit (http://www.donhopkins.com/home/micropolis/). Hopkins portierte SimCity bereits im Rahmen des OLPC-XO-Projekts, nachdem der Hersteller Electronic Arts im November das Spiel dazu unter die GNU GPL gestellt hat. Mit einer Sonderklausel behielt sich Electronic Arts jedoch die Namensrechte für SimCity vor, so dass Hopkins das Spiel unter dem Namen Micropolis verbreitet.

Plattformübergreifend programmieren mit FreeBasic

Basic zählt zu den ältesten Programmiersprachen. Ursprünglich auf Großrechnern zu Hause, war sie Mitte der 80er Jahre als Interpretersprache im ROM der meisten Heimcomputer anzutreffen. Mit den frühen Basic-Dialekten hat das moderne FreeBasic (http://www.freebasic.net) allenfalls noch den Namen gemein. Es bemüht sich um größtmögliche Kompatibilität zu MS-Quickbasic, dem Vorläufer von Visual Basic. Deshalb legten die Entwickler bei der Implementierung von FreeBasic besonderen Wert auf eine klar strukturierte Syntax und lagerten aus diesem Grund zahlreiche neuere Funktionen in Bibliotheken aus. Das tut der Leistungsfähigkeit aber keinen Abbruch.

Im Gegensatz zu früheren Basic-Dialekten beherrscht FreeBasic zahlreiche verschiedene Datentypen, unterstützt dynamische oder statische mehrdimensionale Felder und besitzt sogar Pointer, die früher nur in Hochsprachen wie C oder Pascal anzutreffen waren. Daneben lassen sich auch abstrakte Datentypen generieren. FreeBasic interpretiert den Quellcode nicht wie frühere Basic-Dialekte zur Laufzeit, sondern erstellt durch Kompilieren eine ausführbare Binärdatei. So lassen sich mit Basic auch Bibliotheken und Objektdateien erstellen.

Da FreeBasic für alle gängigen Betriebssysteme verfügbar ist, erlaubt es ein Recycling des Quellcodes auf jeder beliebigen Plattform durch bloßes Neukompilieren. Dabei lassen sich die meisten C-Bibliotheken – etwa GTK+ – direkt ansprechen. Bei hardwarenahen Aufgaben kann der Programmierer auch Assembler-Code direkt in das Basic-Programm integrieren.

Dies sind nur einige der Funktionen, die FreeBasic bietet. Neugierige finden im Archiv von FreeBasic 1.0.2 eine Reihe von Beispielprogrammen. Auf seiner Website stellt das FreeBasic-Projekt im Supportbereich außerdem eine Online-Dokumentation und ein Wiki für Entwickler bereit. Deutsche Anwender finden darüber hinaus auch Hilfe im deutschen FreeBasic-Forum unter http://forum.freebasic.de.

FreeBasic-Programme müssen vor dem Ausführen erst kompiliert werden.

Makagiga verwaltet Informationen zentral

Wer die Informationflut des Internets für sich nutzbringend erfassen und mit eigenen Informationen kombinieren will, muss bisher mit einer ganzen Batterie von Programmen jonglieren. Mit Makagiga (http://makagiga.sourceforge.net) existiert nun ein Java-Programm, mit dem sich alle wichtigen Daten zentral verwalten lassen.

Unter einer einheitlichen Oberfläche kombinierte Makagiga einen RSS-Feed-Reader, eine Aufgabenverwaltung, ein Frontend für Onlinesuchmaschinen, einen Editor und einen rudimentären Bildbetrachter. Dabei verwaltet das Programm alle Einträge in einer übersichtlich gegliederten Baumstruktur. Jeden Link, jeden RSS-Feed und jeden Text legt Makagiga dort als eigenständigen Eintrag ab, den man durch Anklicken sofort im Zugriff hat.

Die Aufgabenverwaltung erlaubt, mehrere Aufgaben unter einem Oberbegriff zusammenzufassen. Dabei ordnet man jeder Aufgabe eine eigene Priorität sowie ein Fälligkeitsdatum zu und gibt den aktuellen Projektstatus in Prozent an. Ein separates Widget-Fenster bietet dem Anwender außerdem die Möglichkeit, Kalender, Bilder und Notizen nach seinem Gusto frei anzuordnen, wie auf einem echten Schreibtisch.

Makagiga ist jetzt in der Version 2.0 erschienen, die eine Java-Engine ab Version 6 benötigt. Das Programm lässt sich über eine Plugin-Schnittstelle erweitern. Auf diese Weise lassen sich beispielsweise neue Suchmaschinen der Internetsuche von Makagiga hinzufügen.

Die Arbeitselemente von Makagiga ordnen Sie nach Ihren eigenen Vorstellungen an.

Prüfsummen erstellen mit Gtkhash

Hash-Funktionen kennen die meisten Anwender nur aus den Bereichen Prüfsummen oder Verschlüsselung. Dabei fallen die Einsatzmöglichkeiten von Hash-Algorithmen ebenso zahlreich aus wie die verschiedenen Algorithmen. Mit Gtkhash (http://gtkhash.sourceforge.net) existiert jetzt ein Programm, das 27 unterschiedliche Hash-Algorithmen unter einer Oberfläche zusammenfasst.

Die Palette reicht von populären Algorithmen wie MD4, MD5, SHA1 oder CRC32 bis hin zu weniger bekannten wie den HAVAL-Algorithmen. Welche davon Gtkhash berechnet, legen Sie in der Konfiguration fest. Dabei lassen sich auch mehrerer Algorithmen gleichzeitig berechnen.

Haben Sie sich für einen oder mehrere Algorithmen entschieden, wenden Sie diese auf eine einzelne Datei oder eine vorher festgelegte Liste von Dateien anwenden. So prüfen Sie im Handumdrehen ein ganzes Verzeichnis, wobei Sie das Prüfungsergebnis optional als Textdatei archivieren. Gtkhash berechnet bei Bedarf auch einen Hash-Wert über einen Text oder eine Zeichenfolgen. Dieses Vorgehen eignet sich unter anderem zur Passwortgenerierung.

Bei Gtkhash handelt es sich um relativ junges Projekt, das jetzt in der Version 0.2.0 erschienen ist. Das Programm bietet jedoch bereits in dieser Version alle wichtigen Grundfunktionen, so dass sich der Einsatz lohnt.

Gtkhash wendet problemlos auch mehrere Hash-Algorithmen auf verschiedenen Dateien parallel an.

OpenMoko als eigenes Unternehmen

Der Hardware-Hersteller FIC gliedert das Smartphone-Projekt OpenMoko (http://www.openmoko.com) in ein eigenständiges Unternehmen aus. Erst im Juni 2007 hatte FIC das OpenMoko-Projekt in seine Unternehmensgruppe integriert. Mit der erneuten Ausgliederung will FIC dem Projekt die Möglichkeit geben, ein unabhängiges Geschäftsmodell zu verfolgen.

Darüber hinaus wurde das Führungsteam um prominente Mitarbeiter erweitert, wie Ex-Creative-Labs-Manager Steven Mosher, der das Ressort Marketing übernimmt, und Carsten Haitzler, der die Grafikentwicklung leitet. Haitzler ist den meisten sicher besser unter dem Pseudonym Rasterman als Erfinder und Entwickler der Desktopumgebung Enlightenment bekannt.

Indes verzögert sich die Markteinführung des ersten OpenMoko-basierten Smartphones Neo 1973 weiter. Auf der CES 2008 in Las Vegas soll ein weiterer Prototyp zu sehen sein, als Erscheinungstermin kolportiert die Gerüchteküche das Frühjahr 2008.

Kurz notiert

Nach Monaten intensiver Entwicklungsarbeit gibt das GNOME SlackBuild Team die Version 2.20.3 von Gnome für Slackware. Erstmals gibt es auch fertige x86_64-Pakete. Wer auf die neue Version umschwenken möchte, findet auf der Web-Seite http://gnomeslackbuild.org/download/ eine Installationsanleitung samt Download-Links.

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