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Musikbox 2.0

Amarok glänzt mit interaktiven Features und intelligenten Playlists

01.03.2008 Amarok braucht den direkten Vergleich mit Apples iTunes nicht zu scheuen. Das Programm bietet weit mehr als das reine Abspielen von Musik.

Sei es das Laden von Liedtexten aus dem Internet, die Wikipedia-Integration zum Anzeigen von Informationen zum Künstler, die Unterstützung externer Mediaplayer, die Last.fm- und Magnatune-Integration oder dynamische Wiedergabelisten – Amarok bietet eine fast schon unüberschaubare Vielfalt an Funktionen (siehe Kasten "Features"). Das Programm ist nach dem gleichnamigen Album von Mike Oldfield benannt, das Programm-Symbol gemäß der Bedeutung des Inuit-Wortes ein Wolf.

Features

  • Cover-Verwaltung inklusive Download
  • Skriptgesteuerter Download von Liedtexten
  • Wikipedia-Integration zum Abrufen von Informationen zu einem Künstler
  • Last.fm-Integration mit empfohlenen Stücken und Last.fm-Radio
  • Magnatune-Integration
  • Kontextbrowser mit Anzeige des Covers, der beliebtesten Stücke und ähnlicher Interpreten via Last.fm
  • Bearbeiten von Metadaten auch für mehrere Stücke gleichzeitig
  • MusicBrainz-Integration zum Ermitteln von Metadaten anhand der Musik selbst
  • Dynamische Endlos-Abspiellisten, die zufällig oder via Last.fm neue Stücke anfügen
  • Intelligente Abspiellisten mit Filter-Funktion
  • Podcasts
  • Radiostreams mit Shoutcast-Integration
  • On Screen Display (OSD)
  • Effekte via Libvisual und Moodbar
  • Optionales kleines Player-Fenster wie bei XMMS
  • K3b-Integration zum Brennen von Stücken auf CD
  • Unterstützung mehrerer Engines wie Xine und Helix
  • Speichern der Sammlung in einer SQLite-, MySQL- oder PostgreSQL-Datenbank
  • Statistik über Hörgewohnheiten
  • Support für viele gängige MP3-Player

Amarok ist ein KDE-Programm, das jedoch ohne Weiteres auch unter Gnome, XFCE oder mit einem einfachen Windowmanager läuft [1]. Wer das Aussehen von Amarok an den Gnome-Desktop anpassen möchte, installiert sich das Thema Klearlook beispielsweise aus dem Debian-Paket kde-style-klearlook oder unter Suse mit dem entsprechenden Paket aus dem Netz [2] und wählt es im KDE-Kontrollzentrum unter Erscheinungsbild | Stil und gegebenenfalls Erscheinungsbild | Farben aus.

Installation

Installieren Sie Amarok über das Paketmanagement Ihrer Distribution oder übersetzen Sie das Programm aus dem Quelltext. Die aktuelle Version ist 1.4.8, während der Schwerpunkt der Entwicklung momentan auf Amarok 2 liegt. Debian Etch kommt mit Amarok 1.4.4, Debian Lenny und Sid mit Amarok 1.4.8. Für Ubuntu Gutsy Gibbon enthält die Version 1.4.7, als Backport gibt es 1.4.8 für Gutsy Gibbon und 1.4.7 für Feisty Fawn. Aktivieren Sie die Backports via Synaptic unter Einstellungen | Paketquellen oder durch Entfernen des Kommentarzeichens in der /etc/apt/sources.list vor dem entsprechenden Eintrag.

Unter Debian und Ubuntu Amarok ziehen Sie mit aptitude install amarok oder dem Paketmanager Ihrer Wahl das Programm auf die Platte. Die Pakete libvisual-0.4-0 und libvisual-0.4-plugins enthalten eine Auswahl von Visualisierungseffekten (Abbildung 1).

Abbildung 1: Voll bunt – Amarok visualisiert mit Hilfe von Libvisual-Plugins den gerade abgespielten Song.

Das Amarok-Wiki empfiehlt für Suse die paketierte Version von Packman-Repository. Dort liegt für OpenSuse 10.3 bis Suse 10.1 die aktuelle Version[3]. OpenSuse 10.3 liefert die Version 1.4.7 mit. Fügen Sie bei Bedarf Packman in YaST als Paketquelle hinzu. Wählen Sie dazu Software | Installationsquelle wechseln und dann Hinzufügen. Geben Sie HTTP als Protokoll, ftp.uni-erlangen.de als Server und /pub/mirrors/packman/suse/10.3 als Verzeichnis an. Schneller geht es ab OpenSuse 10.2 mit zypper service-add http://ftp.uni-erlangen.de/pub/mirrors/packman/suse/10.3 packman. Passen Sie die Versionsnummer an die installierte Suse-Version an und verwenden Sie einen Spiegelserver in Ihrer Nähe [4]. Installieren Sie mit YaST oder zypper install amarok amarok-lang die beiden Pakete amarok und amarok-lang. Das Paket amarok-libvisual enthält Visualisierungseffekte.

Amarok unterstützt unterschiedliche Engines zum Abspielen von Musik. Wirklich gut arbeiten derzeit Xine und Helix, das auf Helixplayer oder Realplayer zurückgreift [5]. Aktuelle Versionen von Debian, Ubuntu und Suse bringen die Xine-Engine mit, welche im Test gut funktionierte. Einzig bei kurzen Überblend-Zeiten zwischen zwei Songs blendete die Engine ab und an einen Song ein, gleich wieder aus und sprang zum nächsten Song weiter. Das Amarok-Wiki gibt Hinweise zur Installation alternativer Engines [6].

MP3-Support

Gängige Distributionen installieren aufgrund von Patentproblemen standardmäßig den MP3-Support nicht. Unter Debian und Ubuntu installieren Sie das Paket libmad0, die Kubuntu-Version bietet praktischerweise gleich an, dieses Paket nachzuinstallieren. Unter Suse installieren Sie das Paket libtunepimp5-mad und gegebenenfalls das Paket mad. Weitere Hinweise dazu finden sich im Netz [7].

Beim ersten Start fragt ein Assistent einige Parameter ab. Wählen Sie aus, in welchen Verzeichnissen Amarok nach Musik sucht und welche Datenbank-Engine zum Speichern der Metainformationen zum Einsatz kommt. Die Datenbank SQLite erspart Ihnen die Installation und Konfiguration eines Datenbankservers. Ein Server wie MySQL oder PostgreSQL böte allerdings die Möglichkeit, diesen bei Bedarf mit mehreren Benutzern zu verwenden und – im Fall von PostgreSQL sogar separate Statistiken für Lieblingsstücke anzulegen [8,9].

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Infos zum Autor

Martin Steigerwald

Martin Steigerwald

Martin Steigerwald arbeitet als Trainer, Consultant und Systemadministrator bei der team(ix) GmbH in Nürnberg. Schwerpunkte seiner Tätigkeit sind Linux-Schulungen, die Konzeption, Installation und Wartung solider IT-Infrastruktur auf Basis von Debian Linux sowie Second Level Support für Linux als Business-Desktop bei Kunden von teamix(ix).


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LinuxUser 06/2012

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