Aufmacher

Distributionen

01.03.2008

OpenSuse für Schulen

Die Macher von OpenSuse (http://www.opensuse.org) haben eine Erweiterung der Distribution für den Einsatz in Schulen fertiggestellt. Das Projekt nennt sich OpenSuse Education (http://www.opensuse-education.org) und ergänzt OpenSuse 10.2 um etwa 100 Programme für den Schuleinsatz.

Nach dem Einlegen der CD öffnet ein Autostart-Skript den Addon-Manager der Systemverwaltung YaST und integriert die zusätzliche Software unter dem Begriff Bildungssoftware. Die Software ist in die Bereiche Serversoftware, Software für Jugendliche und Software für Kinder unterteilt. Das Repository enthält Software für fast alle Fächer der Grundschule, Mittel- und Oberstufe. Ein Wiki, das unter http://de.opensuse.org/Bildungswesen/Anwendungen/Desktop zu finden ist, unterstützt Lehrer und Schüler bei der Installation und beim Gebrauch der Programme.

Das Addon steht auf der Homepage des Projekts zum Download bereit, Es besteht aber auch die Möglichkeit, eine entsprechende Online-Installationsquelle in YaST einzubinden. Eine Version von OpenSuse Education für OpenSuse 10.3 bereiten die Entwickler derzeit vor.

Mandriva und Turbolinux kooperieren

Der französische Distributor Mandriva und die japanische Firma Turbolinux arbeiten an einem gemeinsamen Grundgerüst für ihre Distributionen. Beide Firmen haben für diese Arbeiten insgesamt zehn Entwickler abgestellt. Das Grundgerüst der Distribution umfasst zur Zeit GCC, Glibc, RPM, den Linux-Kernel, Udev, Mkinitrd und Bin-Utils. Diese Basis veröffentlichen die Unternehmen unter der GPL. Mandriva und Turbolinux hoffen, dass sich noch andere RPM-basierte Distributionen anschließen.

Als erstes System nutzt Mandriva Linux Spring 2008 diese gemeinsame Basis. Die beiden Firmen versprechen sich von der Zusammenarbeit eine besseres und schnelleres Umsetzen neuer Technologien und einen verbesserte Hardware-Support.

Die Zusammenarbeit der beiden Firmen ist nicht unproblematisch. Turbolinux hat ein Patentschutz-Abkommen mit Microsoft abgeschlossen. Mandriva hat sich bis jetzt geweigert, ein derartiges Papier zu unterzeichnen und gehört zu den Kritikern von Softwarepatenten. Inwieweit sich das Abkommen zwischen Microsoft und Turbolinux auf die Zusammenarbeit von Mandriva und Turbolinux auswirkt, ist noch nicht klar.

Prämien für Open-Source-Studien

Der Bremer Software-Hersteller Univention (http://www.univention.com) stiftet Geldpreise für universitäre Abschlussarbeiten, die sich mit dem Einsatz von Open-Source-Software in Unternehmen und der Verwaltung befassen. Ziel ist es, den Einsatz quelloffener Software zu fördern und deren Reichweite zu erhöhen. Abgabeschluss ist der 14. März 2008. Der Preis ist interdisziplinär konzipiert. Teilnehmen dürfen neben Informatikern auch Juristen, Psychologen oder Betriebswirte, sofern ihre Arbeiten zum Thema passen.

Eine dreiköpfige Jury, der Jan Kleinert, Chefredakteur des Linux-Magazins, Oliver Diedrich, Chefredakteur von Heise Open und Elmar Geese, Vorsitzender des Linux-Verbandes angehören, bewertet die Arbeiten. Sie ermitteln die Preisträger bis Ende Mai 2008. Auf dem Linux Tag 2008 in Berlin erhalten diese dann ihre Gewinne. Der erste Preis ist mit 1500 Euro dotiert, der zweite Preis mit 1000 Euro, für den dritten Platz gibt es 500 Euro.

Zenwalk 5 freigegeben

Die Entwickler der auf Slackware basierende Distribution Zenwalk (http://www.zenwalk.org) haben Version 5.0 des Systems zum Download freigegeben. Die wichtigste technische Änderung der aktuellen Version besteht im Umstieg auf die unter dem Dach von Freedesktop.org (http://www.freedesktop.org) entwickelte Hardwareerkennung HAL, der Zenwalks Eigengewächs weichen musste.

Die Entwickler versprechen sich von HAL eine verbesserte Hardwareerkennung und eine höhere Flexibilität beim Umgang mit Plug-and-Play-Geräten. Zum Darstellen der im System vorhandenen Hardware haben die Zenwalk-Entwickler das Programm Lshw geschrieben, das Informationen über die Hardware anzeigt und Firmware-Versionen ausliest. Auch um die bessere Unterstützung von drahtlosen Netzwerken haben sich die Macher von Zenwalk gekümmert.

Der in Zenwalk verwendete Kernel trägt die Versionsnummer 2.6.23.12, X.org liegt in Version 7.3 bei, die die automatische Konfiguration von Geräten vereinfacht. Als Desktop verwendet Zenwalk 5 weiterhin XFCE, das in Version 4.4.2 daher kommt. Gimp ist in Version 2.4.3 dabei, Pidgin in Version 2.3.1. Zahlreiche Programme wie OpenOffice 2.3 und die Desktops KDE und Gnome stehen über das Extra-Repository bereit.

Zenwalk 5 überzeugt durch saubere Konfiguration und eine gute Auswahl an Software.

Linux, neu sortiert

Nach rund einem Jahr Entwicklungsarbeit liegt nun die Distribution Gobolinux (http://www.gobolinux.org) in Version 014 vor. Auf den ersten Blick unterscheidet sich Gobolinux nicht von anderen Systemen. Es bringt mit KDE 3.5.8 und X.org 7.2 aktuelle Software auf den Desktop. Unter der Haube existieren jedoch grundlegend Unterschiede zu allen anderen Distributionen. Die Verzeichnisse /etc, /dev, opt, /usr und /var sind versteckt. Zusätzlich liegen im Root-Verzeichnis die Ordner Depot, Files, Mount, Programs, System und Users. Diese Hierachie weist starke Ähnlichkeit mit BeOS und Mac OS X auf.

Alle Programme landen unter Programs. Dabei sind die Programme so kompiliert, dass sie unabhängig vom Ablageort funktionieren. Auch dürfen die Programme keine externen Abhängigkeiten haben. Jedes Paket liegt in einem eigenen Unterverzeichnis und hat keine Dateien außerhalb des eigenen Verzeichnisses. Anwender, die keinen Schreibzugriff auf /Programs haben, installieren Pakete in ihrem Home-Verzeichnis.

Zum Erstellen von Programmpaketen mit dem distributionseigenen Programm Compile finden sich sogenannte Rezepte auf der Homepage von Gobolinux. Die Rezepte enthalten die zum Übersetzen nötigen Anweisungen und die URL, unter der der Quellcode des Paketes zu finden ist. Dank der Struktur beschränkt sich die Installation von Gobolinux darauf, die Dateien von der CD auf die Festplatte zu schreiben und den Bootloader zu installieren.

Gobolinux ist ein aktuelles System mit einer eigenwilligen Verzeichnisstruktur.

Linux mit Google-Anschluss

Unter dem Namen gOS (http://www.thinkgos.com) entsteht eine Live-Distribution, die die von Google kostenlos bereit gestellten Programme unter einer Oberfläche zusammenfasst. gOS basiert auf Ubuntu und nutzt Enlightenment als Windowmanager.

Zur Zeit weist das System noch einige Macken auf: Beim Systemstart bietet es zwar die Auswahl von Sprache und Tastaturbelegung an. Aber nach dem Start lädt es doch die amerikanische Tastaturbelegung, und ein großer Teil der Programme liegt noch in englischer Sprache vor. Auch greift gOS zur Zeit noch unabhängig von der gewählten Sprache auf die englischen oder amerikanischen Seiten von Google zu.

Die Google-Tools, wie Docs, Mail, Maps oder die Suche, erreichen Sie über Icons am unteren Rand des Desktops. Beim Klick auf eines der Icons startet Firefox mit der gewählten Seite. Ein Applet auf dem Desktop nimmt zudem direkt einen Suchbegriff auf, den es dann an die Google-Suche weiterleitet. Auch für die Offline-Arbeit hat gOS die notwendigen Programme an Bord. OpenOffice ist als Büropaket ebenso dabei wie Gimp zum Bearbeiten von Bildern und Thunderbird für die Kommunikation via E-Mail. Weitere Programme ergänzen Sie aus dem Fundus von Ubuntu.

gOS bindet die von Google bereit gestellten Programme in eine hübsche Oberfläche ein.

Kurz notiert

Die Entwickler von FreeBSD (http://www.freebsd.org) haben Version 6.3 der Distribution fertig gestellt. FreeBSD 6.3 enthält alle seit der letzten Version angefallenen Sicherheitsupdates und kleine Verbesserungen. Als Desktops liegen KDE 3.5.7 und Gnome 2.20.1 bei, X.org liegt in Version 7.3 vor. Zusätzlich enthält das aktuelle FreeBSD neue Treiber für Netzwerk und Multimedia und unterstützt nun Dockingstationen für Notebooks, die die Geräte über ACPI ansprechen. Die Distribution liegt für verschiedene Architekturen, darunter x86 und x86_64 auf dem Server des Projekts zum Download bereit.

Paul Frieds übernimmt von Max Spevack das Fedora-Projekt (http://fedora.redhat.com). Spevack gibt die Leitung des Projekts nach zwei Jahren ab, arbeitet seinen Nachfolger aber noch ein paar Monate ein. Paul Frieds kam 2003 zu Fedora und hat dort in den Bereichen Dokumentation, Packaging, Marketing, Grafik und News gearbeitet. Paul Frieds ist von Red Hat angestellt und kümmert sich in Zukunft vor allem um organisatorische Dinge und den Fahrplan zur Weiterentwicklung von Fedora.

Die norwegische Softwareschmiede Trolltech ist der LiMo Foundation (http://www.limofoundation.org) beigetreten, die Linux auf Mobilgeräte fördert. Zu den Mitgliedern der LiMo Foundation gehören Firmen wie Vodafone, Motorola, NEC, NTT, Samsung und Purple Labs. Trolltech bringt seine Qtopia-Plattform, die bereits auf Motorolas Linux-Mobiltelefonen zum Einsatz kommt, in das Projekt ein. Weiterhin möchte Trolltech Komponenten zur Integration von Online-Diensten entwickeln.

Die Entwickler von Ubuntu haben die dritte Alphaversion des kommenden Ubuntu 8.04 LTS zum Download freigegeben. Da es für das kommende stabile Release wieder drei Jahre Support für den Desktop und fünf Jahre Support für den Server gibt, halten sich die Änderungen zur Vorversion in Grenzen. Neu in Ubuntu 8.04 ist X.org 7.3, der Kernel trägt die Versionsnummer 2.6.24 und nutzt die dynamischen Ticks jetzt auch für die 64-Bit-Plattform. Einzug halten ferner der Soundserver PulseAudio und PolicyKit, mit dessen Hilfe Sie Nutzern Rechte für bestimmte Aufgaben zuweisen. Läuft alles nach Plan, erscheint Ubuntu 8.04 Mitte April 2008. Auch die Ubuntu-Derivate Kubuntu, Xubuntu und Edubuntu sind in einer aktuellen Alphaversion erschienen.

Neben den Arbeiten an Ubuntu 8.04 haben die Entwickler von Ubuntu das zweite Update für Ubuntu 6.06 LTS fertiggestellt. Ubuntu 6.06.2 schließt nur Sicherheitslücken und bereinigt Fehler. Neue Programmversionen enthält das Release nicht. Das System liegt in 27 Varianten auf dem Server von Ubuntu und zahlreichen Spiegelservern zum Herunterladen bereit.

Die noch relativ frische Distribution Geubuntu, die Enlightenment als Windowmanager verwendet, hat sich in OpenGEU (http://opengeu.intilinux.com/) umbenannt. Die Entwickler sahen sich aufgrund rechtlicher Probleme zu diesem Schritt gezwungen. Canonical, die Firma hinter Ubuntu Linux erlaubt den Einsatz des Namensbestandteils "buntu" nur in engen Grenzen. So darf eine derart benannte Distribution nur Software aus den Quellen von Ubuntu verwenden und keine Programme hinzufügen, die in irgendeiner Art verändert sind, ganz gleich unter welcher Lizenz diese Software steht. Geubuntu benutzt selbst geschriebene oder veränderte Software und hat sich deshalb umbenannt.

Nachdem die Arbeiten an OpenSuse 11 schon eine Weile laufen, haben sich die Entwickler jetzt auf einen Fahrplan bis zur Freigabe der Distribution geeinigt. OpenSuse soll, wenn alles wie geplant läuft, am 19. Juni 2008 erscheinen. Vorher sind noch zwei Alpha-, und zwei Beta-Versionen sowie ein Release Candidate geplant.

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