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Office-Suiten im Test

01.03.2008
,
OpenOffice ist nicht die einzige Bürosuite für Linux. Doch können Konkurrenten wie KOffice, Gnome-Office oder Google Docs dem freien Paket das Wasser reichen?

In unserem Vergleichstest lassen wir vier Kandidaten gegen die Referenz OpenOffice antreten. Zu den Officepaketen unserer Wahl zählen das zum KDE-Desktop gehörende KOffice, die kommerzielle Suite Softmaker Office 2006, das Online-Office des Suchmaschinenanbieters Google und die aus Gnome-Office stammenden und häufig auf Minidistributionen anzutreffenden Anwendungen Abiword und Gnumeric.

Um der Textverarbeitung auf den Zahn zu fühlen, haben wir ein Dokument erstellt, das neben Text auch eine Tabelle, eine Aufzählung und ein Bild mit Bildunterschrift enthält (Abbildung 1). Die Tabellenkalkulation muss sich an einer recht umfangreichen, aus 15 teilweise miteinander verknüpften Tabellen bestehenden Stundenliste zur Arbeitszeitkontrolle messen. Für einen Vortrag erstellten wir eine recht komplexe Präsentation mit 17 Folien, Folienübergängen und Effekten, die zum Teil gleichzeitig auszuführen waren. Bei allen Anwendungen achteten wir auf die Benutzerfreundlichkeit, die Unterstützung verschiedener Dateiformate sowie den Ressourcenverbrauch auf verschiedenen Systemen (Tabelle "Die Testsysteme"). Im Vordergrund stand natürlich die Frage, wie gut die Anwendungen die an sie gestellten Aufgaben erfüllen.

Abbildung 1: Das Referenzdokument des Tests – mit Text, Tabelle, Aufzählung und Abbildung nebst Bildunterschrift.

Die Testsysteme

Art Desktop Notebook
Typ Eigenbau IBM X21
Prozessor Pentium 4 Extreme Edition Pentium III Mobile
Taktfrequenz 3200 MHz 700 MHz
Arbeitsspeicher 2 GByte 256 MByte
Besonderheit RAID 0, NFS
Betriebssystem Slackware 12.0 Debian 4.0
KDE 3.5.8 3.5.5
KOffice 1.6.3 1.6.1
Abiword 2.5.2 2.4.6
Gnumeric 1.6.3
Softmaker 2006

So haben wir getestet

Alle Anwendungen mussten sich den gleichen Anforderungen stellen. Wir erstellten in OpenOffice je ein Textdokument, eine Tabelle und eine Präsentation und speicherten diese im Open-Document-Format sowie im Microsoft-Office-2003-Format. Jede Anwendung musste danach die Referenzdateien öffnen beziehungsweise importieren. Gelang das zufriedenstellend, mussten die Anwendungen die Daten wieder in zwei Formaten abspeichern. Die Ergebnisse fasst die Tabelle "Anwendungen in der Übersicht" zusammen.

Softmaker Office

Bei Softmaker Office 2006 ([1] ,[2]) handelt es sich um das einzige kommerzielle Produkt im Testfeld. Das Büropaket der Nürnberger Firma Softmaker kostet je nach Variante zwischen 70 und 100 Euro. Es enthält neben der Textverarbeitung Textmaker und der Tabellenkalkulation Planmaker diverse Wörterbücher und Thesauren in mehreren Sprachen sowie sehr umfangreiche Handbücher im PDF-Format. Wer allerdings auch Präsentationen oder Grafiken erstellen möchte, guckt bei Softmaker in die Röhre: Die dafür nötigen Anwendungen bringt das Paket nicht mit.

Für alle, die im Büro nur mit Texten und Tabellen zu tun haben, lohnt sich dennoch ein Blick. Dazu bietet Softmaker bietet auf seiner Webseite eine 30-Tage-Demo für Linux an. Diese lässt bei Dokumenten allerdings, anders als im Netz angegeben, nur das Speichern im Softmaker-eigenen Format zu.

Die Installation gestaltet sich – für ein kommerzielles Paket unverständlicherweise – etwas hakelig und erfordert Arbeit auf der Konsole. Der Anwender muss entscheiden, in welches Verzeichnis er das Office-Paket installieren möchte, es dort mit tar entpacken und anschließend manuell in die Menüs seines Windowmanagers eintragen. Ist diese Hürde genommen, überraschen sowohl Textmaker als auch Planmaker mit einem flinken Start. Beide Programme laufen auch älteren Systemen angenehm flüssig.

Textmaker zeigt sich allen im Alltag anfallenden Anforderungen gewachsen. Die Textverarbeitung kann mit Kopf- und Fußzeilen ebenso umgehen wie mit Verzeichnissen, Querverweisen und Kommentaren. Text- und Grafikrahmen lassen sich leicht einfügen und positionieren, Serienbriefe und -faxe stellen kein Problem dar. Innerhalb eines Textes kann man auch einfache Berechnungen vornehmen. Formulare und Formatvorlagen für Seiten, Absätze und Zeichen lassen sich mit Textmaker ebenfalls problemlos erstellen.

Schwächen bei Im- und Export

Nach dem Start präsentiert sich Textmaker sehr aufgeräumt. Alle Funktionen finden sich schnell und ohne Umwege dort, wo man sie vermutet. Mit dem Im- und Export anderer Formate hapert es allerdings, sobald die Dokumente etwas anspruchsvoller werden. Das Einlesen von OpenOffice-Dateien klappt problemlos, beim Import von Microsoft-Office-Dokumenten verschieben sich jedoch einzelnen Textelemente. Ärgerlicherweise klappt der Export weder in das ODT- noch in das DOC-Format ohne Probleme. Die von Softmaker beworbene Vielfalt von Dokumentformaten hält beim Importieren und Exportieren zudem nicht, was sie verspricht: Sie beschränkt sich neben diversen TXT-Varianten auf Microsofts DOC-Format, RTF und ODT sowie drei im Textbereich wenig verwendete Formate.

Auch Planmaker gibt sich nach dem Start übersichtlich und erfüllt die Erwartungen an eine Tabellenkalkulation. Allerdings ging das Programm beim Import der Stundenliste im XLS-Format komplett in die Knie: Es war nicht zu erkennen, dass die Software auch nur ansatzweise versucht hätte, das Dokument zu importieren. Das neuere OpenOffice-Format ODS ignorierte das Programm im Datei-Import-Dialog ebenso wie das in die Jahre gekommene SDC-Format. Auch Export-Funktionen ins offene Office-Format suchten wir vergebens.

Gnome-Office

Bei der Gnome-Office-Suite [3] handelt es sich nicht um ein Büropaket im eigentlichen Sinn, sondern um eine Sammlung einzelner Anwendungen. Zum Kernpaket zählen die Textverarbeitung Abiword [4], die Tabellenkalkulation Gnumeric [5] und die Datenbankanbindung Gnome-DB. Ein Programm für das Erstellen von Präsentationen fehlt. Abiword und Gnumeric zeigen sich hinsichtlich des Ressourcenverbrauchs als sehr genügsam. Daher machen sie auf schlanken oder älteren Systemen durchweg eine gute Figur und ermöglichen flüssiges Arbeiten.

Abiword startet im Handumdrehen und präsentiert sich angenehm übersichtlich. Das Programm bewältigt dennoch fast alle Aufgaben, die der Büroalltag stellt. Die Textverarbeitung lässt sich mit Plugins erweitern und verfügt danach über nützliche Zusatzfunktionen wie eine integrierte Unterstützung durch Wikipedia, Babelfish oder Google. Die Hilfe und Dokumentation fallen bei weitem nicht so umfangreich aus wie bei OpenOffice und Softmaker, sodass sich manche Probleme nur nach Konsultation einer Suchmaschine lösen lassen. Das Projekt One Laptop Per Child (OLPC, [6]) setzt Abiword als Standardtextverarbeitung ein, was dem Programm in Zukunft zu hoher Verbreitung verhelfen könnte.

Abiword unterstützt bei Im- und Export alle wichtigen Dateiformate. Allerdings hat das Textprogramm mit komplexen Dokumenten Schwierigkeiten. So unterschlug es in unserem importierten ODT-Testdokument Bild und Bildunterschrift (Abbildung 2). Auch beim Import einer Microsoft-DOC-Datei kam es zu erheblichen Verschiebungen – die Bildunterschrift fiel hier ebenfalls unter den Tisch. Beim Exportieren traten die selben Probleme zutage wie beim Importieren, nur dass in der Open-Document-Datei zusätzlich zum Bild auch noch die Liste und die Tabelle verschwanden.

Abbildung 2: Importschwächen: Bei Abiword sind beim Öffnen der Referenzdatei Bild und Bildunterschrift verlorengegangen.

Das Kalkulationsprogramm Gnumeric hat sich das bescheidene Ziel gesetzt, die beste Tabellenkalkulation zu sein, ohne etablierte Produkte dafür nachzuahmen. Das Programm ist nach dem Start immerhin fix geladen. Auch der Funktionsumfang lässt nichts zu wünschen übrig und kann es – was die Anzahl der Rechenfunktionen angeht – durchaus mit Openoffice aufnehmen: Satte 519 Funktionen stellt das Programm für die Arbeit mit Tabellen zur Verfügung.

Gnumeric spielte anstandslos mit, als wir unsere Stundenliste im Excel-Format importierten (Abbildung 3). Fast alle Einträge übernahm das Programm sauber. Allerdings ließen sich die Visual-Basic-Makros nicht nutzen. Beim Import von OpenOffice-Tabellen gingen zudem aus unbekanntem Grunde einige Tabellenverknüpfungen verloren. Diese ließen sich mit moderaten Zeitaufwand aber manuell rekonstruieren. Gnumeric exportiert Tabellen problemlos ins Excel-Format. Das funktionierende Exportieren moderner ODS-Dateien beherrscht Gnumeric derzeit noch nicht. Die angebotene, fairerweise als "unvollständig" deklarierte Funktion, das Dokument im OpenOffice-Format zu speichern, erledigte ihre Aufgabe zwar, verlor aber unterwegs alle Tabellen.

Abbildung 3: Testsieger beim Import aus OpenOffice: Gnumeric machte beim Lesen der Fremdtabelle den besten Eindruck aller Testkandidaten.

KOffice

Die Office-Suite KOffice [7] gehört zum KDE-Projekt und findet sich in den Repositories praktisch aller Distributionen, die den KDE-Desktop unterstützen. Dementsprechend schnell und bequem lässt sie sich installieren. Das Paket selbst aus den Quellen zu übersetzen, gestaltet sich aufgrund der zahlreichen Abhängigkeiten recht zeitraubend.

KOffice bringt eine Vielzahl an Anwendungen mit, sodass die Suite es mit OpenOffice durchaus aufnehmen und dieses in einigen Bereichen sogar übertrumpfen kann. Neben der Textverarbeitung KWord, der Tabellenkalkulation KSpread, dem Präsentationseditor KPresenter und der Datenbankanwendung Kexi verfügt das Paket mit Krita auch über eine Bildbearbeitung. Die fällt zwar nicht so umfangreich aus wie die Linux-Referenz Gimp, bietet dennoch eine breite Fülle an Möglichkeiten. Zusätzlich enthält KOffice noch Kivio, ein Programm zum Zeichnen von Flussdiagrammen (Abbildung 4), sowie Kugar, eine Anwendung zum Erstellen von Geschäftsberichten inklusive Datenbankanbindung, und den Formeleditor KOffica mit, ein Pendant zu OpenOffice Math.

Abbildung 4: Nützlicher Exot im Office: Mit Kivio erstellen Anwender schnell und einfach Flussdiagramme und Organisationspläne.

Auf unseren Testsystemen startete KWord flott und belegte deutlich weniger Speicher mit Beschlag als OpenOffice Writer, jedoch mehr als das schlanke Abiword. Der Import des Referenzdokuments im odt-Format bereitete wenig Probleme: KWord zeigt Bild, Bildunterschrift, Aufzählung und Tabelle zwar an, allerdings nicht an den erwarteten Positionen; in der Bildunterschrift überlagern sich die Zeichen, der letzte Absatz findet sich auf Seite Zwei. Der Grund für das verschobene Layout offenbart sich beim genaueren Blick auf das Dokument (Abbildung 5): Die Abstände zwischen den einzelnen Zeichen fallen in KWord ein wenig größer aus als in OpenOffice, weswegen weniger Text pro Zeile Platz findet. Durch die größere Anzahl von Textzeilen kommt es zu den besagten Verschiebungen. Beim Import des Dokuments im Microsoft-Format fehlten Bild und Unterzeile völlig.

Abbildung 5: Die größeren Abstände zwischen den Zeichen zerschießen bei KWord das Layout des Referenzdokuments.

Schwere Ausfälle

Präsentiert sich KWord noch als passable Alternative zu OpenOffice Writer, fällt die Tabellenkalkulation KSpread zum OpenOffice-Gegenstück deutlich. Auf den ersten Blick scheint KSpread zwar genauso ordentlich zu funktionieren wie Calc: Das Programm startet schnell und verbraucht nicht viel Arbeitsspeicher. Doch beim Öffnen der Referenzdatei ist der erste, noch gute Eindruck bereits dahin: Das Laden des komplexen ODS-Tabellenwerks gab uns genug Zeit für das Zubereiten und Verzehren eines Espresso.

Mehr als dreißig Sekunden auf dem schnellen System und gut drei Minuten auf dem betagten Notebook später zeigt sich zudem, dass das Dokument mit mehreren Blätter und Querverweisen nicht nach dem Geschmack von KSpread ausfällt. Etliche Verknüpfungen mussten wir manuell korrigieren und anpassen (Abbildung 6). Makros funktionieren – erwartungsgemäß – nicht. Beim anschließenden Speichern der Tabelle zeigte sich zu allem Überfluss ein schwerwiegender Fehler: Der Versuch, die Datei in beliebigen Formaten zu sichern, brachte die Anwendung immer wieder zum Absturz. Als möglicher Grund für die Unzulänglichkeit zeichnete sich der Ort der Speicherung ab: KSpread patzte beim Versuch, das Dokument in einem eingehängten NFS-Verzeichnis beziehungsweise auf einem USB-Massenspeicher zu speichern, nicht aber bei der lokalen Ablage.

Abbildung 6: Beim Import der Calc-Tabelle zeigt KSpread deutliche Probleme, mit den Verknüpfungen der Original-Kalkulation umzugehen.

Anschließend musste KSpread zeigen, wie es mit Microsofts Tabellenformat XLS zurecht kommt. Erfreulich ist die hohe Ladegeschwindigkeit: Nach zwei Sekunden war alles vorbei. Ärgerlicherweise waren aber große Teile der Verknüpfungen im Dokument völlig zerstört, was langwierigen Anpassungen nach sich zog. Das Speichern eines Importdokuments fördert eine weitere Schwachstelle zutage: KSpread kann eine bearbeitete XLS-Datei nicht wieder im selben Format ablegen. Stattdessen muss sich der Anwender für eines der anderen Formate entscheiden. Das geht dann problemlos und schnell – wiederum aber nur lokal.

Google Office: Büro im Internet

Unter dem Namen "Text & Tabellen" bietet der Suchmaschinengigant Google eine abgespeckte Online-Office-Suite an. Sie umfasst Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und einen Editor für Präsentationen. Das Benutzen der Programme ist nach vorheriger Anmeldung kostenlos möglich. Einer der Vorteile neben der ständigen Verfügbarkeit – einen geeigneten Browser und eine halbwegs schnelle Internetanbindung vorausgesetzt – stellt die Möglichkeit dar, mit mehreren Personen an einem Dokument zusammenzuarbeiten und dieses anschließend auch öffentlich im Internet verfügbar zu machen.

Die Textverarbeitung von Google präsentiert sich klar und übersichtlich. Sie bietet grundlegende Bearbeitungsmöglichkeiten, ohne an die Funktionsvielfalt der anderen Testkandidaten heranzureichen. Das Textprogramm versteht sich beim Import mit den Dateiformaten ODT, SXW, DOC, RTF, TXT und HTML. Der Export kann in die selben Formate erfolgen, mit Ausnahme des StarOffice-Formats SXW. Zusätzlich lassen sich Dokumente erfreulicherweise auch als PDF speichern.

Ärgerlich ist dagegen, dass auch diese Anwendung die Test-Dokumente nicht fehlerfrei einlesen kann: Weder bei ODT noch bei DOC stimmte das Layout mit dem Original überein. Möchte der Anwender anschließend die Anordnung korrigieren, machen sich zudem die begrenzten Fähigkeiten bemerkbar: So lassen sich weder Textrahmen setzen noch Bilder frei positionieren. Zumindest sind aber alle Daten vorhanden.

Bei der Arbeit mit unserem Tabellenwerk jedoch machte das Google-Office komplett schlapp – scheinbar war unsere Stundenkalkulation zu komplex. Google weigerte sich einfach, das ODS- respektive XLS-Dokument zu importieren. Zur Güte boten wir der Anwendung deshalb ein vergleichsweise einfaches Dokument mit einfachen Berechnungen und ohne Verknüpfung oder Makros an. Das immerhin konnte Google verarbeiten: Hier gab es nichts zu bemängeln, aber auch nichts hervorzuheben. Der Export konnte dann in gängige Formate erfolgen.

Die Sonderdisziplinen

Außer Konkurrenz zum restlichen Vergleichstest laufen die Editoren für Präsentationen: Sie gibt es nur in KOffice in Form von KPresenter sowie bei Google, weswegen sie auch nur kurz Erwähnung finden sollen.

Im Test mussten beide Anwendungen eine Präsentation mit 17 Seiten, vielen Grafiken und teils gleichzeitig ablaufenden, mithin multiplen Effekten laden, bearbeiten und speichern. Als völlig ungeeignet erwies sich hier KPresenter: Beim Öffnen des Microsoft-Formats gab das Programm einen Export-Fehler aus. Nachdem wir diesen quittierten, hatten wir 17 blütenweiße, blanke Seiten vor uns. Kaum besser behandelt KPresenter das ODP-Dokument von OpenOffice Impress. Hier begnügte sich die Anwendung immerhin damit, die Texte und Effekte zu entfernen. Die verbleibenden Grafiken zeigen sich dafür in schauerlichen Farben und – zu allem Überfluss – augenfeindlich gepixelt.

Besser schlägt sich da die Online-Anwendung von Google. Sie kann zwar keine Präsentation im offenen Format einlesen, zeigt dafür aber das PPT-Format von Microsoft Powerpoint so an, wie es von uns erstellt wurde: Schrift und Grafiken waren in der gleichen hohen Qualität vorhanden wie in der Referenzdatei. Lediglich die Ein- und Überblendeffekte gingen beim Import verloren.

Eine Besonderheit des Google-Programms ist die Möglichkeit, die Präsentation online – quasi öffentlich – abzuspielen (Abbildung 7). Dazu kann der Benutzer weitere Personen einladen, die die Vorführung dann im Netz verfolgen. Damit eignet sich Googles Anwendung bestens, um Unterricht, Vorträge oder auch Besprechungen und Briefings ins Internet zu verlagern. Der Export zum lokalen Speichern erfolgt allerdings in keinem uns bekannten Office-Format, sondern ausschließlich als HTML-Datei.

Abbildung 7: Größeres Publikum geht nicht: Mit Google können Sie Präsentationen im Internet halten und erreichen so prinzipiell weltweite Aufmerksamkeit.

Fazit

Alle Programme aus dem Testfeld eignen sich in gewissen Grenzen als Alternative zu OpenOffice. Solange man nicht darauf angewiesen ist, fremde Formate zu importieren oder zu exportieren, erfüllen alle Kandidaten ihre Aufgaben im Büro-Alltag klaglos. Sobald es jedoch darum geht, Dokumente mit Anwendern zu tauschen, die andere Software als die eigene verwenden, stoßen fast alle Programme an ihre Grenzen. Der Austausch funktioniert meist nur mit recht schlichten Dokumenten zufriedenstellend.

Enthält ein Textdokument mehr als reine Texte oder erstrecken sich Tabellendokumente samt zugehöriger Verknüpfungen über mehrere Datenblätter, kommt es zu mehr oder minder schweren Katastrophen. Einzig Gnumeric konnte in unserem Test OpenOffice Calc das Wasser reichen, denn bis auf den mangelhaften ODS-Export und die fehlende Makro-Unterstützung zeigte es sich allen gestellten Anforderungen gewachsen.

Anwendungen in der Übersicht

Paketname Softmaker Office   Gnome-Office-Suite   KOffice     Google Docs
Komponente Textmaker Planmaker Abiword Gnumeric KWord KSpread KPresenter Textverarbeitung Tabellenkalkulation Präsentationen
Import Open-Document-Format ++ o - + + (1) --/-(1) + --/++(1) o
Import Microsoft-Format + - + ++ - -(1) --/-(1) + --/++(1) +
Export Open-Document-Format - o - o + --/-(1) nicht getestet + ++ o
Export Microsoft-Format - - - ++ + o o + ++ o
Funktionsumfang hoch hoch eingeschränkt sehr hoch sehr hoch eingeschränkt hoch eingeschränkt eingeschränkt eingeschränkt
Integration in Desktop nein nein ja ja ja ja ja nein nein nein
Speicherbedarf mäßig mäßig gering gering mäßig mäßig mäßig bis hoch browserabhängig browserabhängig browserabhängig
++ zufriedenstellend, + mit leichten Fehlern, - mit schweren Fehlern, – funktioniert nicht, o nicht vorhanden, (1) abhängig von der Komplexität des Dokuments

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