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Bunte Vielfalt

Office-Suiten im Test

Schwere Ausfälle

Präsentiert sich KWord noch als passable Alternative zu OpenOffice Writer, fällt die Tabellenkalkulation KSpread zum OpenOffice-Gegenstück deutlich. Auf den ersten Blick scheint KSpread zwar genauso ordentlich zu funktionieren wie Calc: Das Programm startet schnell und verbraucht nicht viel Arbeitsspeicher. Doch beim Öffnen der Referenzdatei ist der erste, noch gute Eindruck bereits dahin: Das Laden des komplexen ODS-Tabellenwerks gab uns genug Zeit für das Zubereiten und Verzehren eines Espresso.

Mehr als dreißig Sekunden auf dem schnellen System und gut drei Minuten auf dem betagten Notebook später zeigt sich zudem, dass das Dokument mit mehreren Blätter und Querverweisen nicht nach dem Geschmack von KSpread ausfällt. Etliche Verknüpfungen mussten wir manuell korrigieren und anpassen (Abbildung 6). Makros funktionieren – erwartungsgemäß – nicht. Beim anschließenden Speichern der Tabelle zeigte sich zu allem Überfluss ein schwerwiegender Fehler: Der Versuch, die Datei in beliebigen Formaten zu sichern, brachte die Anwendung immer wieder zum Absturz. Als möglicher Grund für die Unzulänglichkeit zeichnete sich der Ort der Speicherung ab: KSpread patzte beim Versuch, das Dokument in einem eingehängten NFS-Verzeichnis beziehungsweise auf einem USB-Massenspeicher zu speichern, nicht aber bei der lokalen Ablage.

Abbildung 6

Abbildung 6: Beim Import der Calc-Tabelle zeigt KSpread deutliche Probleme, mit den Verknüpfungen der Original-Kalkulation umzugehen.

Anschließend musste KSpread zeigen, wie es mit Microsofts Tabellenformat XLS zurecht kommt. Erfreulich ist die hohe Ladegeschwindigkeit: Nach zwei Sekunden war alles vorbei. Ärgerlicherweise waren aber große Teile der Verknüpfungen im Dokument völlig zerstört, was langwierigen Anpassungen nach sich zog. Das Speichern eines Importdokuments fördert eine weitere Schwachstelle zutage: KSpread kann eine bearbeitete XLS-Datei nicht wieder im selben Format ablegen. Stattdessen muss sich der Anwender für eines der anderen Formate entscheiden. Das geht dann problemlos und schnell – wiederum aber nur lokal.

Google Office: Büro im Internet

Unter dem Namen "Text & Tabellen" bietet der Suchmaschinengigant Google eine abgespeckte Online-Office-Suite an. Sie umfasst Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und einen Editor für Präsentationen. Das Benutzen der Programme ist nach vorheriger Anmeldung kostenlos möglich. Einer der Vorteile neben der ständigen Verfügbarkeit – einen geeigneten Browser und eine halbwegs schnelle Internetanbindung vorausgesetzt – stellt die Möglichkeit dar, mit mehreren Personen an einem Dokument zusammenzuarbeiten und dieses anschließend auch öffentlich im Internet verfügbar zu machen.

Die Textverarbeitung von Google präsentiert sich klar und übersichtlich. Sie bietet grundlegende Bearbeitungsmöglichkeiten, ohne an die Funktionsvielfalt der anderen Testkandidaten heranzureichen. Das Textprogramm versteht sich beim Import mit den Dateiformaten ODT, SXW, DOC, RTF, TXT und HTML. Der Export kann in die selben Formate erfolgen, mit Ausnahme des StarOffice-Formats SXW. Zusätzlich lassen sich Dokumente erfreulicherweise auch als PDF speichern.

Ärgerlich ist dagegen, dass auch diese Anwendung die Test-Dokumente nicht fehlerfrei einlesen kann: Weder bei ODT noch bei DOC stimmte das Layout mit dem Original überein. Möchte der Anwender anschließend die Anordnung korrigieren, machen sich zudem die begrenzten Fähigkeiten bemerkbar: So lassen sich weder Textrahmen setzen noch Bilder frei positionieren. Zumindest sind aber alle Daten vorhanden.

Bei der Arbeit mit unserem Tabellenwerk jedoch machte das Google-Office komplett schlapp – scheinbar war unsere Stundenkalkulation zu komplex. Google weigerte sich einfach, das ODS- respektive XLS-Dokument zu importieren. Zur Güte boten wir der Anwendung deshalb ein vergleichsweise einfaches Dokument mit einfachen Berechnungen und ohne Verknüpfung oder Makros an. Das immerhin konnte Google verarbeiten: Hier gab es nichts zu bemängeln, aber auch nichts hervorzuheben. Der Export konnte dann in gängige Formate erfolgen.

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LinuxUser 05/2014

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