Aufmacher

Vektorgrafik mit Inkscape 0.45

Kreativität pur

Inkscape war bisher schon gut. In der Version 0.45 präsentiert sich das Vektorzeichenprogramm allerdings noch kreativer.

Es gibt zwei Möglichkeiten, mit Grafikprogrammen kreativ zu arbeiten: Die erste besteht darin, aus einzelnen Punkten (Pixeln) ein Bild zu gestalten. Alle Digitalfotos bestehen aus solchen Pixeln, die Sie am besten sehen können, indem Sie das Bild maximal vergrößern. Von Hand solche Pixelbilder zu gestalten, ist allerdings eher mühsam. Der zweite Kreativweg besteht darin, Objekte aus geometrischen Formen zusammenzusetzen: aus Linien, Ellipsen oder Polygonen.

Für beide Arten grafischen Handwerks gibt es typische Vertreter: Gimp für die Pixel- und Inkscape für Vektorgrafiken. Von Inkscape [1] erschien gerade die neue Version 0.45.1, deren zahlreiche Neuheiten und Verbesserungen wir Ihnen anhand praktischer Beispiele vorstellen.

Inkscape installieren

Auf gänzlich unkomplizierte Weise kommen die Benutzer von OpenSuse 10.3 zu Inkscape: Sie haben die neueste Version bereits an Bord. Anwender älterer OpenSuse-Versionen finden bei RPM-pbone.net [2] fertige Pakete, die sich schnell über die Konsole mit dem Befehl rpm -i Paketname einrichten lassen.

Unter Ubuntu und dessen Derivaten geben Sie – vorausgesetzt, Ihr PC hängt an einem Internetanschluss – auf der Konsole die folgende Befehlsfolge ein:

# sudo apt-get update && apt-get install inkscape

Danach müssen Sie noch Ihr Administratorpasswort eingeben, um die Installation aus dem Netz zu starten. Debian-Nutzer verwenden nach der Anmeldung über su als Root die Befehlsfolge apt-get update && apt-get install inkscape. Bei Fedora melden Sie sich ebenfalls an der Konsole als Root an und geben yum install inkscape ein, um das Vektorzeichenprogramm einzurichten.

Vektorgrafik – die Grundlagen

Alle grafischen Objekte in Vektorgrafiken setzen sich aus geometrisch beschreibbaren Formen zusammen. Das hat zum Beispiel den Vorteil, dass man solche Bilder beliebig und ohne jeden Qualitätsverlust skalieren kann. Elegant geschwungene Formen erzeugt man mit so genannten Bezierkurven, die im Unterschied zu Pixelgrafiken bei diagonalen Linien oder Rundungen keinerlei "Treppchen" aufweisen. Zudem verbrauchen solche Grafiken deutlich weniger Speicherplatz.

Vektorgrafiken finden in vielen Bereichen Verwendung: im Logodesign etwa, bei der Gestaltung von Hintergrundgrafiken für Spiele oder bei der Illustration von Büchern. Grenzen finden Vektorzeichenprogramme wie Inkscape eigentlich nur in der Fantasie ihrer Benutzer. In der Version 0.45.1 kommt das Programm bereits dem Illustrator von Adobe nahe, wenngleich der Funktionsumfang der Open-Source-Variante noch nicht den des sündhaft teuren, kommerziellen Programms erreicht. Dennoch halten die Macher Inkscape bereits reif für den Produktiveinsatz, wie etwa eine spezielle Seite von Wikimedia mit zahlreichen Beispielen dokumentiert [3].

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

  • Perfekte Linien
    Vektorillustrationen bieten gegenüber Pixelgrafiken den großen Vorteil, dass sie sich in jeder beliebigen Größe anzeigen und ausdrucken lassen. Mit Inkscape gestalten auch Sie im Handumdrehen Vektorzeichnungen, die sich sehen lassen können.
  • SVG Marker in Inkscape
  • Kreative Inkscape-Effekte in der Praxis
    Das Vektorzeichenprogramm Inkscape beherrscht nicht nur spröde Bleistift- oder Tuschelinien: Es imitiert bei Bedarf auch die eleganten Pinselschwünge eines Ölgemäldes. Drei leicht nachvollziehbare Beispiele stellen das unter Beweis.
  • Inkscape-Effekte gekonnt einsetzen
    Neben den grundlegenden Zeichenfunktionen bietet Inkscape ausgefeilte Effekte, die Vektorlinien in weich fließende Pinselschwünge verwandeln oder das Zeichnen von feingezähnten Papierrisskanten automatisieren.
  • Vektorgrafik mit Inkscape
    Vektorgrafik ist die Wahl der Profis, wenn es darum geht, auf dem Computer zu zeichnen. Mit Inkscape gelingen solche Bilder auch unter Linux. Unser Workshop demonstriert die Bedienung des Programms.
Kommentare

Infos zur Publikation

LU 09/2016: Ciao, Windows!

Digitale Ausgabe: Preis € 5,99
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxUser erscheint monatlich und kostet 5,95 Euro (mit DVD 8,50 Euro). Weitere Infos zum Heft finden Sie auf der Homepage.

Das Jahresabo kostet ab 86,70 Euro. Details dazu finden Sie im Computec-Shop. Im Probeabo erhalten Sie zudem drei Ausgaben zum reduzierten Preis.

Bei Google Play finden Sie digitale Ausgaben für Tablet & Smartphone.

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!

Aktuelle Fragen

Scannen nicht möglich
Werner Hahn, 19.08.2016 22:33, 3 Antworten
Laptop DELL Latitude E6510 mit Ubuntu 16,04, Canon Pixma MG5450. Das Drucken funktioniert, Scann...
Wie kann man das berichtigen
Udo Muelle, 17.07.2016 20:39, 1 Antworten
Fehlschlag beim Holen von http://extra.linuxmint.com/dists/rosa/main/binary-i386/Packages Hash-S...
Installation Genimotion
Horst Müller, 15.07.2016 17:00, 1 Antworten
Hallo, ich kann Genimotion nicht installieren. Folgende Fehlermeldung habe ich beim Aufruf erh...
Probleme beim Hochfahren der Terastaion 5400 mit Unix-Distrib
Sheldon Cooper, 10.07.2016 09:32, 0 Antworten
Hallo ihr lieben, habe seit zwei Tagen das Problem, das das NAS (Raid5) nicht mehr sauber hoch...
Mit Firewire Videos improtieren?
Werner Hahn, 09.06.2016 11:06, 5 Antworten
Ich besitze den Camcorder Panasonic NV-GS330, bei dem die Videos in guter Qualität nur über den 4...