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Der 100-Dollar-Laptop aus Benutzersicht
Usability der Oberfläche
Die komplexe GUI eines herkömmlichen Betriebssystems musste einer einfach gehaltenen Oberfläche weichen, welche für die Kinder einfacher zugänglich ist. Aus diesem Grund kommen in Sugar lediglich Symbole zum Einsatz. Das wirkt zwar auf den ersten Blick einfacher als ein normales Startmenü, leider fallen die Symbole jedoch nicht immer selbsterklärend aus.
Das Steuern von Sugar erfolgt fast ausnahmslos mittels der Maus ausgelegt, was für Einsteiger eine sehr sinnvolle Lösung darstellt. Da es sich beim Internetbrowser und dem Textverarbeitungsprogramm um Firefox beziehungsweise Abiword mit minimaler Oberfläche handelt, existieren hier noch größtenteils die gängigen Tastenkürzel, auch wenn diese nicht dokumentiert sind.
Am Beispiel des Textverarbeitungsprogramms zeigt sich recht gut die neu geordnete Menüstruktur der Sugar-Oberfläche (Abbildung 3). In der obersten Zeile finden sich die einzelnen Funktionen der Menüpunkte durch Symbole dargestellt. In der Zeile darunter zeigt das Programm die Menüpunkte selbst als Reiter an.
Die wahrscheinlich größte Vereinfachung im Vergleich zu einem Standard-Betriebssystem stellt das Journaling-System des OLPC dar. Darin liegen alle gespeicherten Dateien, so dass der Benutzer sich nicht mit dem Dateisystem oder der Verzeichnisstruktur auseinanderzusetzen braucht. Aus dem Journal heraus öffnen er die Dateien später wieder oder kopiert sie in die Zwischenablage. Darüber hinaus speichert das Journal alle Aktivitäten, die der Benutzer ebenfalls bei Bedarf einfach wieder fortsetzt (Abbildung 4).
Die meisten Aktivitäten gibt man mit einem einfachen Klick frei. So fällt es leicht, mit anderen Nutzern im Netzwerk an den eigenen Arbeiten zu arbeiten. Dies stellt eine der Besonderheiten des Systems dar, da die Nutzer so ohne weitere Umstände die Möglichkeit haben, miteinander an einem Projekt zu arbeiten und sich gegenseitig zu unterstützen.
Fazit
Alles in allem wirkt die Oberfläche einfach und gut durchdacht. Besonders hervorzuheben ist das Journal, welches den Einstieg deutlich vereinfacht, ohne dabei auf Funktionalität zu verzichten. Das System lässt sich gut bedienen. Allerdings kommt die Oberfläche nicht ganz ohne Text aus, da die Symbole der Aktivitäten und Ansichten nicht immer selbsterklärend ausfallen. Einem erfahrenen Benutzer fehlen natürlich an vielen Stellen diverse Funktionen, aber gerade für Kinder ist der gering gehaltene Funktionsumfang sinnvoll und praktisch.
Kleines OLPC-ABC
| Bezeichnung | Bedeutung |
|---|---|
| 100-Dollar-Laptop | XO-Laptop (nach dem angestrebten Stückpreis) |
| Children's Machine | XO-Laptop (nach dem Einsatzzweck) |
| Green Machine | XO-Laptop (nach der Gehäusefarbe) |
| OLPC | Kurzform des Projektnamens "One Laptop per Child" |
| Sugar | Benutzeroberfläche des XO-Laptops, basiert auf Gnome |
| XO-Laptop | Hardware des OLPC-Projekts, oft auch kurz: XO |
| XO | X-förmiges Strichmännchen im Projekt-Logo und in Sugar |
[] Weitere Informationen zu dem OLPC Projekt finden Sie auf der Seite der Fachhochschule unter http://olpc.fh-swf.de
[1] Sugar: http://wiki.laptop.org/go/Sugar
[2] Gnome: http://www.gnome.org
[3] Fedora: http://fedoraproject.org
[4] JHBuild: http://www.gnome.org/~jamesh/jhbuild.html
[5] Sugar-Jhbuild: http://wiki.laptop.org/go/Sugar-jhbuild
[6] D-Bus: http://www.freedesktop.org/wiki/Software/dbus
[7] GStreamer: http://gstreamer.freedesktop.org
[8] Telepathy: http://telepathy.freedesktop.org/wiki/
[9] CVS: http://www.nongnu.org/cvs/
[10] Darcs: http://darcs.net
[11] Git: http://git.or.cz
[12] SVN: http://subversion.tigris.org



