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01.02.2008
OpenOffice ist die mächtigste Büro-Suite unter Linux. Die PrOOo-Box liefert dazu vielfältige Tools, die die Arbeit mit dem Büroprogramm deutlich erleichtern.

Die Bürosuite OpenOffice zählt zu den bekanntesten und gebräuchlichsten freien Programmen. Nahezu jede größeren Linux-Distribution installiert das Paket auf der Festplatte, zudem gibt es OpenOffice aber auch für viele andere Betriebssysteme, was den plattformübergreifenden Dokumentenaustausch enorm vereinfacht.

Um die Funktionsvielfalt der Office-Suite auszureizen, benötigte der Anwender bislang viel Zeit. Nicht nur, dass der Lernaufwand bei der Fülle verschiedener Funktionen beträchtlich ausfällt – Dokumentationen und andere Erweiterungen musste man lange Zeit auch mühsam im Internet zusammensuchen. Die bereits seit längerem frei erhältliche Pro-OpenOffice-Box (PrOOo-Box, http://www.prooo-box.org) möchte diesem Umstand abhelfen, indem sie verschiedenartigste Erweiterungen für das Büroprogramm bietet.

In der neuesten Version 2.3.1-1 gibt es die PrOOo-Box als Multi-OS-DVD oder betriebssystemspezifische CD. Die offizielle CD-Version für Linux gab es zu Redaktionsschluss noch nicht, weswegen wir für den Heft-Datenträger die DVD-Variante von Versionen für andere Betriebssysteme sowie nicht zur Suite gehörigen Programmen entschlackt haben. Nach dem Einlegen und Mounten der LinuxUser-DVD findet sich unter /lu-dvd/openoffice-probox/ neben diversen Unterverzeichnissen auch eine Datei index.html, die via Mausklick im aktuellen Browser startet. Sie ist sehr übersichtlich aufgebaut: Es gibt lediglich im oberen Bereich eine horizontal angeordnete Leiste mit Reitern, die auf weitere Seiten verzweigen. Dort präsentieren sich die entsprechenden Dokumente, Archive oder Erweiterungen in Form blau gefärbter Links. Als Hauptkomponente fungiert freilich die brandneue OpenOffice-Version 2.3.1, sodass es sich geradezu anbietet, eine ältere Version durch die neue zu ersetzen.

TIPP

Eine Linux-spezifische ProOOo-CD gab es zu Redaktionschluss noch nicht, weswegen Sie auf der Heft-DVD eine für Linux von Fremdprogrammen entschlackte Version der ProOOo-DVD finden. Die dort noch vorhanden Links zu Komponenten für Windows, MacOS, BSD und Solaris führen allerdings ins Leere.

Installation

Wir haben daher die in Ubuntu 6.10 vorhandene OpenOffice-Version 2.04 und die in Mandriva 2007.1 mitgelieferte Version 2.1 durch das neue Release ersetzt. Da die entsprechende Installationsanweisung explizit davon abrät, eine ältere Version einfach zu aktualisieren, empfiehlt es sich, zunächst das alte Office-Paket zu löschen. Dies geschieht am einfachsten und zuverlässigsten mithilfe eines Tools wie Synaptic, Rpmdrake oder YaST, damit die Integrität des Systems gewahrt bleibt.

Unter Mandriva und anderen RPM-basierten Distributionen wechseln Sie auf der Kommandozeile durch Eingabe des Befehls

$ cd /media/cdrom0/lu-dvd/openoffice-probox/openoffice.org/linux/OOo_2.3.1_LinuxIntel_de_rpms/RPMS

in das passende Unterverzeichnis, aus dem Sie die rund zwei Dutzend dort gelagerten Pakete mit dem Kommando rpm -ivh *.rpm installieren. Anschließend wechseln Sie in das Unterverzeichnis desktop-integration, dessen RPM-Pakete dazu dienen, die Office-Suite dem jeweiligen Desktop anzupassen. Hier befinden sich unter anderem Binärpakete für Suse, Fedora und Mandriva. Durch Installation des Mandriva-Paketes mit dem Befehl rpm -ivh openoffice.org-mandriva-menus-2.3-9238.noarch.rpm integrieren Sie beispielsweise das neue OpenOffice in den KDE-Desktop von Mandriva integriert. Nach einem Neustart des Windowmanagers durch gleichzeitiges Drücken der Tastenkombination [Strg]+[Alt]+[Rückschritt] erscheinen im Untermenü Büroprogramme mehrere neue Menüs für OpenOffice (Abbildung 1).

Abbildung 1: Unter Mandriva werden mehrere Untermenüs für OpenOffice-Anwendungen angelegt.

Update mit Tücken

Deutlich komplizierter gestaltet sich die Installation dagegen für Debian-basierten Distributionen. Unter Ubuntu 6.10 löschen Sie zunächst die alte Office-Version über Synaptic. Hier tauchte plötzlich das Problem angeblich defekter Pakete auf (Abbildung 2). Im Test ließ sich dieser Fehler mit Mint Linux in den Versionen 2.0 und 2.1 (Ubuntu-Derivate der Versionen 6.06 und 6.10) reproduzieren.

Abbildung 2: Merkwürdige Defekte bei Ubuntu verhindern die Deinstallation.

Diese vermeintlich defekten Pakete ließen sich auch nicht reparieren. Es zeigte sich, dass in allen Fällen die Sprachpakete von OpenOffice für südafrikanisches und britisches Englisch in Synaptic rot markiert waren. Nach der erneuten Installation dieser Pakete ließ sich anschließend das alte Office-Paket problemlos löschen. Danach machen Sie die PrOOo-Box-CD durch den Schlüsselimport und das Einbinden des Datenträgers dem System bekannt. Sie wechseln dazu auf der Kommandozeile mittels des Befehls

$ cd /media/cdrom0/lu-dvd/openoffice-probox/openoffice.org/linux_dvd/deb

in das entsprechende Verzeichnis und geben dort sudo apt-key add deb-signatur.asc ein. Sodann fügen Sie die CD den Repositories mit dem Befehl sudo apt-cdrom add hinzu. Danach installieren Sie das neue Office-Paket mit dem Befehl sudo aptitude install prooo-box-openoffice-org-de. Dieses Metapaket hängt von allen anderen relevanten Binärpaketen ab und installiert diese automatisch. Nach einem Neustart von GNOME stehen anschließend die OpenOffice-Programme im Untermenü Anwendungen | Büro bereit.

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