Fazit

Das Vektorzeichenprogramm Inkscape präsentiert sich wohltuend funktional und vielseitig. Auch wenn es noch nicht den vollständigen Funktionsumfang seiner kommerziellen Mitbewerber erreicht – für die meisten Aufgaben im professionellen Grafikumfeld eignet Inkscape sich schon jetzt. Die Neuerungen der Version 0.45.1 ergänzen die Anwendung sinnvoll, sodass es bereits jetzt eine Freude ist, damit zu arbeiten. Und die Entwicklung geht weiter: Die Version 0.46 steht bereits vor der Tür.

Blitzworkshop "Komplexe Formen"

Eine der Stärken von Vektorprogrammen ist das Erzeugen komplexer Formen. Wie Sie das mit den Knoten und Anfassern in Inkscape erledigen, haben Sie bereits im Abschnitt "Knoten einfügen und bearbeiten" lesen können. Wir zeigen Ihnen am Beispiel des Etiketts aus Abbildung 7 einen zweiten, sehr einfachen Weg.

Ziehen Sie zunächst mit der Maus grob ein graues Rechteck auf. In der Werkzeugleiste stellen Sie bei B eine Breite von 600 und bei H eine Höhe von 200 ein. Füllen Sie das Rechteck über die entsprechende Schaltfläche am Fuß des Arbeitsfensters mit 80% Gray.

Als nächstes erstellen Sie einen perfekten Kreis. Wählen Sie dazu das Ellipsenwerkzeug über [F5], halten Sie [Umschalt] und [Strg] gedrückt und ziehen Sie mit der Maus irgendwo im Arbeitsfenster einen Kreis auf. Markieren Sie den Kreis und wählen Sie über die Werkzeugleiste eine Breite und Höhe von jeweils 300.

Richten Sie nun beide Objekte aneinander aus. Drücken Sie dafür [Strg]+[A] – damit markieren Sie alle Objekte einer Seite. Wählen Sie dann aus dem Menü Objekt die Funktion Ausrichten und Abstände ausgleichen. Klicken Sie nacheinander auf die Symbole für Vertikal zentrieren und Horizontal zentrieren – die Direkthilfe beim Überfahren der Symbole hilft Ihnen beim Finden dieser Funktionen. Danach schließen Sie den Dialog.

Nun verschmelzen Sie die beiden bis hierher selbständigen Objekte miteinander. Wählen Sie dazu das Menü Pfad | Vereinigung. Nun haben Sie nur noch ein Objekt. Duplizieren Sie dieses Objekt über die Tastenkombination [Strg]+[D]. Da die neue Form genau über der alten liegt, erkennen Sie sie vorerst nicht. Weisen Sie ihr daher eine andere Farbe zu, zum Beispiel 10% Gray. Wählen Sie nun aus dem Menü Pfad die Funktion Schrumpfen. Damit verkleinern Sie das oben liegende Objekt mittig und passgenau, so dass sich ein kleiner Rand abzeichnet. Wiederholen Sie diesen Schritt solange, bis der Rand proportional stimmt. Das funktioniert laut Menüeintrag auch über die Tastenkombination [Strg]+[)], in der Praxis stand dieser Weg allerdings nicht zur Verfügung.

Der Rest ist Kür: Wir haben zunächst die dunkle Hintergrundform über [Strg]+[D] dupliziert, mithilfe der Pfeiltasten ein wenig gegenüber dem Original versetzt und dann – wie im Abschnitt "Gaußscher Weichzeichner" beschrieben – unscharf und halbtransparent gestellt. So erreichen wir den Schatteneffekt. Danach haben wir den Schriftzeug in Rot eingefügt, dupliziert, mit einer hellen Farbe versehen und ebenfalls über die Funktion Schrumpfen verändert. Das Ergebnis sehen Sie in Abbildung 7.

Abbildung 7: Eine Sache von wenigen Handgriffen: Mit Inkscape lassen sich komplexe Formen ohne großen Aufwand realisieren.
Infos

[1] Webseite von Inkscape: http://www.inkscape.org

[2] Suchmaschine RPM.pbone.net: http://rpm.pbone.net

[3] Inkscape produktiv: http://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Created_with_Inkscape

[4] Inkscape-Workshop: Peter Kreußel, "Elektronische Zeichenfeder", LinuxUser 05/2005, S. 53, http://www.linux-user.de/ausgabe/2005/05/053-inkscape/

[5] Details zu den Änderungen der Version 0.45.1: http://wiki.inkscape.org/wiki/index.php/ReleaseNotes045

[6] Wikipedia zu Kalligraphie: http://de.wikipedia.org/wiki/Kalligraphie

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