Einstellungssache

Im Startermenü der unteren Leiste finden sich neben den meisten Applikationen auch die wichtigsten Einstellmöglichkeiten zu Enlightenment. Letztere residieren im Untermenü Konfiguration | Konfigurationskonsole. Die entsprechenden Fenster gestalten sich übersichtlich zweigeteilt, wobei die linken Spalte stets die Einstellungskategorien aufführt, die in der rechten Spalte dann in die einzelnen Optionen verzweigen (Abbildung 1).

Abbildung 1: Enlightenment bietet übersichtliche Konfigurationsmöglichkeiten.

Per Mausklick verändert man hier beispielsweise die Monitorauflösung, die Änderungen werden nach einer entsprechenden Bestätigung auch ohne Neustart des Windowmanagers sofort aktiv. Ähnliches gilt auch für die Lokalisierung: Enlightenment hat hier fünf Sprachen bereits fest hinterlegt, jede Änderung durch den Anwender setzt es ebenfalls ohne Neustart sofort um. Bemerkenswert: Auch die Applikationsprogramme arbeiten danach in der neuen Sprache.

Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal von Enlightenment zeigt sich im Untermenü Erweitert | Leistung: Hier verändert man verschiedene Optionen, die die Leistung des Windowmanagers und damit die Geschwindigkeit des Gesamtsystems beeinflussen. So lassen sich in diesem Abschnitt beispielsweise Frameraten und Cachespeichergrößen modifizieren (Abbildung 2).

Abbildung 2: Das Tuning von Enlightenment findet in diesem Menü statt.

Ein solches Feature im laufenden Betrieb bietet in dieser anwenderfreundlichen Form bislang keine andere Arbeitsoberfläche. Zudem versehen in der unteren Panelleiste rechts bereits verschiedene Hardwaresensoren ihren Dienst, die Informationen über den Systemzustand vermitteln: Hier arbeiten neben einem CPU-Temperaturfühler auch eine Akkuladeanzeige und ein CPU-Meter. Allerdings sind diese Sensoren mit Vorsicht zu genießen: Die Akkuladeanzeige funktionierte im Test mit zwei verschiedenen IBM-Thinkpad-Notebooks nicht, und das CPU-Meter zeigt teilweise falsche Werte an. Dieses Problem tritt leider aufgrund fehlerhafter Einstellungen der Ubuntu-Basis immer noch bei allen Nicht-Centrino-Notebooks auf, so dass für den Fall des Dauereinsatzes von Geubuntu auf IBM-Notebooks unbedingt die Installation des tp-fancontrol-Skriptes angeraten ist [2].

In der oberen, meist eingeklappten Panelleiste finden sich neben Datums- und Uhrzeitangaben, Papierkorb und Dateimanager auch zwei Menüs mit weiteren verschiedenen hard- und softwarespezifischen Einstellmöglichkeiten. Hierbei handelt es sich primär um alte Bekannte aus der Gnome-Welt. Es finden sich jedoch auch distributionsübergreifende Tools wie Synaptic. An dieser Stelle lässt sich on the fly ohne Neustart von Enlightenment per Mausklick das Thema wechseln – etwa vom Standardthema "Sunshine" zum kühleren "Moonlight" (Abbildung 3).

Abbildung 3: Aus Sonnenschein wird Mondlicht – bei Geubuntu mit nur einem Mausklick.

Fazit

Geubuntu präsentiert sich dank des Windowmanagers Enlightenment als interessantes und innovatives System, das in vielen Bereichen neue Wege bei der Bedienung und Konfiguration der Arbeitsoberfläche beschreitet. Hervorzuheben sind vor allem die sehr nutzerorientierten Konfigurationsmöglichkeiten und die vielen Animationen – vom Sonnenschein auf der Arbeitsoberfläche über laufende, sich vergrößernde Programmsymbole in der Panelleiste bis hin zu blinkenden Fensterleisten und Schattierungen reichen.

Dass sich Enlightenment derzeit noch im Stadium heftiger Entwicklung befindet und dessen Entwicklern es daher als noch nicht als geeignet für Produktivumgebungen deklarieren, tut da dem Bedienkomfort keinen Abbruch. Wer bereits eine Ahnung davon gewinnen möchte, wie in einigen Jahren eine Arbeitsoberfläche funktionieren könnte, sollte auf jeden Fall einen Blick auf das System werfen. Dank Live-CD ist dazu noch nicht einmal eine Änderung der heimischen Festplatten- und Rechnerkonfiguration nötig.

Infos

[1] Geubuntu-Homepage: http://geubuntu.intilinux.com

[2] IBM-Notebooks kühlen: Erik Bärwaldt, "Hitzefrei", LinuxUser 09/2007, S. 80, http://www.linux-user.de/ausgabe/2007/09/080-tp-fancontrol/

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