Aufmacher

Elive-CD mit Windowmanager E17

Licht und Schatten

Aufgrund des frühen Entwicklungsstadiums von Enlightenment 17 bieten die großen Distributionen keine eigenen Pakete an. Mit der experimentellen Elive-CD 1.2.4 schnuppern Sie in den außergewöhnlichen Windowmanager hinein.

Enlightenment DR17 (Development Release 17, kurz E17) [1] steht weit oben auf der Wunschliste vieler Anwender. Trotz des frühen Entwicklungsstadiums gilt der Windowmanager als hinreichend stabil, sehr komfortabel und zudem ressourcenschonend. Sein elegantes Erscheinungsbild sorgt auch ohne Einsatz eines Composite-Managers und wabbelnder Fenster locker für den Wow-Effekt.

Leider liegt das erste stabile Release noch in weiter Ferne. Distributionen bringen daher keine eigenen Pakete heraus, die sich wie gewohnt über das Paketmanagement installieren ließen. Zwar wäre es möglich, E17 durch Kompilieren des Quellcodes aus dem CVS-Baum zu installieren [2], doch ist diese Methode zeitaufwändig und bisweilen auch fehleranfällig, da nicht alle Module den gleichen Entwicklungsstand aufweisen.

Anwendern, die diese Installationsmethode scheuen oder aber einfach nur mal E17 ausprobieren wollen, bieten die Elive-CD und die ab Seite II dieses Sonderteils beschriebene Live-Distribution Geubuntu die Möglichkeit, E17 ohne Mühen auszuprobieren. Das Live-System Elive 1.2.4 [3] basiert auf Debian Etch, setzt mit Version 2.6.23.9 jedoch auf einen wesentlich aktuelleren Kernel. Für Stirnrunzeln sorgte dagegen der Einsatz der angestaubten Version 7.1.1 des X-Servers. Dadurch sind beispielsweise die häufig auf neueren Notebooks verbauten Onboard-Karten von Intel mit 965GM/960GL-Chipsatz (X3100) nur im Vesa-Modus zu betreiben.

Der erste Start

Nach dem Starten des Rechners mit eingelegter Heft-DVD wählen Sie am Bootprompt den Eintrag Elive 1.2.4 -- live aus. Hilfe zu den Bootoptionen erhalten Sie über [F1]. Im Verlauf des Bootprozesses erscheinen Hinweise zum Entwicklungsstadium des Systems sowie ein Optionsmenü zum Anpassen der Auflösung. Konnte das System den zu Ihrer Grafikkarte passenden Treiber nicht ermitteln, wählen Sie in dem anschließenden Menü den Vesa-Treiber aus, der mit allen Grafikkarten funktionieren sollte.

Elive bootet im Live-Modus ohne Umweg über den Loginmanager Entrance direkt in den E17-Desktop (Abbildung 1). Wie von E17 gewohnt, verteilen sich Module und Anwendungen elegant über mehrere Panel auf dem dezent animierten Desktop. Wie auch Geubuntu bedient sich Elive beim umfangreichen Software-Angebot von Gnome und XFCE, um fehlende Funktionalität nachzurüsten.

Sie merken jedoch recht schnell, dass das Team der Elive-Entwickler sich noch auf Änderungen unter der Haube, zum Beispiel dem Kernel und dem überarbeiteten Installer, konzentriert: Zwar erscheinen die Menüs in deutscher Sprache, jedoch haben sie keine Anpassungen seitens der Entwickler erfahren und präsentieren sich dadurch etwas ungeordnet. Im System gefundene Partitionen und eingesteckte Wechselmedien wie USB-Sticks erscheinen auf dem Desktop nur mit ihrem Namen, aber ohne zugehöriges Symbol. Erst bei einem Klick auf den Bereich, wo sich das Icon befinden müsste, erscheint ein generisches Symbol.

Abbildung 1: Elive zeigt sich nach dem ersten Start mit einem aufgeräumten Desktop.

Kommandozentrale

Elive 1.2.4 und Geubuntu basieren auf dem gleichen E17-Build. Daher passen die im Geubuntu-Artikel beschriebenen Schritte zur Konfiguration von Enlightenment auch auf Elive. Eine nur unter Elive zu findende Besonderheit ist das über ein Symbol in der unten liegenden Leiste zu startende Elpanel (Abbildung 2).

Das je nach Gemütszustand als futuristisch, verspielt oder unübersichtlich zu bezeichnende Tool arbeitet als Zentrale für benutzerdefinierte und systemweite Konfigurationsoptionen. Das noch nicht lokalisierte Programm teilt sämtliche Optionen in die drei Kategorien Look'N'Feel, User Configurations und Admin and System Configurations ein, deren Inhalt nach einem Klick auf das entsprechende Symbol erscheint.

Die hinter den unbeschrifteten Symbolen stehende Funktionalität erschließt sich nicht intuitiv. Fahren Sie jedoch mit dem Mauszeiger über ein Symbol, erscheint dessen Beschreibung wie in einer Art Laufband in dem darunter angeordneten schwarzen Feld. Nach einer gewissen Einarbeitungszeit klappte die Konfiguration des Systems im Test recht gut. Systemweite Konfigurationsänderungen benötigen die Eingabe des Passworts elive, das sowohl für den Standardbenutzer eliveuser als auch für den User root gilt.

Abbildung 2: Die Konfigurationszentrale Elpanel erscheint im Space-Invaders-Look.

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