Aufmacher

Hürdenlauf

DVB-T mit Lowcost-USB-Stick

01.02.2008
Gute DVB-T-Hardware gibt es schon fürs kleine Geld. Sie unter Linux zum Funktionieren zu bringen, setzt aber sportlichen Ehrgeiz voraus.

In meinem PC werkelt seit Jahren eine analoge PCI-TV-Karte, mit der ich so zufrieden bin, dass sie sogar auf das kürzlich neu erworbene Board samt AMD64-X2-Prozessor wandern durfte. Die eingeschränkte Programmvielfalt im Kabelnetz allerdings rief nach einer neuen Lösung: Den lokalen Sender RBB hat der Kabelnetzbetreiber trotz vieler interessante Sendungen aus seinem analogen Angebot verbannt. Seit kurzem gibt jedoch es auch in Dresden die Alternative DVB-T.

Tuchfühlung

Ein neues Kleidungsstück muss zunächst unter Daumen und Zeigefinger beweisen, wie sich der Stoff anfühlt. Für jeden ernsthaften Linuxer heißt das, vor jedem Hardwarekauf das Internet zu befragen, wie sich die geplante Neuanschaffung im Dienst des Pinguins anstellt. Für mich galten neben der Linuxtauglichkeit zwei Prämissen: Das Gerät sollte im Laden sofort verfügbar sein (denn der erste Termin für eine geplante Aufnahme lag nicht allzuweit in der Zukunft) und es sollte möglichst wenig kosten.

Die erste Grundsatzentscheidung fiel in Richtung USB-Stick, um meine analoge Karte nicht zu verdrängen und den Einsatz auch am Notebook zu ermöglichen. Dann surfte ich auf die Website der nächstgelegenen Händler und sortierte nach aufsteigendem Preis. Erfreulicherweise fand sich dabei gleich ein Gerät mit externer Antenne: Die kommen mit schwieriger Empfangsbedingungen besser klar und bieten obendrein die Möglichkeit, mehr Distanz wischen die Empfangseinrichtung und das elektromagnetischen Feld des eigenen PCs zu bringen.

Damit kam der Intuix S810 [1] in die engere Auswahl. In einem einschlägigen Forum [2] fand sich die hoffnungsvolle Bestätigung, dieser USB-Stick würde unter Linux gut funktionieren. Der aktuelle Ladenpreis von 26,90 Euro lag erfreulich niedrig. Keine halbe Stunde später hatte ich das Teil eingeschweißt in einen Blister in meinen Händen.

Harte Ware

Der S810 (Abbildung 1) fällt etwas dicker aus als die zurzeit marktüblichen Speicher-Sticks. Sinnvollerweise hat der Hersteller den Stecker etwas asymmetrisch angelegt, so dass das Gerät einen nebenliegenden USB-Steckplatz möglichst wenig behindert (Abbildung 2). Lüftungsöffnungen sorgen für die Kühlung des sich beim Betrieb erwärmenden Sticks, der zur optimalen Kühlung eine vertikale Luftzufuhr voraussetzt.

Abbildung 1: Der Intuix S810 fällt nicht ganz so schlank aus wie heutige Memory-Sticks.
Abbildung 2: Dank asymmetrischer Steckeranordnung behindert der Intuix S810 den nebenliegenden Steckplatz weniger.

Die Antenne (Abbildung 3) bringt reichlich Kabel mit, um genug Abstand zum Empfänger zu halten. Ihr Magnetfuß hält sich an metallischen Unterlagen kräftig fest und gewährleistet somit auf Wunsch auch eine vertikale Ausrichtung. Versuchsweises Anbringen an der Zentralheizung allerdings wurde mit starken Bild- und Tonstörungen bestraft.

Abbildung 3: Ein Magnetfuß sorgt für die Standfestigkeit der Antenne.

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 

Ähnliche Artikel

  • Digitales Entertainment
    Fürs digitale Fernsehen bieten verschiedene Linux-Anwendungen ihre Dienste an; ein komfortables Tool, das die Programme auch aufzeichnen kann und zudem ein kompletter Multimedia-Player ist, ist KDEs Kaffeine.
  • FernsehEeen
    Auf der CeBIT kündigte Terratec den ersten DVB-T-Stick für den EeePC an. Wir haben das Gespann getestet und zeigen, wie der Empfang auf jedem Rechner klappt.
  • TV-Empfang mit Laptop und PC
    Machen Sie aus Ihrem heimischen oder mobilen PC ein Fernsehgerät mit integriertem Videorekorder.
  • Glücksspiel
    Wer ohne Kabel oder Satellitenschüssel fernsehen möchte, ist auf einen DVB-T-Empfänger angewiesen. Mit ein bisschen Glück finden Sie auch einen Adapter, der mit Linux zusammenarbeitet.
  • DVB-T/C-Netzwerk-Tuner unter Linux
    Wer die stationäre Flimmerkiste loswerden will, aber deswegen nicht gleich am PC mit einem USB-TV-Stick herumfummeln möchte, der greift zu einem netzwerkfähigen TV-Tuner. Wir testen drei Kandidaten für DVB-T und DVB-C.
Kommentare

Infos zur Publikation

title_2015_02

Digitale Ausgabe: Preis € 5,49
(inkl. 19% MwSt.)

Mit der Zeitschrift LinuxUser sind Sie als Power-User, Shell-Guru oder Administrator im kleinen Unternehmen monatlich auf dem aktuelle Stand in Sachen Linux und Open Source.

Sie sind sich nicht sicher, ob die Themen Ihnen liegen? Im Probeabo erhalten Sie drei Ausgaben zum reduzierten Preis. Einzelhefte, Abonnements sowie digitale Ausgaben erwerben Sie ganz einfach in unserem Online-Shop.

NEU: DIGITALE AUSGABEN FÜR TABLET & SMARTPHONE

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist auch ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!       

Tipp der Woche

Ubuntu 14.10 und VirtualBox
Ubuntu 14.10 und VirtualBox
Tim Schürmann, 08.11.2014 18:45, 2 Kommentare

Wer Ubuntu 14.10 in einer virtuellen Maschine unter VirtualBox startet, der landet unter Umständen in einem Fenster mit Grafikmüll. Zu einem korrekt ...

Aktuelle Fragen

Rootpasswort
Jutta Naumann, 29.01.2015 09:14, 1 Antworten
Ich habe OpenSuse 13.2 installiert und leider nur das Systempasswort eingerichtet. Um Änderungen,...
Neue SuSE-Literatur
Roland Welcker, 14.01.2015 14:10, 1 Antworten
Verehrte Linux-Freunde, seit Hans-Georg Essers Buch "LINUX" und Stefanie Teufels "Jetzt lerne ich...
DVD abspielen unter openSUSE 13.1
Michael Pfaffe, 12.01.2015 11:48, 6 Antworten
Hallo Linuxer, Bisher habe ich meine DVD´s mit linDVD unter openSUSE abgespielt. Mit der Versi...
Kontrollleiste SuSE 12.3 gestalten
Roland Welcker, 31.12.2014 14:06, 1 Antworten
Wie bekomme ich das Icon eines beliebigen Programms (aktuell DUDEN) in die Kontrollleiste und kan...
flash-player
roland reiner, 27.12.2014 15:24, 7 Antworten
Mein Flashplayer funktioniert nicht mehr-Plug in wird nicht mehr unterstütz,auch über google chro...