Aufmacher

DVB-T mit Lowcost-USB-Stick

Hürdenlauf

Gute DVB-T-Hardware gibt es schon fürs kleine Geld. Sie unter Linux zum Funktionieren zu bringen, setzt aber sportlichen Ehrgeiz voraus.

In meinem PC werkelt seit Jahren eine analoge PCI-TV-Karte, mit der ich so zufrieden bin, dass sie sogar auf das kürzlich neu erworbene Board samt AMD64-X2-Prozessor wandern durfte. Die eingeschränkte Programmvielfalt im Kabelnetz allerdings rief nach einer neuen Lösung: Den lokalen Sender RBB hat der Kabelnetzbetreiber trotz vieler interessante Sendungen aus seinem analogen Angebot verbannt. Seit kurzem gibt jedoch es auch in Dresden die Alternative DVB-T.

Tuchfühlung

Ein neues Kleidungsstück muss zunächst unter Daumen und Zeigefinger beweisen, wie sich der Stoff anfühlt. Für jeden ernsthaften Linuxer heißt das, vor jedem Hardwarekauf das Internet zu befragen, wie sich die geplante Neuanschaffung im Dienst des Pinguins anstellt. Für mich galten neben der Linuxtauglichkeit zwei Prämissen: Das Gerät sollte im Laden sofort verfügbar sein (denn der erste Termin für eine geplante Aufnahme lag nicht allzuweit in der Zukunft) und es sollte möglichst wenig kosten.

Die erste Grundsatzentscheidung fiel in Richtung USB-Stick, um meine analoge Karte nicht zu verdrängen und den Einsatz auch am Notebook zu ermöglichen. Dann surfte ich auf die Website der nächstgelegenen Händler und sortierte nach aufsteigendem Preis. Erfreulicherweise fand sich dabei gleich ein Gerät mit externer Antenne: Die kommen mit schwieriger Empfangsbedingungen besser klar und bieten obendrein die Möglichkeit, mehr Distanz wischen die Empfangseinrichtung und das elektromagnetischen Feld des eigenen PCs zu bringen.

Damit kam der Intuix S810 [1] in die engere Auswahl. In einem einschlägigen Forum [2] fand sich die hoffnungsvolle Bestätigung, dieser USB-Stick würde unter Linux gut funktionieren. Der aktuelle Ladenpreis von 26,90 Euro lag erfreulich niedrig. Keine halbe Stunde später hatte ich das Teil eingeschweißt in einen Blister in meinen Händen.

Harte Ware

Der S810 (Abbildung 1) fällt etwas dicker aus als die zurzeit marktüblichen Speicher-Sticks. Sinnvollerweise hat der Hersteller den Stecker etwas asymmetrisch angelegt, so dass das Gerät einen nebenliegenden USB-Steckplatz möglichst wenig behindert (Abbildung 2). Lüftungsöffnungen sorgen für die Kühlung des sich beim Betrieb erwärmenden Sticks, der zur optimalen Kühlung eine vertikale Luftzufuhr voraussetzt.

Abbildung 1: Der Intuix S810 fällt nicht ganz so schlank aus wie heutige Memory-Sticks.
Abbildung 2: Dank asymmetrischer Steckeranordnung behindert der Intuix S810 den nebenliegenden Steckplatz weniger.

Die Antenne (Abbildung 3) bringt reichlich Kabel mit, um genug Abstand zum Empfänger zu halten. Ihr Magnetfuß hält sich an metallischen Unterlagen kräftig fest und gewährleistet somit auf Wunsch auch eine vertikale Ausrichtung. Versuchsweises Anbringen an der Zentralheizung allerdings wurde mit starken Bild- und Tonstörungen bestraft.

Abbildung 3: Ein Magnetfuß sorgt für die Standfestigkeit der Antenne.

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

  • Bester Empfang
    Um mit einem Linux-Rechner fernzusehen, muss man noch immer viele Hürden überwinden. Der USB-Empfänger Sundtek MediaTV Pro III dagegen macht einen Linux-PC im Handumdrehen zu einem vollwertigen Fernseher und Videorekorder, der TV-Empfänger arbeitet dabei sogar über das Netzwerk.
  • Digitales Entertainment
    Fürs digitale Fernsehen bieten verschiedene Linux-Anwendungen ihre Dienste an; ein komfortables Tool, das die Programme auch aufzeichnen kann und zudem ein kompletter Multimedia-Player ist, ist KDEs Kaffeine.
  • FernsehEeen
    Auf der CeBIT kündigte Terratec den ersten DVB-T-Stick für den EeePC an. Wir haben das Gespann getestet und zeigen, wie der Empfang auf jedem Rechner klappt.
  • TV-Empfang mit Laptop und PC
    Machen Sie aus Ihrem heimischen oder mobilen PC ein Fernsehgerät mit integriertem Videorekorder.
  • DVB-T/C-Netzwerk-Tuner unter Linux
    Wer die stationäre Flimmerkiste loswerden will, aber deswegen nicht gleich am PC mit einem USB-TV-Stick herumfummeln möchte, der greift zu einem netzwerkfähigen TV-Tuner. Wir testen drei Kandidaten für DVB-T und DVB-C.
Kommentare

Infos zur Publikation

LU 10/2016: Kryptographie

Digitale Ausgabe: Preis € 0,00
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxUser erscheint monatlich und kostet 5,95 Euro (mit DVD 8,50 Euro). Weitere Infos zum Heft finden Sie auf der Homepage.

Das Jahresabo kostet ab 86,70 Euro. Details dazu finden Sie im Computec-Shop. Im Probeabo erhalten Sie zudem drei Ausgaben zum reduzierten Preis.

Bei Google Play finden Sie digitale Ausgaben für Tablet & Smartphone.

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!

Aktuelle Fragen

Probleme mit MPC/MPD
Matthias Göhlen, 27.09.2016 13:39, 0 Antworten
Habe gerade mein erstes Raspi Projekt angefangen, typisches Einsteigerding: Vom Raspi 3B zum Radi...
Soundkarte wird erkannt, aber kein Ton
H A, 25.09.2016 01:37, 6 Antworten
Hallo, Ich weiß, dass es zu diesem Thema sehr oft Fragen gestellt wurden. Aber da ich ein Linu...
Scannen nur schwarz-weiß möglich
Werner Hahn, 20.09.2016 13:21, 2 Antworten
Canon Pixma MG5450S, Dell Latitude E6510, Betriebssyteme Ubuntu 16.04 und Windows 7. Der Canon-D...
Meteorit NB-7 startet nicht
Thomas Helbig, 13.09.2016 02:03, 4 Antworten
Verehrte Community Ich habe vor Kurzem einen Netbook-Oldie geschenkt bekommen. Beim Start ersch...
windows bootloader bei instalation gelöscht
markus Schneider, 12.09.2016 23:03, 1 Antworten
Hallo alle zusammen, ich habe neben meinem Windows 10 ein SL 7.2 Linux installiert und musste...