Wasserzeichen

Bevor Sie das Ergebnis auf die Homepage hieven, schieben Sie dem Bilderklau einen Riegel vor und versehen Sie Ihre Fotos mit einem Wasserzeichen. Dazu erstellen Sie zunächst ein Logo und platzieren es beispielsweise in der linken oberen Ecke:

$ composite -geometry +100+100 logo.png foto.tiff foto_logo.tiff

Dieser Befehl kopiert das Bild aus logo.png an die Position 100, 100 in das Bild foto.tiff und legt das Ergebnis in der Datei foto_logo.tiff ab (Abbildung 5).

Abbildung 5: Tux schwebt hier als etwas zu groß geratenes Logo über dem Foto.

Das so eingefügte Logo markiert zwar die Herkunft, sieht allerdings noch nicht besonders nach einem typischen Wasserzeichen aus. Abhilfe schafft der eigens für diesen Zweck geschaffene Parameter -watermark:

$ composite -watermark 30% -gravity south logo.png foto.tiff mitwasserzeichen.tiff

Hier bestimmt die Prozentangabe, wie stark das Wasserzeichen durchscheint. Mit composite binden Sie übrigens nicht nur Logos und Wasserzeichen ein, sondern erstellen auch im Handumdrehen beliebige Collagen. So lassen Sie im Urlaubsfoto einen Pfeil aus einer zweiten Bilddatei auf die kleine Skihütte im Hintergrund verweisen – am besten mit einem passenden Text.

Namenstag

Bildunterschriften klären den Betrachter über den genauen Ort der Aufnahme oder die abgelichteten Personen auf. Dazu benötigen Sie zunächst eine Datei mit der gewünschten Schriftart, vorzugsweise im TrueType-Format (Endung .ttf). Unter KDE und Gnome spüren Sie die Schriften mit Suchhunden wie Tracker oder Beagle auf. Dann ist wieder einmal convert an der Reihe, dem Sie hinter -font die Lagerstätte der Schriftart übergeben. Den etwas länglichen, kompletten Befehl zeigt Listing 1.

Listing 1
$ convert -font @/home/tim/schriften/font.ttf -pointsize 20 -fill black -draw "text 100, 150 'Urlaub in den Bergen'" bild.tiff mittext.tiff

Der Klammeraffe vor dem Dateinamen verrät convert, dass es sich um eine TrueType-Schrift handelt. Der Rest des Befehls setzt den Text Urlaub in den Bergen (-draw) an der Stelle 100, 150 in schwarzer Farbe bei 20 Pixeln Größe (-pointsize 20) und in der Schrift font.ttf. Die Farbe nach -fill tippen Sie mit dem (englischen) Namen ein, etwa red, oder übergeben direkt die entsprechenden RGB-Werte. Im zweiten Fall wählen Sie zwischen der dezimalen Schreibweise, also beispielsweise rgb(255,0,0), oder der hexadezimalen "#FF0000", die Sie vielleicht auch aus der HTML-Programmierung kennen. In beiden Fällen erhalten Sie die Farbe Rot. Der Befehl convert -list color nennt alle bekannten Farbnamen und deren RGB-Werte.

TIPP

Anstelle des Dateinamens können Sie auch den Namen der Schriftart, wie zum Beispiel Courier verwenden.

Das ist aber noch nicht alles, was Imagemagick mit Text anstellen kann. Beispielsweise versehen Sie ihn mit einer Rahmenlinie und grüner Füllung. Dies erledigen die Parameter -stroke für die Umrandung und -strokewidth für dessen Strichstärke (Listing 2).

Listing 2
convert -font @/home/tim/schriften/font.ttf -pointsize 20 -fill red -stroke black -strokewidth 3 -draw "text 100, 150 'Urlaub in den Bergen'" bild.jpg mittext.tiff

TIPP

Einige Parameter kennen mehrere der Imagemagick-Werkzeuge. So textet beispielsweise composite nach dem gleichen Verfahren wie convert.

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Kommentare
Ubuntu will nicht...
Martin (unangemeldet), Freitag, 13. November 2009 19:37:10
Ein/Ausklappen

Mit Ubuntu 9.04 funktioniert keines der Beispiele...


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