Von Grund auf
Linux aus den Quellen selber bauen mit LFS 6.3
Start frei!
Das Kapitel 8 beginnt mit dem Einrichten der Datei /etc/fstab, die festlegt, wo, in welcher Reihenfolge und mit welchen Optionen das System die Partitionen einhängt. Haben Sie die Datei entsprechend editiert, installieren Sie das Herzstück eines jeden Linux-Systems – den Kernel. Danach fehlt nur noch ein Bootloader wie beispielsweise Grub. Wie Sie diesen konfigurieren, erläutert Kapitel 8.4. Ob Sie es glauben oder nicht: Sie sind nun tatsächlich fertig, und nach einigen kleinen Aufräumarbeiten (Kapitel 9.3) starten Sie Ihr neues LFS-System.
Und jetzt?
Mit LFS haben Sie nun zunächst ein minimales Basissystem erstellt, das bis jetzt noch wenige Programme und Funktionen mitbringt. Außer einigen Standardwerkzeugen bietet es noch nicht viel. Das Teilprojekt BLFS (siehe Kasten "BLFS, ALFS und HLFS") zeigt Ihnen, wie Sie viele weitere Anwendungen auf Ihrem LFS-System installieren, so dass am Ende ein komplett individuelles, auf Ihre Bedürfnisse zugeschnittenes Linux-System entsteht.
Sie können sich nun Gedanken machen, nach welchem Konzept Sie Ihr Paketmanagement betreiben möchten – Anregungen liefert Kapitel 6.3 des LFS-Buches. Wer sein System weiter absichern möchte, wirft einen Blick in die HLFS-Dokumentation, ebenfalls auf der Website des Projekts vorhanden.
BLFS, ALFS und HLFS
BLFS (Beyond LFS) ist eine weiterführende Anleitung des LFS-Projekts und beschreibt die Installation weiterführender Komponenten, wie zum Beispiel des Desktops (KDE oder Gnome) oder von Server-Diensten. Das Projekt ALFS (Automated LFS) versucht, die komplizierte und langwierige Installation eines LFS-Basissystems durch Automatisieren zu vereinfachen.
HLFS (Hardened LFS) hat zum Ziel, ein LFS-System zu härten, also abzusichern, und befindet sich noch in der Entwicklung. Das Teilprojekt CLFS (Cross LFS) beschäftigt sich dagegen mit dem Portieren von LFS auf verschiedene Plattformen.
Glossar
Sticky-Bit
Das Bit bewirkt, dass immer nur der Besitzer einer Datei die Datei löschen, unabhängig davon, wer in dem entsprechenden Verzeichnis ebenfalls Schreibrechte hat.
Linker
Bindet die dynamisch gelinkten Programme mit den entsprechenden Bibliotheksdateien zum Zeitpunkt des Aufrufs des jeweiligen Programms. Programmbibliotheken enthalten Routinen, die sich zum Einsatz in verschiedenen Programmen eignen. Der Vorteil liegt darin in der Platzersparnis und besseren Wartbarkeit.
Udev
Seit Version 2.6 verwendet der Kernel Udev zum dynamischen Verwalten der Gerätedateien. Es löst das ältere Devfs-Dateisystem ab, welches bis Kernel 2.4 im Einsatz war. Kapitel 7.4 des LFS-Buches enthält eine ausführliche Einführung in das Thema.
FHS
FHS steht für File System Hierarchy Standard und beschreibt eine Richtlinie für den Aufbau eines Linux-Dateisystems [8].
[1] LFS-Projekt: http://linuxfromscratch.org
[2] Deutsche Version von Thomas Reitelbach: http://oss.erdfunkstelle.de/lfs-de
[3] Software-Building-HOWTO: http://www.tldp.org/HOWTO/Software-Building-HOWTO.html
[4] Linux Users' Guide: http://www.linuxhq.com/guides/LUG/guide.html
[5] The Essential Pre-Reading Hint: http://www.linuxfromscratch.org/hints/downloads/files/essential_prereading.txt
[6] LFS-Live-CD: http://www.linuxfromscratch.org/livecd/download.html
[7] LFS-Errata-Liste: http://linuxfromscratch.org/lfs/errata/6.3
[8] FHS: http://de.wikipedia.org/wiki/Filesystem_Hierarchy_Standard



