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Ubuntu-Live-CDs erstellen

01.01.2008
Das Ubuntu Customization Kit stellt aus einem Standard-Ubuntu im Handumdrehen ein maßgeschneidertes System zusammen.

Distributionen von der Stange versuchen immer, den Wünschen möglichst vieler Anwender zu genügen. Es liegt dabei in der Natur der Sache, dass individuelle Vorstellungen unter den Tisch fallen – sei es die passende Lokalisierung oder spezielle Anwendungen. Ähnlich verhält es sich mit Updates, welche die Distribution naturgemäß erst nach der Installation herunterlädt.

Richten Sie Ubuntu auf mehreren Rechnern ein, begegnet Ihnen das Problem jedes Mal aufs neue. Verfügen Sie darüber hinaus nur über eine schmalbandige Internet-Anbindung, die der Provider gar noch volumenabhängig abrechnet, verschärft sich das Dilemma zusätzlich.

Abhilfe schafft hier das Ubuntu Ubuntu Customization Kit, kurz: UCK [1]. Mit ihm erstellen Sie mit wenigen Mausklicks Ihre eigene Ubuntu-Distribution samt der gewünschten Lokalisierungen und Programme sowie der aktuellsten Updates.

Installation

UCK setzt als Basis eine funktionierende Ubuntu-Installation voraus, da es auf distributionsspezifische Programme zurückgreift. Im Test gelang das Einrichten der Software sowohl unter Ubuntu 7.04 als auch unter Ubuntu 7.10 problemlos. Zur Installation doppelklicken Sie auf das Paket uck_2.0.0_all.deb, das Sie auf der Heft-CD im Verzeichnis LinuxUser/uck/ oder von der UCK-Webseite [2] herunterladen. Damit öffnen Sie den Installer gdebi, der die benötigten Abhängigkeiten selbständig auflöst.

Ubuntu remastern

Zum Remastern eignen sich nicht nur alle gängigen Ubuntu-CD/DVD-Releases, sondern auch die Medien von Derivaten wie Kubuntu, Xubuntu oder Edubuntu. UCK benötigt in jedem Fall ein ISO-Image der zu remasternden Distribution. Sollten Sie diese nur auf einem Datenträger besitzen, erzeugen Sie mit dem Aufruf

$ dd if=/dev/Laufwerk of=Image

das benötigte ISO-Image. Für Laufwerk setzen Sie den entsprechenden Gerätebezeichner ein, wie etwa hdc. Als Image geben Sie Pfad und Name der zu erstellenden ISO-Datei an, beispielsweise /home/tommy/ubuntu_7.10.iso.

Liegt ein entsprechendes ISO-Image vor, dann starten Sie UCK entweder über einen Klick auf den Eintrag Zubehör | Ubuntu Customization Kit im Gnome-Menü oder durch Aufruf von uck-gui auf der Kommandozeile. Im ersten Dialog wählen Sie, welche Lokalisierungen UCK installieren soll (Abbildung 1). Finden sich gewünschte Sprachdateien nicht auf dem ISO-Image, so lädt das Programm sie aus den Online-Repositories herunter.

Abbildung 1: Das Ubuntu Customization Toolkit erlaubt die nachträgliche Integration von Lokalisierungen in das Ubuntu-Image.

Im nächsten Fenster wählen Sie, in welcher Sprache das Bootmenü erscheinen soll. Mit der Auswahl der Desktop-Umgebung legen Sie im folgenden Dialog fest, ob UCK Gnome, KDE oder beides einrichtet. Diese Angaben sind zwingend erforderlich, da das Skript andernfalls den Buildprozess zwar startet, ihn aber nach wenigen Minuten mit dem Hinweis auf die fehlende Auswahl abbricht.

TIPP

Sowohl den Verarbeitungsprozess als auch auftretende Fehler vermerkt UCK im Logfile /home/User/tmp/build.log.

Im nun erscheinenden Dateibrowser teilen Sie UCK, wo sich das ISO-Image befindet, das als Grundlage dient. Im anschließenden Abfragefenster geben Sie den Namen Ihrer Kreation ein. Möchten Sie Ihrer Distribution Pakete hinzufügen oder das System anderweitig modifizieren, beantworten Sie die Frage Do you want to customize CD manually during build mit yes. Die mit Ubuntu gelieferten Windows-Programme wie Mozilla Firefox löschen Sie im nächsten Fenster mit yes.

Im Anschluss an die Meldung, dass alle benötigten Informationen vollständig seien, beginnt UCK nach der Eingabe des User-Passwortes das ISO-Image zu zerlegen. Es erstellt in /home/User/tmp/ die Verzeichnisse remaster-iso, remaster-root und customization-scripts. Der Ordner remaster-iso enthält den späteren CD-Content. Die Squashfs-Datei casper/filesystem.squashfs, die die Grundlage von Ubuntu darstellt, entpackt das Skript in das Verzeichnis remaster-root. Um das entpackte Ubuntu wie ein autonomes Betriebssystem zu behandeln, startet es dieses in einer Chroot-Umgebung. Sofern Sie zusätzliche Lokalisierungen ausgewählt haben, beginnt UCK danach, diese in der Chroot via Apt-get herunterzuladen und zu installieren.

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