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Schach dem König!

Shredder 11 für Linux im Test

Lohnt der Kauf?

Wie schon bei Shredder 9 zeigt sich die Classic-Oberfläche intuitiv beim Bedienen. Das Programm bietet alle Funktionen rund um das Schachspiel (Kommentieren, Analyse, Zeitmodi oder Zugeingabe) in einer logischen und professionell durchdachten Form. So binden Sie unkompliziert verschiedene EGTBs oder fremde Eröffnungsbücher ein. Die Software unterstützt die UCI-Engines (siehe Kasten "Schachengines") soweit, dass Sie diese über die Oberfläche konfigurieren. Dies bietet in diesem Umfang und mit der einfachen Bedienung bisher keine Open-Source-Lösung. Ganz zu schweigen von der Qualität der Engine – dem eigentlichen Programmteil.

Schachengines

Die Schachengine stellt das eigentliche Herzstück eines Schachprogramms dar. Sie berechnet die Züge und schätzt die Position auf dem Brett ein. Je nach Rechnerpower variiert die Leistungskraft der gleichen Engine auf unterschiedlichen Rechnern ganz erheblich. Moderne Engines erlauben es dem Spieler auf einfache Weise, den Spielstil zu beeinflussen und variabel zu gestalten.

Die grafische Oberfläche dient lediglich zum Visualisieren der Partie. Dabei sind Sie nicht auf eine festgelegt. Bei der Wahl der Oberfläche kommt es vor allem auf die unterstützte Schnittstelle an, zum Beispiel die von Meyer-Kahlen entwickelte Schnittstelle UCI. Mit Crafty programmierte Robert Hyatt [6] wohl die bekannteste Open-Source-Engine.

Ihre Spielkraft reicht nicht nur aus, um jeden besseren Vereinsspieler zu schlagen, sondern dient auch erfahrenen Turnierspielern als umfangreicher Trainingspartner und gilt als eine der besten weltweit. Mit Shredder 11 kommt die Linux-Variante der Windows-Version ein gehöriges Stück näher. Die Rufe der Linux-Nutzer nach einer EGTB-Anbindung hat der Entwickler erhört. Die neue Analysefunktion sowie der Coach finden sicher ihre Freunde. Dringende Arbeit wartet noch bei der Datenbank- und der Druckfunktion, wobei letztere lediglich eine Kombination beider bereits implementierter Fähigkeiten fehlt.

Auch gehört das Spielen auf mehr als einem Brett heute bereits in eine Engine-GUI und nicht erst in ein Datenbankprogramm à la Scid oder Chessbase. Wer sich zudem die Demo der Classic-Oberfläche für Windows anschaut, bekommt einen nachdenklichen Gesichtsausdruck: Diese bietet nämlich neben einer gelungenen Ein-Fenster-Ansicht (statt der fünf Fenster der Java-Version) mit verschiebbaren Teilen auch sämtliche Zusatzfunktionen vor allem rund um die Engine selbst (Engineturniere, mehrere Engines laden). Sie spielt Fisher-Random-Chess (Chess960), und die Datenbank scheint nicht bei 2000 Partien zu begrenzen.

Der Unterschied zwischen der Linux- und der Windows-Version verminderte sich zwar beträchtlich (eine kombinierte Druckfunktion bietet auch die Windows-Version nicht), aber von identischen Produkten kann keine Rede sein – bei den Preisen für die Produkte macht das aber keinen Unterschied. Ob Meyer-Kahlen damit das richtige Signal an die Linux-Community sendet, bleibt dahingestellt.

Infos

[1] Schachdatenbank Scid: http://scid.sourceforge.net/

[2] JoseChess: http://jose-chess.sourceforge.net

[3] FruitChess: http://www.fruitchess.com/indexde.htm

[4] Shredder 9: Mirko Albrecht "Matt oder Remis?", LinuxUser 03/2006, http://www.linux-user.de/ausgabe/2006/03/088-shredder/

[5] Shredder: http://www.shredderchess.de/schach-software/linux.html

[6] Crafty-Entwickler Robert Hyatt: http://www.cis.uab.edu/info/faculty/hyatt/hyatt.html

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Infos zum Autor

Mirko Albrecht

Mirko Albrecht schreibt seit Ende 2004 regelmäßig Beiträge für die Zeitschriften LinuxUser und EasyLinux. Wenn er nicht gerade eine neue Distribution ausprobiert, spielt er gern Schach oder fotografiert die Welt.
Seine Rechner werden meist von Xubuntu oder Opensuse bevölkert.


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LinuxUser 07/13

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