Aufmacher

Leserbriefe

01.01.2008

Alpine-Features

LU 11/2007, S. 38: In ihrem Vergleich von Konsolen-Mailclients kritisieren Sie die mangelnden Hilfefunktionen bei der Konfiguration von Alpine. Dabei hat der Autor wohl übersehen, dass man über die untere Leiste via ? Help oder mit [Strg]+[G] eine Hilfefunktion aufrufen kann, die mit exzellenten Erläuterungen aufwartet. Übrigens bietet Alpine anders als das von Novell/Suse vertriebene Pine-Paket noch keine Unterstützung für Maildir, also die Ablage der Nachrichten in einer Verzeichnisstruktur. Jan Engelhardt

PGP zu kompliziert

LU 11/2007, S. 42: Sie propagieren Sie die Mailverschlüsselung mit PGP/GnuPG. Eine Verschlüsselung halte ich genau wie Sie für wichtig. Aber warum wird eigentlich fast ausschließlich PGP empfohlen? Es hat den großen Nachteil, dass PGP-Frontends fast immer gesondert installiert werden müssen. Das läuft zwar im Privatbereich problemlos, ist auf Firmenrechnern aber sehr häufig verboten. Andererseits ist S/MIME fast immer vorhanden, und entsprechende Zertifikate gibt es für den Privatbereich kostenlos. Warum also nicht S/MIME verwenden, zumal man praktisch nichts dafür tun muss?

Für Anfänger interessant wäre vielleicht einmal eine Darstellung, wie man entsprechende Zertifikate in die verschiedensten Mailclients importiert Ausgerechnet KMail scheint Probleme mit S/MIME zu haben. Obwohl ich häufig (nicht immer) signierte Mails versende und damit meinen Schlüssel bekanntgebe, habe ich noch nie eine verschlüsselte Nachricht enthalten. Woran mag das wohl liegen? Ich vermute mal, dass zwar viele die Notwendigkeit einer Verschlüsselung und / oder Signatur sehen, aber den Installationsaufwand (für PGP-Frontends) scheuen respektive nicht mit den Schlüsseln umgehen können.  Heinz Erken

LinuxUser: Zwar zugegeben kompliziert, funktioniert die Verschlüsselung via PGP/GnuPG dafür aber mit den allermeisten Mailclients, während viele davon mit S/MIME Probleme haben. Dazu zählt auch KMail, das neben Evolution einer der wichtigsten Linux-Mailclients sein dürfte. Deswegen haben wir für den E-Mail-Schwerpunkt einen GnuPG-Artikel gewählt. (jlu)

NimbleX selbstgebaut

LU 11/2007, DVD-VIII: Von der Live-Distributon NimbleX auf der Heft-DVD war ich vollauf begeistert. Da diese (wie auch im Artikel steht) meine Netzwerkkarte nicht erkannte, habe ich mich mal auf der Webseite von NimbleX umgesehen und dort die neue Version entdeckt, die man sich selbst zusammenstellen und dann herunterladen kann. Sie erkennt nun auch Netzwerkkarten und lässt sich lokalisieren. Bei der Einrichtung auf USB-Stick installiert diese Version aber nur das Grundsystem, sodass man die Sprachdateien und Softwarepakete nachträglich in den entsprechenden Ordner auf dem Stick kopieren muss. Marcel Kettern

LinuxUser: Einen Artikel zu der online selbst zusammenstellbaren, Custom NimbleX genannten Version der Distribution finden Sie in dieser Ausgabe ab Seite 28. (jlu)

Mehr System-Interna!

LU 12/2007: Von den vielen guten Artikel in LinuxUser 12/07 haben mir zwei besonders gut gefallen. Da wäre zum einen der Test des Sony Vaio. Dazu hätte ich folgende Anmerkung: Der Suspend mit der Nvidia-Grafik des Sony Vaio lässt sich wahrscheinlich einrichten, indem man in der /etc/X11/xorg.conf in der Sektion Device folgendes ergänzt:

Section "Device"
        […]
        Option      "NvAGP" "1"
        […]
EndSection

Zumindest bei meinem (älteren) Vaio mit Nvidia-Grafik hat es so funktioniert.

Zum zweiten hat mir die "Zu Befehl"-Folge zu Udev sehr gefallen. Endlich traut sich jemand über dieses nicht ganz einfache, aber für den sinnvollen Einsatz von Linux sehr wichtige Thema zu schreiben. Ich finde im Internet immer wieder gute Anleitungen, die aber Probleme "hintenherum" anpacken, die viel leichter mit einer Udev-Rule zu lösen wären. Bitte verstärkt dieses Thema weiter, über HAL bis zur DCOP-Integration in KDE/Gnome. Da steckt noch viel Potenzial drin. Christoph Karl

Et tu, felix Austria?

LU 12/2007, S. 30: Der Notebook-Test hat mir sehr gut gefallen. Doch als ich mir ein Dell-Notebook bestellen wollte, musste ich zähneknirschend zur Kenntnis nehmen, dass der Hersteller für Österreich keine Ubuntu-Versionen ausliefert. Ich habe jetzt die Variante mit Windows XP geordert, die billiger ist, als es für deutsche Kunden im Web mit Ubuntu beworben wird: Statt 757 nur 701 Euro. Gunther Nikodem

LinuxUser:Ähnliches gilt auch für die Schweiz. Wir haben bei Dell nachgefragt:

  • Warum gibt es in A und CH kein entsprechendes Angebot?
  • Wird es ein solches Angebot in näherer Zukunft geben?
  • Kann ein Linux-Anwender aus A oder CH ersatzweise bei Dell Deutschland bestellen?

Die magere Antwort: " Dell wird zu gegebenen Zeitpunkt darüber informieren, sollten Systeme mit Ubuntu auch in Österreich und der Schweiz auf den Markt kommen. Leider ist es für Interessenten aus diesen Ländern nicht möglich, hier in Deutschland zu bestellen, da man immer nur im Webshop seines eigenen Landes bestellen kann." (jlu)

Ersthelfer SysRescCD

LU 12/2007, Heft-CD: Vielen Dank für die tolle System Rescue CD! Damit konnte ich einer Bekannten helfen, die ihr Windows-Vista-Passwort vergessen hatte. Ich habe von eurer CD gebootet, das NT Password Recovery geladen, mich durch ein paar Abfragen gehangelt und das alte Passwort gelöscht (bei Vista funktioniert anscheinend das Anlegen eines neuen Passwortes nicht). Nach einem Reboot ließ sich Vista wieder starten – ohne Anmeldung zwar, aber das kann man in Vista wieder beheben. Was würde Windows nur ohne Linux machen? Michael Bauer

"Besser" bringt's nicht

LU 11/2007, S. 5: Mit Begeisterung habe ich Ihr Editorial gelesen. Ich  habe seit 25 Jahren ähnliche Probleme, zu begründen, warum ich mit Apple-Produkten arbeite. Ihre Gedanken finde ich auch deswegen sehr sympathisch, weil sie mich an  die Erstausgabe von LinuxUser zurückführen, wo ich an die damalige Redaktion die Frage stellte, wieso man sich auf Linux für Intel-Plattformen beschränke? Die Antwort: Apple sei ein "Nischenprodukten". Auf meine Gegenfrage – wenn Apple ein Nischenprodukt sie, was sei dann Linux? – habe ich damals keine Antwort bekommen.

Der Vergleich ist auch deswegen interessant, weil er auf ein Paradoxon aufmerksam macht. Steve Jobs  soll gegenüber Bill Gates in der PC-Frühzeit einmal argumentiert haben, das Apple-System sei "besser". (Was eigentlich auch die Grundlage Ihrer Linux-Argumentation darstellt, womit allein man aber offensichtlich niemand überzeugen kann.)  Darauf soll Bill Gates geantwortet haben, auf das "bessere" Produkt komme es nicht an. Wie wahr! Tamas Fekete

Mord und Totschlag?

LU 12/2007, S. 3: Da muss es ganz schön hoch hergegangen sein, in der Redaktion von LinuxUser. Nicht auf einer Pro-und-Kontra-Seite in der Heftmitte, nein, vorne im Editorial schreibt ein Redakteur offen gegen seinen Chefredakteur eine Ausgabe vorher. Ehrlich gesagt, das hatte ich noch nicht erlebt. Bleibt abzuwarten, ob die Trolle und "Analysten" nicht wie die Geier über die Gegensätze in diesen Aussagen herfallen – die, die es schon immer wussten und warnend ihre Finger erheben gegen das "Bastlersystem", dessen Vertreter weltvergessene Spinner, arrogant, konsolenversessen und viel zu akademisch sind. Und leider können die Trolle und "Analysten" sagen: "Seht selbst, sie geben es zu – im eigenen Magazin, aus der gleichen Redaktion. Da sind sie, die Fundis und Realos, uneins und widersprüchlich."

Meine Meinung: Es geht nicht um ein zweites Windows, nicht um Zwangsbeglückung. Es geht um Zukunftssicherheit für etwas, was unsere Kultur mitbestimmt. Sollen freie Software und Linux das etwa nicht, sondern nur eine belanglose Nebenrolle spielen?  Wenn nicht, muss man anders auftreten: Linux muss eine Hauptrolle spielen und dazu logischerweise auch für alles und alle sein. Anderenfalls wäre es keine Alternative, sondern nur ein Nischenprodukt. Linux für alle? Natürlich! Für wen denn sonst? Peter Bingel

LinuxUser: Da ging's in der Redaktion auch nicht höher her als sonst: Hier wie in der Community trifft man grundsätzlich auf beide Meinungen. Wir halten es für wichtig, das Thema nicht nur intern zu diskutieren, und wollten deshalb auch beiden Fraktionen Platz einräumen. Besonders haben wir uns gefreut, dass Sie so rege mitdiskutieren. Bitte beachten Sie dazu auch den Leser-Gastkommentar auf Seite 6 dieser Ausgabe, der auf das selbe Thema eingeht. Sollten auch Sie einmal eine Linux-relevante Angelegenheit von allgemeinem Interesse breiter zur Diskussion stellen wollen, schicken Sie uns doch einfach Ihren Kommentar dazu. Er sollte allerdings nicht länger als etwa 4000 Zeichen ausfallen: Mehr lässt sich auf einer Seite nicht unterbringen. (jlu)

Freie Wahl, mündige Bürger

LU 12/2007, S. 3: Im letzten Editorial sprach sich Herr Pelkmann über Business-Strategien hinsichtlich des Erfolgs von Linux aus. Dabei wird Herr Luther dargestellt als jemand, der nicht weiß, wo es lang geht. Ich glaube Herr. Luther trägt zurecht seinen Namen, denn auch Martin Luther machte zu seiner Zeit aufmerksam auf Fehlentwicklungen und versuchte die Menschen wach zu rütteln. Ich schätze die Ausführungen von Chefredakteur Luther sehr, da sie mich immer wieder zum Nachdenken bringen. Man muss die Wahl haben, Ja oder Nein sagen dürfen, in einer Demokratie habe ich ja schließlich auch die Wahl. Und ich halte es für falsch mit GNU-Linux einen schnellen Erfolg à la Microsoft anzustreben – GNU-Linux ohne mündige Bürger wäre nicht das, was es ist. Stephan Diel

LinuxUser: Loriot würde sagen, da hängt ein Bild schief. Der "Herr Pelkmann", ich also, schätzt Herrn Luther wegen seines Sachverstands und seiner Fähigkeit, auch andere Meinungen zuzulassen als die seine. Insofern irren Sie mit Ihrer Ansicht, ich wollte seine Position unterminieren. Ich vertrete lediglich nicht die selbe Meinung wie er. Abgesehen davon, dass ein schneller Erfolg gegen Microsoft nicht zu erwarten ist, finde ich das Ziel absolut richtig, einen Erfolg neben Microsoft anzustreben. Was die Wahlfreiheit betrifft, haben Sie freilich grundsätzlich recht. Aber gibt es die Wahl tatsächlich? Ich meine nein, weil Linux immer noch keine echte Alternative darstellt, solange zum Beispiel staatliche Stellen Exklusivdeals mit Microsoft machen. Haben Sie denn die Wahl, wenn Sie beim Discounter einen PC erstehen? Wohl kaum.

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