Leserbriefe
"Besser" bringt's nicht
LU 11/2007, S. 5: Mit Begeisterung habe ich Ihr Editorial gelesen. Ich habe seit 25 Jahren ähnliche Probleme, zu begründen, warum ich mit Apple-Produkten arbeite. Ihre Gedanken finde ich auch deswegen sehr sympathisch, weil sie mich an die Erstausgabe von LinuxUser zurückführen, wo ich an die damalige Redaktion die Frage stellte, wieso man sich auf Linux für Intel-Plattformen beschränke? Die Antwort: Apple sei ein "Nischenprodukten". Auf meine Gegenfrage – wenn Apple ein Nischenprodukt sie, was sei dann Linux? – habe ich damals keine Antwort bekommen.
Der Vergleich ist auch deswegen interessant, weil er auf ein Paradoxon aufmerksam macht. Steve Jobs soll gegenüber Bill Gates in der PC-Frühzeit einmal argumentiert haben, das Apple-System sei "besser". (Was eigentlich auch die Grundlage Ihrer Linux-Argumentation darstellt, womit allein man aber offensichtlich niemand überzeugen kann.) Darauf soll Bill Gates geantwortet haben, auf das "bessere" Produkt komme es nicht an. Wie wahr! Tamas Fekete
Mord und Totschlag?
LU 12/2007, S. 3: Da muss es ganz schön hoch hergegangen sein, in der Redaktion von LinuxUser. Nicht auf einer Pro-und-Kontra-Seite in der Heftmitte, nein, vorne im Editorial schreibt ein Redakteur offen gegen seinen Chefredakteur eine Ausgabe vorher. Ehrlich gesagt, das hatte ich noch nicht erlebt. Bleibt abzuwarten, ob die Trolle und "Analysten" nicht wie die Geier über die Gegensätze in diesen Aussagen herfallen – die, die es schon immer wussten und warnend ihre Finger erheben gegen das "Bastlersystem", dessen Vertreter weltvergessene Spinner, arrogant, konsolenversessen und viel zu akademisch sind. Und leider können die Trolle und "Analysten" sagen: "Seht selbst, sie geben es zu – im eigenen Magazin, aus der gleichen Redaktion. Da sind sie, die Fundis und Realos, uneins und widersprüchlich."
Meine Meinung: Es geht nicht um ein zweites Windows, nicht um Zwangsbeglückung. Es geht um Zukunftssicherheit für etwas, was unsere Kultur mitbestimmt. Sollen freie Software und Linux das etwa nicht, sondern nur eine belanglose Nebenrolle spielen? Wenn nicht, muss man anders auftreten: Linux muss eine Hauptrolle spielen und dazu logischerweise auch für alles und alle sein. Anderenfalls wäre es keine Alternative, sondern nur ein Nischenprodukt. Linux für alle? Natürlich! Für wen denn sonst? Peter Bingel
LinuxUser: Da ging's in der Redaktion auch nicht höher her als sonst: Hier wie in der Community trifft man grundsätzlich auf beide Meinungen. Wir halten es für wichtig, das Thema nicht nur intern zu diskutieren, und wollten deshalb auch beiden Fraktionen Platz einräumen. Besonders haben wir uns gefreut, dass Sie so rege mitdiskutieren. Bitte beachten Sie dazu auch den Leser-Gastkommentar auf Seite 6 dieser Ausgabe, der auf das selbe Thema eingeht. Sollten auch Sie einmal eine Linux-relevante Angelegenheit von allgemeinem Interesse breiter zur Diskussion stellen wollen, schicken Sie uns doch einfach Ihren Kommentar dazu. Er sollte allerdings nicht länger als etwa 4000 Zeichen ausfallen: Mehr lässt sich auf einer Seite nicht unterbringen. (jlu)



