Bei den Linux-Distributionen ist es wie bei den Süßigkeiten: Jeder hat seine Vorlieben. Wer auf Suse steht und sich seinen persönlichen USB-Stick backen möchte, braucht dafür drei Zutaten: Kiwi, Internet und diesen Artikel.
Kiwi installieren
Bevor Sie mit dem Kiwi Image System [1] loslegen, müssen Sie zunächst ein OpenSuse-System aufsetzen und kiwi-desc-usbboot, kiwi-desc-livesystem sowie einige Perl- und Python-Pakete installieren. Dazu fügen Sie entweder das Tools-Repository aus dem OpenSuse-Build-Service Ihren Paketquellen hinzu oder klicken im OpenSuse-Wiki auf die zwei YaST-Metapakete [2]. Der Artikel beschreibt die manuelle Vorgehensweise mit Zypper. Dazu führen Sie den im Kasten "Vier Schritte" beschriebenen ersten Schritt aus.
Vier Schritte
1. Repository hinzufügen und Kiwi installieren:
zypper sa http://download.opensuse.org/repositories/openSUSE:/Tools/openSUSE_10.3/ Tools
zypper install kiwi-desc-usbboot
zypper install kiwi-desc-livesystem
2. Pakete herunterladen und installieren
kiwi --prepare /usr/share/kiwi/image/kwliveCD-suse-10.3 --root /tmp/kiwi-tmp --add-profile KDE --logfile terminal
3. Komprimiertes Boot- und Systemabbild erstellen:
mkdir /tmp/kiwi-image
kiwi --type usb --create /tmp/kiwi-tmp -d /tmp/kiwi-image --logfile term
4. Dateien kopieren und den Stick bootbar machen:
kiwi --bootstick /tmp/kiwi-image/initrd-usbboot-suse-10.3.i686-2.1.1.gz --bootstick-system /tmp/kiwi-image/openSUSE-10.3.i686-2.0
Konfiguration anpassen
Kiwi installiert auf Ihrem Rechner ein komplettes OpenSuse-System und überträgt dieses anschließend in einem Squashfs-Dateisystem verpackt auf einen USB-Stick. Den Bootloader richtet Kiwi auf einer separaten, mit Ext2 formatierten Partition ein. Damit Kiwi weiß, woher es Pakete installieren soll, müssen Sie zunächst in der Datei /usr/share/kiwi/image/kwliveCD-suse-10.3/config.xml zwei Repositories eintragen. Ersetzen Sie dazu die Einträge von Zeile 28 bis 33 durch die zwei Repositories aus Listing 1. Anstelle des Haupt-Repositorys von OpenSuse können Sie auch einen Spiegelserver eintragen.
<repository type="yast2">
<source path="http://download.opensuse.org/distribution/10.3/repo/oss/"/>
</repository>
<repository type="yast2">
<source path="http://download.opensuse.org/distribution/10.3/repo/non-oss/"/>
</repository>
Möchten Sie den Stick aus einer OpenSuse-DVD erstellen, ohne Pakete aus dem Internet herunterzuladen, dann hängen Sie die DVD zum Beispiel nach /mnt ein und geben dann folgende Quelle an:
<repository type="yast2">
<source path="/mnt"/>
</repository>Theoretisch funktionieren beide Vorgehensweisen auf 32- und 64-Bit-Systemen. In unseren Tests zeigte der 64-Bit-Stick jedoch ein sehr seltsames Verhalten. So waren auf dem Stick zwei Kernel installiert (32- und 64-Bit), sodass das Laden sämtlicher Module nach der Initrd scheiterte. Grund dafür ist mit ziemlicher Sicherheit ein Bug in der 64-Bit-Version von Smart. Wie Sie auf einem 64-Bit-System trotzdem einen USB-Live-Stick erstellen, lesen Sie im Kasten Kasten "64-Bit-Bug".
64-Bit-Bug
Die Kiwi-Schemata für KDE und GNOME benötigen in der Grundeinstellung einige Pakete aus dem Repository non-oss. Da Sie auf 64-Bit-Rechnern wegen eines Bugs in Smart nur eine Installationsquelle angeben können, müssen Sie sämtliche Pakete und Abhängigkeiten zum Non-OSS-Repository aus der Konfigurationsdatei /usr/share/kiwi/image/kwliveCD-suse-10.3/config.xml entfernen. Dazu gehören die Pakete:
tpctltpctl-kmp-defaultatmel-firmwareadaptec-firmwareipw-firmwareipw3945-kmp-defaultipw3945diwl3945-ucodeiwl4965-ucodempt-firmwareqlogic-firmware
Nach dem Erstellen des Sticks können Sie diese Pakete problemlos nachinstallieren oder die Installation um weitere Quellen erweitern. Dieser Workaround ist auch nötig, wenn Sie unter einem 64-Bit-System mit linux32 kiwi ... einen 32-Bit-Stick erstellen möchten.
Nehmen Sie keine Änderungen an der Datei /usr/share/kiwi/image/usbboot/suse-10.3/config.xml vor. Das OpenSuse-Wiki führt hier etwas in die Irre: Da Kiwi die KwliveCD-Konfiguration benutzt, braucht es keine weiteren Angaben zur Initrd. In Zukunft planen die Kiwi-Entwickler sogar, diese Konfigurationsdateien read-only zu machen und mit einer Prüfsumme zu versehen.



