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Der Werwolf im Mondschein

Fedora 8

Neues & Altes

Neu in der Werwolf-Ausgabe ist ein Werkzeug zur Firewall-Konfiguration. Das erreichen Sie über das Administrationsmenü. Der eingebaute Wizard, den Sie über das Menü-Icon starten, fragt nach der Anzahl der Netzwerkzugänge und Ihrem Wissen zum Thema Firewall, informiert Sie aber nicht über seine Zaubereien. Einzelne Ports zu bestimmten Diensten, wie ssh oder ftp schalten Sie zwar problemlos frei, für tiefergehende Konfigurationen brauchen Sie aber weiterhin einen Editor. Über den Menüpunkt für Masquerading richten Sie mit wenigen Mausklicks einen voreingestellten Router ein, den Sie über die Schnittstellen eth, ippp, isdn, ppp und tun betreiben. Im Privatbereich stellt das neue Tool durch seine Einfachheit eine gute Hilfe dar, Profis schreiben die Konfiguration für ihre Firewall sicher weiterhin von Hand.

Laut eigener Aussage arbeitet Suns Java-Umgebung durch eine Änderung am X.org-Server nicht mehr mit Fedora zusammen. Die Community möchte das freie GPL-Java "IcedTea" etablieren. Wer in seinem Produktivsystem also auf Suns Java setzt, sollte auf Fedora 8 verzichten.

Die neue Audio-Schnittstelle PulseAudio, die im Vorfeld auch als das "Audio-Compiz" bezeichnet wurde, bereitete auf unseren Testsystemen keine Probleme. Liest man allerdings die Erfahrungsberichte der User in den einschlägigen Foren, scheint PulseAudio noch nicht mit allen Soundkarten ordnungsgemäß zu kooperieren.

Zahlreiche kleinere Neuerungen und Verbesserungen bringt der aktuelle Kernel 2.6.23 mit: So wartet Fedora bereits jetzt mit neuen Treibern für WLAN-Karten (unter anderem Broadcom und Ralink) auf, welche andere Distributionen noch nicht übernommen haben.

Unerklärlich fanden wir beim Test allerdings, wie sich aus Fedora 7 bekannte Übersetzungsfehler [6] bis in die finale Version 8 der Distribution durchmogeln konnten, wie Abbildung 9 zeigt.

Abbildung 9: Alte Fehler, wie hier die unlogische Beschreibung zum Druckernamen, bestehen bereits seit drei Releases.

Im Gegensatz zu OpenSuse, das vor einigen Wochen erschien, gewährt Fedora auch keine Vorschau auf das angekündigte neue KDE 4, sondern setzt konsequent auf die stabile Version 3.5.8. Eine Außnahme bildet hier der eigentlich für KDE 4 bestimmte GoogleEarth-Nachbau Marble, den Sie bereits über Pirut nachinstallieren.

Fazit

Fedoras achter Wurf entpuppt sich als moderne, stabile Distribution mit großem Softwarekatalog auf aktuellem Stand und mit den neuesten Treibern. Die Installation von den Live-Medien klappte anstandslos und das System lief im Test sehr stabil. Die Unterschiede der beiden Live-CDs lassen sich auf Desktop-typische Eigenheiten zurückführen, die Sie aber mit wenigen Handgriffen beseitigen beziehungsweise an Ihre Bedürfnisse anpassen.

Die Neuerungen PulseAudio und IcedTea müssen sich im Alltag erst noch bewähren. Fedora-7-Anwender sollten daher abwägen, ob Sie die besseren und neueren Treiber – etwa für WLAN-Karten – tatsächlich benötigen. Für Fedora 6 hingegen läuft im Dezember der Support aus, wodurch sich ein Upgrade schon aus Sicherheitsgründen empfiehlt.

Was Fedora fehlt, ist ein Killerfeature, das es von den anderen großen Distributionen abhebt. Im Gegenteil: In einigen Bereichen hinkt der Werwolf den aktuellen Releases von Ubuntu und OpenSuse noch etwas hinterher. So verpassen es die Entwickler, mit entscheidenden Usability-Vorteilen (wie einheitliche Systemwerkzeuge) den Werwolf deutlich vom Mondschein abzuheben.

Fedora 8 im Überblick

Komponente

Version

Kernel   2.6.23
GCC     4.1.2
X.org   7.2
Yum     3.2.5
Gnome   2.20
KDE     3.5.8
Openoffice   2.3
Web: Firefox 2.0.0.6
Email: Evolution 2.12.0
Infos

[1] Fedora-Homepage http://fedoraproject.org/de/

[2] Releasenotes http://docs.fedoraproject.org/release-notes/f8/de/

[3] Fedora Download http://fedoraproject.org/de/get-fedora

[4] Grundlagen SELinux http://www.os-t.de/PDFs_SELinux/2363_Kap_12.pdf

[5] Multimedia für Fedora http://rpm.livna.org

[6] Rene Gäbler: "Die saubere Distro"; LU 08/2007, II ff.

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Infos zum Autor

Mirko Albrecht

Mirko Albrecht schreibt seit Ende 2004 regelmäßig Beiträge für die Zeitschriften LinuxUser und EasyLinux. Wenn er nicht gerade eine neue Distribution ausprobiert, spielt er gern Schach oder fotografiert die Welt.
Seine Rechner werden meist von Xubuntu oder Opensuse bevölkert.


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