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Onlinebanking mit Moneyplex 2008

01.01.2008 Noch komfortableres Online-Banking und volle Übersicht im Portmonee verspricht Matrica mit Moneyplex 2008.

Wer Girokonten unter Linux zu verwalten möchte, für den stellt das kommerzielle Moneyplex [1] die erste Wahl dar: Keins der alternativen Onlinebanking-Programme bringt so viele Funktionen und Möglichkeiten mit. Für Anfang Dezember hat Hersteller Matrica die neue Version Moneyplex 2008 angekündigt. Wir haben uns kurz vor deren Erscheinen die aktuelle Beta-Version angesehen, die laut Matrica der Release-Version schon fast vollständig entspricht. Allerdings stand noch kein Einrichtungsassistent zur Verfügung. Auch auf die Möglichkeit, Buchungen mit einer Optionsschaltfläche als erledigt zu kennzeichnen, mussten wir noch verzichten.

Beim ersten Start von Moneyplex fällt der neue Einrichtungsassistent auf. Er erspart das Durchblättern der einzelnen Register des Konfigurationsdialogs erspart. Alle wichtigen Einstellungen erfragt er schrittweise und nimmt durch sinnvolle Vorschläge dem Anwender viel Arbeit ab. Dabei richtet der Assistent die Kontoverbindung schnell und einfach ein und testet auf Wunsch auch gleich die Internetverbindung, sodass schon nach kurzem Updates zur Verfügung stehen.

Moneyplex-Editionen im Vergleich

Feature Standard Pro
unterstützte HBCI-Versionen 2.01, 2.1, 2.2, FinTS 3.0 2.01, 2.1, 2.2, FinTS 3.0
HBCI mit Chipkarte, Diskette, PIN/TAN ja ja
iTAN/mTAN ja ja
unterstützt HBCI-Geldkarte Typ 1 (Sparkasse)ja ja ja
unterstützt VR-NetWorld-Chipkarte ja ja
sichere PIN-Eingabe an Chipkartenlesern Klasse 2/3 ja ja
Passwortschutz für Konten ja ja
Matrica-Assistent nein ja
Kontoarten Girokonto und weitere Girokonto und weitere
Anzahl Konten beliebig beliebig
Anzahl Mandanten 1 2
Preis (Update) 39,90 (29,90) Euro 49,90 (39,90) Euro

Terminarbeit

Im Moneyplex-Menü findet sich die neue Schaltfläche Planung (Abbildung 1) mit den beiden Funktionen Terminbuch und Geldflussprognose. Das Duo arbeitet Hand in Hand: Sie erstellen damit eine Liste der in der Zukunft zu erwarteten Ein- und Ausgaben und können so vorauskalkulieren, wie sich Ihre Geldmittel entwickeln.

Abbildung 1

Abbildung 1: Ein Schwerpunkt in der neuen Moneyplex-Version ist die Planungsfunktion. Sie können damit kalkulieren, welche Gewinne oder Verluste Sie in den nächsten Monaten oder Jahren zu erwarten haben.

Im Terminbuch legen Sie zunächst alle anfallenden Buchungen fest und lassen diese später ausführen. Zuerst wählen Sie einen Empfänger oder tragen dessen Daten ein. Dann geben Sie den Betrag ein und bestimmen über eine Optionsschaltfläche, ob es sich um eine Einnahme oder Ausgabe handelt. Nun wählen Sie noch das Konto und ordnen eine Kategorie zu (Abbildung 2). Mittels des Listenfelds Turnus legen Sie fest, ob und wie oft die Buchung wiederholt werden soll. Abschließend speichern Sie alle Angaben.

Abbildung 2

Abbildung 2: Um mit der Planungsfunktion Ergebnisse zu erzielen, müssen Sie zunächst mit Terminbuchungen festhalten, welche Einnahmen und Ausgaben in Zukunft zu erwarten sind.

Tritt eine Zahlung mehrfach auf, wählen Sie im Listenfeld Zeitplan den Turnus und den Datumsbereich (Abbildung 3). Dabei lässt sich exakt die Anzahl der verbleibenden Zahlungen angeben. Den Datumsbereich wählen Sie mit einem aufklappbaren Kalender, in dem Sie Daten mit einem Doppelklick festlegen. Die fehlende OK-Schaltfläche stört hier ein wenig.

Abbildung 3

Abbildung 3: Mit dem Zeitplan legen Sie fest, dass eine Zahlung mehrmals auftritt. Sie können dabei genau festlegen, in welchem Zeitraum dies wie oft erfolgt.

Hin und her

Im Bereich Aktivität bei Fälligkeit des Terminbuchs bestimmen Sie, was zum Buchungsdatum geschehen soll. So können Sie etwa eine Zahlung nur zu Kalkulationszwecken nutzen: Sie erscheint dann nirgendwo im Kontoverlauf. Bei einem offline geführten Konto lässt sich eine Terminbuchung in das Kontobuch übernehmen, sodass Sie sie nicht ein zweites Mal erstellen müssen. Falls Sie mit Moneyplex ein HBCI-Konto verwalten, landet die Terminbuchung auch gleich im Ausführungszentrum. Dann genügt ein Häkchen in die Optionsschaltfläche, und Moneyplex überträgt die Buchung zum Bankserver.

Möchten Sie Zahlungen in die Kalkulation miteinbeziehen, die sich bereits in Ihrem Kontobuch finden, dann können Sie sich das Eintragen der Buchung sparen: Markieren Sie die Buchung im Kontobuch, öffnen Sie das Kontextmenü und wählen Sie Als Vorlage verwenden / für eine Terminbuchung. Tragen Sie ein, ob es sich um eine wiederkehrende Zahlung handelt, und wählen Sie, was bei Fälligkeit geschehen soll.

In der Geldflussprognose (Abbildung 4) zeigt Ihnen Moneyplex, welche Gewinne oder Verluste in der nächsten Zeit anfallen. Dazu präsentiert das Programm Einnahmen und Ausgaben in einem Diagramm. Unterhalb davon wählen Sie die Konten, die in die Auswertung mit einfließen, sowie den Zeitraum und die Kategorien. Über Checkboxen bestimmen Sie, ob Moneyplex Terminüberweisungen und Daueraufträge mit in die Kalkulation einbezieht. Für eine längerfristige Prognose ist die Angabe eines Inflationssatzes sehr interessant.

Abbildung 4

Abbildung 4: Die Geldflussprognose zeigt das Ergebnis aller geplanten Buchungen in Form eines Diagramms.

Weitere Neuerungen

Bei der Arbeit mit Überweisungen unterstützt Moneyplex nun auch das Umbuchen von Beträgen. Bedingung: Sie müssen die beiden Konten eingerichtet haben und per Onlinebanking verwalten. Um eine solche Umbuchung zu erstellen, geben Sie wie gewohnt eine Überweisung ein. Dann aktivieren Sie die Option Umbuchung und wählen im Feld Konto des Auftraggebers das Ausgangskonto.

Die Auswertung der Kontoverlaufsanzeige hat Matrica auf einen Zeitraum von fünf Jahren erhöht. Das Programm bietet nun die Möglichkeit, rechtsverbindliche Kontoauszüge herunterzuladen und auf dem Drucker auszugeben. Dabei handelt es sich um von der Bank signierte Kontoauszüge. Daneben unterstützt Moneyplex nun auch das MT940-Format für auf dem Bankserver vermerkte, aber noch nicht gebuchte Ausgaben und Einnahmen. Sie können Buchungen von einer Geldkarte auf ein Offline-Konto importieren.

Moneyplex 2008 lässt sich komplett über Tastaturkommandos steuern, viele kleine Verbesserungen machen die Arbeit mit Moneyplex noch einfacher und bequemer. So lässt sich ein Kontoverlauf für alle oder einzelne Konten anzeigen. Neben einer optimierten Druckausgabe der Kontoauszüge bietet Moneyplex 2008 auch den Ausdruck einer Empfängerliste an. Die anstehenden Überweisungen addiert das Programm im optionalen Dialog Ausführen, sodass Sie jederzeit erkennen, welche Beträge insgesamt fällig werden.

Fazit

Moneyplex 2008 bietet eine ganze Reihe Neuerungen, denen man anmerkt dabei, dass die Entwickler hier auf Anwenderwünsche eingegangen sind. Die neue Planungsfunktion bietet einen Blick in die Zukunft, durch die Kalkulation lassen sich Einsparungen und höhere Gewinne planen. Da das Programm auf Wunsch Terminbuchungen beim Erreichen des angegebenen Zahlungsdatums ausführt, entfallen die dazu früher notwendigen doppelten Eintrage. Wünschenswert wäre eine bessere Ausnutzung der Vorlagen: Zu viele Mausklicks sind notwendig, um eine vorhandene Buchung aus dem Kontobuch in die Planung zu übernehmen.

Immerhin entfällt dank der rechtsverbindlichen Kontoauszüge jetzt der Weg zum Kontoauszugsdrucker der Bank respektive der kostenpflichtige Versand der Kontoauszüge – zumindest, sofern Ihre Hausbank diese Möglichkeit unterstützt.

Glossar

FinTS

Der Financial Transactions Service ist der Nachfolger des Standards HBCI. Wichtigste Eigenschaft ist der baukastenartige Aufbau: Authentifizierung, Geschäftsvorfälle, Finanzdaten und Protokolle sind jeweils einzeln festgelegt.

mTAN

Verfahren, bei dem der Kunde die TANs von der Bank per SMS erhält. Die Nummern sind somit vor Phishingattacken sicher.

iTAN

Dieses Verfahren arbeitet noch mit einer TAN-Liste. Allerdings gibt der Anwender die TANs nicht mehr nacheinander ein. Stattdessen steht vor jeder TAN eine Zahl, die von der Bank abgefragt wird.

MT940

Message Type der SWIFT [3] für den Aufbau von Kontoauszugsdaten.

Infos

[1] Matrica: http://www.matrica.de

[2] Test Moneyplex 2007: René Gäbler, "Schwein gehabt", Linux User 07/2007, S.74, http://www.linux-user.de/ausgabe/2007/07/074-moneyplex/

[3] SWIFT (Wikipedia): http://de.wikipedia.org/wiki/SWIFT

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