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Spezielle OpenSuse-Version von Millin mit 6 GByte Software

01.01.2008
Für 20 Euro bietet der Millin-Verlag eine besonders gut ausgestattete Ausgabe der 32-Bit-Version von OpenSuse 10.3 an.

Die OpenSuse-Box aus dem Nicolaus-Millin-Verlag besteht aus eine DVD-Hülle mit einer DVD-9 und einem Einlageblatt, das einen Zugangscode zur persönlichen Installationsquelle sowie den Hinweis enthält, dass sich sämtliche Dokumentation auf dem Medium befindet.

Die DVD bringt neben der Download-Version von OpenSuse zusätzliche Hardwaretreiber für Nvidia-Karten, Quickcam-Webcams, diverse AVM-Hardware und WLAN-Karten mit einem Atheros-Chipsatz mit. Auch die Softwareauswahl hat Millin um diverse Programme erweitert, darunter Flightgear, Xara-LX, Joomla, Typo3 und E-Groupware. Eine detaillierte Liste finden Sie auf der Homepage von Millin [1]. Die Vorkon-Zusätze liegen als zusätzliche Installationsquelle auf der DVD. Wie Sie diese ins System einbinden, beschreibt die Dokumentation ausführlich.

Als zweite Installationsquelle befindet sich auf dem Datenträger ein Verzeichnis mit Updates für die Hardwaretreiber. An zahlreichen Stellen weist die Dokumentation darauf hin, dass der Treiber stets zum Kernel passen muss – sie stellt jedoch nicht eindeutig klar, ob die Treiber für den neuen oder den alten Kernel bestimmt sind. In den Tests zeigte sich dann, dass Millin zwar zum Kernel 2.6.22.9-0.4 passende Treiberpakete liefert, sich dieser Kernel aber nicht auf der DVD befindet. Fügen Sie also die Vorkon-Installationsquellen hinzu, dann zeigt YaST beim Versuch, ein Treiber-RPM zu installieren, eine Fehlermeldung an und Sie müssen von Hand die passende Version auswählen (Abbildung 1).

Abbildung 1: YaST wählt automatisch immer das Paket mit der höchsten Versionsnummer zur Installation aus. Allerdings findet er dazu kein passendes Kernel-RPM.

Viele Zusätze

Als besonderes Schmankerl bietet Millin auf der Seite http://www.vorkon.de eine zusätzliche Update- und Installationsquelle an, die sich nur über einen besonderen Zugangscode erreichen lässt. In unseren Tests Anfang Dezember zeigte die Seite aber anstelle der erwarteten Informationen nur eine Fehlermeldung an.

Der auf dem DVD-Cover besonders hervorgehobene Fritz!-Vorkonfigurator gehört zu einer umfangreichen Sammlung von Addons, die Millin der Vorkon-Box beigefügt hat. Dazu zählen neben kommerziellen Programmen wie Adobe Reader, Flash-Player, Real-Player, Moneyplex sowie Text- und Planmaker auch einige weniger verbreitete Anwendungen, wie zum Beispiel die Lernplattform Moodle, der Flugsimulator Flightgear oder die Groupware-Suite E-Groupware. Auch die Content-Management-Systeme Typo3 und Joomla hat der Verlag auf die DVD gepackt. Die Millin-Box verfügt damit über mehr Software als die Box-Ausgabe von OpenSuse, allerdings nur als 32-Bit-Version. Weitere Vorkonfiguratoren liegen für Typo3, Joomla, Moodle, MediaWiki und die ODBC-Anbindung von OpenOffice vor. Zwei Workshops, die Ihnen verraten, wie Sie mit Cinepaint HDR-Bilder bearbeiten und OpenOffice mit einer MySQL-Datenquelle zusammen nutzen, runden das umfangreiche Angebot ab. Die Vorkon-DVD kommt ohne Support.

Sehr schön gemacht hat Millin die Präsentation der AVM-Treiber für diverse ISDN- und DSL-Geräte. Eine übersichtliche HTML-Seite zeigt zu jedem Gerät eine Kurzbeschreibung und ein Foto an, sodass es sehr leicht fällt, den zur Hardware passenden Treiber auszusuchen. Leider funktioniert der dahinterliegende Link auf das RPM-Paket nicht.

Fritz!-Probleme

Bei den vom Millin-Verlag angebotenen exklusiven Vorkonfiguratoren handelt es sich um webbasierte PHP-Anwendungen. Das bedeutet, dass Sie für einen Konfigurator zunächst einmal einen Apache-Server mit PHP5-Support aufsetzen müssen. Dieser Umstand fällt bei einem Joomla- oder Typo3-Setup bestimmt nicht ins Gewicht. Allerdings nutzt die Millin-DVD den gleichen Vorkonfigurator auch für das Setup des WLAN-Sticks von AVM. Entsprechend umfangreich und kompliziert gestaltet sich die zugehörige Anleitung. Wer sich selbst ein Bild von der Installation des Fritz-Sticks machen will, findet auf der Millin-Homepage [1] eine Leseprobe im HTML-Format.

Die Redaktion wollte es genau wissen und hat einen Fritz!-Stick durchgetestet. Unser Tipp: Nutzen Sie diesen über den Windows-Treiber mithilfe des Ndiswrappers. So beschränkt sich das Setup auf die Installation des Ndiswrapper-Pakets und die zwei Befehle

$ ndiswrapper -i fwlan.inf
$ modprobe ndiswrapper

Die übrigen Schritte nimmt Ihnen der Networkmanager der Distribution ab. Die aufwendige Einrichtung über den Vorkonfigurator können Sie sich so ersparen.

Der Vorkonfigurator von Millin ist spätestens nach einem Update ohnehin nicht mehr benutzbar, da das PHP-Skript im Schritt 2.2 der Anleitung überprüft, ob der Treiber (Version 2.6.22.9-0.4) zum Kernel-RPM passt. Führen Sie ein Online-Update durch, installiert OpenSuse aber bereits Kernel 2.6.22.12-0.1. Dieser arbeitet zwar dank KMP-Mechanismus kompatibel zu dem älteren Modul, das Millin-Skript bricht aber mit einer Fehlermeldung ab (Abbildung 2). Sie müssen den Stick somit von Hand einrichten oder darauf warten, dass der Verlag auf seiner Homepage passende Pakete bereitstellt. Genau das sollten aber KMP-Pakete überflüssig machen. Nach einem Update wieder zurück zum alten Kernel zu wechseln, ist über YaST praktisch unmöglich, da zu viele Abhängigkeiten bestehen.

Abbildung 2: Nach einem Update passt der Kernel nicht mehr zum Treiber. Die Folge: Der Konfigurator verweigert seinen Dienst.

Verzichten Sie auf das Update und benutzen den Original-Kernel von Suse sowie das passende Treiberpaket, läuft der Konfigurator durch und Sie können den Stick damit in Betrieb nehmen. Allerdings sollten Sie den Apache-Server danach wieder stoppen oder die Firewall anpassen, da OpenSuse bei der Installation des HTTP-Servers automatisch die entsprechenden Ports öffnet. Erfahrene Linux-User laden sich vom AVM-Service-Portal [2] den Quellcode des Treibers herunter und übersetzen und installieren diesen. Danach lässt sich der Stick über die Kommandozeile problemlos nutzen. Der Linux-Treiber spielt aber nicht mit dem Networkmanager zusammen, und die Verschlüsselung müssen Sie dann von Hand einrichten.

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