Home / LinuxUser / 2008 / 01 / Aktuelles

Newsletter abonnieren

Lies uns auf...

Folge LinuxCommunity auf Twitter

Top-Beiträge

Eingedost
(161 Punkte bei 4 Stimmen)
Aufteiler
(161 Punkte bei 4 Stimmen)

Heftarchiv

LinuxUser Heftarchiv

EasyLinux Heftarchiv

Ubuntu User Heftarchiv

Ubuntu User Heftarchiv

Partner-Links:

Das B2B Portal www.Linx.de informiert über Produkte und Dienstleistungen.

Aufmacher

Aktuelles

01.01.2008

Editra – Editor für Programmierer

Editoren für Linux gibt es bereits reichlich. Trotzdem erscheinen immer wieder neue Vertreter der Gattung, von denen der ein oder andere durchaus Leistungspotenzial erkennen lässt. In diese Kategorie fällt auch Editra (http://editra.org/). Im Vergleich zu Urgesteinen wie Emacs oder Vi quasi ein Frischling, bietet das in Python geschriebene Programm in der aktuellen Version 0.2.15 schon zahlreiche Funktionen.

Primäres Ziel bei der Entwicklung von Editra war die Implementierung eines Editors mit gut strukturierter und einfach zu bedienender Benutzeroberfläche. Diesem Anspruch wird das Programm auch gerecht. Neben den üblichen Editorfunktionen unterstützt Editra Syntax-Highlighting für über 40 Programmiersprachen, wozu auch Exoten wie Erlang oder Eiffel zählen. Sagt die Farbwahl im jeweiligen Highlighting nicht zu, passt der Anwender sie schnell über einen Style-Editor an. Darüber hinaus unterstützt Editra auch das Zusammenfalten von Prozeduren, Schleifen oder Verzweigungen, wodurch der Code übersichtlicher wirkt.Wer mehrere Dateien gleichzeitig bearbeiten muss, kann sie komfortabel in einzelnen Reitern gleichzeitig öffnen. Allerdings merkt sich Editra beim Beenden nicht, welche Reiter oder Dateien geöffnet waren.

Obwohl es sich bei Editra um ein junges Projekt handelt, haben die Entwickler schon Möglichkeiten zur Erweiterung durch Dritte implementiert. Ein Plugin-Manager ermöglicht die bequeme Installation, Verwaltung und den Download von neuen Plugins. Auch die mögliche Publikation von Quellcode haben die Entwickler bedacht. Ein so genannter Generator erzeugt aus dem Quellcode wahlweise eine HTML-, Latex- oder RTF-Datei. Alles in allem bietet Editra ausreichend Potenzial, um in den Editoren-Olymp aufzusteigen.

editra-003.png

Editra bietet Syntax-Highlighting für über 40 Programmiersprachen.

Gnome-Menüs im Blick mit The Launcher

Die Situation ist nur allzu vertraut: Man sucht ein Programm in den Tiefen der Gnome-Menüstruktur, findet es aber nicht. Hier springt The Launcher (http://www.alte.ru/thelauncher/) in die Bresche: Eigentlich für den Einsatz als Launchpad auf Touchscreen-Komponenten entwickelt, listet das Python-Programm nach dem Start alle Einträge der Gnome-Panel-Menüstruktur alphabetisch auf. Über einen Filter lassen sich die Liste auf die wichtigen Applikationen beschränken oder die zuletzt installierten Programme anzeigen. Mit den Pfeiltasten blättert man zwischen den einzelnen Programmen und startet mittels der Eingabetaste das gesuchte Programm. Einfacher und schneller geht die Programmauswahl nicht mehr.

thelauncher-001.png

Nach dem Start listet The Launcher den Inhalt aller Gnome-Panel-Menüs alphabetisch auf.

Kampf dem Vergessen

PDAs, Handys und PIMs nützen nur wenig, wenn man den säuberlich eingetragenen Termin dann doch vergisst. Praktisch ist da eine schriftliche Erinnerung, wie Sie der E-Mail-Reminder (http://code.google.com/p/email-reminder/) verschickt. Das Programm besteht aus einer grafischen Oberfläche, in der der Anwender zwischen fünf Erinnerungskategorien wählen kann, und dem Sende-Skript, das man zur täglichen Ausführung in der Crontab einträgt.

In der grafischen Eingabe legt der Benutzer in unterschiedlichen Kategorien wöchentlich, monatlich und jährlich wiederkehrende Termine an. Außerdem existieren Kategorien für Jubiläen und Geburtstage. Im Unterschied zu den Standardkategorien lassen sich hier mehrere Mail-Empfänger angegeben.

E-Mail-Reminder ist aktuell in der Version 0.60 verfügbar, mit der sich unter anderem auch das Lizenzmodell geändert hat: Das Programm steht nun unter GPLv3.

Organisierte Datensammlung mit Incollector

Tagtäglich notieren wir zahlreiche Informationen auf kleine Zettel, die wir anschließend verlegen. Diesem Trauerspiel setzt Incollector (http://www.incollector.devnull.pl/) ein Ende: Das Tool speichert nicht nur allfällige Datenschnipsel, sondern unterstützt auch bei deren Verwaltung.

Zur Datenerfassung stellt Incollector sieben Eingabeformulare zur Auswahlen, die von der Gesprächsnotiz über die Seriennummer- oder Quellcode-Verwaltung bis zur Ablage einer einfachen URL reichen. Je nach Formular legt man anschließend einen Freitext an, definiert Schlagwörter oder vergibt einen Bewertung. Alle Einträge erscheinen in einer Listenübersicht, die sich durch Definition eingrenzen lässt.

Eine Navigationsleiste vereinfacht außerdem die Orientierung in Schlagwörtern oder Suchordnern. Die erfassten Informationen legt Incollector als XML-Datei im Benutzerverzeichnis ab. Wer einzelne Informationen weiterverarbeiten möchte, exportiert diese ebenfalls in XML-Form. So gehen keine Informationen mehr verloren.

incollector-002.png

Externes Gedächtnis: Mit Incollector geht ab sofort keine Notiz mehr verloren – oder?

Gnome: Wirbel um OOXML

Die Tatsache, dass die Gnome-Foundation der ECMA-Arbeitsgruppe TC45-M zur Standardisierung von Microsofts OOXML beigetreten ist, führte in der Community zu Irritationen und heftigen Diskussionen. In einer offiziellen Erklärung bezog die Foundation nun Stellung (http://www.gnome.org/press/releases/ecma-tc45-statement.html) und legte die Zusammenhänge hinter ihrer Entscheidung dar.

Bisher war Gnome-Entwickler Jody Goldberg als Vertreter seines früheren Arbeitgebers Novell in der TC45-M-Gruppe aktiv. Nach seinem Ausscheiden bei Novell plante er seine Arbeit als Vertreter der Gnome-Foundation fortzusetzen, woraufhin die Foundation der TC45-M-Gruppe beitrat. Nur so kann die Foundation aktiv im Standardisierungsverfahren um OOXML mitwirken und ihr Ziel, eine umfassende und gute Dokumentation von OOXML, sicherstellen. Die Foundation betont außerdem, dass ihre Entscheidung nicht die Abkehr von ODF oder eine Befürwortung von OOXML bedeutet.

Roadmap für Gnome 2.22

Anfang November veröffentlichte das Gnome-Entwickler-Team die Roadmap für Gnome 2.22 (http://live.gnome.org/RoadMap), das im März 2008 erscheinen soll. Erwartungsgemäß plant man zahlreiche Änderungen und Optimierungen. So verschwinden beispielweise eine Reihe Themes und Symbole. Auf dem Desktop soll das Applet Deskbar künftig das Herunterladen neuer Plugins aus dem Internet erleichtern, Evolution wird eine Volltextsuche in seinem Adressbuch ermöglichen. Auch bei den Anwendungen sind Neuzugänge geplant, wie beispielsweise die Entwicklungsumgebung Anjuta DevStudio oder der VNC-Client Vinagre, um nur zwei zu nennen. Welche Programme und Features es letztlich in die kommende Version schaffen, steht noch nicht fest – nach dem 12. März weiß man mehr.

Vorstandswahl bei Gnome

Das Jahr neigt sich dem Ende entgegen, und wieder einmal steht die alljährliche Wahl des Gnome-Foundation-Vorstands an (http://foundation.gnome.org/elections/2007/). In diesem Jahr bewerben sich zehn Kandidaten für die sieben Vorstandssitze. Mit Vincent Untz, Behdad Esfahbod und Jeff Waugh stellen sich nur drei Mitglieder des derzeitigen Vorstands zur Wiederwahl. Wahlberechtigt sind alle eingetragenen Mitglieder der Foundation. Sie erhielten ihre Wahlzettel wie gewöhnlich via E-Mail und müssen diese bis zum 9. Dezember ausgefüllt zurückgeschickt haben. Wie sich der Gnome-Vorstand 2008 endgültig zusammensetzt, steht voraussichtlich erst im Januar endgültig fest. So lange kann das Wahlergebnis theoretisch noch angefochten werden, was aber in der Vergangenheit nie vorkam.

Vinagre, der VNC-Viewer

Bisher stellte Gnome nur einen VNC-Server bereit, der auf eingehende Verbindungen reagierte. Einen Client gab es bis vor kurzem noch nicht. Der brasilianische Programmierer Jonh Wendell schuf Vinagre (http://www.gnome.org/projects/vinagre/), um diese klaffende Lücke zu füllen. Das Programm findet mit Hilfe von Avahi andere VNC-Server im Netz und verbindet sich auf Wunsch mit ihnen. Ebenso steht eine Lesezeichenverwaltung bereit, in der Sie bequem Verbindungen zu VNC-Servern speichern. Das Programm verwaltet mehrere Sitzungen in Reitern, sodass der sonst übliche "Fenstersalat" entfällt. Für die Zukunft hat der Entwickler noch die Integration des Keyrings angedacht. Dann braucht man sich einmal eingegebene Passwörter für Verbindungen nicht mehr zu merken. Am Rande sei erwähnt, dass Vino, der VNC-Server von Gnome, jetzt mehr Konfigurationsmöglichkeiten zulässt, wie etwa das An- und Abschalten von verschlüsselten Verbindungen oder das Verändern des VNC-Ports. Auch dies geht auf die Arbeit von Jonh Wendell zurück.

PackageKit vereinheitlicht Paketverwaltung

RPM und DEB zählen zu den gängigsten Pakettypen unter Linux. Mandriva, Red Hat und Suse setzen auf RPM, Debian und seine Derivate dagegen auf DEB. PackageKit (http://www.packagekit.org) spendiert den verschiedenen Formaten eine einheitliche Abstraktionsschicht und möchte damit den Benutzern ein einheitliches, distributionsübergreifendes Frontend zur Paketverwaltung bieten. Bei PackageKit selbst handelt es sich lediglich um eine D-Bus-Abstraktionsschicht, sodass es nur sehr wenige Abhängigkeiten hat, darunter Glib, D-Bus und PolicyKit.

Über die Frontends gnome-packagekit und QPackageKit (Qt) lässt sich PackageKit kinderleicht bedienen. Zur Zeit gibt es acht verschiedene Backends (http://packagekit.org/pk-faq.html), wovon Yum am vollständigsten implementiert ist. Foresight Linux hat gnome-packagekit bereits als das Standard-Paketverwaltungsprogramm auserkoren, Ubuntu evaluiert derzeit seinen Einsatz in einer der nächsten Versionen. Angeblich arbeiten die Entwickler von Suse ebenfalls schon an einer Anpassung. Das passende Zypp-Backend integrierte Richard Hughes, der Autor hinter PackageKit, bereits.

packagekit.png

Das Gnome-Frontend von PackageKit ist bereits recht weit entwickelt und gut zu bedienen.

Im Einklang mit Conduit

Seit es Groupware-Programme wie Evolution gibt, beschäftigen sich ganze Scharen von Entwicklern mit Programmen zur Synchronisation zwischen mobilen Geräten und dem PC, wie etwa OpenSync und Multisync. Bei Conduit (http://www.conduit-project.org/ handelt es sich um ein Synchronisationsprogramm, das Benutzern erlaubt, E-Mails, Dateien, Lesezeichen und andere persönliche Daten mit einem anderen Gerät oder einer Online-Ressource wie GMail zu synchronisieren. Das Programm ist derzeit als Development-Release deklariert, funktioniert aber recht zuverlässig. Auf der Mailingliste (http://mail.gnome.org/archives/conduit-list/2007-November/msg00003.html) diskutierten die OpenSync- und Conduit-Entwickler kürzlich über eine mögliche Zusammenarbeit der beiden Projekte.

conduit.png

Conduit bietet viele Möglichkeiten, um verschiedenste Datenquellen miteinander zu synchronisieren.

Gio/GVFS löst GnomeVFS ab

Unter der Feder des bekannten Nautilus-Entwickler Alexander Larsson entsteht derzeit eine modernen virtuelle Dateisystem-Bibliothek für Gnome. Sie soll in naher Zukunft das bisherige GnomeVFS ablösen. Nautilus und Gedit wollen bereits in der nächsten Version auf die fortschrittliche Bibliothek setzen. Die Bibliothek Gio implementiert dabei lokale Dateioperationen und bietet eine Schnittstelle für GVFS. Dieses wiederum vereinfacht den Zugriff auf entfernte Dateien. Dabei unterstützt GVFS die Protokolle SSH, DAV, SMB, Fuse und (S)FTP.

Im Gegensatz zu bereits etablierten virtuellen Dateisystem-Bibliotheken, wie zum Beispiel den Kio-Slaves von KDE, erhalten über Gio/GVFS auch Programme Zugriff auf entfernte Dateien, die nicht auf Glib beziehungsweise auf GTK+ aufsetzen. Gio/GVFS löst dieses Problem mittels Fuse: Diese erlaubt Benutzern, die selbst keine Rechte zum Einhängen von Dateisystem haben, diese dennoch zu mounten. Ntfs-3g nutzt die Möglichkeiten von Fuse bereits ausgiebig. Für die Version 2.16 der Glib planen die Entwickler die Integration der Gio-Bibliothek. Die Diskussion lesen Sie auf der Gtk+-Mailingliste (http://mail.gnome.org/archives/gtk-devel-list/2007-November/msg00028.html).

WebKitGtk konkurriert mit Gecko

WebKit (http://www.webkit.org/) war anfangs nur für den Webbrowser Safari konzipiert, findet heute allerdings Verwendung in einer Vielzahl von Plattformen und hat es mittlerweile sogar den Sprung auf Smartphones wie das OpenMoko und Internet-Tablets wie das Nokia N800 geschafft. An der Entwicklung der von Apple betreuten HTML-Render-Bibliothek beteiligen sich viele andere Projekte, darunter auch Gnome, und Firmen wie Nokia, Google und Adobe.

Primär durch die Arbeit von Alp Toker entwickelte sich der Gtk+-Port von WebKit – kurz WebKitGtk – soweit, dass die Rendering-Bibliothek in der kommenden Version von Epiphany als Alternative zur Gecko-Engine von Mozilla zum Einsatz kommt. Naturgemäß ist WebKitGtk noch nicht so vorangeschritten und gut integriert wie das Mozilla-Pendant. Jedoch hat es den Ruf, weniger Speicher zu verbrauchen und die neuesten W3C-Standards zu unterstützen. Der reduzierte Speicherverbrauch kommt vor allem mobilen Geräten zugute, deren RAM-Größe nicht an die der stationären PCs heranreicht.

Im Gnome-Wiki gibt es eine Anleitung zum Übersetzen von WebKitGtk (http://live.gnome.org/WebKitGtk). Neugierige Anwender können Epiphany mit der alternativen Engine ausprobieren (http://live.gnome.org/Epiphany/WebKit).

KDE 4.0: Fast fertig?

Mit dem Erscheinen des ersten und voraussichtlich einzigen Release-Kandidaten "Calamity" Ende November gibt sich die KDE-Community zuversichtlich, den anvisierten Release-Termin Mitte Dezember halten zu können. Der KDE-4-RC liefert vor allem Optik nach: So gilt der Desktop-Ersatz Plasma nun als "fast fertig", und auch das Panel kommt im modernen Look daher. Die Plasma-Applets, die eigentlich auf dem Desktop residieren, kann man nun über [Strg]+[F12] kurzfristig in den Vordergrund holen und wieder verschwinden lassen. Verbleibt die Maus länger über einem der auf den Namen Plasmoid getauften Applets, erscheint ein Rahmen, der das Skalieren und Rotieren der Progrämmchen ermöglicht.

Der Fenstermanager KWin läuft nun stabil und versteht sich auf OpenGL-basiertes Compositing, kann aber bei Bedarf auf 2D-Compositing zurückfallen oder ganz ohne Effekte auskommen. Compositing ermöglicht modernen Fenstermanagern wie Compiz Fusion oder KWin schicke grafische Effekte: So macht ein spezieller Übersichtsmodus, der alle virtuellen Desktops in einem Schachbrettmuster anordnet, den traditionellen Pager unnötig. Zudem lassen sich die Fenster nun direkt zwischen den Desktops verschieben. Steht der Mauszeiger in der oberen linken Bildschirmecke, so zeigt KWin alle Fenster in der von Exposé (Mac OS X) respektive Komposé (KDE) bekannten Manier, die die KDE-4-Entwickler "Present Windows" getauft haben. Der besondere Clou zeigt sich hier erst im Detail: Beginnt man mit dem Tippen, so entfernt KWin alle Fenster, in deren Titel die getippten Buchstaben nicht vorkommen.

Im Release-Kandidaten fehlen noch die neuen Hintergrundbilder, die das KDE-Projekt unter den Einsendungen eines Wettbewerbs (http://dot.kde.org/1195329269/) ausgewählt hat. Auch der so genannte Systemabschnitt, der die Symbole residenter Programme anzeigt, hat es nicht mehr in den RC geschafft. An ihm arbeitet das Plasma-Team derzeit unter Hochdruck. Damit solche Features bis zur endgültigen Freigabe ausreichend getestet werden, stellt das KDE4Daily-Projekt unter http://dot.kde.org/1195829316/ ein einfaches Qemu-basierendes System vor, auf dem sich KDE4 ohne Seiteneffekte kompilieren und testen lässt. Wem Qemu zu langsam ist, der kann das Image mit der Anleitung von Roland Wolters (http://liquidat.wordpress.com/2007/11/23/howto-transform-a-qemu-image-to-a-virtualbox-image/) auch für die VirtualBox von Innotek ummodeln.

applets_layer.png

Um mit Plasma-Applets zu arbeiten, muss man ab sofort nicht mehr den Desktop freiräumen.

presentwindow.png

Die bekannte Exposé-Darstellung haben die KDE-Entwickler um eine raffinierte Filterfunktion erweitert.

Relizenzierung beim KDE-Projekt

Das KDE-Projekt hat das größte Relizenzierungprogramm in seiner mittlerweile 11jährigen Geschichte gestartet. Freiwillige schreiben derzeit alle aktiven und nicht mehr aktiven Entwickler an, die Code unter der GPL 2 veröffentlicht haben.

Der Grund: Immer mehr Projekte, wie etwa Samba, setzen auf die GPLv3, die mit der alten Lizenz inkompatibel ist. Da KDE jedoch Teile von Samba und anderen GPLv3-Projekten benötigt, bittet das Projekt die Autoren, den Code zusätzlich unter der GPL 3 zu lizenzieren oder die aktuelle Lizenz um eine Klausel zu ergänzen, die ausdrücklich das Linken mit neueren GPL-Versionen im allgemeinen erlaubt. Diesen Passus ("v2 or later") sieht die GPLv2 zwar ausdrücklich vor, aber vor allem konservative Entwickler meiden ihn gern ("v2-only").

Nicht mehr aktive Entwickler können dem KDE e.V. auch die Rechte zur Relizenzierung übertragen. Ein kurzfristiger Umstieg des KDE-Projekts auf die GPLv3 ist aber nicht zu erwarten, denn Qt steht bislang nur unter der GPLv2.

Entwickler vereinfachen KOffice

Kurz vor der Veröffentlichung von KDE 4.0 haben die KOffice-Entwickler eine weitere Alpha-Version ihrer Office-Suite freigegeben. Sie enthält gegenüber der letzten Alpha nicht nur Fehlerbereinigungen und neue Features, sondern vor allem Verbesserungen in der Infrastruktur. So können alle Anwendungen jetzt Gradienten und Pinsel verwenden. Die Unterstützung für das OpenDocument-Format wanderte in eine gemeinsame Bibliothek und könnte in Zukunft auch weiteren Anwendungen zu ODF-Unterstützung verhelfen.

Auch auf der Oberfläche hat sich einiges getan: Die Anwendungen nutzen nun die stark verbesserten Dock-Leisten von Qt 4 für die Werkzeugleisten. KWord bietet einen vereinfachten Modus, der sich vor allem an Kinder und Computer-Einsteiger wendet. Trotz einer radikal vereinfachten grafischen Oberfläche müssen sich Anwender aber nicht mit reduziertem Funktionsumfang abfinden, versprechen die Entwickler. Das Zeichenprogramm Krite verfügt jetzt über neue Pinsel und sowie ein neues Pfadwerkzeug. Zudem zeigt es die Filtervorschau nun direkt auf dem Bild an, statt kleine Vorschaubilder zu verwenden.

Die Alpha eignet sich noch nicht für den produktiven Einsatz, Entwickler und interessierte Benutzer können sich aber unter http://www.koffice.org einen Eindruck verschaffen und Binärpakete für alle gängigen Distributionen herunterladen.

koffice-alpha-5-kids.png

Nicht nur für Kinder: Der vereinfachte Modus reduziert die KWord-GUI auf das Wesentliche.

K-EncFS erleichtert Festplattenverschlüsselung

Wer viel mit dem Laptop unterwegs ist, sollte seine wichtigsten Daten verschlüsseln. Dabei kommt meist der so genannte Loop-Mount-Ansatz zum Tragen: Die Dateien liegen in einem verschlüsseltem Filesystem, das wiederum selbst als Datei im normalen Dateisystem liegt. Doch bislang gibt es kaum komfortable Anwendungen – oft muss man zum Entschlüsseln ein Ausflug auf die Kommandozeile machen, um das Entschlüsselungspasswort anzugeben und das Dateisystem zu mounten.

Dieses Problem löst die Anwendung K-EncFS, die nun in Version 2.0 vorliegt: Sie legt sich in den KDE-Systemabschnitt und erlaubt das komfortable Entschlüsseln und Einhängen mehrerer verschlüsselter Datencontainer über eine grafische Oberfläche. K-EncFS basiert auf Python, der Fuse-API des Kernels und OpenSSL. Pakete für Debian und RPM-basierte Systeme, die die bei der Installation die benötigten Abhängigkeiten auflösen sollen, liegen auf http://www.kde-apps.org zum Download bereit.

kencfs.png

Bewährte Technologie in neuem Gewand: K-Encfs sorgt beim Verschlüsseln von Festplatten für Komfort.

KSquirrel: schicker Bilder gucken

Wer über eine moderne 3D-fähige Grafikkarte mit passenden Treibern verfügt, der kann dank des Bildbetrachters KSquirrel jetzt auch schicke OpenGL-basierende Effekte verwenden. Das Programm beherrscht dabei in der neuen Version 0.7.5 insgesamt 55 Dateiformate. Dank der Kipi-Schnittstelle kann es auch mit Bildprogrammen wie Gwenview oder KPhotoalbum umgehen, verfügt mit dem fmt_filters-Paket aber auch über eigene Filter. Unter http://ksquirrel.sf.net erwarten den interessierten Hobby-Bildersammler fertige KSquirrel-Pakete für alle gängigen Distributionen samt Installationsbeschreibung.

KMail sortiert Attachments aus

Dass KMail Attachments an den Mails behält, gefällt nicht jedem. Mit den KMail-Power-Tools lässt sich das aber schnell ändern: Als Filter in KMail eingespannt, entfernen sie automatisiert Nachrichtenanhänge und speichern sie auf die Festplatte speichern oder gliedern alternativ nur ausgewählte Attachments nach Vorgabe des Benutzers aus.

Die neue Version 0.3 kann dabei auch Anhänge von GPG-verschlüsselten Mails entfernen oder speichern und mit GPG-Agent umgehen, der die Passwörter für die GPG-Schlüssel zwischenspeichert. Die KMail-Power-Tools stehen unter http://http://jice.free.fr/kmailpt/ zum Download bereit. Sie benötigen Perl, das zusätzlich fällige MIME::Parser-Paket findet sich ebenfalls im Repository aller aktuellen Distributionen enthalten.

Die so genannte Enterprise-Version von KMail, Bestandteil der meisten aktuellen Distributionen, kommt auch ohne die Power-Tools aus: Sie erlaubt das Entfernen oder Auslagern von Anhängen von Haus aus. Die Enterprise-Version verrät sich durch einen entsprechenden Eintrag im Info-Dialog.

Krita: Tablettunterstützung dank Spenden

Das Grafikprogramm Krita erhält bessere Unterstützung für die Gestaltung über Grafiktabletts. Möglich machte das ein Spenden-Marathon, der genug Geld in die Kassen spülte, um zwei Geräte für die Entwickler anzuschaffen. Das erste erhält zunächst Boudewijn Rempt, der damit Unterstützung für chinesische Pinselstriche implementieren will. Mit dem zweiten arbeitet Emanuele Tamponi, der mit dem Forscher Roberto Baccoli an einem natürlichen Farbmischmodell arbeitet. Beide Features sollen in der fertigen Version von KOffice 2.0 vollständig implementiert sein. Die Spendenaktion starteten die Entwickler vor einem halben Jahr. Das überschüssige Geld fließt in einen Topf, aus dem die Anreise für Krita-Entwickler zum kommenden Libre-Graphics-Treffen, der wichtigsten Konferenz für freie Grafiksoftware, anteilig finanziert wird.

Schnellere Programme mit Qt 4.4

Dank des QtConcurrent getauften Moduls, das jetzt in die Entwickler-Snapshots von Qt Einzug hielt, können Entwickler nun einfacher Algorithmen gleichzeitig statt nacheinander ausführen lassen. Das rechnet sich nicht zuletzt auf aktuellen Dual-Core-Systemen und deren vielkernigen Nachfolgern. Die KDE-Entwickler kündigten bereits an, in KDE 4.1 von der Technik Gebrauch machen zu wollen. QtConcurrent verfolgt einen anderen Ansatz als die in KDE 4 bereits vorhandene Threadweaver-Bibliothek, sodass sich beide Technologien ideal ergänzen. Die aktuellen Entwickler-Snapshots bieten eine Vorschau auf Qt 4.4, das auch Flackerunterdrückung und Unterstützung für den KHTML-basierenden WebKit-Browser mitbringt.

Es muss nicht immer Vi sein

Vi gilt als Urvater aller Unix-Editoren, Vim ist sein populärster und mächtigster Abkömmling. Wer seinen Editor lieber kernig und ursprünglich mag, für den ist der Berkeley Vi-Editor Nvi (http://www.bostic.com/vi/) genau das Richtige.

Nvi konzentriert sich auf die ursprüngliche Funktionalität wie mehrfache Puffer, die Unterstützung erweiterter regulärer Ausdrücke, die Möglichkeit, beliebig viele Rückschritte in Änderungen durchzuführen sowie horizontales Scrolling. Eine grafische Oberfläche besitzt Nvi in der Standard-Version nicht. Zwar existiert eine GTK-Unterstützung, welche die Entwickler aber als experimentell einstufen. Im Test ließ sie sich denn auch nicht kompilieren.

Da sich Nvi auf die wesentlichen Editorfunktionen beschränkt, fällt das Programm sehr kompakt aus. Daher nutzen viele Distributionen Nvi als Standard-Editor nach der Installation. Ursprünglich von der Uni Berkeley entwickelt, wird Nvi seit vier Jahren von Sven Verdoolaege und Keith Bostic betreut.

nvi-001.png

Nvi hat sich viel des ursprünglichen Vi-Charme erhalten.

Task Spooler

Bei Task Spooler (http://vicerveza.homeunix.net/~viric/soft/ts/) handelt es sich um ein Batch-System für Linux. Es verfügt über eine Serverkomponente, die mit der Übertragung des ersten Jobs an das Batch-System gestartet wird. Task Spooler startet für jeden Anwender eine eigene Serverinstanz und garantiert so, dass jeder Nutzer eine eigene Jobqueue besitzt und nur eigene Jobs beobachten und verwalten kann. Die Aufgabe in der Jobqueue arbeitet Task Spooler chronologisch ab. Dabei kann der Benutzer die Jobs in seiner Queue umsortieren, einzelne Tasks wieder entfernen oder sich einfach nur die Ausgabe eines bestimmten Jobs anzeigen lassen.

Damit der Anwender die Ausgabe der abgearbeiteten Jobs jederzeit nachlesen kann, legt Task Spooler sie als Datei im temporären Verzeichnis von Linux ab. Um sicher zu gehen, dass nur der jeweilige Job-Initiator auf die Ausgaben zugreifen kann, passt das Programm die Zugriffs- und Eigentumsrechte der Datei entsprechend an. Bei Platzproblemen komprimiert Task Spooler die Ausgabe auf Wunsch automatisch mit Gzip oder leitet sie via E-Mail weiter. Bei Bedarf kann man die Ausgabe auch komplett unterdrücken.

Task Spooler ist jetzt in der Version 0.4.1 erschienen. Sie beseitigt einige Fehler die beim Entfernen von Jobs aus der Queue auftraten.

task-scheduler-002.png

Die Prozessliste von Task Spooler gibt Auskunft über alle anstehenden Jobs.

Bundesrechnungshof will mehr Open Source

Zur Freude zahlreicher Open-Source-Anhänger sprach sich der Bundesrechnungshof in seinem jetzt veröffentlichten Jahresbericht 2007 (http://www.bundesrechnungshof.de/veroeffentlichungen/) für den verstärkten Einsatz von freier Software sowie für die vermehrte Adaption offener Standards aus. Laut des Berichts haben sich die Voraussetzungen zum Einsatz freier Software zwar verbessert, trotzdem kam es im vergangenen Jahr wiederholt zu Anschaffungen, bei denen die möglichen Alternativen laut Rechnungshof nicht ausreichend geprüft wurden. Die Koordinations- und Beratungsstelle der Bundesregierung forderten die Rechnungsprüfer darüber hinaus zu einer Überarbeitung ihres 2003 und 2005 veröffentlichten Migrationsleitfadens auf. Laut Bundesrechnungshof entspricht das Dokument nicht mehr dem aktuellen Stand der Software-Entwicklung. Bleibt zu hoffen, dass dieser Denkanstoß 2008 mehr Linux in die Amtsstuben spült.

GNU-PDF braucht Unterstützung

Dass auch die Entwicklung freier Software Kosten verursacht, ist kein Geheimnis. Das GNU-PDF-Projekt hat mit Unterstützung der Free Software Foundation jetzt einen Spendenaufruf gestartet, um die vollständige Implementierung des ISO-32000-Standards für Dokumente im PDF-Format – vulgo: PDF 1.7 – über die Bühne bringen zu können.

Obwohl das GNU-PDF-Projekt stellenweise auf bereits bestehende Lösungen wie die Fitz-Grafikbibliotheken oder die Truetype-Schriften von Ghostscript zurückgreift, rechnen die Projektleiter mit einer langen Implementierungsphase. Finanzielle Zuwendungen oder gar die Bereitstellung von Mitarbeitern könnten die Entwicklung beschleunigen. Spenden kann man SSL-verschlüsselt unter der URL https://www.fsf.org/donate/directed-donations/gnupdf.html via Paypal oder Kreditkarte.

Kurz notiert

Angesichts der überalterten IT-Technik bei der Berliner Polizei forderte der Vize-Landeschef der Deutschen Polizei-Gewerkschaft, Sarwas, jetzt eine Abkehr von Microsoft und den stärkeren Einsatz freier Software. Laut Sarwas existieren ausreichend freie Alternativen, die auch durch die EU zertifiziert sind. Ob diesem Ratschlag Taten folgen, bleibt jedoch abzuwarten.

Nach Abstechern ins Allgäu und die Schweiz findet das LUG-Camp 2008 (http://www.lug-camp-2008.de ) vom 1. bis 4. Mai diesmal im äußersten deutschen Norden in Flensburg. Als Organisator tritt die Camp-erfahrene lokale LUG auf, die schon 2002 und 2004 die Veranstaltung ausrichtete. Als Location dient wie damals das Sportland Flensburg. Die Veranstalter rechnen mit über 160 Teilnehmern und stellen eine Grill-und-Kaffee-Flatrate bereit, ein Rahmenprogramm ist noch in der Planung.

Falls Sie schon immer mehr über das Treiben der Mozilla-Foundation erfahren wollten, aber weder Lust noch Zeit hatten, alle Foren und Mailinglisten zu verfolgen, dann ist der wöchentliche Newsletter about:mozilla für Sie genau das Richtige. Sie bestellen die englischsprachige Postille unter der URL http://developer.mozilla.org/devnews/index.php/2007/11/26/aboutmozilla-nov-26-2007/. Die erste, jetzt erschienenen Auflage berichtet beispielsweise über den Spendenaufruf der Mozilla-Foundation, die erste Beta von Firefox 3, Speicherprobleme bei Mozilla und den Addon-Wettbewerb für Firefox 2.

Wie Mozilla-Entwickler Christian Sejersen in seinem Blog (http://www.christiansejersen.com/blog/) bekannt gab, arbeitet die Mozilla-Foundation bereits seit einiger Zeit an einer Mobile-Edition von Firefox, die auf Handys laufen soll. Konkret konzentriert sich die Entwicklungsarbeit auf Plattformen mit ARM11-Prozessor. Hierbei dienen das Nokia N800 und das HTC S730 als Referenzgeräte, da diese sowohl Linux als auch Windows als Betriebssystem abdecken. Wann der erste Firefox auf einem Handy verfügbar wird, ist noch nicht bekannt.

Tip a friend    Druckansicht Bookmark and Share
Kommentare

2601 Hits
Wertung: 136 Punkte (17 Stimmen)

Schlecht Gut

Infos zur Publikation

Infos zur Publikation

LinuxUser 05/2014

Aktuelle Ausgabe kaufen:

Heft als PDF kaufen

LinuxUser erscheint monatlich und kostet in der Nomedia-Ausgabe EUR 5,95 und mit DVD EUR 8,50. Weitere Informationen zum Heft finden Sie auf der LinuxUser-Homepage.

Im LinuxUser-Probeabo erhalten Sie drei Ausgaben für 3 Euro. Das Jahresabo (ab EUR 60,60) können Sie im Medialinx-Shop bestellen.

Tipp der Woche

Bilder vergleichen mit diffimg
Bilder vergleichen mit diffimg
Tim Schürmann, 01.04.2014 12:40, 1 Kommentare

Das kleine Werkzeug diffimg kann zwei (scheinbar) identische Bilder miteinander vergleichen und die Unterschiede optisch hervorheben. Damit lassen sich nicht nur Rätsel a la „Orignial und Fäls...

Aktuelle Fragen

programm suche
Hans-Joachim Köpke, 13.04.2014 10:43, 8 Antworten
suche noch programme die zu windows gibt, die auch unter linux laufen bzw sich ähneln sozusagen a...
Funknetz (Web-Stick)
Hans-Joachim Köpke, 04.04.2014 07:31, 2 Antworten
Bei Windows7 brauche ich den Stick nur ins USB-Fach schieben dann erkennt Windows7 Automatisch, a...
Ubuntu 13.10 überschreibt immer Windows 8 Bootmanager
Thomas Weiss, 15.03.2014 19:20, 8 Antworten
Hallo Leute, ich hoffe das ich richtig bin. Ich habe einen Dell Insipron 660 Ich möchte gerne Ub...
USB-PTP-Class Kamera wird nicht erkannt (Windows-only)
Wimpy *, 14.03.2014 13:04, 15 Antworten
ich habe meiner Frau eine Digitalkamera, AGFA Optima 103, gekauft und wir sind sehr zufrieden dam...
Treiber
Michael Kristahn, 12.03.2014 08:28, 5 Antworten
Habe mir ein Scanner gebraucht gekauft von Canon CanoScan LiDE 70 kein Treiber wie bekomme ich de...