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Tonstudio@home

Aufnehmen, Schneiden und Sampeln am Linux-PC

01.12.2007 Einfach mal die E-Gitarre in das Audio-Interface am Linux-PC einstöpseln und so richtig abrocken? Kein Problem – mit JackLab verwandelt sich die graue Büromaus Suse in ein komplettes Tonstudio auf dem Rechner.

LinuxUser bietet mit der aktuellen JackLab Audio Distribution (JAD) [1] auf der Heft-DVD eine mit Audio-Software und Echtzeitkernel angepasste Version auf Basis der bewährten OpenSuse 10.2 [2]. Die LinuxUser-Edition enthält zusätzlich aktuelle Updates: So liegen Ardour 2.1, WineAsio 0.5 sowie alle Suse-Sicherheitspatches bei, außerdem optional auf der DVD im Verzeichnis LinuxUser/jacklab-extras eine Auswahl von ASIO-Hosts und VST-Plugins als Demonstration für WineAsio [3] und VST [4] auf Linux.

Voraussetzungen

Für die Installation benötigen Sie einen einigermaßen aktuellen Rechner mit CPU von 1.5 GHz aufwärts und wenigstens 512 MByte RAM. Mehr schadet nicht, denn immerhin gehören Musiker zu einer der wenigen Anwendergruppen, die mit der geballten Rechenpower heutiger Boliden richtig was anfangen. Sehr neue Hardware macht jedoch mitunter Probleme, da das System bestimmte SATA-Chipsätze nicht unterstützt und dadurch die Verbindung des Installers zu den Laufwerken verloren geht. Meist liegt kein passendes Treibermodul vor. Aktuelle Kernel ab 2.6.22 lösen das Problem. Davon profitieren auch OpenSuse 10.3 und das darauf aufbauende, kommende JAD 1.1.

Eine der zentralen Komponenten, der Audioserver Jack, arbeitet theoretisch mit jeder von Alsa unterstützen Soundkarte [5] zusammen. Aber nur Audiokarten mit 24Bit / 96kHz profitieren wirklich prozessorentlastend von der Echtzeit. Die weit verbreiteten Envy24-Chipsätze (wie zum Beispiel in M-Audio Audiophile) sollten den Job bestens erledigen. In der Referenzklasse unterstützt Linux die hochwertigen RME-Audiolösungen allerdings hervorragend. Auch Firewire-Interfaces [6] finden immer bessere Unterstützung.

Normale IDE-Platten mit 7200 rpm sollten eine 16-Spur-Aufnahme ohne weiteres verkraften. Haben Sie vor, streamingbasierte Sampler zu nutzen, so empfiehlt es sich jedoch, die Sample-Bibliothek auf einer zweiten Festplatte anzulegen. Einen Softwaresynthesizer oder Sampler ohne Midi-Master-Keyboard anzutesten, ist allerdings eher unbefriedigend. Glücklicherweise bindet Linux die meisten USB-Midi-Geräte [7] heutzutage ganz unproblematisch ein.

Vorbereiten und installieren

Schaffen Sie Platz auf ihrem Computer – mindestens 40 GByte. YaST verkleinert auf Wunsch bestehende Partitionen und macht gute Vorschläge für ein neues Dateisystemlayout. Das JAD-Projekt hat nur wenige Änderungen gegenüber dem bekannten Setup von OpenSuse 10.2 vorgenommen. Weitere Hilfe zum Setup finden Sie im OpenSuse-Benutzerhandbuch [8].

Softwareauswahl von JAD orientiert sich am Grundbedarf eines kreativen Anwenders: Die meisten Tools für die tägliche Arbeit sind vorhanden. Darüber hinaus finden Sie eine komplette Auswahl von Audio/Midi-Programmen. Zur Vorauswahl gehören aber auch Abspieler wie Mplayer und Audacious, die aber soweit alle Audio/Video-Codecs abspielen.

Liegen alle Dateien auf der Festplatte, starten Sie das System neu, legen die Benutzer an und überlassen der Hardware-Erkennung die abschließende Konfiguration. Danach erscheint der Login-Schirm. Startet nach dem Einloggen Qjackctl ohne Fehlermeldung, steht dem Audiovergnügen nichts mehr im Wege. Für viele bedeutet JAD auch ein erstes Rendezvous mit Enlightenment17 – einem ressourcensparenden Windowmanager. Ein kurze Hilfe zu E17 finden Sie auf der Website des Projekts [9].

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LinuxUser 03/2012

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