Tickt richtig
Mandriva 2008.0 im Test
Alt und neu
Der Desktop von Mandriva 2008 begrüßt den Anwender im typischen blauen Design (Abbildung 1). Ältere Semester unter den KDE-Anwendern dürften erfreut feststellen, dass sich Mandriva auch bei der aktuellen Release an die Freedesktop-Standards hält und KDE in der altbekannten Menüstruktur installiert: Anders als beispielsweise Linux Mint KDE oder Kubuntu verzichtet Mandriva ein modisch neu gestaltetes Startmenü und behält das bewährte Look-and-feel bei. So müssen sich Nutzer früherer KDE-Versionen nicht umgewöhnen, die wichtigsten Einstellungen finden sich am gewohnten Platz. Leider haben es jedoch auch die Mandriva-Programmierer nicht geschafft, KDE zu entschlacken. Direkt nach dem Start, ohne zusätzliche Applikationssoftware belegt der Desktop bereits knapp 260 MByte Arbeitsspeicher – nahezu das Doppelte des RAM-Bedarfs von Gnome (das Mandriva alternativ in der Version 2.20 ebenfalls als Oberfläche anbietet).
Über das Startmenü und dessen Untermenüs Werkzeuge | Systemwerkzeuge | Den Computer konfigurieren gelangen Sie zum Mandriva Linux Kontrollzentrum, das übersichtlich alle wichtigen Einstellmöglichkeiten zusammenfasst. Hier findet sich unter dem Menüpunkt Software verwalten der Paketmanager, der jetzt auch Statistiken entwirft und diese auf Wunsch an einen Mandriva-Server verschickt.
Zudem lassen sich im Kontrollzentrum wichtige Systemdienste und Hardwarekomponenten konfiguriert. Über das Menü Hardware schalten Sie etwa die berühmt-berüchtigten 3D-Effekte ein und aus und passen sie Ihren Wünschen an. Sofern die Grafikkarte im Rechner 3D-Effekte unterstützt, bietet Mandriva neben dem bekannten Compiz Fusion zusätzlich die Metisse-Umgebung [2], die weniger Wert auf spektakuläre dreidimensionale Effekte legt als vielmehr auf Erleichterungen bei der Benutzerführung (Abbildung 2). Das Untermenü Browse and configure hardware wartet in einem zweigeteilten Fenster mit einer übersichtlichen Darstellung aller erkannten Komponenten samt der dazugehörigen Ressourcen auf (Abbildung 3).
Wo Licht ist…
Bei unseren Tests auf verschiedenen Notebooks zeigte sich, dass Mandriva nicht umsonst der Ruf einer exzellenten Hardware-Erkennung vorauseilt: So wurden beispielsweise auf einem voll ausgestatteten Thinkpad-R50-Notebook von IBM out of the box alle Komponenten korrekt erkannt und konfiguriert, von WLAN über Bluetooth, Gigabit-Ethernet und Firewire bis hin zum Trackpoint und Touchpad. Sogar die in den meisten Notebooks verbauten, von Haus aus nicht zu Linux kompatiblen Winmodems erkennt das System korrekt und bietet im Fall der Verfügbarkeit einen Treiberdownload an. Einige Winmodems, für die es freie Treiber gibt, konfiguriert Mandriva gar selbständig. Auch für Nutzer neuester Hardware empfiehlt sich das System: Es kommt sowohl mit SATA-Festplatten als auch mit Dual-Core-Prozessoren problemlos klar. Vor allem letztere geben aufgrund der Zweikern-Konstruktion und der noch größeren Caches mit Mandriva ordentlich Gas.



