Aufmacher

Sony Vaio VGN-SZ5XWN/C

Doppelt schön

Mit satter Core2-Duo- Leistung, solider Ausstattung und gleich zwei Grafikkernen wartet der Vaio SZ5X von Sony auf – und das zu einem relativ erschwinglichen Preis.

Es muss nicht immer das Neueste vom Neuen sein: Greift man bei mobilen Computern auf ein Modell der letzten Generation zurück – egal, ob nagelneu oder gebraucht – fällt das Sparpotenzial meistens hoch aus. Hinzu kommt, dass diese noch immer recht aktuellen Rechner meist mehr als genug Leistung bieten, um zügig zu arbeiten. Ein weiterer Vorteil liegt in der meist guten Linux-Unterstützung bei etwas älteren Modellen: Die Kernel-Entwickler haben genug Zeit gehabt, etwaige Besonderheiten der Hardware abzudecken.

Das Vaio VGN-SZ5XWN markierte bis Mitte 2007 die Spitze im Notebooksortiment aus dem Hause Sony. Es war die letzte Neuerscheinung, bevor Intel seine neue Plattform "Santa Rosa" einführte. Das Subnotebook siedelte sich in einer dementsprechend hohen Preislage an: Rund 2500 Euro kostete das Gerät im Sony Store [1]. Mittlerweile ist es dort gut 300 Euro günstiger. Einige Onlineshops bieten das Modell bereits für 1800 Euro an. Gebraucht wechselt es – falls jemand das gute Stück überhaupt einmal hergibt – für nochmals 200 Euro weniger den Besitzer, Preistendenz fallend. Noch günstiger geht es mit den Vorgängermodellen SZ3XWP und SZ4XWN. Beide unterscheiden sich vom SZ5XWN lediglich durch die Speicherkapazität der Festplatten und das mitgelieferte Betriebssystem.

Das Subnotebook im 13,3-Zoll-Format überzeugt durch seine mobilen Qualitäten und stellt einen guten Kompromiss zwischen Größe und effektiver Benutzbarkeit dar. Die Tastatur hat einen guten Tastenanschlag und ermöglicht auch bei stundenlangem Schreiben das ermüdungsfreie Arbeiten. Mit einem Gewicht von knapp 1700 Gramm trägt sich das Vaio angenehm leicht. Das Gehäuse besteht aus hochwertiger Kohlefaser sowie Aluminium und hält auch etwas ruppiger Benutzung stand.

Im Inneren des SZ5 gibt ein Intel Core2 Duo T7200 mit 2 GHz den Takt an. Er arbeitet auf einem Intel-945GM-Express-Chipsatz. Bereits ab Werk ist der Arbeitsspeicher mit 2 GByte voll bestückt. Eine Besonderheit gibt es bezüglich der Grafik zu entdecken: Das Vaio bringt gleich zwei Grafikchips mit. Im so genannten "Stamina"-Modus spart das Notebook dank integrierter Intel-Grafiklösung GMA 945 Energie. Hat der Besitzer jedoch Lust auf rasante 3D-Spiele oder möchte auf einem 3D-Desktop arbeiten, wechselt er in den "Speed"-Modus. Dann setzt das Vaio eine Nvidia Geforce Go 7400 ein, die nach Bedarf auf insgesamt 355 MByte Grafikspeicher zurückgreifen kann (davon 32 MByte onboard). Der Wechsel erfolgt über einen Schalter; unter Linux müssen Sie allerdings den X-Server neu starten, sobald Sie die Grafikkarte wechseln. Das tiefschwarze, spiegelnde Display hat eine für seine Größe typische WXGA-Auflösung von 1280x800 Pixeln. Die Beleuchtung erfolgt durch LEDs und überzeugt durch die hohe Helligkeit. So lässt es sich auch bei direkter Sonneneinstrahlung noch gut arbeiten.

Die weitere Ausstattung fällt sehr reichhaltig aus. Zum Speichern von Daten stehen 160 GByte Speicherkapazität auf einer stoßgeschützten SATA-Festplatte sowie ein DVD-Multinorm-Brenner zur Verfügung, der auch doppelschichtige Medien beschreibt. Ein interner und ein mitgelieferter externer Kartenleser nehmen die gängigsten Speicherkarten auf. Zusätzliche Geräte finden über Cardbus, ExpressCard, USB 2.0 und Firewire Anschluss. Über den Bluetooth-2.0-Chip, das analoge 56k-Modem und die mitgelieferte HSDPA-Karte von Merlin kommuniziert das SZ5 mit der Außenwelt. Leider spendierte Sony dem Notebook nur einen 10/100-Mbit/s-Ethernet-Anschluss, kein Gigabit-Ethernet. Für Sicherheit sollen ein Fingerprint-Reader und der integrierte TPM-Chip sorgen, die unter Linux allerdings nicht funktionieren.

Abbildung 1: Die mitgelieferte UMTS/HSDPA-Expresscard XU870 ermöglicht mobile Datenübertragung über das Mobilfunknetz.

Sony Vaio VGN-SZ5XWN/C

Modell SZ5XWN/C
Hersteller Sony
Preis (ca.) 2000 Euro
Betriebssystem Windows Vista Business
Bezugsquelle http://www.sonystyle.de
Prozessor und Speicher
CPU Intel Core Duo T7200
Taktfrequenz 2 GHz
RAM 2 x 1 GByte
Grafik
Bildschirm 13,3 Zoll WXGA
Auflösung (physikalisch/eingestellt) 1280x800 / 1280x800
Grafik Intel 945 GM (shared memory) und Nvidia Geforce Go 7400 (32 MByte + shared memory)
Ausgabeumschaltung nur durch Neustart des X-Servers
3D-Desktop X
Ausstattung
Festplatte 160 GByte, SATA
CD/DVD Multidrive (DVD+7-RW, DVD-RAM)
Kommunikation Fast Ethernet, WLAN 802.11b/g, Bluetooth 2.0, 56k-Modem
Peripherie 2 x USB 2.0, 1 x Firewire 400, 1 x CardBus, 1 x ExpressCard
Audio/Video VGA, Mikrofon, Kopfhörer
Cardreader O (SD/MMC)
Webcam / Fingerprint-Reader X / O
Gewicht 1,7 kg
Akkulaufzeit (ca.) 4,5 bis 5 Stunden (Intel-Grafik), 3 bis 3,5 Stunden (Nvidia-Grafik)
Linux-Support
Ethernet / WLAN / Modem X / X / O
Sound / Bluetooth / Firewire X / X / X
Touchpad, Sondertasten
3 Tasten X (emuliert)
Scrollfunktion X (horizontal und vertikal)
Sondertasten O (2 Schnellstarttasten)
Energiemanagement
Speedstep X
Suspend mit Intel-Grafik (Disk/RAM/Standby) X / X / X
Suspend mit Nvidia-Grafik (Disk/RAM/Standby) O / O / X
LID Sleep/Wakeup X / X
Durch Linux … X=unterstützt O=nicht unterstützt *=unterstützt, aber nicht eingerichtet

Hardware-Unterstützung

Trotz umfangreicher Bemühungen ließen sich neben Fingerprint-Reader und TPM-Chip das integrierte Modem und der integrierte Kartenleser sowie die zwei Schnellstarttasten nicht in Betrieb nehmen. Bis auf diese Ausnahmen funktioniert die verbaute Hardware out-of-the-box. Dank Speedstep reduziert Ubuntu auf dem Testsystem ohne Probleme den Prozessortakt. Die Schlafzustände Standby, Suspend-to-Disk und Suspend-to-RAM lassen sich mit der Intel-Grafik problemlos initiieren und die Wiederkehr ins System macht keine Schwierigkeiten. Mit der Nvidia-Grafik klappt zwar der Suspend, das Aufwecken hingegen endet oft mit einem eingefrorenen System. Die eingebaute Ricoh-R5U870-Webcam lässt sich mit den Treibern von Sam Revitch [2] in Betrieb nehmen, Ubuntu- und Debian-Pakete finden Sie auf der Arakhne.org-Homepage [3].

Doppelt hält besser

Die doppelte Grafiklösung funktioniert auch unter Linux einwandfrei. Dazu genügt ein kleines Skript, das beim Start die verwendete Hardware ermittelt und davon abhängig den Treiber für die xorg.conf auswählt. Sie legen für beide Grafik-Chips eine separate xorg.conf an und wählen dann per Skript die passende aus.

Das in Listing 1 beschriebene Skript findet seinen Platz als xorg-switcher unter /etc/init.d/, Sie machen es mit chmod +x /etc/init.d/xorg-switcher ausführbar. Nun legen Sie mit dem Befehl ln -s /etc/init.d/xorg-switcher /etc/rc2.d/S12xorg-switcher noch einen Symlink an, um das Skript beim Start aufzurufen. So klappt das unter Ubuntu 7.04, auf anderen Systemen müssen Sie das Verfahren gegebenenfalls leicht abwandeln.

In der Folge kopiert das Skript nun die notwendige X.org-Konfigurationsdatei (xorg.stamina beziehungsweise xorg.speed) nach xorg.conf. Dieses Verfahren funktionierte im Test problemlos und zuverlässig.

Listing 1
#!/bin/bash
VIDEO=$(/usr/bin/lspci |grep -c nVidia)
if [ "$VIDEO" = 1 ]; then
        cp -f /etc/X11/xorg.speed /etc/X11/xorg.conf
else
        cp -f /etc/X11/xorg.stamina /etc/X11/xorg.conf
fi

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