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01.12.2007

Nibbles fängt den Punkt

Wer schon einmal ein Nokia-Handy hatte, der kennt das Spiel Nibbles (http://alge.anart.no/projects/apps/) vielleicht noch unter dem Namen Snake. Egal unter welchem Namen, die Spielidee ist stets dieselbe: Der Spieler steuert eine Schlange, die Objekte auf dem Spielfeld fressen muss. Daraufhin verlängert sich die Schlange, und neue Objekte erscheint an einer anderen Position auf dem Spielfeld. Während der ganzen Zeit bewegt sich die Schlange unaufhaltsam vorwärts. Der Spieler kann sie nicht bremsen, sondern lediglich über die Pfeiltasten die Laufrichtung bestimmen. Dabei muss er darauf achten, seine Schlange nicht vor die Wand des Spielfelds oder über den eigenen Schwanz zu fahren.

Was sich trivial anhört, wird mit wachsendem Schlangenkörper immer schwieriger. Wem das nicht reicht, der kann auch die Geschwindigkeit der Schlange beim Start von Nibbles über einen Kommandozeilenparameter erhöhen. Wer sich für insane entscheidet, also die Wahnsinnsgeschwindigkeit, sollte schon über ausgezeichnete Reflexe verfügen.

Nibbles ist eine komplette Überarbeitung des ursprünglichen Spielcodes von Nils Englund. Es benutzt die Ncurses-Bibliotheken und läuft somit auch in einer SSH-Sitzung. Der Autor Luke Bullock erweiterte das Spiel um die Geschwindigkeitsstufen und fügte eine Pause-Taste ein. Nibbles verspricht Kurzweil und passt auf jede Linux-Maschine.

Einfache Spielidee mit riesigem Spielspass.

Herzlichen Glückwunsch, es ist ein Messenger

Die Vielseitigkeit von Mozillas XULRunner-Engine ist schon beinahe sprichwörtlich. Aus einer Kombination mit Pidgins Libpurple-Bibliothek entstand jetzt ein Messenger mit dem schönen Namen Instantbird (http://www.instantbird.com/).

Von Pidgin erbte der IM-Client die Unterstützung für die acht wichtigsten Protokolle von AIM über ICQ und MSN bis hin zu XMPP und Yahoo. Dadurch hat der Anwender Zugriff auf 14 verschiedene Messenger-Netzwerke. Allerdings befindet sich das Programm mit Version 0.1 noch in einem sehr frühen Stadium und bietet dem Gewohnheitschatter noch nicht viel.

In der aktuellen Version kann man lediglich Benutzerkonten für die unterschiedlichen Netzwerke anlegen und mit einem einzelnen Kontakt chatten. Unter ICQ beispielsweise sieht der Anwender nur die nackte Kontaktnummer und darf weder eindeutige Aliasnamen vergeben noch eine Kommunikation mitschneiden. Nichtsdestotrotz sollte man Instantbird im Auge behalten: Seine Eltern Mozilla und Pidgin haben ihm gute Anlagen mitgegeben, mit denen er sich in den nächsten Monaten zu einem leistungsfähigen Messenger mausern kann.

Dem passionierten Chatter kann Instantbird noch nichts bieten.

Konsole an Clipboard

Das Programm Xclip (http://sourceforge.net/projects/xclip) sieht sich als Bindeglied zwischen der Kommandozeile und der Zwischenablage eines X-Servers. Es erlaubt dem Anwender, komplette Programmdateien in der Zwischenablage zu parken und diese später entweder in ein X-Window-Programm einzufügen oder in eine Datei zurückzuschreiben.

Ein mögliches Anwendungsszenario sieht der Programmierer in der Kopie von Dateien über eine bestehende SSH-Verbindung. Dabei übergibt der Anwender auf dem entfernten Rechner die zu übertragende Datei an Xclip, das die Datei in die Zwischenablage des lokalen X-Servers schreibt. Nun kann der Anwender an diesem Ende der Verbindung die Daten wieder lokal in eine Datei schreiben. Der Vorgang erfordert keine erneute Anmeldung, alles läuft über die bestehende Sitzung. Daneben sind freilich noch andere Anwendungsgebiete denkbar.

In der aktuellen Version 0.10 erweiterte der Entwickler das Programmpaket um die beiden Zusatzskripte Xclip-copyfile und Xclip-pastefile, die das Kopieren von Dateien über die Zwischenablage noch erleichtern.

Xclip benötigt keine große Konfiguration.

Skype 1.4 mag es gesellig

Der VoIP-Anbieter Skype stellte jetzt die Version 1.4 seiner Client-Software für Linux vor. Der Hersteller hat die Version in weiten Teilen umgeschrieben, um mit dem Linux-Client eine vergleichbar gute Sprachqualität wie mit dem Windows-Pendant zu erzielen. Dazu unterstützt der neue Skype-Client Alsa und erlaubt dem Anwender außerdem den direkten Zugriff auf auf die Audiokonfiguration. Zudem überarbeiteten die Entwickler auch die Oberfläche des Clients und verbesserten die Bedienung via Tastatur. Daneben bietet Skype 1.4 auch neue Funktionen, wie beispielsweise das Weiterleiten von Anrufen, das Anstoßen großer Gruppen-Chats oder Konferenzschaltungen mit bis zu neun Teilnehmern. Auf die Unterstützung von Video- und SMS-Funktionen müssen Linux-Nutzer aber weiterhin warten. ->CD

Linux ist Anwalts Liebling

Der Reigen der Androhung von Patentklagen gegen Linux und seine Distributoren geht in die nächste Runde: Nachdem SCO das Geld ausging, kündigt nun Microsoft-CEO Ballmer Forderungen gegen Red Hat und dessen Kunden an. Laut Ballmer verletzt Red Hat geistiges Eigentum von Microsoft, den konkreten Beweis hierfür bleibt er aber wie bereits bei früheren Statements schuldig. Red Hat selbst gibt sich indes gelassen und sieht sich in der Lage, seine Kunden und sich selbst gegen die Ansprüche von Microsoft zu verteidigen.

Wesentlich konkreter fallen dagegen die Forderungen der Firma IP Innovation LLC aus, die bei einem texanischen Gericht eine Patentklage sowohl gegen Red Hat als auch gegen Novell angestrengt hat. Beide verletzen angeblich das US-Patent 5 072 412 (http://patft.uspto.gov/netacgi/nph-Parser?patentnumber=5,072,412), das die Nutzung virtueller Desktops beschreibt. Wie das Patent, das ursprünglich vom Xerox PARC eingereicht wurde, in den Besitz von IP Innovation gelangte, ist noch unklar. Spitze Zungen behaupten, völlig klar sei dagegen, woher der Wind wehe: IP Innovation ist eine Tochter des Unternehmens Acacia Technologies (http://www.acaciatechnologies.com/), das seinen Vorstand im letzten halben Jahr um zwei ehemalige Microsoft-Spitzenmanager aufgestockt hat.

Déja vu: Netscape Navigator 9

Anders als die Vorgängerversion 7.1, die unter der Markenbezeichnung Netscape Communicator neben dem eigentlichen Webbrowser einen Mailclient und einen HTML-Editor enthielt, zeigt sich der Netscape Navigator 9 wieder auf das reine Webbrowsen reduziert.

Während AOL die Entwicklung von Netscape kaum mehr vorantrieb, griff Mozilla Netscapes Rendering-Engine auf, und entwickelte sie in den letzten Jahren unter dem Namen Gecko kontinuierlich weiter. Nun kehrt sie in Form von Mozilla Firefox als Unterbau für den Netscape Navigator ins Ursprungsprojekt zurück. Damit verbunden ist auch eine Kompatibilität zu den Firefox-Addons.

Außer der markanten Oberfläche steuert Netscape allerdings nicht viel zum neuen Browser bei. Erwähnenswert sind lediglich das Linkpad als Kurzzeitgedächtnis für URLs und die Sidebar, die neben dem Hauptfenster einen Minibrowser öffnet. Auch die integrierte URL-Korrektur wäre eigentlich ein sinnvolles Feature, lieferte sie denn brauchbare Ergebnisse – was sie im Test allerdings unterließ.

Viel neues hat der Netscape Navigator 9 gegenüber Firefox, den er als Unterbau verwendet, nicht aufzuweisen.

Kurz notiert

Die Ende Juni finalisierte GPLv3 findet bislang nur zögerlichen Zuspruch: Laut einer Erhebung des Marktforschungsinstituts Evans Data setzen nur sechs Prozent aller Open-Source-Projekte die neue Lizenz ein, die meisten Entwickler planen auch in absehbarer Zeit keinen Wechsel von der GPLv2. Den Grund hier für sieht Evans Data in den Einschränkungen, die die neue Lizenz bietet, und die die meisten Entwickler verwirren. Zu den lautesten Kritikern der GPLv3 zählen zahlreiche Kernelentwickler.

Nach langer Entwicklungsphase schaffte der Windowmanager Fluxbox (http://fluxbox.sourceforge.net) nun endlich den Sprung auf die Version 1.0. Ursprünglich ein Ableger des Windowmanagers Blackbox, hat Fluxbox seinen Ahnen im Punkto Funktionsumfang und Attraktivität längst überholt. So wartet die neue Version beispielsweise mit neuen attraktiven Styles auf. Neu im Paket ist auch das Fluxbox Remote Tool zum skripten des Windowmanagers. Last not least beseitigten die Entwickler zahlreiche Fehler.

Der Software-Versandhändler Ixsoft (http://ixsoft.de) startet wieder eine Vorbestellungsaktion, diesmal für das Spiel Ankh2 – Herz des Osiris. Sobald mehr als 250 Vorbestellungen eingegangen sind, will Ixsoft für die Produktion einer Linux-Version von Ankh2 sorgen. Mit einer ähnlichen Aktionen trieb der Anbieter bereits 2006 die Portierung des Vorgängers Ankh auf Linux voran. Ixsoft hofft, bis Weihnachten 2007 die nötige Anzahl an Vorbestellungen zusammenzuhaben.

Weil auch bei der Entwicklung von Open-Source-Produkten Kosten entstehen, haben Mitarbeiter des Instituts für angewandte Informatik an der Universität Leipzig jetzt die Plattform Confundus (http://www.cofundos.org/) ins Leben gerufen. Sie soll Open-Source-Entwickler und Kapitalgeber zusammenbringen. Jeder kann seine Idee für ein Open-Source-Projekt einstellen. Finanzielle Unterstützer können sich nun an dem Projekt beteiligen und erwerben damit ein Mitbestimmungsrecht bei der Wahl der Entwickler und der Endabnahme. Hauptbedingung für die Realisierung einer Idee mit Confundus: Das Endprodukt muss unter einer Open-Source-Lizenz stehen..

Die Mozilla Foundation hat das Kalenderprogramm Sunbird (http://www.mozilla.org/projects/calendar/sunbird/) in Version 0.7 veröffentlicht. Nun gibt es Kalender mit den Feiertagen von 17 Ländern, daneben haben die Entwickler zahlreiche Fehler behoben und die Bedienung verbessert. Die neue Version von Sunbird steht auf der Projektwebsite bereits in zahlreichen Sprachen für Linux, Mac OS X und Windows zur Verfügung. Einen Test des Programms finden Sie auf Seite 52.

Die Open Source Initiative (OSI) hat die Microsoft Public License (Ms-PL) und die Microsoft Reciprocal License (Ms-RL) anerkannt und diesen damit den Status von Open-Source-Lizenzen verliehen (http://opensource.org/node/207). Die Ms-PL gestattet Lizenznehmern, den Quellcode für kommerzielle oder nichtkommerzielle Zwecke einzusehen, zu verändern und zu verteilen. Die Ms-RL umfasst zusätzliche Regelungen für den Fall, dass Lizenznehmer ihren Originalcode mit Ms-RL-lizenziertem Code kombinieren wollen.

Ende Oktober hat ATI den proprietären Linux-Treiber Fglrx 8.42.3 mit zahlreichen Verbesserungen freigegeben (http://www2.ati.com/drivers/linux/linux_8.42.3.html). Er unterstützt Compiz, Beryl und Compiz Fusion auch ohne XGL und bringt zudem AIGLX-Unterstützung mit. Die Video-Wiedergabe soll dank verbessertem Textured-Video-Playback nun deutlich besser laufen. Fglrx 8.42.3 kooperiert mit Kerneln bis einschließlich 2.6.22.

Nach Novell, Xandros und Linspire arbeitet nun auch der asiatische Distributor Turbolinux (http://www.turbolinux.com) mit Microsoft zusammen. Die beiden Unternehmen schlossen einen Vertrag, der wie gehabt eine Zusammenarbeit in Sachen Interoperabilität umfasst. Auch der umstrittene Schutz vor Verfolgung von Patentverstößen bildet wieder einen Teil der Vereinbarung; konkrete Patente nennt auch diese Regelung nicht.

Die Backup-Lösungen Sesam von SEP gibt es jetzt für Privatanwender in einer kostenlosen Community-Edition (http://www.sep.de/sesam/communityedition_de.php). Zur Datensicherung lassen sich verschiedene Medien von Bändern bis hin zu Storage-Clustern einsetzen, die Verwaltung erfolgt über eine grafische Java-Oberfläche oder per Kommandozeile. Die kostenlose Community-Edition ist auf ein einzelnes System beschränkt, auf dem sowohl der Backup-Client als auch der Server laufen müssen.

Die Bürosuite Oxygen Office Professional (http://sourceforge.net/projects/ooop) ist in Version 2.3 erschienen. Sie basiert auf Open Office und bringt über dessen Umfang hinaus zahlreiche grafische Elemente und Schriften mit. Das Paket steht unter die Lesser General Public License (LGPL). Im Downloadbereich der Projektseite liegen Binärdateien der neuen Version 2.3 mit diversen Sprachpaketen bereit.

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