Home / LinuxUser / 2007 / 12 / Schlichte Symphonie

Newsletter abonnieren

Lies uns auf...

Folge LinuxCommunity auf Twitter

Top-Beiträge

Mandriva gibt Distribution in die Hände der Community
(268 Punkte bei 24 Stimmen)
Neues vom Systemd
(161 Punkte bei 4 Stimmen)
Mandriva in Nöten
(161 Punkte bei 4 Stimmen)

Heftarchiv

LinuxUser Heftarchiv

EasyLinux Heftarchiv

Ubuntu User Heftarchiv

Ubuntu User Heftarchiv

Partner-Links:

Shopping
Topsuche
 
Yatego Deutschlands größte Shoppingmall. 10000 Shops,
3.5 Mio Artikel. Alle Bestseller, Servertechnik und Technik Themenwelten.

Notebooks und Netzwerkhardware bei Mercateo günstig kaufen.
Internet Telefonie mit VoIP Telefonen von Gigaset
Das B2B Portal www.Linx.de informiert über Produkte und Dienstleistungen.
Günstige Digitalkameras finden Sie im Preisvergleich.

Schlichte Symphonie

OpenOffice à la IBM

01.12.2007 Mit mehr als 100.000 Downloads bereits in der ersten Woche nach Freigabe hat IBM's neue Office-Suite alle bisher bekannten Rekorde gebrochen. Ob das Paket wirklich neu ist oder ein alter Bekannter mit neuem Gesicht, zeigt unser Kurztest.

Die News ließ so manchen "EDV-Saurier" aufhorchen: Mitte September kündigte IBM eine Beta-Release des Office-Pakets Lotus Symphony zum kostenlosen Download an. Lotus Symphony, vor 20 Jahren als so genanntes integriertes Paket gefeiert und wenig später in Vergessenheit geraten, war offenbar wie Phönix aus der Asche wieder auferstanden. Wer genauer hinsah, bemerkte jedoch schnell, dass die Beta-Version [1] außer dem Namen nichts mit dem alten Symphony-Paket gemein hat: Das neue Symphony ist nichts anderes, als ein auf den Lotus Expeditor – eine Erweiterung des Eclipse Rich Client – portiertes und modifiziertes OpenOffice 1.x.

Wie bei Applikationen für "fette" Systeme üblich, stellt Lotus Symphony vordergründig recht hohe Anforderungen an die Hardware: Neben 750 MByte Festplattenplatz nennt IBM 512 MByte Arbeitsspeicher und eine CPU mit 1 GHz Taktfrequenz als Voraussetzungen. Als Betriebssystem kommen für IBM offiziell lediglich der Suse Linux Enterprise Desktop 10 und Red Hat Enterprise Linux 5 in Frage. Wir wollten es genau wissen und haben das rund 213 MByte große Paket ohne Probleme auch auf Mandriva 2008.0, Edubuntu 7.04 und Fedora 7 installiert.

Installation

Nach dem Download der Binärdatei in ein temporäres Verzeichnis führen Sie diese zunächst aus. Dabei entsteht das Verzeichnis IBM_Lotus_Symphony_Linux, in dem sich neben diversen anderen Dateien auch der Installer setup.bin befindet. Er richtet das Paket auf der Festplatte ein, wobei jedoch für Anwender von Ubuntu und Mandriva 2008 ein Hindernis auftritt: Da beide Distributionen von Haus aus kein Arbeiten auf der grafischen Oberfläche als root erlauben, müssen Sie hier die Datei setup.bin im Terminal durch ./setup.bin -console starten.

Zuerst einmal gilt es die Lizenzbedingungen abzunicken – Lotus Symphony untersteht nicht etwa der GPL, sondern einer proprietären IBM-Lizenz [2]. Anschließend verlangt der Installer die Angabe eines Installationspfads. Als Vorgabe definiert er /opt/ibm/lotus/Symphony, was Sie in aller Regel beibehalten können. Nach wenigen Mausklicks oder Tastatureingaben schaufelt die Routine sage und schreibe 659 MByte an Daten auf die Festplatte. Diese im Vergleich selbst zum aktuellen OpenOffice 2.3 enorme Datenmenge resultiert aus der Tatsache, dass Lotus Symphony ein komplettes Java Runtime Environment (JRE), eine Java Virtual Machine (JVM), diverse Tools zu Eclipse und schließlich auch noch einige hundert Cliparts mit auf die Platte packt.

Zum Abschluss der Installation legt die Routine noch im Gnome-Menü Anwendungen | Büro drei Starter an. Hinter Lotus Symphony Documents verbirgt sich der OpenOffice Writer, das Präsentationsprogramm Impress heißt Lotus Symphony Presentations und die Tabellenkalkulation OpenOffice Calc Lotus Symphony Spreadsheets. Eine dem Modul Base entlehnte Datenbank fehlt ebenso wie das gelegentlich bei OpenOffice mitinstallierte Druckerverwaltungsprogramm.

Oberflächliches

Ein Klick auf einen der drei Einträge startet etwas behäbig das dazugehörige Programm. Die sehr ästhetisch anmutende Arbeitsoberfläche weist kaum Ähnlichkeit zu OpenOffice auf. Dagegen finden sich Anwender der IBM-Groupware Lotus Notes sofort zurecht: Nicht nur die Oberfläche der Symphony-Applikationen verrät die enge Verwandtschaft zu Lotus Notes, auch einige Menüeinträge belegen, dass es sich bei Symphony eigentlich um die Productivity Tools aus IBMs Groupware-Lösung handelt, die als Standalone-Applikation einen neuen Namen erhalten haben.

Das Programmfenster ist dreigeteilt, wobei am rechten Rand auf- und zuklappbare Reiter Texteigenschaften wie Fonts, deren Attribute und Größen sowie Effekte zur Auswahl vorhalten. Über weitere Reiter am oberen Fensterrand lassen sich mehrere Dokumente gleichzeitig öffnen und bearbeiten. Die horizontal ganz oben im Fensters angeordnete Schalterleiste fällt im Vergleich zu OpenOffice sehr spartanisch aus und enthält – wie die wenigen Menüs auch – nur die allernotwendigsten Funktionen. Extravagantes und daher selten bis überhaupt nicht benötigtes hat IBM eingespart (Abbildung 1). Dialoge wie beispielsweise auch jener für die Grundeinstellungen der Software hingegen hat IBM gründlich überarbeitet und im Menü File | Preferences untergebracht (Abbildung 2).

Abbildung 1: Nett anzuschauen, übersichtlich und funktional – die Oberfläche von Lotus Symphony.

Abbildung 2: Schnell sind die Grundeinstellungen in Lotus Symphony vorgenommen.

Über den auffällig oben links im Arbeitsbereich angeordneten, hellblau leuchtende Open-Button öffnen Sie im Bedarfsfall ein weiteres Dokument. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um eine Präsentation, einen Text oder eine Tabelle handelt – Lotus Symphony öffnet die Datei in einem neuen Reiter, wobei es je nach Art des Dokuments die Menüleiste automatisch anpasst.

Bei sehr vielen offenen Dokumenten kann – ähnlich wie bei Firefox mit vielen offenen Tabs – der Überblick schon einmal verloren gehen. Hier hat sich IBM mit der Thumbnail-Funktion eine nett anzuschauende Abhilfe einfallen lassen: Ein Mausklick auf den symbolischen Papierstapel gleich rechts neben dem Open-Button zeigt die geöffneten Fenster verkleinert an. Zudem gibt es hier ein Suchfeld, das das schnelle Auffinden von Fenstern durch Eingabe des Namens gestattet (Abbildung 3). Die Thumbnails lassen sich auch über [Strg]+[T] erreichen, was für Vielschreiber eine Arbeitserleichterung darstellt.

Abbildung 3: Übersichtlichkeit schreibt Lotus Symphony ganz groß.

Ein besonderes Goodie stellen die mehreren hundert mitgelieferten, nach Themen sortierten Cliparts dar, die man in alle Dokumenttypen einbinden kann.

Einem Freund empfehlen    Druckansicht Bookmark and Share
Kommentare

1458 Hits
Wertung: 30 Punkte (7 Stimmen)

Schlecht Gut

Infos zur Publikation

Infos zur Publikation

LinuxUser 06/2012

Aktuelle Ausgabe kaufen:

Heft bestellen Heft als PDF kaufen

LinuxUser erscheint monatlich und kostet in der Nomedia-Ausgabe EUR 5,50 und mit DVD EUR 8,50. Weitere Informationen zum Heft finden Sie auf der LinuxUser-Homepage.

Im LinuxUser-Probeabo erhalten Sie drei Ausgaben für 3 Euro. Das Jahresabo (ab EUR 56,10) können Sie im LNM-Shop bestellen.

Tipp der Woche

Adobe AIR
Adobe-AIR-Programme installieren und (manuell) starten
Tim Schürmann, 14.05.2012 13:09, 0 Kommentare

Es gibt sie noch: neue Anwendungen, die Adobes Integrated Runtime voraussetzen. Aktuellstes und vermutlich auch größtes Beispiel ist das Adventure Botanicula

Aktuelle Fragen

gibt es ein Kommandozeilen Tool, um ein X11-Fenster in ein Anderes einzubetten?
GoaSkin , 21.05.2012 16:44, 0 Antworten
Das XEmbed-Protokoll ist u.A. dazu gedacht, dass man eine X11-Anwendung in eine andere wie ein Wi...
Apache2, Options -Indexes geht nicht
no no, 12.05.2012 19:01, 8 Antworten
Habe in apache2.conf folgendes stehen: Options -Indexes ...
LInux auf Dell LS H500
Andreas Endresl, 09.05.2012 08:54, 2 Antworten
Habe einen alten Dell Latitude LS H500 nur mit ext. Floppy und CD es geht nur immer eines von den...
Datenwiederherstellung unter Ubuntu 12.04 mit "Simple Backup" nach Umzug von Linux Mint
Christian Lottmann, 07.05.2012 13:33, 0 Antworten
Vor dem Umzug auf Ubuntu 12.04 habe ich unter Linux MInt mit "Simple Backup" voll (15.4.2012) und...
DKMS für den propritären NVIDIA-Treiber
Commander Data, 26.04.2012 22:02, 2 Antworten
Hallo an die Gemeinde. Ich habe hier ein interessantes Stück openSuSE gefunden. http://forums.op...