Hardware-Support

Linux unterstützt viele Geräte ohne zusätzliche Treiberinstallation. Wie benutzerfreundlich sich hier Ubuntu und OpenSuse verhalten, testeten wir mit drei Geräten, von denen wir bereits wussten, dass sie unter Linux funktionieren: einem Drucker, einem Scanner und einem DVB-T-Stick.

Den Epson Perfection 2400 Photo erkannten beide Distributionen auf Anhieb. OpenSuse zeigt ein entsprechendes Hinweisfenster an und Sie können den Scanner über YaST konfigurieren. Dabei müssen Sie nur auf Einrichten | OK | Beenden klicken und YaST installiert automatisch das Paket iscan-free nach. Dass es noch einfacher geht, zeigt Ubuntu 7.10: Ohne zusätzliche Paketeinstallation ist der Scanner nach dem Anschließen sofort einsatzbereit, ein Test mit der GUI Xsane las die Kopiervorlage ohne Probleme ein. Ubuntu holt sich damit die volle Punktzahl, OpenSuse bekommt nur die Hälfte.

Beim Testdrucker S600-Drucker zeigen beide Distributionen ein Hinweis auf die neue Hardware an (Abbildung 4 und 5). Unter Ubuntu verlief der Ausdruck einer Testseite ohne weitere Einstellungen erfolgreich. Die Distribution richtete den Printer mit dem empfohlenen Treiber foomatic/bj8pa06n.upp vollständig automatisch und richtig ein. Bei OpenSuse müssen Sie das übliche YaST Spiel durchmachen und auf Einrichten | OK | Beenden klicken. Auch YaST wählt automatisch den Foomatic-Treiber aus, dennoch wies die Testseite einige Fehler auf und auch der Textdruck blieb hinter den Resultaten von Ubuntu zurück. Wir änderten deshalb in YaST den automatisch ausgewählten Treiber zum Gutenprint-Treiber stp-bjc-s600.5.0 ab. Damit erreichten wir im Text- und Bilddruck gute Ergebnisse, allerdings lieferte der Drucker beim Fotodruck immer noch seltsame Ergebnisse mit 1200 dpi. Auch hier holt sich Ubuntu alle möglichen Punkte, OpenSuse nur die Hälfte.

Abbildung 4: Optimal: Gutsy Gibbon vermeldet, dass der Drucker einsatzbereit ist. Die deutsche Übersetzung lässt allerdings noch Raum für Verbesserungen.
Abbildung 5: OpenSuse hat zwar den Drucker erkannt. Durch den Setup-Dialog in YaST müssen Sie sich aber trotzdem klicken.

Am meisten Probleme hatten beide Distributionen mit dem DVB-T-Stick WinTV Nova-T von Hauppauge. OpenSuse und Ubuntu luden zwar den benötigen Treiber, doch kein Hinweisfenster weist den Nutzer auf die fehlende Firmware hin. Nachdem wir die Datei dvb-usb-dib0700-01.fw nach /lib/firmware kopiert hatten, schien dem TV-Vergnügen nichts mehr im Weg zu stehen. Doch bei Ubuntu müssen Sie zunächst ein Programm suchen, das überhaupt DVB-T Fernsehen anzeigt. Unter OpenSuse eignet sich dazu Kaffeine am besten: das KDE-Tool erkannte nach der Installation der Firmware den DVB-T-Adapter auch korrekt, zeigte jedoch eine Fehlermeldung an, da OpenSuse – wie oben bereits erwähnt – keine MPEG2-Streams abspielen kann. Sie müssen also noch die von Novell mitgelieferte xine-lib durch die libxine1 von Packman ersetzen. Erst danach zeigt Kaffeine das digitale Fernsehen an. Unter Ubuntu 7.10 ließ sich dem Stick jedoch kein Bild entlocken. Obwohl wir den Treiber wie unter OpenSuse um die Firmware ergänzten und im Verzeichnis /dev/dvb/adapter0 die entsprechenden Gerätedateien vorlagen, vermochte Kaffeine keinen DVB-T-Stick erkennen. Auch Xine quittierte den Klick auf den DVB-Button mit einer kryptischen Fehlermeldung. Der DVB-T-Punkt geht an OpenSuse, Ubuntu fällt durch.

Fazit

Nach fünf Runden gewinnt Ubuntu Gutsy Gibbon gegen OpenSuse 10.3 mit 28 zu 25 Punkten, was in etwa einem Unentschieden entspricht – je nachdem, welche Punkte man stärker gewichtet. Der Test deckt freilich nur einen Teil sämtlicher Funktionen ab: So ließen wir zum Beispiel das Systemmanagement oder den Community-Support komplett außer Acht.

Der Direktvergleich zeigt aber auch deutlich, dass OpenSuse bei der Performance nicht nur Boden gegenüber Ubuntu gutgemacht hat, sondern die südafrikanische Distribution inzwischen in vielen Teilen überholt. Im Gegenzug bietet Ubuntu die deutlich bessere Multimedia- und Hardware-Unterstützung – Gebiete, auf denen früher OpenSuse seine Stärke ausspielte.

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