Aufmacher

Multimedia-PC fürs Wohnzimmer

Marke Eigenbau

Mit einem Mini-ITX-Board, einem passenden Gehäuse und einigen Komponenten bauen Sie für wenig Geld eine leistungsfähige, schicke kleine Multimedia-Allroundmaschine fürs Wohnzimmer.

Ein Multimediarechner auf Linux-Basis bietet viele Vorzüge. Betriebssystem und Software sind frei verfügbar, mit nur wenigen Komponenten erhalten Sie einen kleinen Videorekorder. Mit nur einem Gerät nehmen Sie Filme auf, speichern sie auf die integrierte Festplatte oder brennen sie auf DVD. Dank Onboard-LAN übertragen Sie die Aufnahmen auch ganz leicht auf Ihren Zweitrechner. Wer fürs Wohnzimmer nicht zur Fertigware greifen will, stellt sich auf Basis eines Mini-ITX-Boards im Handumdrehen für wenig Geld ein hochwertiges System selbst zusammen.

Via Epia EX1500G

Anfang 2007 brachte die Firma Via Technologies das Mainboard EX15000G [1] im Mini-ITX-Format auf den Markt. Im Gegensatz zu ATX-Mainboards bringt das nur 17 mal 17 Zentimeter kleine Board bereits einen Prozessor mit (Abbildung 1). Der Via C7 des EX1500G arbeitet mit 1,5 GHz Taktrate. Das System eignet sich hervorragend für den Bau eines Multimediarechners: Sein CX700M2-Chipsatz bringt eine Direktunterstützung für MPEG-2/4 und WMV9 mit, zudem erlaubt er die Wiedergabe von DVDs mit Macrovision-Kopierschutz.

Abbildung 1: Das Mini-ITX-Motherboard von Via Tech, bereits in das Gehäuse eingebaut.

Der Speichercontroller unterstützt zwar DDR-400 und DDR2-533, doch das Board lässt sich nur mit einem Speicherriegel des Typs DDR2-533 bestücken. Da zum einen die Preise für Arbeitsspeicher zurzeit sehr niedrig liegen und zum anderen das Board nur einen einzelnen RAM-Slot bietet, sollten Sie hier von vorneherein zu einem 1-GByte-DIMM greifen.

Das Epia EX15000G unterstützt die Verwendung von zwei SATA- und zwei ATA-Laufwerken. Für den Anschluss eines Monitors steht neben einem DVI-Ausgang auch ein LVDS-Anschluss bereit, der eine geringere Störanfälligkeit gegenüber unsymmetrischen und analogen Signalen aufweist. Der Audiochip VT1708A bietet High-Definition-8.1-Support, auch ein Video-Eingang ist vorhanden. Das Board stellt insgesamt sechs USB-Anschlüsse zur Verfügung. Für Erweiterungskarten gibt es einen PCI-Slot, der in unserem Fall eine TV-Karte aufnehmen soll. Ein 10/100-Mbit-LAN-Chipsatz für den Zugang ins Netzwerk findet sich ebenfalls auf dem Board.

Via Epia EX15000G

Prozessor VIA C7 1,5 GHz NanoBGA2 (Esther)
Chipsatz VIA CX700M2
BIOS Award BIOS v6.00PG, 4/8 MBit Flash Memory
RAM 1 x DDR2-533 (max. 1 GByte)
Steckplätze 1 x PCI
Grafik Via Unichrom Pro II (Decoder für MPEG-2/4 und WMV9, HDTV-Wiedergabe, unterstützt Macrovision)
Peripherie 2 x SATA, 1 x IDE (UltraDMA 133/100/66)
Sound VIA VT1708A (High-Definition-Audio-Codec, 8 Kanal-Unterstützung)
TV Out VIA VT1625M (HDTV-Encoder)
Netzwerk VIA VT6107 (10/100 Mbit/s)
Anschlüsse (onboard) 4 x USB 2.0, 1 x IEEE-1394, 1 x Front-Panel-Audio, 1 x Audio Line-In, 1 x LPC (ISA seriell), 1 x LVDS, 1 x Video, 1 x PS/2, 1 x TV out
Anschlüsse (Rückseite) 2 x USB 2.0, 1 x LAN, 1 x DVI, 1 x S-Video Out, 3 x Composite Video und Stereo-Out, 3 x Component Video-Out, 2 x S/PDIF (je 1 x Toslink und 1 x koaxial)

Einkaufsliste

Der Bau eines kompletten Multimedia-Systems auf Basis des Via-Boards erfordert nur wenige zusätzliche Komponenten: ein passendes Gehäuse, ein Arbeitsspeichermodul, eine TV-Karte, einen DVD-Brenner und eine Festplatte. Beachten Sie, dass Sie für die meisten ITX-Gehäuse ein DVD-Laufwerk mit geringer Bauhöhe benötigen: Auch in das von uns verwendete Case passt nur ein solches Slimline-Laufwerk.

Für unseren Rechner verwendeten wir ein neu entwickeltes Gehäuse GA620iBK der Firma G-Alantic Enterprise [2]. Das schwarze, schicke Haus für unseren Wohnzimmer-PC lässt keine Wünsche offen. An der Frontseite findet man den Ein/Ausschalter, eine Klappe für das optische Laufwerk und zwei USB-Anschlüsse (Abbildung 2).

Abbildung 2: Das Gehäuse des Type GA620iBK aus dem Hause G-Alantic ist klein und schick.

Auf der Rückseite des Gehäuses findet man einen optischen (Toslink) und einen koaxialen S/PDIF- sowie einen DVI-Anschluss. Für einen Monitor ohne DVI-Anschluss muss man zu einem Adapter greifen. Gleich daneben liegen der S-Video-Port, zwei USB-Anschlüsse sowie die Buchse für das Netzwerkkabel.. Ganz rechts sind die Audio- und Videoausgänge angeordnet (Abbildung 3).

Abbildung 3: Die Rückseite des GA620iBK. Alle wichtigen Anschlüsse sind vorhanden.

Im Innenraum hat der Hersteller die Stromversorgung bereits vormontiert. Beim Netzteil selbst handelt es sich um ein externes Gerät, ähnlich wie bei einem Notebook. Es liefert 80 Watt. Auf der rechten Gehäuseseite versehen zwei Lüfter ihren Dienst. Deren Luftstrom bläst zum einen die Netzteilplatine an und kühlt zum anderen das Mainboard in Richtung des Prozessors. Für die CPU gibt es einen weiteren internen Lüfter über deren Aluminiumkühlkörper.

Im Gehäuse findet ein optisches Laufwerk in Slimline-Format und eine 3,5-Zoll-Festplatte Platz. Eine Riser-Karte (Abbildung 4), ein Laufwerkskabel, das Netzteil und eine Tüte mit Schrauben liegen als Zubehör bei. Mit Hilfe der Standfüße kann das Gehäuse auch senkrecht hingestellt werden.

Abbildung 4: Mit der Riser-Karte ist trotz geringer Bauhöhe im Gehäuse noch Platz für eine TV-Karte oder ein anderes PCI-Board.

Bei der Auswahl des Arbeitsspeichers haben Sie wie bereits erwähnt keinen großen Spielraum, da das Board lediglich DDR2-533 unterstützt und nur einen Speicherslot aufweist. Die richtige TV-Karte zu finden, fällt schon etwas schwieriger. Achten Sie bei der Auswahl neben dem Linux-Support auch auf den richtigen Tuner-Typ: Nutzen Sie Satelliten-TV, können Sie zu einer Hauppauge Nexus-S greifen. Da wir in unserem Beispiel Kabel-TV nutzen, entscheiden wir uns für eine Cinergy 1200 DVB-C von Terratec. In einer zweiten Testrunde haben wir unseren Mini-ITX mit einer WinTV-Express von Hauppauge bestückt. Als Festplatte greifen wir zu einer preisgünstigen 40-GByte-Harddisk von Western Digital. Als DVD-Brenner kommt ein Slimline-Gerät von Pioneer mit zum Gehäuse passender schwarzer Blende zum Einsatz.

Die von uns genutzten Komponenten (siehe Tabelle "Einkaufsliste") sollen freilich nur als Beispiel dienen. Besonders beim Kauf eines Gehäuses haben Sie zahlreiche Möglichkeiten zu Preisen zwischen 120 und 250 Euro zur Auswahl. Schauen Sie sich im Webshop eines Anbieters [3] die verschiedenen Produkte und Ihre Eigenschaften näher an und beurteilen Sie, was sinnvoll und bezahlbar ist. Gleiches gilt auch für Festplatte, DVD-Brenner und TV-Karte. Bitte beachten Sie auch, das die Preise der verschiedenen Komponenten Schwankungen unterliegen. Weitere Anregungen zu Gehäusen und zur Ausstattung bieten einschlägige Webportale ([4],[5]).

Einkaufsliste

Komponente Typ Bezugsmöglichkeit Preis
Mainboard Via Epia EX15000G Techcase, http://www.techcase.de 214 Euro
Gehäuse GA620iBK G-Alantic Enterprise noch kein Anbieter in Deutschland noch nicht bekannt
Arbeitsspeicher DDR2/533 von Vdata Alternate, http://www.alternate.de 27 Euro
Festplatte Western Digital Caviar SE WD400JB Alternate, http://www.alternate.de 37 Euro
DVD-Brenner Pioneer DVR-K17L Slim Alternate, http://www.alternate.de 54 Euro
TV-Karte Terratec CINERGY 1200 DVB-C Alternate, http://www.alternate.de 88 Euro
TV-Karte Hauppauge Win-TV Express Alternate, http://www.alternate.de 27 Euro

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