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Mit Linux unterwegs

Fünf Linux-Notebooks im Test

Big Brother mit Schwächen

Hasee Lambda 206S

Das zweite Testmodell von Xephi, der Hasee Lambda 206S, kommt ebenfalls im Kunststoff-Outfit daher, aber mit glänzendem Rand rund um die Tastatur. Wie beim Lambda 320N gibt es auch hier keine lockeren Teile oder groben Verarbeitungsmängel, einen Schönheitspreis verdient das Notebook aber nicht. Das nicht spiegelnde 14-Zoll-Display ist gleichmäßig ausgeleuchtet und bildet grafische Details gut ab, könnte allerdings einen Tick heller sein.

In dem gut 24 mal 33 cm großen Notebook versieht ein mit 1,6 GHz getakteter Core-Duo-Prozessor von Intel seinen Dienst. Die relativ hohe Taktrate verhilft dem Gerät trotz des nur 512 MByte großen Arbeitsspeichers zu ausreichend Leistung für die tägliche Arbeit. Auch größeren Kraftanstrengungen zeigt sich die CPU gewachsen, die Festplatte des Lambda 206S lässt allerdings zu wünschen übrig: Für einen Einsatz als Desktop-Ersatz erscheinen die 60 GByte schon etwas mager, denkt man an die heimische Musik- und Videosammlung. Keine wirkliche Ausweichmöglichkeit betet der fest integrierte CD-Brenner, der DVDs nur liest.

Für die Netzwerkanbindung sorgen ein Fast-Ethernet-Anschluss sowie eine interne WiFi-Karte. Die Funkverbindung lässt sich wie bei allen Hasee-Modellen über einen Schiebeschalter am Notebookgehäuse an- und abschalten. Mikrofon- und Kopfhöreranschluss finden sich an der Frontseite. Drei USB-Anschlüsse stehen für den Anschluss von Peripherie zur Verfügung, ein Monitorausgang für einen externen Bildschirm. Ein S-Video-Ausgang, ein Firewire-Anschluss und ein Cardreader runden das Schnittstellenangebot ab.

Das vorinstallierte Ubuntu passt wie angegossen: Alle Komponenten verrichten nach dem Hochfahren wünschgemäß ihren Dienst. Das Speedstepping klappt von Anfang an, die Prozessoren heizen sich kaum auf. So muss auch der Lüfter nur sehr selten eingreifen, und wenn er kühlt, tut er dies auf einem geräuschärmeren Niveau als beim Lambda 320N. Suspend-to-RAM und -to-Disk funktionieren einwandfrei, was bei vergleichbaren Notebooks nicht selbstverständlich ist.

Neben dem Einschaltknopf des Notebooks finden sich zwei Sondertasten: Einer davon ordnet man eine Aktion frei zu, die andere – mit einem Lüftersymbol versehen – soll vermutlich das Speedstepping aktivieren. Sie ließ aber im Test keine Funktionalität erkennen. Anstandslos dagegen verrichten alle weiteren Funktionstasten ihren Dienst: Lautstärkeregelung, Einstellung der Anzeigehelligkeit und Suspend-to-RAM. Auch den Lambda 206S können Sie wahlweise mit englischem oder deutschem Tastaturlayout erhältlich.

Das Powerhäschen

Hasee W225R

Neugierig auf die Marke Hasee geworden, schauten wir uns im Internet und auf der Homepage des Herstellers nach weiteren Modellen um und fanden so das 12-Zoll-Modell W225R im Angebot von Tinxi-online bei Ebay. Ein so kleines Notebook mit Core-Duo-Prozessor, 2 GByte RAM und 80-GByte-Festplatte für rund 600 Euro findet man nicht jeden Tag. Die Redaktion bot deshalb kurzerhand auf ein Gerät, um es in die Tests mit aufzunehmen.

Der kleine Hasee wiegt inklusive Akku knapp zwei Kilogramm (nicht 1,8 kg, wie auf den meisten Sites angegeben). Die Schwachpunkte des sehr günstigen Geräts liegen auch hier beim Lüfter und beim Display. Der Lüfter schaltet sich im Vier- bis Fünfminutentakt regelmäßig für ein paar Sekunden ein, um die CPU wieder auf 49 Grad zu kühlen. Er arbeitet dabei nicht viel lauter als ein gewöhnlicher Notebook-Ventilator, verursacht jedoch ein hochfrequentes Nebengeräusch, das nach einem Tag Arbeit in den Ohren noch nachklingt. Im Vergleich zu den zwei Hasee-Modellen von Xephi macht das kleinste Notebook den größten Lärm. Abhilfe schafft ein Ersatzlüfter, den Sie mit etwas Glück auf Ebay oder ähnlichen Sites finden. Der Redaktion gelang es in der kurzen Testspanne allerdings nicht, einen geeigneten Ersatz einzubauen. Das Display des W225R spiegelt stark und arbeitet selbst bei einer typischen Bürobeleuchtung von der Helligkeit her an der untersten Grenze. Abgesehen davon fand sich kein einziger Pixelfehler, auch die Schärfe des 12-Zoll-TFTs lässt keine Wünsche offen.

Sieht man von diesen zwei Mängeln ab, bietet das W225R ein sehr gutes Preis/Leistungsverhältnis – mittlerweile findet man es als Schnäppchen bereits für unter 500 Euro. Die Verarbeitung des Notebooks fällt durchaus solide aus, die Tastatur gibt sich angenehm hart. Der Linux-Support des Notebooks ist sehr gut. Die interne Radeon Xpress 200M arbeitet mit den Fglrx-Treibern von ATI/AMD schnell und eignet sich auch für Spiele und den 3D-Desktop. Das WLAN-Modul von Atheros unterstützen die Madwifi-Treiber. Alle anderen Komponenten kooperieren mit OpenSuse 10.3 und Ubuntu 7.04 out-of-the-box, das Touchpad bietet zum Beispiel horizontales und vertikales Scrolling.

Die Akkulaufzeit hält sich mit rund 2 Stunden in Grenzen, allerdings lässt sie sich dank perfekt funktionierendem Suspend-to-RAM künstlich etwas verlängern, indem Sie das Notebook einfach schlafen schicken, wenn Sie es gerade nicht brauchen. Für einen ganzen DVD-Film reicht die Batterie allerdings nicht: Unter Last ist spätestens nach 1,5 Stunden Schluss. Das gilt auch für die übrigen Hasee-Modelle.

Unter Suse müssen Sie für Suspend-to-RAM als Root s2ram -f aufrufen, da das Suspend-Tool das Hasee-Modell nicht in seiner Whitelist führt und somit den Dienst in der Grundeinstellung verweigert.

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Marcel Hilzinger

Marcel Hilzinger

Marcel Hilzinger arbeitet als Redakteur für die Zeitschriften LinuxUser und EasyLinux. Am liebsten schreibt er Artikel zu netten Gadgets oder Multimedia-Software. In seiner Freizeit spielt er gerne Kicker.

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