Wo Linux draufsteht, sollte eigentlich auch Linux drin sein. Doch nicht jedes Linux-Notebook führt diesen Namen auch zu Recht, wie unser Notebook-Test ans Licht bringt. So schafft es nur einer von drei Anbietern, das Notebook so auszuliefern, dass man damit auch ohne langwierige Nachkonfiguration arbeiten kann. Die ausführlichen technischen Daten zu allen vorgestellten Geräten finden Sie in der Tabelle "Testgeräte im Überblick".
Hardware hui, Setup pfui
Für rund 450 Euro offeriert Dell das Notebook Inspiron 6400n mit Celeron-Prozessor (1,6 GHz), 512 MByte RAM, einer 60-GByte-Platte und Onboard-Grafik. Beim Laufwerk hat Dell gespart und dem Gerät nur ein CD-RW/DVD-ROM-Kombilaufwerk verpasst. Einen DVD-Brenner gibt es nur gegen Aufpreis. Mit dabei sind hingegen Kartenleser und Firewire-Schnittstelle. Sämtliche Anschlüsse funktionieren mit dem vorinstallierten Ubuntu einwandfrei.
Hand und Auge sind mit dem Inspiron mehrheitlich gut bedient. Die Tastatur lässt sich leise und mit angenehmem Widerstand klicken. Die Maustasten am Touchpad dagegen wirken etwas wackelig, als säßen sie nicht fest im Gehäuse – etwas mehr Druckwiderstand wäre hier angebracht. Den Kartenleser hat Dell zu weit unten positioniert: Der Schlitz befindet sich nur knapp 5 Millimeter über der Tischfläche, sodass man den Rechner anheben muss, um eine Karte einzuschieben.
Beim Setup hat sich Dell die Zeit genommen, Treiber für das interne Conexant-Modem zu installieren. Eine Abfrage von wvdial führt sogleich zum gewünschten Ergebnis, und über das Einwahl-Tool von Ubuntu sind Sie im Nu online. Möchten Sie den Rechner neu installieren, finden Sie im Dell-Linuxwiki [1] passende Debian-Pakete für das HSF-Modem. Damit enden jedoch die positiven Erfahrungen mit Dell und Ubuntu 7.04.
Grafik mit Hindernissen
Im Auslieferungszustand zeigt das WXGA-Display gerade mal 1024x768 Pixel an, auch im Ubuntu-Konfigurationstool zur Bildschirmauflösung lassen sich keine höheren Werte auswählen – und das, obwohl sich in der xorg.conf der korrekte Maximal-Eintrag von 1280 x 800 findet. Sie sehen somit ein unscharfes und verzerrtes Bild. Das Problem stellt der von Ubuntu verwendete X.org-Treiber i810 dar. Um eine korrekte Anzeige zu erhalten, müssen Sie diesen durch den Intel-Treiber ersetzen. Laden Sie dazu über
$ sudo apt-get install xserver-xorg-video-intel
den entsprechenden X-Server-Treiber herunter und ändern Sie über sudo gedit in der Datei /etc/X11/xorg.conf in der Section Devices den Eintrag Driver "i810" zu
Driver "intel"
Nach einem Neustart des X-Servers oder des Rechners stellt das System automatisch die korrekte Auflösung von 1280x800 Pixeln ein (Abbildung 1). In unseren Tests gab es mit dem Intel-Treiber allerdings Probleme mit der Videowiedergabe. So stürzten Xine und VLC mit einer Fehlerausgabe gleich nach dem Start ab. Das Problem trat beim i810-Treiber nicht auf.
Keinerlei Mühe hat Dell in das Setup der Sondertasten investiert. Lediglich die Lautstärkeregler funktionieren, obwohl sämtliche Tasten Keycodes senden. Probleme macht auch die Ausgabeumleitung auf einen externen Monitor: Beim Zurückschalten löst sich das umgeleitete Bild nicht wirklich vom zweiten Monitor, es flackert dort immer wieder auf.
Neben der Grafik macht die Sensorik des Touchpads etwas zu schaffen, es ist zu sensibel eingestellt. Der Cursor bleibt in Tabellenzellen hängen und reagiert manchmal nur unwillig auf die Eingabe durch das Touchpad. Fenster geraten ab und zu willkürlich in den Vordergrund und springen wieder zurück, während man den Zeiger irgendwo über den Screen führt. Aufgeklappte Menüs klappen sich zu, sobald mit dem Cursor ein Eintrag darin ausgewählt werden soll. Das Touchpad lässt sich aber über den Befehl synclient TouchpadOff=1 problemlos ausschalten.
Hängen Sie nicht an Ubuntu 7.04, dann installieren Sie auf dem Inspiron 6400n am besten Ubuntu 7.10 oder OpenSuse 10.3. Unter diesen zwei Distributionen funktionieren die Grafik und die Sondertasten nach einer Neuinstallation ohne manuelle Eingriffe. Lediglich für das Modem müssen Sie dann den Treiber manuell nachinstallieren.



