Bootloader

Im nächsten Schritt spielen Sie den Bootloader Grub ein (Abbildung 4). Dazu stecken Sie den Stick erneut an, Linux sollte ihn nun automatisch in das Verzeichnis /media/disk einhängen – geben Sie auf der Konsole mount ein, um das zu prüfen. Anschließend legen Sie über mkdir -p /media/disk/boot/grub zwei Verzeichnisse für den Bootloader auf dem USB-Stick an.

Abbildung 4: Das gesamte Prozedere unter OpenSuse 10.2: Gewöhnlich genügt es, nur die Grub-Installation mit Root-Rechten auszuführen.

Verwendet Ihr momentanes Host-Linux-System ebenfalls Grub als Bootloader (was auf OpenSuse 10.2, Suse Linux 10.1 und Ubuntu zutrifft), dann kopieren Sie die benötigten Dateien von hier auf den Stick:

# cp /boot/grub/*stage* /media/disk/boot/grub

Im nächsten Schritt sorgen Sie dafür, dass Grub den USB-Stick als zu bootende Festplatte erkennt. Der Bootloader kann die im BIOS festgelegte Startreihenfolge nämlich nicht erkennen, also bringen Sie ihm diese über die Datei device.map manuell bei:

# echo '(hd0)  /dev/sdb' > /media/disk/boot/grub/device.map

Beachten Sie, dass Sie hier nicht sdb1 oder sda1, sondern nur sdb oder sda als Gerätedatei angeben. Nun folgt die eigentliche Installation von Grub in den Boot-Sektor des USB-Sticks (OpenSuse-Anwender brauchen dazu wieder Root-Rechte):

# grub-install --root-directory=/media/disk /dev/sdb

Hier teilen Sie dem Bootloader mit, er soll die Grub-Images im Ordner /media/disk (--root-directory=/media/disk) suchen und dann in den Boot-Sektor des USB-Sticks installieren. Erscheint die Fehlermeldung [...]stage1 not read correctly, versuchen Sie vermutlich, ein FAT32-Dateisystem auf eine Partition vom Typ Linux zu spielen: Ändern Sie den [Type] der Partition.

Gewöhnlich startet nun die Grub-Shell und Sie müssen die Boot-Parameter manuell eingeben. Um das zu verhindern, legen Sie auf dem Stick im Verzeichnis /boot/grub eine Datei namens menu.lst an und tragen mit Hilfe eines Editors die folgenden Zeilen ein:

title   Damn Small Linux
root    (hd0,0)
kernel  /linux24 root=/dev/sdb1 ro lang=de toram noeject frugal
initrd  /minirt24.gz
boot

Würden Sie den Stick nun neu starten, böte Ihnen das Bootmenü an, DSL zu laden – würde dann allerdings daran scheitern, dass es die DSL-Image-Dateien nicht findet.

Image ist alles

Die DSL-Dateien finden Sie in gepackter Form auf der Heft-DVD. Über die Kommandozeile entpacken Sie die Daten nun auf den erneut unter /media/disk eingehängten USB-Stick:

$ unzip -d /media/disk dsl-3.4.4-embedded.zip

Das war es: Der Befehl ls /media/disk sollte Ihnen nun anzeigen, dass sich die Dateien auf Ihrem Stick befinden. Hängen Sie den USB-Speicher unbedingt über umount aus (er muss noch Daten schreiben) und starten Sie den Rechner neu. Vergessen Sie dabei nicht, die Bootreihenfolge zu ändern. DSL bootet nun wie ein ganz gewöhnliches Linux.

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