Aufmacher

Werbeseiten in Google ausblenden

Mülltrennung

Google bietet zwar wertvolle Orientierung im Web, nervt aber auch mit viel Werbemüll. Googlefilter sortiert den Spam unter den Suchergebnissen aus.

Das Internet ist eine riesige Informationssammlung. Weil aber niemand den Datenfluss zentral steuert, ähnelt das Word Wide Web zugleich einer unüberschaubar großen Bibliothek, in die jeder seine Dokumente einfach reinwirft. Niemand achtet darauf, dass auch jemand diese Informationen wiederfinden kann. Die Aufgabe des Bibliothekars übernehmen Suchmaschinen: Sie schicken elektronische Agenten ins Netz, die neben Wissen vor allem Angaben darüber sammeln, wo sich dieses Wissen befindet. Dann geben sie diese Informationen an Internetsurfer weiter und sorgen so für Orientierung im Netz.

Die weltgrößte Suchmaschine Google erhält monatlich mehrere Milliarden Suchanfragen. Seine Popularität verdankt Google nicht nur seiner riesigen Datenbank, sondern auch den intelligenten Suchalgorithmen, die bei Anfragen regelmäßig für eine hohe Qualität der Treffer sorgen. Das wiederum zieht aber nicht nur seriöse Geschäftemacher an, sondern zunehmend auch Spammer, die Werbemüll verbreiten und damit Geld verdienen wollen. Durch ausgeklügelte Mechanismen überlisten solche Müllmänner die Suchmaschine und sorgen dafür, dass Google regelmäßig als erstes in der Liste Seiten mit unerwünschter Werbung anzeigt.

Diese Werbeflut ist für Linux-Anwender ärgerlich, weil gezielt gestreute Desinformationen Zeit und Nerven kosten. Statt Informationen zu bekommen, landet man beim Klick auf die Topergebnisse oft genug auf Werbeseiten, in Onlineshops oder beim Auktionshaus Ebay. Für Nutzer anderer Betriebssysteme stellt sich die Situation wesentlich bedrohlicher dar: Sie erhalten nicht nur lästige Werbung frei Haus, sondern mitunter auch gefährliche Spyware, die sich auf dem Rechner einnistet.

Schnell installiert

Zur Abwehr dieser unangenehmen Erscheinung gibt es ein probates Gegenmittel: den von Marc Wäsche und Andreas Born entwickelten Googlefilter. Die Firefox-Erweiterung verspricht die Entsorgung unerwünschter Seiten aus den Suchergebnissen. Der Googlefilter lässt sich direkt von der Webseite der beiden Programmierer installieren [1]. Wählen Sie dort Ihre Browser-Version und klicken Sie anschließend auf Jetzt installieren.

Nach dem Neustart ihres Browsers bemerken Sie als einzige optische Veränderung eine Faust neben dem Google-Sucheingabefeld. Zusätzlich taucht im Menü Extras ein neuer Eintrag auf: Filtertechnics Googlefilter. Klicken Sie auf diesen Eintrag oder auf die Faust, so öffnet sich ein Einstellungsfenster, in dem Sie die Funktionseinstellungen für den Filter vornehmen. Allerdings ist alles wichtige schon eingestellt und auch das Häkchen im Feld Googlefilter EIN bereits gesetzt (Abbildung 1).

Abbildung 1: Schnell und unkompliziert verrichtet der Googlefilter schon direkt nach der Installation seine Dienste. Daneben bietet er aber auch detaillierte Konfigurationsmöglichkeiten.

Ausgespamt

Geben Sie nun bei Google einen Suchbegriff ein, gleicht Googlefilter die Ergebnisse mit seiner Filtertechnics-Datenbank ab. Bis zur Version 2.1 war die Datenbank noch lokal auf der Festplatte des Anwenders gespeichert. Das erwies sich aber als wenig sinnvoll, da ein lokal gespeicherter Datenbestand einerseits von außen manipulierbar, andererseits aber auch nie auf dem aktuellen Stand ist. Deshalb gibt es nun den Online-Abgleich der Daten.

Da sich der Googlefilter nahtlos in die Mozilla-Engine integriert, spürt man selbst bei langsamen Internetverbindungen über Analogmodem keine Einbußen in der Bearbeitungsgeschwindigkeit von Suchanfragen. Ebenso erfreulich ist der Wirkungsgrad des Googlefilters: Für einen Test deaktivierten wir im Einstellungsmenü Programmoptionen des Filters die Funktion Spamergebnisse ausblenden, um festzustellen, wieviel Spam sich bei einer Suchanfrage ergibt. Blendet Googlefilter die Spamergebnisse nicht aus, zeigt er sie in halbtransparenter Schrift, jeweils mit einem in rot und in eckigen Klammern vorangestellten Hinweis auf den Anbieter. Unsere Testresultate waren ernüchternd: Bei nahezu allen Anfragen bestanden die ersten Trefferseiten überwiegend bis annähernd komplett aus Werbemüll (Abbildung 2).

Abbildung 2: Zwei Teile Information, fünf Teile Werbemüll – der Googlefilter dokumentiert eine wenig empfehlenswerte Mischung von Suchergebnissen.

Blättert man in den Fundsachen von Google, zeigt sich ein weiterer Effekt: Je mehr man in der Ergebnisliste nach hinten kommt, desto weniger irrelevante Ergebnisse identifiziert der Googlefilter. Das dokumentiert eindrucksvoll den Erfolg von Spammern, die es tatsächlich schaffen, ihre Werbeseiten in den Ergebnissen einer Suchanfrage ganz vorne zu platzieren. Sie sollten also in Ihrem eigenen Interesse die als Werbemüll identifizierten Fundstellen ausblenden. Das erledigen Sie entweder von Fall zu Fall auf der Ergebnisseite, indem Sie auf ausblenden klicken, oder stellen es dauerhaft im Konfigurationsmenü des Filters mit einem Klick auf Spamergebnisse ausblenden ein.

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

  • XWiki Enterprise kann mehr

    XWiki Enterprise, ein in Java umgesetztes Open-Source-Wiki, ist in Version 3.0 mit vielen Neuerungen erhältlich.
  • Linux-Tipps
    Dank der Programmvielfalt und den fleißigen Entwicklern gibt es auch für alte Linux-Hasen immer noch etwas Neues zu entdecken. Diesen Monat verraten wir praktische Tipps zu den Browsern Firefox und Opera.
  • Browserdoping
    Dass Firefox der vielseitigste Browser ist, weiss heute jedes Kind. Sein Marktanteil steigt ständig, auch Windows- und Mac-User sind von der Geschwindigkeit, Kompatibilität und Erweiterbarkeit des Feuerfuchses angetan. Aber welche Erweiterungen lohnen wirklich die Installation? Aus dem schier unerschöpflichen Reigen der Firefox-Add-ons präsentieren wir Ihnen die besten zehn.
  • TIOBE-Index Juli 2015 veröffentlicht
    Das Unternehmen TIOBE Software erstellt regelmäßig eine Liste mit den meistbenutzten Programmiersprachen. In der aktuellen Statistik vom Juli 2015 klettert C++ weiter nach oben. Die meistbenutzte Sprache bleibt jedoch Java.
  • Veni, vidi, vici!
    Mit dem Addon Vimperator dirigieren Sie Firefox flink wie einen Vi-Editor durch das Netz. Zahlreiche Tastaturkürzel und eine minimalistische Oberfläche runden den Spaß ab.
Kommentare

Infos zur Publikation

LU 11/2017: Server für Daheim

Digitale Ausgabe: Preis € 8,50
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxUser erscheint monatlich und kostet 5,95 Euro (mit DVD 8,50 Euro). Weitere Infos zum Heft finden Sie auf der Homepage.

Das Jahresabo kostet ab 86,70 Euro. Details dazu finden Sie im Computec-Shop. Im Probeabo erhalten Sie zudem drei Ausgaben zum reduzierten Preis.

Bei Google Play finden Sie digitale Ausgaben für Tablet & Smartphone.

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!

Stellenmarkt

Aktuelle Fragen

Lieber Linux oder Windows- Betriebssystem?
Sina Kaul, 13.10.2017 16:17, 3 Antworten
Hallo, bis jetzt hatte ich immer nur mit
IT-Kurse
Alice Trader, 26.09.2017 11:35, 2 Antworten
Hallo liebe Community, ich brauche Hilfe und bin sehr verzweifelt. Ih bin noch sehr neu in eure...
Backup mit KUP unter Suse 42.3
Horst Schwarz, 24.09.2017 13:16, 3 Antworten
Ich möchte auch wieder unter Suse 42.3 mit Kup meine Backup durchführen. Eine Installationsmöglic...
kein foto, etc. upload möglich, wo liegt mein fehler?
kerstin brums, 17.09.2017 22:08, 5 Antworten
moin, zum erstellen einer einfachen wordpress website kann ich keine fotos uploaden. vom rechne...
Arch Linux Netzwerkkonfigurationen
Franziska Schley, 15.09.2017 18:04, 0 Antworten
Moin liebe Linux community, ich habe momentan Probleme mit der Einstellung des Lan/Wlan in Arc...