Aufmacher

Virtualbox 1.5.0

Nahtloser Übergang

In der neuen Version 1.5.0 bringt Innoteks beliebte Virtualbox jetzt Windows und Linux nahtlos unter einen Hut.

Schon seit einigen Jahren bietet Wine die Möglichkeit, Windows-Anwendungen unter Linux auszuführen. Während das bei einfachen Programmen ziemlich gut gelingt, hat der Anwender bei komplexeren Anwendungen wie Spielen allzu oft das Nachsehen. Einen Ausweg bietet das Virtualisieren des kompletten Betriebssystems, bei dem die Programme dann in ihrer "natürlichen" Umgebung starten. VMware, der Marktführer für entsprechende Software, bietet zwar leistungsfähige, aber auch kostenpflichtige Virtualisierungslösungen an. So weichen viele Anwender auf freie Lösungen wie Bochs oder Qemu aus. Allerdings glänzen beide Emulatoren weder durch Performance, noch bringen sie intuitive GUIs mit.

Anfang 2007 allerdings hat sich die Situation in diesem Marktsegment grundlegend verändert: Das Unternehmen Innotek veröffentlichte im Januar sein bis dahin weitgehend unbekanntes Produkt Virtualbox [1] in einer "Open Source Edition" unter der GPL. Die in Stuttgart ansässige Firma hat sich auf für Unternehmen maßgeschneiderte Virtualisierungslösungen spezialisiert. Innotek arbeitet früher mit Connectix zusammen, die ihrerseits mit dem Produkt Virtual PC recht erfolgreich war.

Kostenlos virtualisieren

Virtualbox gibt es in zwei Spielarten: Neben der zitierten Open-Source-Edition in Quellform offeriert Innotek auch eine fertig paketierte, binäre Variante. Letztere bietet gegenüber der freien Edition vier zusätzliche Features: Via RDP kommunizieren Sie mit der Sitzung in der virtuellen Maschine. Daneben unterstützt die Virtualbox-Binärversion USB 1.1/2.0 sowie USB über RDP: Zugriffe auf USB-Geräte innerhalb einer virtuellen Maschine stellen also kein Problem dar. Zum anderen freuen sich Poweruser sicherlich über die Unterstützung für iSCSI-Geräte. Diese stellt Virtualbox als ganz normale Laufwerke in der Maschine bereit. All diese Features will Innotek im Lauf der Zeit aber auch in die GPL-Version integrieren. Beide Virtualbox-Versionen dürfen Sie für private und akademische Zwecke kostenlos einsetzen.

In der neuen Version 1.5.0 haben die Entwickler besonderen Wert auf die Steigerung der Geschwindigkeit von RDP und der virtuellen Maschine gelegt. Zudem lassen sich Gastsysteme jetzt via PXE 2.1 starten, sodass Sie für die Installation eines Betriebssystems nicht mehr zwangsläufig lokale Medien benötigen. Stattdessen tut es auch ein PXE-Server im Netzwerk. Neu ist auch die Unterstützung für die 64-Bit-Version von Windows als Gast. Dazu benötigen Sie jedoch auch ein 64-Bit-Wirtssystem. Mit dem X.org-Server in der Version 1.3 – wie ihn die gängigen Distributionen wie Ubuntu, Fedora oder OpenSuse einsetzen – kommt die Virtualisierungslösung nun ebenfalls zurecht. Erstmals integrierte Innotek virtuelle serielle Ports, die sich im Menü Maschine | Ändern... konfigurieren lassen. Über diese Schnittstellen greifen Sie innerhalb der virtuellen Maschine bequem auf Geräte wie Modems zu.

Installation

Die Installation und der Start von Virtualbox erfolgen vollkommen unproblematisch. Debian- beziehungsweise Ubuntu-Benutzer tragen zur einfacheren Installation in die Datei /etc/apt/sources.list die auf der Download-Seite [2] angebotene Apt-Quelle ein und installieren Im Anschluss via Synaptic oder per apt-get Virtualbox. Die für den Betrieb notwendigen Kernelmodule übersetzt das Installationsprogramm ohne weiteres Zutun, sofern es die Linux-Kernel-Header und einen Compiler vorfindet. Im Anschluss gilt es noch, die zukünftigen Benutzer von Virtualbox in der Gruppe vboxusers einzutragen. Das erledigen Sie mit dem Befehl adduser Benutzer vboxusers.

Auch Benutzer anderer Distributionen lässt der Hersteller nicht im Regen stehen: Im Gegensatz zur Konkurrenz von Vmware hält Innotek eine breite Palette von Paketen für die verschiedensten Distributionen parat. Fehlt Ihre Distribution in der Liste, besorgen Sie sich die Binärdatei VirtualBox_1.5.0_Linux_x86.run und führen sie manuell als root aus.

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

  • Zweit-PC für lau
    Linux-Anwender experimentieren oft mit verschiedenen Linux-Distributionen und nutzen auch gelegentlich Windows-Programme. Um bequem zwischen den verschiedenen Betriebssystemen zu wechseln, empfiehlt sich der Einsatz eines PC-Emulators – wie etwa VirtualBox, dessen Version 3.1 wir hier beschreiben.
  • Erste Beta-Version von VirtualBox 3.2 mit Mac-OS-X-Support
    Unter einem neuen Namen aber der gewohnten GUI hat Oracle eine erste Betaversion von VirtualBox 3.2 freigegeben. Sie unterstützt Mac OS X als Gastsystem.
  • VirtualBox 3.0
    Die VirtualBox 3.0 könnte dank verbessertem 3D-Support dafür sorgen, dass einige Anwender auch zum Spielen kein Windows mehr booten müssen.
  • Virtualbox 3.1 mit Live-Migration
    Seit Sun letztes Jahr die Virtualisierungsschmiede Innotek gekauft hat, geht die Entwicklung der Virtualisierungssoftware Virtualbox in Riesenschritten voran. Das aktuelle Release unterstützt erstmals die Live-Migration.
  • Windows 8 unter VMware und Virtualbox
    Windows-Gelegenheitsnutzern bietet eine virtuell Maschine die ideale Lösung. Doch funktioniert Windows 8 auch in Virtualbox und VMware ohne Probleme?
Kommentare

Infos zur Publikation

LU 04/2017: SPEZIAL-DISTRIBUTIONEN

Digitale Ausgabe: Preis € 5,95
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxUser erscheint monatlich und kostet 5,95 Euro (mit DVD 8,50 Euro). Weitere Infos zum Heft finden Sie auf der Homepage.

Das Jahresabo kostet ab 86,70 Euro. Details dazu finden Sie im Computec-Shop. Im Probeabo erhalten Sie zudem drei Ausgaben zum reduzierten Preis.

Bei Google Play finden Sie digitale Ausgaben für Tablet & Smartphone.

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!

Aktuelle Fragen

WLAN lässt sich nicht einrichten
Werner Hahn, 21.03.2017 14:16, 0 Antworten
Dell Latitude E6510, Ubuntu 16.4, Kabelbox von Telecolumbus. Nach Anklicken des Doppelpfeiles (o...
"Mit Gwenview importieren" funktioniert seit openSuse 42.2 nicht mehr
Wimpy *, 20.03.2017 13:34, 2 Antworten
Bisher konnte ich von Digitalkamera oder SD-Karte oder USB-Stick Fotos mit Gwenview importieren....
Ich habe eine awk Aufgabe und bekomme es nicht so Recht hin
Dennis Hamacher, 10.03.2017 18:27, 1 Antworten
Ich hoffe Ihr könnt mir dabei helfen oder mir zeigen wie der Befehl richtig geschrieben wird. Ich...
Unter Linux Open Suse Leap 42.1 einen Windows Boot/ ISO USB Stick erstellen...
Tim Koetsier, 07.03.2017 15:26, 1 Antworten
Hallo, weiß jemand wie ich oben genanntes Vorhaben in die Tat umsetzen kann ? Wäre echt dankba...
Druckertreiber installieren OpenSuse42.1
Tim Koetsier, 07.03.2017 15:22, 1 Antworten
hallo, kann mir BITTE jemand helfen ich verzweifel so langsam. Habe einen Super Toner von Canon...