ReactOS

ReactOS [3] ist ein Nachbau von Windows, der so weit wie möglich binärkompatibel zum Original ist. Auch das Aussehen unterscheidet sich nur in wenigen Details vom teuren Bruder aus Redmond (siehe Abbildung 11). Die Grundlage bilden eigens entwickelte Programme, die komplett unter der GPL stehen. Unter dem Namen Freewin95 begannen die Arbeiten an einer freien Windows-95-Alternative bereits im Jahre 1996. Allerdings schlief das Projekt bereits zwei Jahre später ein.

Abbildung 11: ReactOS sieht dem Vorbild Windows vom Aussehen her zum Verwechseln ähnlich.

Seit Februar 1998 ist eine stetige Verbesserung des freien Windows-Klons zu beobachten, der heute den Namen ReactOS trägt. Weite Teile der ReactOS-API sind bereits recht stabil. Damit einhergehend laufen viele Anwendungen, wie OpenOffice, Firefox, Nero Burning und sogar Unreal Tournament sowie Quake 3 problemlos unter dem quelloffenen System.

Microsoft macht es den Entwicklern nicht leicht: Der des öfteren des Monopolmissbrauchs bezichtigte Hersteller gibt die eigenen Schnittstellen mit weitreichenden Konsequenzen für die Konkurrenz nicht frei. Fremdanbieter fällt durch diese Praktik das Anpassen der eigenen Software schwer. Das trifft auch das ReactOS-Projekt, das gezwungenermaßen das Verhalten von Windows nachempfinden muss.

Glücklicherweiße haben das Wine- und das Samba-Projekt große Fortschritte erzielt, was die Schwierigkeiten abmildert. Wine [4] ist kein Emulator, wie viele Leute oft munkeln, sondern übersetzt Windows-Systemcalls in Unix-Aufrufe. Beide Projekte arbeiteten seit Ende der 90er Jahre eng zusammen und es lässt sich absehen, dass ReactOS in baldiger Zukunft nahezu vollständig kompatibel zum Microsoft-Original ist.

Die Mitte September erschienene Version 0.3.3 ist ausdrücklich als Alpha deklariert, für das produktive Arbeiten sollten Sie das System also besser nicht verwenden. Ausprobieren schadet aber nichts und die Entwickler freuen sich jederzeit über Fehlermeldungen [5]. Die Screenshots-Seite [6] zeigt, wie perfekt es sich mit vielen Anwendungen bereits heute arbeiten lässt. Auf [7] können Sie nach Applikationen suchen oder neue eintragen, die ReactOS unterstützt.

In der derzeitigen Version fehlt noch die Unterstützung für USB, SATA und NTFS. Bemühungen, das System in diesen Bereichen zu komplettieren, streben die Entwickler für die letzte Alpha-Version 0.4 an. Daneben soll es vor allem im Netzwerkbereich größere Änderungen geben, so etwa Unterstützung für DHCP, SMB, NFS und Telnet. Im Dezember möchte das ReactOS-Projekt allerdings noch die Version 0.3.4 veröffentlichen, die kleinere Fehlerbereinigungen sowie Ergänzungen des Win32-API enthält.

Möchten Sie ReactOS testen, finden Sie auf der Heft-CD je ein ISO-Image einer Live-CD sowie eines installierbaren Mediums. Auf der ReactOS-Website [8] finden Sie darüber hinaus auch Images für Qemu sowie Vmware.

Infos

[1] System Rescue CD: http://www.sysresccd.org

[2] Mitgelieferte System-Werkzeuge: http://www.sysresccd.org/System-tools

[3] ReactOS-Projekt: http://www.reactos.org/de/index.html

[4] Wine-Projekt: http://www.winehq.org

[5] ReactOS-Bugzilla: http://www.reactos.org/bugzilla/

[6] ReactOS-Screenshots: http://www.reactos.org/de/screenshots.html

[7] ReactOS-Kompatibilitätliste: http://www.reactos.org/support/

[8] ReactOS-Download: http://www.reactos.org/de/download.html

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