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Nothelfer

System Rescue CD, ReactOS

01.11.2007 Wenn es am Rechner mal klemmt oder hängt, hilft die System Rescue CD aus der Patsche. ReactOS dagegen ist ein freier, quelloffener Windows-Nachbau.

README

Die System Rescue CD fasst eine ganze Reihe nützlicher Tools zur Partitionierung, Systemanalyse, Datensicherung und Datenrettung auf einem bootfähigen Datenträger zusammen. ReactOS zeigt, wie sich mit Mitteln der freien Software ein funktionsfähiger Windows-Klon zusammenstellen lässt.

Der Rechner steht, es geht gar nichts mehr. Handelt es sich um eine fehlerhafte Konfiguration nach einer Systemaktualisierung? Hat eine Hardware-Komponente das Zeitliche gesegnet? Antworten zu diesen Fragen und mehr gibt die System Rescue CD (SysRescCD, [1]). Sie vereint gleich acht nützliche Werkzeuge auf nur einer Disk, darunter das Partitionierungswerkzeug GParted, mit dem Sie bequem Partitionen erstellen und Bootmanager einrichten, ein Hardware-Erkennungsprogramm namens Aida, einen komfortablen Bootmanager, den freien DOS-Klon FreeDOS, ein Tool zum Testen des Arbeitsspeichers, und nicht zu vergessen: die Rescue-CD selbst.

Zu Hilfe …

Nach dem Startvorgang befinden Sie sich auf der Konsole (Abbildung 1). Da einige Programme, beispielsweise GParted nur unter X funktionieren, haben die Entwickler auch den X-Server gleich mit auf die CD gepackt. Der Befehl startx bringt Sie in den grafischen Modus.

Abbildung 1: System Rescue CD startet standardmäßig im Konsolenmodus.

Falls Sie Ihre Netzwerkkarte einrichten möchten, geschieht dies durch den Befehl net-setup Schnittstelle. Ein Netzwerk-Assistent (Abbildung 2) begleitet durch die einfach gehaltenen Dialoge: Sie geben lediglich an, ob es sich um ein kabelgebundenes oder drahtloses Netzwerk handelt und ob die IP-Adresse statisch fest vergeben oder automatisch per DHCP bezogen werden soll. Klarheit über die erfolgreiche Konfiguration bringt der Befehl ifconfig.

Abbildung 2: Eine einfache Netzwerkkonfiguration ist mit dem komfortablen Netzwerk-Assistenten garantiert.

Sobald Sie den X-Server gestartet haben, zeigt der recht leere Desktop ein paar Symbole auf der rechten Seite an. Windowmaker, der in der Version 0.92 vorliegt, bekam den Vorzug gegenüber anderen Fenstermanagern. Er ist einfach gehalten, besticht aber durch eine komfortable Konfiguration, die Sie mit einem Doppelklick auf das zweite Symbol von oben aufrufen. Neben dem mitgelieferte Partitionswerkzeug steht das grafisch ansprechendere GParted (Abbildung 3) zur Verfügung.

Abbildung 3: Das komfortable Partitionierungswerkzeug besticht durch seine sehr einfach Bedienbarkeit.

Das Erstellen einer neuen Partition samt Formatieren geht schnell von der Hand. Bemerkenswert: GParted kann mit 13 verschiedenen Dateisysteme (Abbildung 4) umgehen, wovon es elf auch manipuliert. Der Arbeit an (V)FAT-Dateisystemen steht also nichts im Wege.

Abbildung 4: GParted unterstützt viele Dateisysteme, darunter auch einige aus der Mac- und Windows-Welt.

Die intuitive Bedienung macht das Festlegen der Partitionsgröße und Formatieren zum Kinderspiel. Selbst ungeübte Benutzer sollten mit GParted keinerlei Probleme haben (Abbildung 5). Zu beachten gilt, dass das Ändern der Partitionsgröße und Verschieben nicht mit allen Dateisystemen klappt. Das ist aber keine Einschränkung des Programms, sondern liegt an den Dateisystemen selbst.

Abbildung 5: Verschieben, vergrößern und verkleinern von Partitionen geht mit GParted sehr schnell von der Hand.

Partitionen retten

Mit einem Rechtsklick auf einen freien Bereich des Desktop rufen Sie das Kontextmenü Applications auf. Es hält zwei weitere wichtige Programme bereit, die Partitionen sichern, wiederherstellen und retten: Partimage und Testimage.

Das Tool Partimage (Abbildung 6) sichert eine Partition und speichert sie optional komprimiert als GZ oder BZ2 in eine Datei oder auf einem anderen Rechner im Netzwerk (Abbildung 7). Daneben besteht die Möglichkeit, das Abbild in kleinere Dateien aufzuteilen, um sie dann auf Wechselmedien wie CDs oder DVDs zu sichern. Im Fall des Daten-GAUs spielen Sie die gesicherte Partition aus dem Image mit "Partimage" wieder komfortabel ein.

Abbildung 6: Partimage erlaubt es Ihnen, Partitionen in einer Datei zu sichern.

Abbildung 7: Um ein Abbild möglichst klein zu halten, besteht die Möglichkeit, es zu komprimieren.

Testimage ist zweifelsohne das Programm der Wahl, wenn es darum geht, beschädigte oder gelöschte Partitionstabellen zu restaurieren. In solchen Fällen startet der Computer das Betriebssystem nicht mehr, da die Information zu den auf der Festplatte befindlichen Partitionen fehlt. Selbst bei anscheinend hoffnungslosen Fällen bewährt sich Testimage: Sie wählen lediglich die Festplatte aus, die das Programm analysieren soll. Anschließend geben Sie den Typ der Partitionstabelle an, in den meisten Fällen also Intel oder Mac. Mit dem Vorschlag Analyse gelangen Sie, wenn alles geklappt hat, zur letzten Maske. Hier zeigt Testdisk einen Vorschlag für eine Partitionstabelle, der In aller Regel der ursprünglichen Partitionierung entspricht (Abbildung 8).

Abbildung 8: Testdisk restauriert beschädigte oder gelöschte Partitionstabellen.

Mit diesen Informationen stellt Testimage anschließend die Partitionstabelle wieder her, ein Neustart des Systems sollte im Anschluss reibungslos funktionieren. Den standardmäßig deaktivierte Expertenmodus unter Options aktivieren Sie nur in Notfällen: also dann, wenn die Wiederherstellung nicht geklappt hat.

Auf der CD befinden sich noch eine Vielzahl weiterer Werkzeuge, darunter Ntfs-3g, mit dem Sie das von Windows bekannte NTFS-Dateisystem sowohl lesen als auch schreiben. Auf der Website des SysRescCD-Projekts [2] finden Sie eine vollständige Liste der Werkzeuge inklusive deren Beschreibungen.

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Infos zum Autor

Christian Meyer

Linux-Nutzer seit 1996, aktiv bei Gnome zwischen 2000 und 2006.


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