Aufmacher

Neue Distributionen

01.11.2007

Ubuntu "Gutsy" kurz vor der Fertigstellung

Die Entwickler von Ubuntu (http://www.ubuntulinux.com) haben die erste Beta-Version des kommenden Ubuntu 7.10 zum Download bereit gestellt. "Gutsy Gibbon", so der Codename, nutzt Kernel 2.6.22, X.org 7.2 und bringt das brandneue Gnome 2.20 als Desktop mit. Compiz Fusion ist jetzt standardmäßig aktiviert. Merkt das Installationsprogramm, das keine von Compiz Fusion unterstützte Grafikkarte verbaut ist, deaktiviert es die grafischen Effekte auf dem Desktop. Trotz des Beta-Stadiums läuft das System schon recht flott und fehlerfrei. Als Sicherheitssoftware liefert das aktuelle Ubuntu Novells AppArmor mit, das mit Hilfe von Regeln für die Programmausführung Einbrüche auf dem System verhindern hilft.

Ubuntu 7.10 steht auf der Ubuntu-Homepage und zahlreichen Spiegelservern für die Systeme x86 und x86-64 zum Download bereit. Auch die Ubuntu-Derivate Xubuntu mit XFCE-Desktop und Kubuntu, das KDE 3.5.7 als Oberfläche verwendet, liegen als erste Beta-Versionen zum Download bereit. Geht alles gut, ist Ubuntu 7.10 am 18. Oktober fertig.

Das kommende Ubuntu bringt aktuelle Software auf den Desktop.

Bugnux, das Linux zum Testen

Die neue Distribution Bugnux (http://www.bugnux.org) richtet sich speziell an Software-Tester. Bugnux basiert auf PCLinuxOS und lässt sich sowohl als Live-System als auch zur Installation verwenden.

Mit Hilfe der auf der CD enthaltenen Testwerkzeuge mutiert jeder PC zum Testrechner. Die Java-Programme Jacareto und Marathon automatisieren den Test von grafischen Benutzeroberflächen. Mit dem in Python geschriebenen Funkload lassen sich Funktionalität und Performance von Webprojekten überprüfen. Zusätzlich helfen einige vorinstallierte Firefox-Erweiterungen beim Testen von Webanwendungen. Curl-Loader simuliert massive Zugriffe auf HTTP- und FTP-Anwendungen und testet so die Belastbarkeit derartiger Projekte. Das Perl-Paket X11::Guitest emuliert Benutzer, auch dieses Projekt hilft beim Testen von GUIs.

Als Desktop verwendet Bugnux ein sauber konfiguriertes Enlightenment 17, alternativ ist Fluxbox mit an Bord. Neben den Testprogrammen finden sich auf der CD die Büroprogramme OpenOffice 2.2, Dayplanner und Glabels sowie die Internetanwendungen Sylpheed Claws, Pidgin und Firefox 2.0.0.2. Auch an Programme für Multimedia und Spiele haben die Entwickler von Bugnux gedacht. Die Distribution liegt in Form eines CD-Images für x86-Systeme auf der Homepage des Projekts und einigen Spiegelservern zum Download bereit.

Bugnux liefert Programme zum Testen von Software ebenso wie Desktop-Software mit.

Fedora 8 kommt ohne KDE 4

Die Entwickler von Fedora 8 (http://fedora.redhat.com) haben sich entschieden, KDE 4 nicht in die für Anfang November 2007 geplante Distribution zu integrieren. Als Grund für die Entscheidung nennen die Verantwortlichen die Unsicherheit über den Erscheinungstermin von KDE 4 und den langsamen Fortschritt bei der Paketerstellung. KDE 4 wird also erst in Fedora 9 enthalten sein, das im Mai 2008 erscheint. Das wirft ein weiteres Problem für die Fedora-Macher auf: Trolltech, der Hersteller der KDE zugrunde liegenden C++-Bibliothek Qt, hat den Support für Qt 3, auf dem KDE 3 basiert, zum 1. Juli 2007 eingestellt. Somit liegt die Wartung von Qt jetzt bei den Distributoren.

Mit Fedora 8 Test 2 ist mittlerweile die erste Beta-Version von Fedora 8 erschienen. Der Feature Freeze ist mittlerweile erfolgt, sodass keine großen Änderungen an Umfang und Erscheinungsbild mehr zu erwarten sind. Fedora 8 basiert auf Kernel 2.6.23, der in einer Testversion enthalten ist. Compiz Fusion sorgt für grafische Effekte auf dem Desktop. Gnome ist in Version 2.20 Beta, KDE in Version 3.5.7 enthalten. Als Soundserver findet PulseAudio Verwendung. Ferner liegt ein neues grafischen Programm zur Erstellung und Wartung einer Firewall und das freie Java-Development-Kit Icedtea bei. ->DVD

Dynebolic: Multimedia kompakt

Dynebolic (http://www.dynebolic.org), eine kompaktes Live-System mit dem Schwerpunkt auf Bildbearbeitung, ist in Version 2.5 erschienen. Das System geht sparsam mit Hardwareressourcen um: Als minimale Systemanforderungen nennen die Entwickler einen Pentium-Prozessor mit MMX-Unterstützung und 64 MByte RAM. Auf Systemen mit mindestens 500 MHz Taktfrequenz und 128 MByte Arbeitsspeicher läuft Dynebolic schon sehr flüssig.

Als Desktop verwendet Dynebolic XFCE 4.4, das es ermöglicht, ein Verzeichnis für verschlüsselte Daten anzulegen. Die Verschlüsselung erfolgt mit SHA256. Programme wie FreeJ und Gimp dienen der Film- und Pixelgrafikbearbeitung. Vektorgrafiken lassen sich mit Inkscape erstellen. Als Textverarbeitungen sind Abiword und Ted mit von der Partie, als Browser dient Firefox. Zum Bearbeiten von Sound liegen die Programme Rosegarden, Audacity und Rezound bei.

Dynebolic liefert neben Grafikprogrammen auch Software zum Schutz privater Daten mit.

Fedora-Zusatzsoftware vereint

Die Betreiber von Dribble, Freshrpms und Livna, die alle Zusatzpakete für Fedora und Red Hat Enterprise Linux (RHEL) anbieten, haben eine Vereinigung ihrer Projekte unter dem Namen RPM Fusion (http://rpmfusion.org) beschlossen. RPM Fusion soll allen Fedora- und Red-Hat-Nutzern eine einheitliche Anlaufstelle für die Suche nach Software bieten. Die Entwickler arbeiten bereits an einem gemeinsamen Repository, einen Veröffentlichungstermin nannten sie indes noch nicht.

RPM Fusion wird sich auf Programme beschränken, die Fedora respektive RHEL nicht enthalten, um Schwierigkeiten bei der Installation und Pflege der Pakete aus dem Weg zu gehen. Um dem Anwender die Auswahl zu erleichtern, teilt sich das Angebot in die zwei Bereiche free und non-free. Unter free sollen Programme lagern, die den "Fedora Licensing Guidelines" entsprechen. Alle anderen Pakete – insbesondere solche, die nur in binärer Form vorliegen – residieren unter non-free.

One Laptop per Child nur im Duo

Die Initiatoren des Projekts "One Laptop Per Child" (OLPC, http://www.laptop.org) haben sich aufgrund der schwachen Nachfrage von Regierungsorganisationen nach dem Gerät entschlossen, den so genannten 100-Dollar-Laptop XO für kurze Zeit in den USA und in Kanada für jedermann zum Kauf anzubieten.

Um den Absatz der Computer zu fördern und den Produktionspreis, der zur Zeit bei 185 US-Dollar liegt, zu senken, haben Nordamerikaner ab dem 12. November die Möglichkeit, zwei Laptops zum Preis von 399 US-Dollar zu kaufen. Ein Gerät erhält der Besteller, ein zweites geht an ein Kind in der Dritten Welt. Dieses Angebot gilt nur für Kanada und die USA, in Europa gibt es den Laptop zunächst nicht.

Eine weitere Möglichkeit, das Projekt zu unterstützen, besteht darin, Laptops zu spenden. Auf der Website Xogiving.org können Sie gegen eine Spende in Höhe von 200 US-Dollar einem Kind in einem Entwicklungsland einen XO-Laptop spendieren. Das OLPC-Projekt denkt auch darüber nach, Schulen in Nordamerika mit dem Gerät zu beliefern, was ursprünglich ausdrücklich nicht vorgesehen war.

Jacklab – Audio vom Feinsten

Die auf OpenSuse 10.2 basierende Jacklab Audio Distribution (JAD, http://www.jacklab.org) ist in Version 1.0 erschienen. Sie bringt fast 70 Programme aus dem Audiobereich mit und verwendet einen echtzeitfähigen Kernel 2.6.19. Als Standardoberfläche kommt Enlightenment 17 zum Einsatz, ein aktueller KDE-Desktop lässt sich problemlos nachrüsten.

JAD unterstützt die Virtual Studio Technology von Steinberg und liefert eine Reihe von Multimedia-Codecs mit, die in OpenSuse fehlen. Als Soundserver findet das Jack Audio Connection Kit Verwendung. JAD gibt es ausschließlich für x86-Systeme auf der Homepage des Projekts und einigen Spiegelservern.

Von Linspire zu Ubuntu

Nachdem Linspire (http://www.linspire.com) Anfang August Geschäftsführer Kevin Carmony verloren hat, verließen jetzt auch der Finanzchef Randy Linnell und Entwickler Brian Thomason (er hatte sich hauptsächlich um die Entwicklung des Click'n'Run-Systems CNR gekümmert) die Firma.

Thomason und Linnell wechseln beide zu Canonical, der Firma hinter Ubuntu Linux. Ubuntu dient seit der neuesten Version als Basis von Linspire. Larry Kettler, der neuer Geschäftsführer von Linspire, kündigte unterdessen neue Produkte von Linspire für die kommenden Monate an. In Kürze soll eine neue Betaversion von CNR erscheinen, auch kommerzieller Support für das freie System Freespire gibt es inzwischen bei Linspire.

Kurz notiert

Der Linux-Distributor Novell (http://www.novell.de) weist darauf hin, dass der Support für Suse Linux 10 zwei Jahre nach der Veröffentlichung endet, also am 15. November 2007. Ab dann gibt es keine Sicherheitsupdates mehr. Davon nicht betroffen sind die Distributionen für den Unternehmenseinsatz Suse Linux Enterprise Desktop 10 und Suse Linux Enterprise Server 10, die Novell weiterhin mit Patches versorgt.

Mandriva (http://www.mandriva.com) plant zur Einführung von Mandriva Linux 2008 am 18. November 2007 ein weltweites Installationsfest. Auf diesem Fest präsentiert Mandriva die Neuigkeiten von Mandriva Linux und bietet Installationssupport für Einsteiger. Interessenten, die ein solches Fest ausrichten möchten, melden sich unter lugs@mandrivalinux.org beim Hersteller. Mandriva stattet die Veranstalter mit CDs, Aufklebern, Stiften und Postern aus.

Das Linux Tiny Project (http://http://www.selenic.com/linux-tiny/) hat einen Kernel von nur 197 KByte Größe hergestellt. Michael Opdenacker nahm das seit zwei Jahren brachliegende Projekt wieder auf und arbeitet zusammen mit einigen Mitstreitern an einem Patchset für Linux-Kernel der 2.6er Serie. Zielplattformen für die kleinen Kernel sind ältere 386-Systeme und Handhelds.

Der amerikanische Computerbauer Dell (http://www.dell.de) bietet auf seine Geräte angepasste Varianten von Ubuntu Linux zum Download an. Die Systeme enthalten die unter einer freien Lizenz stehenden Treiber für die von Dell verbaute Hardware und erlauben die Neuinstallation des Systems auf Rechnern, die mit Ubuntu ausgeliefert wurden. Einzig das Softmodem, für das es keine freien Treiber gibt, muss man bei Bedarf von Hand einrichten.

Das PC-BSD-Projekt hat PC-BSD 1.4 (http://www.pcbsd.org) zum Download freigegeben. Es basiert auf FreeBSD-6.2-STABLE und enthält X.org 7.2 und KDE 3.5.7. Compiz-Fusion 0.5.2 ist in der neusten Version für die grafischen Spielereien auf dem Desktop zuständig. Auch das Installationsprogramm haben die Entwickler verbessert. Zur Installation des Systems in englischer Sprache ist nur eine CD nötig; auf einer zweiten CD finden sich weitere Lokalisierungen, darunter auch Deutsch.

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