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Nachrichtenzentrale

Mails verwalten mit dem eigenen IMAP-Server

Zugriff vom Client

Unter Linux hat sich Evolution eine ähnliche Position erarbeitet wie Outlook unter Windows. Doch auch die meisten anderen Mailclients, wie beispielsweise KMail oder Thunderbird, unterstützen IMAP. Unter Evolution erstellen Sie ein neues IMAP-Konto über Bearbeiten | Einstellungen | E-Mail-Konten | Hinzufügen. Der Installationsassistent fragt alle notwendigen Informationen, wie den Kontotyp (IMAP), die Serveradresse und den Benutzernamen. Darüber hinaus geben Sie hier an, ob die Kommunikation verschlüsselt (IMAPS) oder unverschlüsselt abläuft. Da Dovecot im Moment noch kein IMAPS unterstützt, belassen wir es zunächst bei der unverschlüsselten Kommunikation.

Abbildung 2: In der Grundkonfiguration braucht es nur wenige Einstellungen für die Kommunikation mit dem IMAP-Server.

Nach dem Einrichten des Kontos erfragt Evolution beim ersten Anmelden das Passwort. In den Kontoeigenschaften, die Sie über Bearbeiten | Eigenschaften | E-Mail-Konten | Bearbeiten aufrufen, setzen Sie im Register Abrufen von E-Mails das Häkchen vor An Passwort erinnern, damit Sie es nicht bei jedem Verbindungsaufbau erneut einzugeben brauchen. Für andere Clients funktioniert das Einrichten eines IMAP-Kontos ähnlich. Nachdem dem Aufbau der Verbindung zum Server zeigt der Client den Inhalt des konfigurierten Postfachs an.

Abbildung 3: Klappt das Login zeigt der Client den Inhalt des IMAP-Postfachs an.

Mails aus dem Netz holen

In der Regel bieten die Freemailer Zugriff auf die Postfächer via POP3 an. Das Programm Fetchmail ruft in regelmäßigen Abständen die Mailboxen ab, lädt die neu eingegangenen Mails herunter und verschiebt diese in die Postfächer der lokalen Benutzer. Alle großen Distributionen liefern Fetchmail mit, sodass Sie das Programm aus den Installationsquellen installieren. Über die offizielle Website des Projekts [8] steht zusätzlich die jeweils neueste Version auch als RPM-Paket oder Tarball (Quellcode) bereit.

Fetchmail benötigt eine Konfigurationsdatei, die die Kontodaten enthält. Diese Datei legen Sie als root zunächst mit touch /etc/fetchmailrc an. Danach editieren Sie die Datei mit einem beliebigen Texteditor. Jede abzurufende Mailbox steht in einer eigenen Zeile. Ein Beispiel-Setup finden Sie in Listing 2.

Listing 2
poll pop.gmx.net protocol pop3 user 41980394 password test123 is asterix
poll pop3.web.de protocol pop3 user obelixmitidefix@web.de password test124 is obelix
poll pop3.web.de protocol pop3 user miraculix0815@web.de password test125 is idefix

Je nach Distribution sind zusätzliche Arbeiten notwendig. Unter OpenSuse müssen Sie den Eigentümer der Datei auf fetchmail setzen:

# chown fetchmail:root /etc/fetchmailrc

In jedem Fall passen Sie die Rechte für die Datei an, damit nicht jeder beliebige Benutzer hineinsehen und die Passwörter lesen kann. Außerdem benötigt die Datei unter OpenSuse das Execute-Bit für den Eigentümer und die Gruppe, was Sie mit dem Befehl chmod 710 /etc/fetchmailrc erledigen.

Nun starten Sie Fetchmail über /etc/init.d/fetchmail start mit dem Init-Skript. Ab sofort holt das Programm in regelmäßigen Abständen – voreingestellt sind meist zehn Minuten – neue Mails von den Mailboxen ab.

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LinuxUser 06/2012

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