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Nachrichtenzentrale

Mails verwalten mit dem eigenen IMAP-Server

01.11.2007 Ein lokaler IMAP-Server bietet mehreren Benutzern im lokalen Netz einen komfortablen Mailabruf.

Die elektronische Post gehört nach wie zu den wichtigsten Diensten im weltweiten Netz. Fast jeder hat eine oder mehrere E-Mail-Adressen. Wer sich nicht für die Luxusvariante eines eigenen Servers entschieden, greift auf die Angebote der zahlreichen Provider zurück. Zum Verwalten der Nachrichten kommen Clients wie Evolution, Thunderbird oder Outlook zum Einsatz.

Sie versenden Nachrichten per SMTP, holen die eingegangenen Mails über die Mailprotokolle POP3 oder IMAP vom Mailserver ab und bieten diverse Möglichkeiten, die Mailflut zu bändigen. Hierzu setzen Sie Flags, die Wichtigkeit signalisieren oder ob eine Mail gelesen oder ungelesen ist. Schlussendlich bearbeiten Sie Mails automatisch oder manuell nach Regeln um diese in Unterordner zu verschieben oder zu kopieren.

Ein eigener IMAP-Server?

Der Vorteil von IMAP gegenüber POP3 liegt hauptsächlich darin, dass die eingegangenen Mails auf dem Server bleiben. Der Client holt diese nur bei Bedarf auf den lokalen Rechner. Das ermöglicht es Ihnen, mit Mailclients auf verschiedenen Computern auf eine IMAP-Mailbox zuzugreifen und die Nachrichten zu verwalten, als ob sie jeweils auf dem lokalen Rechner lägen. Auch ermöglicht IMAP das gleichzeitige Nutzen einer Sammel-Mailbox durch verschiedene Benutzer. Verwenden verschiedene Personen wechselnd mehrere PCs in einem Haushalt, einem Home-Office oder einer kleinen Firma, spielt IMAP seine Stärken aus.

Der Nachteil von IMAP liegt darin, dass das Protokoll eine permanente Verbindung zum Server erfordert. Darüber hinaus offerieren die Standard-Freemailer und die einfacheren Online-Pakete oft keinen IMAP-Support. Daher bietet sich der Einsatz eines heimischen IMAP-Servers an, der die Mails lokal bereit stellt. Auf den Server gelangen sie beispielsweise via Fetchmail, das schon seit Jahren zuverlässig auf vielen Rechnern die Nachrichten aus verschiedenen Accounts sammelt und auf den lokalen Rechner herunterlädt. Doch welcher IMAP-Server ist der richtige?

Alternativen

Ähnlich wie beim Thema Mailserver existieren auch unter den Anhängern der verschiedenen IMAP-Server Glaubenskriege. Je nach Anwendungsszenario hat mal die eine, mal die andere Software bei den Benchmarks die Nase vorn [1]. Aktuell liefern sich insbesondere UW IMAP, Cyrus IMAP, Courier IMAP und Dovecot ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Dabei unterscheiden sich die Server in der Art des Speicherns der Mails (traditionell Mbox und Maildir) und in den Verwaltungsfunktionen:

  • UW IMAP [2] unterstützte lange Zeit nur Mbox als Mailbox-Format. Die Nachteile des Mbox-Formats schränken die Leistungsfähigkeit von UW IMAP jedoch ein. Seit Version 2006 kennt er ein neues Format namens Mix, das allerdings noch nicht mit anderen Formaten kompatibel ist.
  • Cyrus IMAP [3] kommt sehr häufig zum Einsatz. Er nutzt ebenfalls ein eigenes Mailbox-Format und verfügt über den größten Funktionsumfang aller IMAP-Server.
  • Courier IMAP [4] ist ein robuster und in allen Bereichen ausgereifter IMAP-Server, der auf das Maildir-Format setzt. Durch Schwächen im Design des Maildir-Formats leidet jedoch unter bestimmten Bedingungen die Performance.
  • Bei Dovecot [5] handelt es sich um den jüngste Spross der IMAP-Server-Familie. Er ist gut dokumentiert und leicht zu konfigurieren. Dovecot unterstützt sowohl Mbox als auch Maildir und gleicht dessen Schwächen durch einen Index aus, um die Zugriffsgeschwindigkeiten zu optimieren. Darüber hinaus unterstützt Dovecot noch ein eigenes Mailbox-Format namens Dbox.

Zwar spielt Dovecot auch in Bezug auf die Performance ganz vorne mit, punktet im vorliegenden Szenario jedoch vor allem aufgrund der einfachen Konfiguration und der sehr guten Online-Dokumentation [6].

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LinuxUser 06/2012

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