Aufmacher

Mutt versus Alpine: Konsolen-Mailer im Vergleich

Alt, aber kraftvoll

Sie haben die Nase voll von Mailprogrammen, die auf klickbare Oberflächen, Maus und Popupmenüs angewiesen sind? Dann sind Pine oder Mutt das Richtige für Sie..

Mutt [1] und Pine [2] gehören zu den Mammutbäumen im Dschungel der Mailer. Ihre Wurzeln reichen mehr als zehn Jahre zurück, doch trotz des Alters entwickeln auch heute noch weltweit viele Aktive an dem Programmen mit. Mutt erreichte im Juni diesen Jahres mit der Entwicklerversion die Nummer 1.5.16; Pine erfreut sich dank Umstrukturierungen im Quellcode unter dem Namen Alpine [3] eines höchst lebendigen Daseins. Für die Qualität der Programme spricht, dass sich selbst desktoporientierte Distributoren wie Ubuntu nicht scheuen, beide Mailer in ihr Repository aufzunehmen.

Los geht's

Eine Binsenweisheit lautet, dass der erste Eindruck oft täuscht. Besonders Alpine bestätigt dies: Nach dem Aufruf von alpine im Xterm wirkt das Programm mit seiner gegliederten Startseite geradezu einsteigerfreundlich. Der Reihe nach präsentieren sich verschiedene kommentierte Punkte, wie SETUP für die Einstellungen oder FOLDER LIST für die Mail-Ordner samt den dazugehörigen Tastaturkürzeln. In der unteren Leiste des Programms finden sich weitere Befehle – leider allesamt in englisch ohne Internationalisierung.

Welche Sprache?

Mutt präsentiert sich an dieser Stelle optisch weniger üppig mit der leeren Inbox des Anwenders, also zum Beispiel /var/spool/mail/USER. Erst auf Nachfrage legt der Client das Verzeichnis ~/Mail zum Speichern der lokalen Nachrichten an. Alpine begnügt sich mit dem knappen Hinweis, dass es nun das Verzeichnis ~/mail erstellt. Einen weiteren Pluspunkt verbucht Mutt an dieser Stelle für die Tatsache, dass die Kopfleiste mit den gängigsten Tastaturbefehlen, wie der Rest des Programms, in deutsch vorliegt.

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