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Mülltrennung

Werbeseiten in Google ausblenden

01.11.2007 Google bietet zwar wertvolle Orientierung im Web, nervt aber auch mit viel Werbemüll. Googlefilter sortiert den Spam unter den Suchergebnissen aus.

Das Internet ist eine riesige Informationssammlung. Weil aber niemand den Datenfluss zentral steuert, ähnelt das Word Wide Web zugleich einer unüberschaubar großen Bibliothek, in die jeder seine Dokumente einfach reinwirft. Niemand achtet darauf, dass auch jemand diese Informationen wiederfinden kann. Die Aufgabe des Bibliothekars übernehmen Suchmaschinen: Sie schicken elektronische Agenten ins Netz, die neben Wissen vor allem Angaben darüber sammeln, wo sich dieses Wissen befindet. Dann geben sie diese Informationen an Internetsurfer weiter und sorgen so für Orientierung im Netz.

Die weltgrößte Suchmaschine Google erhält monatlich mehrere Milliarden Suchanfragen. Seine Popularität verdankt Google nicht nur seiner riesigen Datenbank, sondern auch den intelligenten Suchalgorithmen, die bei Anfragen regelmäßig für eine hohe Qualität der Treffer sorgen. Das wiederum zieht aber nicht nur seriöse Geschäftemacher an, sondern zunehmend auch Spammer, die Werbemüll verbreiten und damit Geld verdienen wollen. Durch ausgeklügelte Mechanismen überlisten solche Müllmänner die Suchmaschine und sorgen dafür, dass Google regelmäßig als erstes in der Liste Seiten mit unerwünschter Werbung anzeigt.

Diese Werbeflut ist für Linux-Anwender ärgerlich, weil gezielt gestreute Desinformationen Zeit und Nerven kosten. Statt Informationen zu bekommen, landet man beim Klick auf die Topergebnisse oft genug auf Werbeseiten, in Onlineshops oder beim Auktionshaus Ebay. Für Nutzer anderer Betriebssysteme stellt sich die Situation wesentlich bedrohlicher dar: Sie erhalten nicht nur lästige Werbung frei Haus, sondern mitunter auch gefährliche Spyware, die sich auf dem Rechner einnistet.

Schnell installiert

Zur Abwehr dieser unangenehmen Erscheinung gibt es ein probates Gegenmittel: den von Marc Wäsche und Andreas Born entwickelten Googlefilter. Die Firefox-Erweiterung verspricht die Entsorgung unerwünschter Seiten aus den Suchergebnissen. Der Googlefilter lässt sich direkt von der Webseite der beiden Programmierer installieren [1]. Wählen Sie dort Ihre Browser-Version und klicken Sie anschließend auf Jetzt installieren.

Nach dem Neustart ihres Browsers bemerken Sie als einzige optische Veränderung eine Faust neben dem Google-Sucheingabefeld. Zusätzlich taucht im Menü Extras ein neuer Eintrag auf: Filtertechnics Googlefilter. Klicken Sie auf diesen Eintrag oder auf die Faust, so öffnet sich ein Einstellungsfenster, in dem Sie die Funktionseinstellungen für den Filter vornehmen. Allerdings ist alles wichtige schon eingestellt und auch das Häkchen im Feld Googlefilter EIN bereits gesetzt (Abbildung 1).

Abbildung 1: Schnell und unkompliziert verrichtet der Googlefilter schon direkt nach der Installation seine Dienste. Daneben bietet er aber auch detaillierte Konfigurationsmöglichkeiten.

Ausgespamt

Geben Sie nun bei Google einen Suchbegriff ein, gleicht Googlefilter die Ergebnisse mit seiner Filtertechnics-Datenbank ab. Bis zur Version 2.1 war die Datenbank noch lokal auf der Festplatte des Anwenders gespeichert. Das erwies sich aber als wenig sinnvoll, da ein lokal gespeicherter Datenbestand einerseits von außen manipulierbar, andererseits aber auch nie auf dem aktuellen Stand ist. Deshalb gibt es nun den Online-Abgleich der Daten.

Da sich der Googlefilter nahtlos in die Mozilla-Engine integriert, spürt man selbst bei langsamen Internetverbindungen über Analogmodem keine Einbußen in der Bearbeitungsgeschwindigkeit von Suchanfragen. Ebenso erfreulich ist der Wirkungsgrad des Googlefilters: Für einen Test deaktivierten wir im Einstellungsmenü Programmoptionen des Filters die Funktion Spamergebnisse ausblenden, um festzustellen, wieviel Spam sich bei einer Suchanfrage ergibt. Blendet Googlefilter die Spamergebnisse nicht aus, zeigt er sie in halbtransparenter Schrift, jeweils mit einem in rot und in eckigen Klammern vorangestellten Hinweis auf den Anbieter. Unsere Testresultate waren ernüchternd: Bei nahezu allen Anfragen bestanden die ersten Trefferseiten überwiegend bis annähernd komplett aus Werbemüll (Abbildung 2).

Abbildung 2: Zwei Teile Information, fünf Teile Werbemüll – der Googlefilter dokumentiert eine wenig empfehlenswerte Mischung von Suchergebnissen.

Blättert man in den Fundsachen von Google, zeigt sich ein weiterer Effekt: Je mehr man in der Ergebnisliste nach hinten kommt, desto weniger irrelevante Ergebnisse identifiziert der Googlefilter. Das dokumentiert eindrucksvoll den Erfolg von Spammern, die es tatsächlich schaffen, ihre Werbeseiten in den Ergebnissen einer Suchanfrage ganz vorne zu platzieren. Sie sollten also in Ihrem eigenen Interesse die als Werbemüll identifizierten Fundstellen ausblenden. Das erledigen Sie entweder von Fall zu Fall auf der Ergebnisseite, indem Sie auf ausblenden klicken, oder stellen es dauerhaft im Konfigurationsmenü des Filters mit einem Klick auf Spamergebnisse ausblenden ein.

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